Test Monitor Philips 273P3LPHES
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Lautsprecher

Niemand erwartet von internen unsichtbar verbauten 2 Watt Lautsprechern tatsächlich einen satten Stereosound, denn in der Regel schließt man diese besser nicht an die Soundkarte an. Nach einigen Einstellungen im Menü der Soundkarte konnte uns die gebotene Leistung allerdings positiv überraschen. Natürlich können die kleinen Lautsprecher keine richtigen Bässe liefern, aber im Vergleich zu viel anderen internen Lösungen ist die gebotenen Leistung annehmbar.

Auch bei maximaler Lautstärke kommt es zu keinen negativen Effekten. Wer allerdings Musikvideos und Filme in guter Qualität am Philips 273P3LPHES genießen möchte, kommt um externe Boxen nicht herum.

Bildqualität

Die Oberfläche des TN-Panels ist matt und wirksam entspiegelt. Reflexionen von seitlich einfallendem Licht oder ein Betrachter mit weißem T-Shirt erzeugen nur sehr schwache Reflexionen. Das Bild macht subjektiv auf den ersten Blick einen guten Eindruck, wenn die Farben auch nicht ganz so kräftig wirken.

Beim Reset stellt der Monitor folgende Werte ein: Helligkeit 100, Kontrast 50, Gamma 2.2 und Farbeinstellung 6500K. Diese Werte wurden für die nachfolgende Beurteilung bei Werkseinstellung verwendet.

Blickwinkel

Monitor Blickwinkel
Philips 273P3LPHES: horizontale und vertikale Blickwinkel.

Das Foto zeigt den Bildschirm des Philips 273P3LPHES bei horizontalen Blickwinkeln von +/- 60 Grad und vertikalen Blickwinkeln von +45 und -30 Grad. Die seitlichen Blickwinkel sind für ein TN-Panel ausgezeichnet, nur bei extremen Winkeln verblasst das Bild etwas und der Kontrast nimmt ab. In der Vertikalen findet man dagegen die typischen Eigenschaften eines TN-Panels. Von oben betrachtet hellt das Bild stark auf und von unten betrachtet dunkelt dieses stark ab. Für ein TN-Panel ist die gebotene Leistung aber sehr ansprechend.

Die Option SmartContrast und die vordefinierten Modi (SmartImage) konnten uns nicht überzeugen. SmartResponse liefert dagegen eine satte Beschleunigung der Bildaufbauzeit und sollte in jedem Fall aktiviert werden.

Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast

Die maximale Helligkeit liegt bei 280 cd/m² (Herstellerangabe 300 cd/m²), dadurch sind sogar für taghelle Räume noch einige Reserven vorhanden. Der Schwarzwert fällt mit 0,23 cd/m² sehr gering aus, das Kontrastverhältnis berechnet sich daraus zu sehr guten 1.240:1 (Herstellerangabe 1.200:1 bzw. dynamisch 20.000.000:1).

Helligkeitsverteilung

Monitor Ausleucht
Philips 273P3LPHES: Die Helligkeit ist ungleichmäßig verteilt.

Die Helligkeitsverteilung ist leider enttäuschend. Die Bildschirmmitte wirkt aufgehellt, rundherum fällt die Helligkeit in den Randbereichen um zweistellige Prozentwerte ab. Das obere Drittel liegt durchweg an der Sichtbarkeitsgrenze von 20 Prozent. Der Durchschnittswert über die gesamte Schirmfläche liegt nur bei 87 Prozent.

Farbverläufe stellt der Philips 273P3LPHES mit sichtbarem Banding dar, wenn auch nicht übermäßig ausgeprägt. Dithering ist so gut wie nicht zu bemerken. Die Ausleuchtung ist nicht ganz optimal gelungen: unten scheint die Hintergrundbeleuchtung leicht bläulich durch. Mit entsprechender Umgebungsbeleuchtung fällt dies aber nur bedingt auf.

Monitor Ausleuchtung
Philips 273P3LPHES: im unteren Bereich scheint die Hintergrundbeleuchtung erkennbar durch.

Farbwiedergabe

In der Werkseinstellung 6500K hält sich die Farbwiedergabe bereits einigermaßen gut an die Vorgaben des sRGB-Standards. Die Graustufenwiedergabe ist gut, und mit 6900K ist das Bild nur ein wenig zu kühl. Die Abweichungen bei den Sekundärfarben sind allerdings schon recht hoch, und der Gammaverlauf ist alles andere als normgerecht. Dennoch ist die Farbwiedergabe für den Office- und Heimbereich zufriedenstellend.

Monitor Farbe
Philips 273P3LPHES: Farbwiedergabe bei Werkseinstellung.

Einen sRGB-Modus bietet das OSD ebenfalls an. Allerdings sehen wir darin keinen rechten Nutzen, denn zum einen gleicht die Farbwiedergabe der Werkseinstellung 6500K aufs Haar, zum anderen ist auch noch der Helligkeitsregler gesperrt. Mit 275 cd/m² ist dieser Modus daher viel zu hell. Diesen Punkt sollte Philips schnellstmöglich optimieren.

Reaktionsverhalten

Den 273P3LPHES haben wir in nativer Auflösung bei 60 Hz am DVI-Anschluss vermessen. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Im Datenblatt wird die Reaktionszeit mit 2 Millisekunde (typisch) angegeben. In der Werkseinstellung mit abgeschaltetem SmartResponse messen wir allerdings ganz andere Zeiten: der schnellste Grauwechsel benötigt 18,7 Millisekunden, für Schwarz-Weiß sind es 18,2 Millisekunden. Die über alles gemittelte Bildaufbauzeit (hin und zurück) für unsere 15 Messwerte ist mit 25,6 Millisekunden sehr lang.

Monitor Reaktion Off
Monitor Over Off
Smart Response off: sehr lange Schaltzeiten, keine Beschleunigung.

Der Overdrive wird im OSD durch die Option SmartResponse „on“ aktiviert. Die gemessenen Helligkeitsverläufe zeigen eine sehr wirkungsvolle Beschleunigung, der Grauwechsel benötigt jetzt nur noch 3,0 Millisekunden. Überschwinger treten dennoch kaum auf, an den meisten Messpunkten ist der Helligkeitswechsel nach nur einem Frame abgeschlossen.

Monitor Reaktion On
Monitor Over On
Smart Response on: sehr kurze Schaltzeiten, moderates Beschleunigungsverhalten.

Latenzzeit

Die Latenz ermitteln wir als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit. Beim 273P3LPHES messen wir eine sehr kurze Signalverzögerung von nur 1,4 Millisekunden. Bis zur Soll-Helligkeit vergehen im Durchschnitt nur weitere 3,0 Millisekunden (SmartResponse „on“), die mittlere Gesamtlatenz ist mit insgesamt nur 4,4 Millisekunden extrem kurz. Bei SmartResponse „off“ ergibt sich dagegen mit 14,2 Millisekunden ein relativ langer Wert.

Auch subjektiv leistet SmartResponse tolle Dienste, Schlieren sind keine erkennbar und ein helles Nachziehen an Kanten (Coronaeffekt) ist auch kaum auszumachen. Neben einem Büromonitor bekommt man auf alle Fälle auch einen ausgezeichneten Spielemonitor.

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