Test Monitor NEC SpectraView 231
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Auswertung der farbmetrischen Tests

Die Ergebnisse der farbmetrischen Tests haben wir im folgenden Abschnitt ausführlich aufbereitet. Dabei werden, neben der Werkseinstellung, auch ausgewählte Bildmodi vermessen. Die Werkseinstellung haben wir modifiziert (Bildmodus: Full, Weißpunkt: Nativ, ColorComp: Aus, Gradation: Gamma 2.2), um einen möglichst „nativen“ Eindruck zu vermitteln.

Erläuterung der DeltaE Abweichung für Farbwerte und Weißpunkt.

Erläuterung der DeltaC Abweichung für Grauwerte.

Erläuterung zur Darstellung der Gradation.

Vergleich der Werkseinstellung mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Werkseinstellung Ziel Erreicht
D65 (6502) 6677
95.04 100.00 108.88 90.73 100.00 103.97
8,27
– (0,08) 8,83
141,4
0,18
785
sRGB Gamma ~2,17 (avg.)

* CCT-Bezug

Nec Spectraview 231 Monitor Werkseinstellung Farbe
 
Nec Spectraview 231 Monitor Werkseinstellung Grau
 
Nec Spectraview 231 Monitor Werkseinstellung Gradation
 

Bereits unser ausgewähltes Testsetting zeigt die sorgfältige Werkskalibration des NEC SpectraView 231. Die Neutralität der Grauachse ist hervorragend und unterschreitet die Vorgaben des UDACT deutlich. Der native Weißpunkt weicht stark von der Blackbodykurve ab, was aber nicht ungewöhnlich ist. Die voreingestellte Gradation wird stabil eingehalten. Unter Berücksichtigung der konkreten Farbraumabdeckung liegen die Abweichungen in den Farbwerten im normalen Bereich.

Vergleich des Bildmodus „sRGB“ mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

sRGB-Modus Ziel Erreicht
D65 (6502) 6445
95.04 100.00 108.88 93.99 100.00 106.09
2,53
– (0,08) 2,15
63,5
0,09
705
sRGB ~sRGB

* CCT-Bezug

Nec Spectraview 231 Monitor Farbraumemu SRGB Farbe
 
Nec Spectraview 231 Monitor Farbraumemu SRGB Grau
 
Nec Spectraview 231 Monitor Farbraumemu SRGB Gradation
 

Der sRGB-Bildmodus nutzt die Farbraumemulation des NEC SpectraView 231. Die wichtigsten, standardmäßig hinterlegten Einstellungen:

– Weißpunkt: 6500K
– Normfarbwertanteile für Primärfarben: sRGB, relativ zu D65
– Gradation: sRGB

Die hervorragende Neutralität der Grauachse bleibt unverändert erhalten. Der Weißpunkt rückt nun deutlich in Richtung unserer Vorgabe (der Farbabstand zwischen D65 und 6500K ist rechnerisch nur gering) und kommt in den Bereich möglicher Messungenauigkeiten. Die sRGB-Gradation wird sehr exakt erreicht, und die Abweichungen in den Farbwerten können besonders in den sechs ausgewählten Tertiärfarben noch einmal reduziert werden.

Vergleich der Farbraumemulation (Ziel: AdobeRGB) mit Transformationen durch ein CMM

Ein besonderes Feature der Farbraumemulation von NEC war bislang der Umstand, dass bei der Simulation eines Farbraums, der über den Monitorfarbraum hinausging, ein Gamut-Mapping durchgeführt wurde. Farben, die innerhalb des Monitorfarbraums lagen, konnten damit korrekt dargestellt werden. Das Ergebnis war beim Test von NEC PA241W und PA271W vergleichbar mit dem relativ farbmetrischen Rendering-Intent eines CMM.

Wir haben diese Funktionalität auch beim NEC SpectraView 231 getestet. Emulationsziel war der AdobeRGB-Arbeitsfarbraum. Die erste Grafik zeigt die Abweichungen gegen diesen Arbeitsfarbraum nach der Farbraumemulation. Für die zweite Grafik wurde der Bildschirm aus dem Modus „Full“ heraus kalibriert und profiliert. Die notwendigen Transformationen führte dann ein CMM unter Berücksichtigung der beiden beteiligten Profile durch.

Nec Spectraview 231 Monitor Farbraumemu ARGB Farbe
 
Nec Spectraview 231 Monitor ARGB CMM

Auch beim NEC SpectraView 231 kommt es zu entsprechenden Transformationen. Die Abweichungen in den sechs Tertiärfarben wären sonst deutlich höher. Das Gamut-Mapping gelingt dem CMM allerdings noch ein gutes Stück besser.

Profilgenauigkeit

Im kalibrierten Zustand überprüfen wir zunächst die Profilgenauigkeit. Wir beschränken uns dabei nachfolgend auf das Monitorprofil, das im Rahmen der Kalibrierung auf die sRGB-Empfehlungen bezgl. Weißpunkt und Gradation erstellt wurde. Nach Kalibrierung und Profilierung wurde aus der verwendeten Software heraus ein Profiltest durchgeführt, der den Ist-Zustand des Monitors mit den Transformationen vergleicht, die sich aus dem Monitorprofil ergeben. Die Referenzwerte leiten sich entsprechend aus dem Monitorprofil ab.

Parameter Ziel Erreicht
6493 6493
94.91 100.00 108.49 94.89 100.00 108.46
0,34 0,38
0,22 0,26
142 142
sRGB ~sRGB

* CCT-Bezug

Nec Spectraview 231 Monitor Profilvalidierung
 

Der NEC SpectraView 231 zeigt weder unschöne Drifts noch Nichtlinearitäten. Die Profivalidierung ergibt auch nach 24 Stunden keine erhöhten Abweichungen.

Die Softwarekalibrierung und anschließende Profilierung basierte auf den weiter unten aufgeführten Parametern (Helligkeit: Sofern mit Bordmitteln erreichbar). Die Anführungszeichen sollen deutlich machen, dass es im Rahmen der Kalibrierung keinesfalls zu einer zielgerichteten Farbraumemulation kommt, sondern lediglich die in Klammern aufgeführten Vorgaben und eine diesbezüglich möglichst hohe Neutralität bzw. Linearität sichergestellt werden. Die „Farbechtheit“ wird erst im Zusammenspiel mit farbmanagementfähiger Software und der im Profil erfassten Monitorcharakteristik erreicht. Weißpunkt und Gradation sind dabei im Rahmen der Kalibrierung keine fixen Größen.

Hinweis: Die im OSD ausgewählten Normfarbwertanteile stimmen nicht exakt mit den tatsächlichen Werten für D65 (x: 0.313, y: 0.329) überein. Das DeltaE liegt rechnerisch bei knapp 2,2. Dies ist legitim, weil die Werkskalibration natürlich nicht hundertprozentig genau sein kann bzw. insbesondere auch Abweichungen im verwendeten Mess equipment vorliegen.

Parameter Softwarekalibrierung

„sRGB“ (Helligkeit: 140 cd/m², Gamma: sRGB, Weißpunkt: D65):

Brightness: 51,1%, Whitepoint: x=0.310, y=0.325, Metamerie: Off, Gamma: sRGB, Bildmodus: Full, ColorComp: 5

Nec Spectraview 231 Monitor Korrekturkurve
Darstellung der RGB-Korrekturkurven der Grafikkarte nach der „sRGB“-Softwarekalibrierung mit iColor. Je näher die drei Farblinien an der 45°-Achse liegen, umso weniger Farben müssen zur korrekten Kalibrierung von der Grafikkarte verworfen werden und umso lückenloser bleiben Farbverläufe.

Um einen ersten Eindruck von den tatsächlichen Abweichungen in farbmanagementfähiger Software zu geben, haben wir in Adobe Photoshop entsprechende Testpattern erzeugt, mit dem jeweiligen Profil des Arbeitsfarbraumes (in diesem Fall also nur sRGB) versehen und ausgemessen. Als CMM kam Adobes ACE zum Einsatz. Aufgrund des relativ farbmetrischen Rendering-Intent bleiben durch das CMM verursachte Farbraumkompressionen aus.

Vergleich mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum unter Berücksichtigung des Monitorprofils

Kalibriert (Software) Ziel Erreicht
D65 (6502) 6483
95.04 100.00 108.88 94.97 100.00 108.44
0,30
– (0,08) 0,10
140,0 139,5
0,27
516
sRGB ~sRGB

* CCT-Bezug

Nec Spectraview 231 Monitor SRGB Swkali Farbe
 
Nec Spectraview 231 Monitor SRGB Swkali Grau
 
Nec Spectraview 231 Monitor SRGB Swkali Gradation
 

Keine Überraschungen nach Kalibrierung und Profilierung: Die Neutralität der Grauachse ist weiterhin sehr gut. Eine Verbesserung war bei der Ausgangslage ohnehin nicht möglich. Die Farbwerte werden vom CMM im Rahmen der Möglichkeiten des Gerätefarbraumes in Monitor-RGB umgesetzt. In die Grafikkarten-LUT musste kaum eingegriffen werden. Damit entspricht die durchgeführte Softwarekalibrierung im Ergebnis fast einer Hardwarekalibrierung.

Denis Freund

... ist seit 2008 dabei und hat Medieninformatik sowie Druck-/ Medientechnik studiert. Es ist für die Bereiche Farbmesstechnik, -metrik und -management zuständig und entwickelte die PRAD-Test-Software. Nach wie vor verfasst er Testberichte über Grafik-Monitore.

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5 Gedanken zu „Test Monitor NEC SpectraView 231“

  1. Der wohl größte Unterschied ist die Hintergrundbeleuchtung. Der SpectraView 231 nutzt nach meiner Kenntnis CCFL und der SpectraView 232 LED. Ich würde deshalb zum SpectraView 232 raten.

    Antworten
  2. Guten Abend!

    Nachdem ich den Eizo SX2262WH punktgenau verpasst habe, ich wollte ihn heute erwerben, er ist aber aktuell nicht mehr lieferbar, habe ich mich – auch und insbesondere nach Durchsicht dieser Seite (inkl. Kaufberatung)- für diesen NEC-Monitor entschieden, nun gibt es aber auch diesen kaum noch im Angebot, also wäre es der der Nachfolger NEC Spectraview 232 – und ich möchte nun fragen, ob es denn da überhaupt einen nennenswerten Unterschied zwischen 231 und 232 gibt, mir als Laien scheinen 231 und 232 eigentlich nahezu ident zu sein

    Danke für eine Info!

    P.S.: auf der Kaufberatungsseite (S. 6) fehlt übrigens bei diesem Monitor der Link zum Test

    Antworten

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