Test Monitor Samsung S27C450B
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Blickwinkel

Samsung S27c450b Monitor Blickwinkel
Horizontale und vertikale Blickwinkel.

Das Foto zeigt den Bildschirm des S27C450B bei horizontalen Blickwinkeln von +/- 60 Grad und vertikalen von +45 und -30 Grad. Bei frontaler Sicht wirken die Farben kräftig und satt, bei allen anderen Blickwinkelpositionen lassen die Farben allerdings schnell nach und dunkeln sichtbar ab. Farbverschiebungen sind zwar weniger zu betrachten, dennoch sind Bilder in starken Winkeln kaum zu erkennen.

Mit der Blickwinkelstabilität kann der Samsung nicht gerade punkten, da ein visuelles Vergnügen nur frontal gewährleistet wird. Gerade bei der Betrachtung mit mehreren Personen werden seitliche Benutzer keine wirkliche Freude haben.

Um diesen Umstand zu kompensieren auszugleichen, hat sich Samsung die MagicAngle Technologie einfallen lassen. Hiermit soll die Geräteeinstellung so verändert werden, dass bei einem bestimmten Winkel bessere Farbgebungen ankommen. Hierbei ist unter anderem die Einstellung nach Hinten lehnen vorhanden.

In der Praxis kann man diese Spielerei allerdings getrost weglassen, denn auch wenn die Idee gut gemeint ist, der Nutzen bleibt gering. Zwar sind Änderungen erkennbar, allerdings wird alleine durch die Software von MagicAngle die Farbgebung so stark verändert, dass dennoch kein optimales Ergebnis erreicht wird.

Farbwiedergabe

Bei Monitoren für den Consumer- und Office-Bereich testen wir zunächst die Farbwiedergabe in der Werkseinstellung nach dem Reset sowie – falls vorhanden – in einem sRGB-Modus. Anschließend wird der Monitor mit Quato iColor Display kalibriert.

Für die Messungen verwenden wir eine eigene Software, als Messgeräte werden ein X-rite i1 DisplayPro Colorimeter und ein X-rite i1 Pro Spektrofotometer eingesetzt.

Farbraumabdeckung

Samsung S27c450b Monitor Fra Srgb 1
Samsung S27c450b Monitor Fra Srgb 2
Abdeckung des sRGB-Farbraums (Erläuterung der 3D Ansichten).

Die Farbraumuntersuchung zeigt, dass der S27C450B den sRGB-Farbraum zu guten 94 Prozent abdecken kann, wenn er kalibriert wird. In der Werkseinstellung erreicht er allerdings nur zufriedenstellende 89 Prozent.

Die Erläuterungen zu den folgenden Charts haben wir für Sie zusammengefasst: DeltaE Abweichung für Farbwerte und Weißpunkt, DeltaC Abweichung für Grauwerte, und Gradation.

Nach dem Reset im OSD sind folgende Werte vorgegeben: Bildmodus Benutzerdefiniert, Farbeinstellung Normal, Gamma 1, Helligkeit 100 und Kontrast 75.

Vergleich der Werkseinstellung mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Samsung S27c450b Monitor Werk Std
Farbwiedergabe in der Werkseinstellung Normal.

Die Werkseinstellung Normal wirkt etwas kühl. Mit 7086K liegt die Farbtemperatur des Weißpunkts deutlich über dem Referenzwert 6500K, bei den Graustufen legt sie nochmals um bis zu 200K zu. Die deltaC-Abweichungen sind größtenteils erfreulich gering für ein Werksprofil, der Rangewert ist allerdings schon bedenklich hoch. Die Gammakurve verläuft zu tief mit abnehmender Tendenz gegenüber dem Normverlauf.

Einen sRGB-Modus finden wir im OSD nicht, daher untersuchen wir auch die Buntfarben in der Werkseinstellung. Hier sind die Abweichungen überwiegend akzeptabel, nur die Grundfarbe Grün fällt eindeutig aus dem Rahmen.

Für normale Arbeiten im Bereich Office, Internet und auch Video ist die Farbwiedergabe tadellos, bei farbverbindlichem Arbeiten muss man dagegen größere Einschränkungen beachten. Insgesamt bekommt der S27C450B hierfür eine zufriedenstellende Bewertung, was bei Consumermonitoren oft schon ein ansehnliches Ergebnis ist.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF Datei heruntergeladen werden.

Vergleich des kalibrierten Monitors mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Durch die Kalibrierung und Profilierung wird eine möglichst hohe Neutralität und Linearität der Farbwiedergabe erreicht. Farbechtheit (im Rahmen der Monitorgrenzen) wird erst im Zusammenspiel mit farbmanagementfähiger Software erreicht.

Samsung S27c450b Monitor Kal Srgb
Farbwiedergabe nach der Kalibrierung.

Vor der Kalibrierung mit iColor 3.8 und dem Xrite i1 Pro haben wir zunächst den Weißpunkt im Benutzermodus justiert. Grün und Blau mussten deutlich abgesenkt werden, um in die Nähe von 6500K zu kommen. Der anschließend gemessene Gammawert lag mit 2,18 trotz unveränderter Einstellung (Gamma 1) deutlich höher als die 2,04 der Werkseinstellung, er passte aber noch gut.

Die Charts zeigen, dass die Farbwiedergabe durch die Kalibration deutlich verbessert wird. Klarer Gewinner ist die Grauwiedergabe, hier finden wir jetzt nur noch sehr kleine Abweichungen und eine gut angepasste Gammakurve vor. Nicht ganz so eindeutig ist die Verbesserung bei den Farben.

Sicherlich schmelzen die Abweichungen vor allem bei den Mischfarben zusammen, doch ausgerechnet die Primärfarben kommen da nicht ganz mit. Hier hakelt es wohl bei der Matrixoptimierung an den Farbraumgrenzen, doch immerhin verschwindet der auffallende Grün-Balken. Der Kontrastwert wird durch die Kalibration ein wenig gemindert, er sinkt auf 1.277:1.

Nach der Kalibrierung kann der S27C450B mit Einschränkungen auch für farbkritische Anwendungen eingesetzt werden. Der Anwender sollte die kleinen Schwächen aber kennen, die vor allem aus dem etwas begrenzten Farbraum und Blickwinkeln heraus entstehen. Für die meisten Anwender werden die Verbesserungen gegenüber der gar nicht so schlechten Werkseinstellung nicht den Kauf eines Colorimeters rechtfertigen.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF Datei heruntergeladen werden.

Interpolation

Zunächst betrachten wir bei den Seitenverhältnissen, die Einstellungen bei der Interpolation. Es gibt sowohl eine Modi für Vollbild als auch für eine angepasste Bildschirmeinstellung. Dadurch kann bei stark abweichenden Auflösungen eine starke Verzerrung über den gesamten Bildschirm umgangen werden. Dennoch sei darauf hingewiesen, dass nicht jede Auflösung Pixelgenau übernommen wird und zumindest vertikal über den Bildschirm gestreckt werden muss.

Der Bildschärferegler wirkt auch an den digitalen Eingängen. Weniger Schärfe als bei der Standardeinstellung sollte allerdings nicht verwendet werden, da sonst das gesamte Bild verwaschen wirkt. Ab der Stufe 70 wirkt die Schärfe ebenfalls leicht überschärft, was sich durch einen gelben Saum an den Linien bemerkbar macht. Einstellungen zwischen 60 und 70 sind subjektiv als optimal einzuschätzen.

Samsung S27c450b Monitor Gitter Native
Samsung S27c450b Monitor Gitter 720
Testgrafik, links: nativ; rechts: 1.280 x 720 Vollbild.
Samsung S27c450b Monitor Text Native
 
Samsung S27c450b Monitor Text 720
Textwiedergabe, oben: nativ; unten: 1.280 x 720 Vollbild.

Bei der nativen Auflösung von 1920 x 1080 Pixel ist die Schärfe der Darstellung sehr gut. Bei einer Auflösung von 1280 x 720 gelingt dies allerdings nur bedingt. Der Bild wirkt etwas unscharf und verwaschen. Linien werden fett Dargestellt und Buchstaben sind bei kleineren Schriftgrößen unter 12pt schwer zu erkennen. Insgesamt gelingt dem Samsung S27C450B die Interpolation befriedigend.

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