Test Monitor ViewSonic VP2785-4K
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Farbwiedergabe

Bei Monitoren für den Consumer- und Office-Bereich testen wir zunächst die Farbwiedergabe in der Werkseinstellung nach dem Reset sowie – falls vorhanden – in einem sRGB-Modus. Anschließend wird der Monitor mit Quato iColor Display kalibriert. Für die Messungen verwenden wir eine eigene Software, als Messgeräte werden das Kolorimeter X-Rite i1 DisplayPro und das Spektrophotometer X-Rite i1 Pro eingesetzt.

Farbraumvergleich in CIELAB (D50)

Die folgenden Darstellungen basieren auf den farbmetrischen Daten nach einer Kalibration auf D65 als Weißpunkt. Das Bezugsweiß für die Aufbereitung in CIELAB ist D50 (adaptiert mit Bradford).

Weißes Volumen: Bildschirmfarbraum
Schwarzes Volumen: Referenzfarbraum
Buntes Volumen: Schnittmenge
Vergleichsziele: sRGB, Adobe RGB, ECI-RGB v2

Die nachfolgenden Grafiken zeigen die Farbraum-Abdeckung nach der Hardware-Kalibration:

Viewsonic Vp2785 4k Monitor Srgb1
Viewsonic Vp2785 4k Monitor Srgb2
Abdeckung des sRGB-Farbraums
Viewsonic Vp2785 4k Monitor Argb1
Viewsonic Vp2785 4k Monitor Argb2
Abdeckung Adobe RGB
Viewsonic Vp2785 4k Monitor Eci Rgb1
Viewsonic Vp2785 4k Monitor Eci Rgb2
Abdeckung ECI-RGB v2

Die folgende Tabelle fasst die Ergebnisse jeweils für das Werks-Preset und nach Hardware-Kalibration mit Coloribration zusammen:

Farbraum Abdeckung im Werks-Preset Abdeckung nach Kalibrierung
sRGB 97 % 99 %
Adobe RGB 97 % 99 %
ECI-RGB v2 87 %
ISO Coated v2 (FOGRA39L) 99 %

Farbmodus: Custom (Werkseinstellung)

Nach dem Reset im OSD sind folgende Werte vorgegeben:

Bildmodus: Aus
Helligkeit: 100
Kontrast: 70
Gamma: 2,2
Farbtemperatur: Native
RGB: 100/99/93
Color-Gamut: Native bzw. Custom
DUE Priority: k.A.
Schärfe: 50
Reaktionszeit: Standard

Die Erläuterungen zu den folgenden Charts haben wir für Sie zusammengefasst: Delta-E-Abweichung für Farbwerte und Weißpunkt, Delta-C-Abweichung für Grauwerte, und Gradation.

Viewsonic Vp2785 4k Monitor Native
Graubalance in der Werkseinstellung, Bildmodus „Custom“

Der ViewSonic VP2785-4K kann in der Werkseinstellung mit einer guten Graubalance überzeugen. Der Weißpunkt ist mit 6700 K nur geringfügig kälter als die gewünschten 6500 K. Der Gammawert lässt im Durschnitt mit 2,26 aber an Präzision vermissen, und der huckelige Kurvenverlauf ist ebenfalls kein guter Ausgangspunkt.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF Datei heruntergeladen werden.

Vergleich sRGB-Modus mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Viewsonic Vp2785 4k Monitor Srgb
Farbwiedergabe in der Werkseinstellung, Bildmodus „sRGB“

Über den Menüpunkt „Standard Color“ bietet der ViewSonic VP2785-4K zahlreiche Werks-Presets für verschiedene Farbräume an. Darunter auch sRGB, Adobe RGB, Rec. 709 und DCI-P3. Im sRGB-Modus fällt das Ergebnis auf den ersten Blick sehr gut aus. Farbraum-Abdeckung (97 %), Farbabweichungen (Delta-E94-Average: 0,54) und auch das durchschnittliche Delta C bei den Graustufen (0,48) sind sehr gut. Wäre da nicht die hohe Range bei den Graustufen, die jetzt deutlich höher ausfällt und das Gesamtergebnis auf ein „zufriedenstellend“ herunterzieht. Auch die Farbtemperatur lässt mit 6900 K an Präzision vermissen. Zumindest der Gammaverlauf ist recht gut an die sRGB-Norm angepasst.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF Datei heruntergeladen werden.

Vergleich Adobe-RGB Modus mit dem Adobe-RGB-Arbeitsfarbraum

Viewsonic Vp2785 4k Monitor Argb
Farbwiedergabe in der Werkseinstellung, Bildmodus „Adobe RGB“

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF Datei heruntergeladen werden.

Im Adobe-RGB-Modus bleibt die Farbtemperatur unverändert bei 6900 K. Auch sonst fällt das Ergebnis ähnlich aus. Die Farben sind sehr gut (Farbraum-Abdeckung: 97 %, Delta-E94-Average: 0,59). Die Graustufen leider nur im Durchschnitt. Die Range fällt mit einem Delta C von 1,4 hier aber besser aus und ermöglicht ein gutes Gesamtergebnis.

Bei den Farben kann der Hersteller sein Versprechen zur Werkskalibrierung mit einem Delta E <2 in beiden Modi einhalten.

Entsprechende Inhalte können mit den Werks-Presets also bereits ohne weitere Maßnahmen ganz gut auch in nicht Farbmanagement-fähigen Anwendungen wiedergegeben werden. Die Farbtemperatur ist zwar etwas erhöht, aber dafür in beiden Modi identisch, so dass bei einem Hin-und-her-Wechseln keine Irritation entsteht. Die Graubalance wurde vom Hersteller angesichts der Präzisions-Anforderungen an ein Profigerät aber vernachlässigt.

Messungen nach Kalibration und Profilierung

Hardware-Kalibration

Im Vergleich zur Software-Kalibration hat eine Hardware-Kalibration große Vorteile, da alle notwendigen Anpassungen via USB-Verbindung direkt in der Elektronik des Monitors erfolgen und nicht über die Grafikkarte. Daher enthält das anschießend vermessene Profil auch keine Kalibrierungsdaten mehr, die bei einer Software-Kalibration bei jedem Systemstart in die LUT der Grafikkarte geschrieben werden.

Eine Hardware-Kalibration ist dagegen von Computer und Grafikkarte völlig unabhängig. Dadurch kommt es auch nicht zu Tonwertbeschneidungen, und feine Farb- und Grauverläufe bleiben auch nach der Kalibration frei von Banding-Effekten. Während bei einer Software-Kalibration die Anzahl möglicher Farbwerte durch die RGB-Anpassung über die RGB-Gain-Regler des OSDs beschnitten wird, bleiben bei einer Handware-Kalibration die maximal möglichen 256 Farbstufen pro Farbkanal voll erhalten.

Neben den entsprechenden Hardware-Voraussetzungen im Monitor selbst ist dazu auch eine herstellerspezifische Software nötig. Die Software, die mit den Kolorimetern mitgeliefert wird, ist dazu in der Regel nicht in der Lage.

Für einen Grafikmonitor ist dieses Feature neben einer guten Gleichförmigkeit das Wesentlichste vor allem anderen. Das gilt vor allem für Monitore mit erweitertem Farbraum. Da dieser außerhalb von nicht Farbmanagement-fähigen Anwendungen auch nicht gebändigt wird, kommt es zu einer falschen Darstellung mit oft überzogen gesättigten Farben.

Gute Lösungen ermöglichen daher die Kalibrierung auf eine Vielzahl an Kalibrierungszielen mit unterschiedlichen Farbräumen und Farbtemperaturen und den schnellen Wechsel zwischen diesen. Ist das nicht möglich, wird ein Großteil der Vorteile einer Hardware-Kalibration nicht genutzt.

Da der VP2785-4K grundsätzlich über dieses Feature verfügt, überrascht es umso mehr, wie stiefmütterlich es von ViewSonic angesichts der beworbenen Zielgruppe behandelt wird.

Eine kurze Erwähnung der Software zur Hardware-Kalibration mit dem fantasievollen Namen „Coloribration“ ist zwar vorhanden, ein eigenes Handbuch dazu gibt es aber nicht. Die Taste F1 zum Aufruf der Hilfe bringt auch in der Software nur eine leere Seite zum Vorschein.

Wer bereits die Software von X-Rite zur Software-Kalibrierung kennt, wird sich dennoch sofort damit zurechtfinden. Es handelt sich um eine für ViewSonic gebrandete und um die Fähigkeit der Hardware-Kalibration erweiterte Variante. Auf der CD sind Versionen für Windows und Mac OS enthalten – ohne Angabe einer Versionsnummer.

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