Test MSI G27C4XDE: Günstiger 250-Hz-Gaming-Monitor
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27 Zoll großes, gewölbtes Full-HD-Display mit einer schnellen Reaktionszeit, geringer Latenz und vielen Gaming-Features

Netzdiagramme

In den folgenden Netzdiagrammen sehen Sie alle Messwerte zu den unterschiedlichen Helligkeitssprüngen unserer Messungen im Überblick. Im Idealfall würden sich die grünen und die roten Linien eng am Zentrum befinden. Jede Achse repräsentiert einen im Pegel und in der Dynamik definierten Helligkeitssprung des Monitors, gemessen über Lichtsensor und Oszilloskop.

Diagramm: 60 Hz, Overdrive "Normal"
60 Hz, Overdrive „Normal“
Diagramm: 240 Hz, Overdrive "Normal"
240 Hz, Overdrive „Normal“
Diagramm: 60 Hz, Overdrive "Schnell"
60 Hz, Overdrive „Schnell“
Diagramm: 240 Hz, Overdrive "Schnell"
240 Hz, Overdrive „Schnell“
Diagramm: 60 Hz, Overdrive "Am schnellsten"
60 Hz, Overdrive „Am schnellsten“
Diagramm: 240 Hz, Overdrive "Am schnellste
240 Hz, Overdrive „Am schnellste

Latenzzeit

Die Latenzzeit ist bei 60 Hz mit 26 ms sehr lang. Bei 240 Hz betrug sie dagegen nur noch 1 ms (kürzester Messwert aus mehreren Versuchen) – ein sehr gutes Ergebnis. Hinzugerechnet werden muss die halbe mittlere Bildwechselzeit, wodurch sich eine ebenfalls sehr gute Gesamtlatenz von 5,5 ms ergibt. Dies dürfte selbst für Hardcore-Gamer gering genug sein.

Backlight

Das Hintergrundlicht des MSI G27C4XDE wird nicht durch Pulsbreitenmodulation (PWM) reduziert, deshalb entstehen auch keine Unterbrechungen im Lichtstrom (Flackern). Somit ist der Monitor selbst bei reduzierter Helligkeit für längere Sessions geeignet.

Diagramm: LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung
LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung

Tearing und Motion-Blur

Tearing beschreibt den Effekt, der durch Bildruckler oder Bildrisse entsteht. Dies resultiert aus Synchronisationsfehlern zwischen Bildschirm und Grafikkarte.

Der MSI G27C4XDE besitzt eine FreeSync-Funktion, die diesem Effekt entgegenwirken soll. Wir haben neben unterschiedlichen Spielen die FreeSync-Demo mit einem Windrad genutzt, um den Effekt zu überprüfen. Schon ohne Aktivierung ist es uns nicht gelungen, Bildrisse zu erzeugen. Selbst beim Testpattern, der keine realistische Anwendung zeigt, aber die Problematik verdeutlichen soll, war nur ein ganz leichter Ruckler erkennbar. Bei den meisten anderen Monitoren sind in diesem Betrieb deutliche Bildruckler erkennbar. Mit aktiviertem FreeSync konnten bei den Testpattern auch die letzten leichten Ruckler eliminiert werden.

Schon ohne FreeSync waren keine Bildrisse wahrnehmbar
Schon ohne FreeSync waren keine Bildrisse wahrnehmbar

Durch die sehr gute Ausgangsbasis wird die FreeSync-Funktion entsprechend kaum benötigt. Wird sie aktiviert, kann zudem die MPRT-Funktion nicht mehr verwendet werden, auf die wir nachfolgend genauer eingehen.

Der Frequenzbereich, in dem FreeSync funktioniert, liegt bei vergleichsweise hohen 96 bis 240 Hz. Bei einem Full-HD-Gerät, das 240 bzw. 250 Hz besitzt, dürften die meisten Anwender aber über 100 fps in Spielen erzielen und damit die Funktion nutzen können.

FreeSync-Bereich laut Grafikkarte
FreeSync-Bereich laut Grafikkarte

Subjektiv haben wir bei 240 Hz keine Schlierenbildung (Motion-Blur) erkennen können. Der Monitor bietet aber eine MPRT-Funktion („Motion Picture Response Time“) an, die mögliche Schlieren reduzieren soll. Aktiviert werden kann diese Funktion bei einer Bildfrequenz von mindestens 85 Hz. FreeSync und HDCR werden dadurch automatisch deaktiviert. Die Reaktionszeit und die Helligkeit können zudem nicht mehr verstellt oder eingesehen werden. Die Anpassungen bei der Reaktionszeit können wir nur vermuten, bei der Helligkeit konnten wir sie dagegen problemlos nachvollziehen. Bei der Farbtemperatur „Normal“ wurde eine Leuchtdichte von 136 cd/m² gemessen, bei der Nutzereinstellung dagegen nur noch 51 cd/m². Beide Werte sind nicht mehr anpassbar – auch nicht, wenn die Helligkeit vor der Aktivierung auf den höchsten Wert gestellt wird.

Motion-Blur ohne MPRT
Motion-Blur ohne MPRT
Motion-Blur mit MPRT
Motion-Blur mit MPRT

Auf den Bildern können die Unterschiede zwischen aktiviertem und nicht aktiviertem MPRT abgelesen werden. Vor allem bei den Augen des Aliens werden weniger Schlieren dargestellt. Es handelt sich dabei um einen Motion-Test, der dafür designt wurde, solche Effekte sichtbar zu machen. Subjektiv konnten wir bei 240 Hz ohne MPRT schon keine wirklichen Schlieren ausmachen.

Helligkeitsverlauf bei MPRT
Helligkeitsverlauf bei MPRT

Es handelt es sich bei der MPRT-Funktion wohl um eine Art Black-Frame-Insertion. Die Signalflanken sind extrem steil (< 1 ms), werden aber von rund 3 ms langen Dunkelphasen unterbrochen. Diese sind allerdings aufgrund der extrem hohen Frequenz für das menschliche Auge nicht als Flackern wahrnehmbar.

Gaming-Zusatz-Features

Der MSI G27C4XDE besitzt vier vordefinierte Spieler-Modi. Diese sind für Ego-Shooter, Racing-Games, Strategietitel und Rollenspiele vorgesehen. In den Detaileinstellungen kann zudem bei jedem aktivierten Modus nachvollzogen werden, welche Einstellungen verändert wurden.

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Den ansprechendsten und deutlichsten Effekt haben wir im Racing-Modus feststellen können. Das erste Bild zeigt dabei die Wiedergabe nach der Kalibrierung, die Farben sollten also realistisch angezeigt werden. Das zweite Bild weist knalligere Farben und gleichzeitig keine Überschärfung auf, die wir sonst häufig in solchen Modi feststellen.

Forza Horizon 5 im Modus „Nutzer“
Forza Horizon 5 im Modus „Nutzer“
Forza Horizon 5 im Modus „Racing“
Forza Horizon 5 im Modus „Racing“

Der Nachtmodus (oder auch „Night Vision“ im Englischen) soll die Hintergrundhelligkeit optimieren und wird bei Ego-Shootern empfohlen. Werksmäßig ist der Modus deaktiviert. Er kann in drei Stufen aktiviert werden. Mit der vierten Einstellung ist es möglich, der KI die Anpassungen zu überlassen.

Bei ausgeschaltetem Nachtmodus wird die Szene in Gears 5 recht dunkel dargestellt, was auch grundsätzlich korrekt ist. Gerade in Ego-Shootern möchten viele Nutzer aber lieber einen Vorteil durch eine bessere Sicht erhalten statt eine realistisch wirkende Darstellung.

Nachtmodus „Aus“
Nachtmodus „Aus“

Auf der stärksten Stufe wirkt das gesamte Bild etwas ausgeblichen, aber auch deutlich heller. Anwender, die nur auf eine optimale Sicht von Gegnern achten, sollten daher diese Einstellung wählen. Optisch besser hat uns aber die A.-I.-Einstellung gefallen. Das Bild wird ebenfalls heller dargestellt, der Kontrast bleibt allerdings vorhanden, und das Bild wirkt nicht ausgeblichen.

Nachtmodus „Stärker“
Nachtmodus „Stärker“
Nachtmodus „A. I.“
Nachtmodus „A. I.“

Drei weitere Features wurden den MSI G27C4XDE spendiert und jeweils sehr gut umgesetzt, wodurch sie einen tatsächlichen Mehrwert bieten können.

Wir fangen bei der Vorstellung mit dem einblendbaren Fadenkreuz an. Es wird standardmäßig mittig eingeblendet, kann vom Anwender aber auch fast frei verschoben werden. Zur Auswahl stehen gleich sechs unterschiedliche Designs.

Eingeblendetes Fadenkreuz
Eingeblendetes Fadenkreuz
Eingeblendetes Fadenkreuz
Eingeblendetes Fadenkreuz

Auswählbar sind die Farben Weiß und Rot. Es kann aber auch eine automatische Farbauswahl über das OSD gewählt werden. Je nach Hintergrundfarbe ändert sich entsprechend auch die Farbe des Fadenkreuzes. So wurde bei einem gelblichen Hintergrund zum Beispiel ein blaues Fadenkreuz eingeblendet. Bei einem blauen Hintergrund war es entsprechend gelb und damit auch bei wechselnden Hintergrundfarben gut sichtbar.

Weißes Fadenkreuz
Weißes Fadenkreuz
Fadenkreuz mit automatischer Farbauswahl
Fadenkreuz mit automatischer Farbauswahl

Ein weiteres Feature ist ein einstellbarer Timer. Auf die Sekunde genau kann die Startzeit gewählt werden, von der heruntergezählt werden soll. Dies ist vor allem in Strategiespielen sinnvoll, bei denen nach einer bestimmten Zeit mit Angriffen von Gegnern gerechnet werden kann oder bestimmte Aktionen ausgeführt werden sollen.

Frei einstellbarer Timer
Frei einstellbarer Timer

Das dritte Feature ist die Anzeige der aktuellen Bildfrequenz (Refresh-Rate). Genau wie der Timer kann die Anzeige in einer der vier Ecken oder an einer fast beliebigen Stelle auf dem Monitor angezeigt werden. Für Demonstrationszwecke der Flexibilität haben wir die Anzeige der Bildfrequenz mit dem Joystick mittig im oberen Bereich und den Timer etwa in der Bildmitte anzeigen lassen.

Anzeige der aktuellen Bildfrequenz
Anzeige der aktuellen Bildfrequenz
Anzeige des Timers
Anzeige des Timers
Christian Kraft

... ist seit 2010 im Team und verfasst Testberichte für Monitore. Neben seinen Vorlieben für die Fotografie und der koreanischen Küche hatte er schon immer eine Leidenschaft für Computerspiele. Früher als reiner PC-Spieler und heute als Gamerscore-Jäger auf der Xbox.

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