BRANDHEISS

Test Monitor NEC SpectraView 231
4/9

Maximalhelligkeit

Die maximale Helligkeit (Farbtemperatur: nativ) ermitteln wird mit rund 257 cd/m². Das liegt nur wenig unter der Werksangabe (270 cd/m²). Obwohl die Regelung nicht absolut in cd/m² erfolgt, wird diese Helligkeit auch mit der höchsten Einstellung von ColorComp, das den Weißpegel zwangsweise reduziert, erreicht. Entsprechend kommt es zu einer schrittweisen Verringerung, bis die Funktion ganz deaktiviert ist. Dabei wird die tatsächlich anliegende Stufe (0-5) im OSD leider nicht angezeigt. Kann die ausgewählte Kompensationsstufe aufgrund der gewählten Helligkeitseinstellung nicht erreicht werden, wird die Zahl allerdings rosa dargestellt.

Ein Weißpunkt von 6500K führt zu einer Reduzierung der maximalen Helligkeit auf knapp 241 cd/m². Bei 5000K bleiben noch rund 212 cd/m² übrig. Das ist völlig normal. Da nur bei einer RGB-LED Hintergrundbeleuchtung der Weißpunkt direkt über die Hintergrundbeleuchtung angepasst werden kann, sinkt bei Variationen über das Panel auch der Kontrast. Er beträgt bei einer minimalen Helligkeit von gut 18 cd/m² (und den bereits erwähnten Einstellungen) etwa 260:1. Innerhalb des Regelungsbereichs der Hintergrundbeleuchtung erreicht er mit maximaler Einstellung von ColorComp (Stufe 5) rund 560:1. Auch diese Werte sind gut mit dem NEC PA241W vergleichbar.

Die beiden Grafiken unten zeigen das Verhalten von Helligkeit und Schwarzpunkt (deren Quotient das Kontrastverhältnis definiert) für ausgeschaltetes und maximal aktiviertes ColorComp (Stufe 5). Gut zu erkennen ist die Schrittweise Verringerung der Kompensationsschaltung mit steigender Helligkeit.

Nec Spectraview 231 Monitor Kontrastverlauf1
Nec Spectraview 231 Monitor Kontrastverlauf2
Helligkeits- und Kontrastverlauf des NEC PA271W (links: ColorComp aus, rechts: ColorComp Stufe 5).

Helligkeitsverteilung und Bildhomogenität

Wir untersuchen Helligkeitsverteilung und Bildhomogenität an einem weißen Testbild, das wir an 15 Punkten vermessen. Daraus resultieren die Helligkeitsabweichung in Prozent und das DeltaC (d.h. die Buntheitsdifferenz) in Bezug auf den zentral gemessenen Wert.

Ohne ColorComp liegen die farblichen Abweichungen über die Fläche nur auf ausreichendem Niveau. Die Helligkeit sinkt besonders zum linken Rand deutlich ab. Allerdings haben diese Werte nur statistischen Wert. Auch wenn es zu einem spürbaren Kontrastverlust kommt, sollte man ColorComp unbedingt nutzen. Eizo lässt dem Anwender in den höherwertigen Geräten daher erst gar keine Wahl und aktiviert seine Lösung (DUE) automatisch.

Mit ColorComp (hier: Stufe 5) ist das Ergebnis deutlich gefälliger. Die farblichen Abweichungen sinken auf ein sehr gutes Niveau ab. Störende Farbstiche verschwinden damit faktisch vollständig. Die Helligkeitsverteilung profitiert ebenfalls sichtbar. Der starke Helligkeitsabfall zur linken Seite wandelt sich sogar in eine leichte Helligkeitszunahme, die aber absolut innerhalb vernünftiger Grenzen bleibt.

Nec Spectraview 231 Monitor Ausleuchtung3
Nec Spectraview 231 Monitor Homogenitaet1
An 15 Messpunkten wurde die Helligkeitsverteilung (linkes Bild) und Bildhomogenität (rechtes Bild) überprüft – ColorComp aus.
Nec Spectraview 231 Monitor Ausleuchtung4
Nec Spectraview 231 Monitor Homogenitaet2
An 15 Messpunkten wurde die Helligkeitsverteilung (linkes Bild) und Bildhomogenität (rechtes Bild) überprüft – ColorComp 5.

Blickwinkel

Die Werksangabe für den maximalen Blickwinkel liegt bei 178 Grad in der Horizontalen und Vertikalen. Die Angaben beruhen auf einem Restkontrast von 10:1. Das sind die für moderne IPS– und VA-Panels typischen Werte. Allerdings fließen farbmetrische Veränderungen höchstens unzureichend in die Angabe ein.

Wichtiger als die Blickwinkelangabe unter Einbeziehung des Restkontrastes ist daher die tatsächliche, subjektive Blickwinkelstabilität ohne sichtbare Farbverfälschungen, Negativeffekte oder Veränderung anderer Bildparameter.

Nec Spectraview 231 Monitor Blickwinkel
Blickwinkel des NEC SpectraView 231.

Das e-IPS Panel des NEC SpectraView 231 erzielt subjektiv ähnlich gute Ergebnisse wie Bildschirme mit H-IPS bzw. P-IPS Panel. Die Blickwinkelstabilität ist damit sehr gut. Farbverfälschungen und deutliche Änderungen der Gradation bleiben aus. Bestimmendes Merkmal sind ein deutlich verringerter Kontrast und das Aufscheinen dunkler Tonwerte. Dieses Problem kann bei den IPS-Panels von LG nur mit einer speziellen Polarisationsfolie (A-TW) vermieden werden. Das kleine Panel wirkt sich zwar positiv auf die Größenordnung des Effektes bei frontaler Betrachtung aus, ganz vermieden werden die Aufhellungen in den Ecken im üblichen Arbeitsabstand aber nicht.

Bildschirme mit VA-Panel, dazu zählen auch die hochwertigen S-PVA und C-PVA Ausführungen von Samsung, haben andere Blickwinkeleigenschaften, die sie in Summe hinter den aktuellen IPS-Derivaten rangieren lassen. Hier kommt es, je nach Ausführung, zu stärkeren Gradations- und Farbveränderungen, die ebenfalls bereits bei frontaler Betrachtung sichtbar werden können.

Die meisten Benutzer sollten mit beiden Basistechnologien keine Probleme im alltäglichen Einsatz haben und in jedem Fall von den gegenüber Bildschirmen mit TN-Panel deutlich verbesserten Blickwinkeleigenschaften profitieren.

Ausmessung und Kalibration

Farbraumvergleich in Lab (D50)

Zunächst haben wir ermittelt, wie gut der NEC SpectraView 231 verschiedene Farbräume abdeckt. Als Referenz nutzen wir den Arbeitsfarbraum sRGB

Größere Arbeitsfarbräume machen bei einem Display ohne erweiterten Farbraum keinen Sinn. Zusätzlich haben wir mit dem „ISOcoated_v2_eci.icc“-Profil verglichen. Es basiert auf den FOGRA39-Charakterisierungsdaten und repräsentiert die Standard-Druckbedingungen für den Offset-Druck auf bestimmten Papiertypen. Die exakten Bedingungen können als PDF-Dokument angesehen werden.

3D-Farbraumvergleich

Erläuterung der 3D Ansichten und Informationen zu ihrer Erstellung

ISOcoated (FOGRA39): 92,2% Abdeckung

Nec Spectraview 231 Monitor Iso1
Nec Spectraview 231 Monitor Iso2
sRGB: 92,9% Abdeckung
Nec Spectraview 231 Monitor SRGB1
Nec Spectraview 231 Monitor SRGB2
 

Nach der Profilierung unter den vorliegenden Bedingungen (Weißpunkt: D65) kann man den Verzicht auf eine WCG-CCFL Hintergrundbeleuchtung deutlich erkennen. Der Farbraum des NEC SpectraView 231 geht in Richtung sRGB. Auffällig ist eine größere Unterabdeckung im Blaubereich, die wir auch schon beim NEC 2490WUXi feststellen konnten. Trotzdem wird der Bildschirm, besonders unter Einbeziehung der Farbraumemulation oder eines Workflows auf Basis von ICC-Profilen, eine vernünftige Darstellung von sRGB-Inhalten erlauben. Der Vergleich mit dem ISOcoated-Farbraum zeigt die typischen Unterabdeckungen im Cyan-Bereich.

An dieser Stelle werden die Vorteile eines Gerätes mit erweitertem Farbraum und Farbraumemulation deutlich. Die bislang getesteten Bildschirme der PA-Reihe umfassten sRGB- und den ISOcoated-Farbraum vollständig. Damit war eine noch exaktere Reproduktion durch bildschirminterne oder softwareseitige Farbtransformationen möglich.

Denis Freund

... ist seit 2008 dabei und hat Medieninformatik sowie Druck-/ Medientechnik studiert. Es ist für die Bereiche Farbmesstechnik, -metrik und -management zuständig und entwickelte die PRAD-Test-Software. Nach wie vor verfasst er Testberichte über Grafik-Monitore.

Interessante Themen

5 Gedanken zu „Test Monitor NEC SpectraView 231“

  1. Der wohl größte Unterschied ist die Hintergrundbeleuchtung. Der SpectraView 231 nutzt nach meiner Kenntnis CCFL und der SpectraView 232 LED. Ich würde deshalb zum SpectraView 232 raten.

    Antworten
  2. Guten Abend!

    Nachdem ich den Eizo SX2262WH punktgenau verpasst habe, ich wollte ihn heute erwerben, er ist aber aktuell nicht mehr lieferbar, habe ich mich – auch und insbesondere nach Durchsicht dieser Seite (inkl. Kaufberatung)- für diesen NEC-Monitor entschieden, nun gibt es aber auch diesen kaum noch im Angebot, also wäre es der der Nachfolger NEC Spectraview 232 – und ich möchte nun fragen, ob es denn da überhaupt einen nennenswerten Unterschied zwischen 231 und 232 gibt, mir als Laien scheinen 231 und 232 eigentlich nahezu ident zu sein

    Danke für eine Info!

    P.S.: auf der Kaufberatungsseite (S. 6) fehlt übrigens bei diesem Monitor der Link zum Test

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

* Sie müssen das Kästchen aktivieren, ansonsten können Sie keinen Kommentar erstellen. Sollten Sie dennoch versuchen Ihren Kommentar zu posten, ohne akzeptiert zu haben, wird eine neue Seite geöffnet und Sie erhalten einen Hinweis. Alle eingetragenen Daten, inklusive des Kommentars, gehen dabei verloren!