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Test NEC PA311D: Grafik-Monitor mit DCI-4K-Auflösung
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31 Zoll Grafik-Monitor mit einer Auflösung von 4096 x 2160 Bildpunkten bietet HDR-Unterstützung und einen erweiterten Farbraum mit 99 % Abdeckung des Adobe-RGB-Farbraums

Bedienung

Die Bedienung erfolgt über acht elektrostatische Tasten an der Vorderseite des Rahmens. Dank einer leichten Erhöhung lassen sie sich auch gut erfühlen. Eine akustische Rückmeldung gibt es bei der Bedienung aber nicht, und die Tasten reagierten im Test teils etwas übersensibel, also bereits ohne tatsächliche Berührung des Rahmens. Mit etwas Eingewöhnung gelingt die Bedienung trotzdem gut.

Elektrostatische Tasten vorne unten rechts auf dem Displayrahmen
Elektrostatische Tasten

OSD

Bildmodus, Helligkeit, Lautstärke und Signalquelle können über die Tasten direkt gewählt werden. Das eigentliche OSD ist auf neun horizontal angebrachte Hauptmenü-Ebenen verteilt. Durch die horizontale Anordnung ist die Navigation durch das Menü nicht sehr intuitiv und teils fehleranfällig, weil man schnell versehentlich eine Option ändert, statt die Ebenen zu wechseln.

Optisch ist das Hauptmenü nüchtern gestaltet. Der Funktionsumfang ist dafür sehr groß und professionell. Bei der Verteilung und Ausgestaltung der Funktionen geht NEC teils eigene Wege. So gibt es Funktionen, die so bei anderen Herstellern nicht zu finden sind.

OSD-Bedienkonzept des NEC PA311D
Bedienkonzept

Bei der deutschen Sprachwahl muss man leider feststellen, dass das OSD nicht optimal übersetzt ist. Mit den verbleibenden englischen Begriffen dürften aber die Wenigsten Probleme haben. Ansonsten hilft ein Blick in das Handbuch weiter. Immerhin wird die Übersetzungsschwäche auch hier konsistent beibehalten.

Positiv ist zum Beispiel, dass man den Bildmodus („Preset“) und den Speicherplatz („Picture Mode“) getrennt zuordnen kann. Dadurch ist es möglich, die wichtigsten Bildmodi ganz nach oben zu legen und so über die Direktwahltaste schnell umzuschalten. Wieso die Anzahl der Presets in der Werkseinstellung auf 5 beschnitten wird, ist unverständlich. Tatsächlich sind 10 Speicherplätze möglich. Das lässt sich in den Custom-Einstellungen erweitern. Mit 10 Speicherplätzen bleiben eigentlich keine Wünsche mehr offen.

Wer die optionale SpectraView-Software verwendet und den NEC PA311D Hardware-kalibriert, wird das OSD aber nur selten benötigen. Das Umschalten zwischen verschiedenen Kalibrierungszielen erfolgt dann über die Software. Auch wichtige OSD-Einstellungen können so direkt per Software erledigt werden.

OSD: Bildeinstellungen (Screenshot: NEC-Handbuch)
OSD: Bildeinstellungen (Screenshot: NEC-Handbuch)
OSD: Standalone-Calibration (Screenshot: NEC-Handbuch)
OSD: Standalone-Calibration (Screenshot: NEC-Handbuch)

Bildqualität

NEC verwendet beim PA311D ein IPS-Panel mit W-LED-Backlight. Der Panel-Rahmen und die Oberfläche des Panels sind matt. Leichte Spiegelungen des Bildschirminhalts am Bildschirmrahmen sind zwar oben und unten zu beobachten, fallen aber relativ gleichmäßig aus und sind kaum störend.

Die Panel-Oberfläche ist zudem sehr gut entspiegelt. Seitlich einfallendes Licht oder auch ein Betrachter mit heller Kleidung erzeugt nur schwache Reflexionen auf dem Bildschirm.

In Werkseinstellungen befindet sich der PA311D im „Bildmodus 3“ („High Bright“). Die Helligkeit ist hier extrem nach oben geregelt und die Gleichförmigkeitskorrektur deaktiviert. Für einen Grafikmonitor ist das wenig sinnvoll, und eine subjektive Beurteilung in diesen Einstellungen würde dem Gerät nicht gerecht werden. Daher haben wir hier abweichend den „Bildmodus 4“ („Full“) gewählt und die Gleichförmigkeitskorrektur auf die höchste Stufe gestellt. „Full“ steht für den vollen nativen Farbraum.

Graustufen

Der Grauverlauf ist in der Werkseinstellung auf den ersten Blick nahezu einwandfrei. Die hellsten Graustufen sind vollständig zu erkennen, die dunkelsten immerhin bis einschließlich Stufe 7.

Die Blickwinkelneutralität erweist sich dabei bereits bei den Graustufen als ausgezeichnet. Die Zeichnung bleibt in hellen wie in dunklen Bereichen auch bei extremen Blickwinkeln gut erhalten.

Feine Grauverläufe werden ebenfalls sehr gut und auch in der Vertikalen (dunkle Bereiche) sehr gleichmäßig dargestellt. Bei sehr genauem Hinsehen sind uns allerdings grünlich-rötliche Banding-Effekte aufgefallen.

Graustufendarstellung des NEC PA311D
Graustufen

Ausleuchtung

Das linke Foto zeigt ein komplett schwarzes Bild ungefähr so, wie man es mit bloßem Auge bei komplett abgedunkeltem Raum sieht; hier werden die auffälligen Schwächen sichtbar. Das rechte Foto mit längerer Belichtungszeit hebt dagegen die Problemzonen hervor und dient nur der deutlicheren Darstellung.

Ausleuchtung des TFT-Panels bei normaler Belichtung
Ausleuchtung bei normaler Belichtung
Ausleuchtung des TFT-Panels bei verlängerter Belichtung
Ausleuchtung bei verlängerter Belichtung

Die Ausleuchtung beim Schwarzbild ist extrem gut und gehört sicher zu den Stärken der PA-Geräte von NEC. Mit freiem Auge wird das Schwarzbild sehr dunkel und völlig gleichmäßig. Auch aus extremeren Blickwinkeln sind praktisch überhaupt keine Aufhellungen oder Verfärbungseffekte zu erkennen.

Bei sehr flachen Blickwinkeln kann man allerdings ähnlich wie beim EIZO CG319X quasi hinter den Rahmen schauen und in Form eines schmalen weißen Streifens die Hintergrundbeleuchtung sehen. Beim NEC PA311D muss man dazu aber mit dem Kopf schon sehr nahe am Bildschirm sein. Im Alltag spielt das keine Rolle.

Die Leistung des NEC PA311D ist in dieser Disziplin auf jeden Fall ausgezeichnet.

Manuel Findeis

... beschäftigt sich beruflich wie privat seit über 20 Jahren intensiv mit den Themen und Entwicklungen in der IT-Branche. Als freiberuflicher Autor, Testredakteur und Fotograf, kennt er die Anforderungen an ein gutes Display. Für PRAD ist er seit 2013 tätig.

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2 Gedanken zu „Test NEC PA311D: Grafik-Monitor mit DCI-4K-Auflösung“

  1. This review should’ve mentioned that this panel exhibits a „vignette effect“, darkening happens around the edges, most noticeable on white/light images. Its fairly uniform and appears to be at least partially the quirk of viewing angle toward edge/backlight anisotropy.

    It would have shown clearly if you’ve did the photograph of the white screen (but you did only the black screen).
    This „pro display“ actually has visibly worse white uniformity than many non-pro screens.

    On the other hand the black uniformity is perfect. This is rare screen where you don’t see black brightening around the edges – I wonder if its done by artificial darkening there? So black becomes uniform, but white is not anymore.

    Note that uniformity compensation tries to correct it but can’t entirely – it only „shrinks“ darkening to narrow strip, but this arguably makes it even more noticeable.

    Antworten
    • Also worth noting that „calibration report“ included in the box deliberately avoid problematic area – its clearly states that ~10% around edge is excluded from measurement.
      This makes it appear that display is perfect, while in fact only 64% of total area is (100%-10%-10%)^2

      Antworten

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