Test NEC PA311D: Grafik-Monitor mit DCI-4K-Auflösung
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Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast

Die Messungen werden nach einer Kalibration auf D65 als Weißpunkt durchgeführt. Sofern möglich, werden alle dynamischen Regelungen deaktiviert. Aufgrund der notwendigen Anpassungen fallen die Ergebnisse geringer aus, als bei Durchführung der Testreihe mit nativem Weißpunkt.

Das Messfenster wird nicht von einem schwarzen Rand umgeben. Die Werte können daher eher mit dem ANSI-Kontrast verglichen werden und geben Realweltsituationen deutlich besser wieder, als Messungen von flächigem Weiß- und Schwarzbild.

Der NEC PA311D besitzt auch eine Funktion zur Verbesserung der Gleichmäßigkeit der Darstellung. Die gleichnamige OSD-Option lässt sich in sechs Stufen („Aus“ und 1–5) regeln. Üblicherweise muss man eine bessere Homogenität mit einer verringerten Maximalhelligkeit und einem schlechteren Kontrast bezahlen. Wir vergleichen dazu im Folgenden die ausgeschaltete Option mit der Maximaleinstellung „5“.

Eine weitere Besonderheit des NEC PA311D ist der Helligkeitsregler an sich. Bei den meisten Monitoren wird der Regelbereich zwischen (nicht definierter) Minimal- und Maximalhelligkeit in 1-Prozent-Schritten von 0 bis 100 eingestellt. Insgesamt sind also 101 Abstufungen möglich.

Beim NEC PA311D wird die Helligkeit dagegen mit einer genau definierten Helligkeitsangabe in cd/m² eingestellt. Der Regelbereich beginnt bei 20 cd/m² und endet bei 400 cd/m². Das ergibt einen extrem feinen Regelbereich von 381 Abstufungen, und durch die Einstellung auf cd/m²-Werte lässt sich auch ohne Nachmessen gleich die gewünschte Zielhelligkeit einstellen. Besonders exakt sind die Angaben beim Testmodell allerdings leider nicht. Beim Nachmessen stellen wir teils schon deutliche Abweichungen fest.

Überraschend ist dabei der bis 400 cd/m² reichende Reglerbereich, der deutlich über die Herstellerangabe von 350 cd/m² hinausgeht. Wir haben trotzdem über den gesamten Wertebereich gemessen. Mit „GL aus“ steigt die Helligkeit bis zu 90 % (362 cd/m² eingestellt, 338 cd/m² gemessen) linear an. Danach bewirkt ein Heraufregeln der Helligkeit nichts mehr. Der Kontrast bleibt über den gesamten Verlauf relativ konstant. Die Herstellerangabe zur Maximalhelligkeit können wir auch mit abgeschalteter Gleichförmigkeitskorrektur nicht ganz erreichen.

Mit „GL-Stufe 5“ ändert sich an der erreichbaren Maximalhelligkeit nichts. Deutliche Änderungen sehen wir aber beim Schwarzwert und damit beim Kontrast. Bis zu einer gemessenen Helligkeit von 240 cd/m² (60 %) liegt letzterer relativ konstant bei nur 900:1. Danach steigt er an und erzielt 1200:1.

Für die EBV ist das allerdings recht nutzlos, denn oberhalb von 240 cd/m² arbeitet eigentlich niemand. Die Messung zur Homogenität haben wir bei der üblicherweise empfohlenen Helligkeit von 140 cd/m² durchgeführt. Wir vermuten, dass oberhalb von 240 cd/m² die Wirksamkeit der Gleichförmigkeitskorrektur nachlässt und dadurch dieser eigenartige Kurvenverlauf entsteht.

Helligkeits- und Kontrastverlauf des NEC PA311D – GL aus
Helligkeits- und Kontrastverlauf des NEC PA311D – GL aus
Helligkeits- und Kontrastverlauf des NEC PA311D – GL-Stufe 5
Helligkeits- und Kontrastverlauf des NEC PA311D – GL-Stufe 5

Mit nativem Weißpunkt erreichen wir im Maximum zumindest 341 cd/m². Das liegt nur minimal unter der Herstellerangabe von 350 cd/m². Herunterregeln lässt sich die Leuchtdichte auf ein Minimum von 20 cd/m². Somit kann der Monitor auch in einer komplett dunklen Umgebung problemlos genutzt werden.

Das Kontrastverhältnis des W-LED-IPS-Panels gibt der Hersteller mit 1400:1 an. Gemäß unseren Messungen liegt es nach der Kalibrierung ohne Gleichförmigkeitskorrektur im Durchschnitt bei sehr guten 1200:1.

In der EBV wird man in der Regel zugunsten einer bestmöglichen Bildhomogenität die Gleichförmigkeitskorrektur auf die höchste Stufe setzen. Im Durchschnitt liegt der Kontrast dann bei 993:1. Berücksichtigt man nur den tatsächlich sinnvollen Helligkeitsbereich, sind es 900:1.

Bildhomogenität

Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild
Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild
Farbhomogenität beim weißen Testbild
Farbhomogenität beim weißen Testbild

Wir untersuchen die Bildhomogenität anhand von vier Testbildern (Weiß, Neutraltöne mit 75 %, 50 %, 25 % Helligkeit), die wir an 15 Punkten vermessen. Daraus resultieren die gemittelte Helligkeitsabweichung in % und das ebenfalls gemittelte Delta C (d. h. die Buntheitsdifferenz) in Bezug auf den jeweils zentral gemessenen Wert. Die Wahrnehmungsschwelle für Helligkeitsunterschiede liegt bei etwa 10 %.

Mit auf höchster Stufe aktivierter Gleichförmigkeitskorrektur erreicht der NEC PA311D erwartungsgemäß ein exzellentes Ergebnis. Die Helligkeitsverteilung ist mit einem Durchschnittswert von nur 0,74 % extrem gut, die Maximalabweichung mit 1,48 % ebenfalls. Die Farbhomogenität kann ebenfalls vollauf begeistern. Die größte Abweichung finden wir mit nur 0,97 Delta C in der Ecke rechts oben.

Ohne Gleichförmigkeitskorrektur ist die Bildhomogenität zufriedenstellend. Dabei sind die Maximalabweichungen noch als gut anzusehen. Die Durchschnittswerte sind aber sowohl bei der Helligkeitsverteilung als auch bei der Farbhomogenität nur zufriedenstellend. Das vollständige Abschalten der GL würden wir daher nicht empfehlen.

Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild
Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild
Farbhomogenität beim weißen Testbild
Farbhomogenität beim weißen Testbild

Coating

Die Oberflächenbeschichtung des Panels (Coating) hat auf die visuelle Beurteilung von Bildschärfe, Kontrast und Fremdlichtempfindlichkeit einen großen Einfluss. Wir untersuchen das Coating mit dem Mikroskop und zeigen die Oberfläche des Panels (vorderste Folie) in extremer Vergrößerung.

Coating des NEC PA311D
Coating des NEC PA311D
Coating-Referenzbild
Coating-Referenzbild

Mikroskopischer Blick auf die Subpixel, mit Fokus auf die Bildschirmoberfläche: Der NEC PA311D besitzt eine stumpf-matte Oberfläche mit mikroskopisch sichtbaren Vertiefungen zur Diffusion.

Blickwinkel

Das Foto zeigt den Bildschirm des PA311D bei horizontalen Blickwinkeln von +/-60 Grad und vertikalen von +45 und -30 Grad.

Unsere subjektive Beurteilung der Blickwinkelneutralität des NEC PA311D fällt sehr gut aus. Bei extremeren Blickwinkeln leidet die Zeichnung in dunklen Bereichen etwas. Auch die Farbtemperatur wird bei stärkeren vertikalen Blickwinkeln etwas kühler. Die Farben und ihre wahrgenommene Sättigung bleiben aber sehr stabil.

Horizontale und vertikale Blickwinkel des TFT-Panels vom NEC PA311D
Horizontale und vertikale Blickwinkel

2 KOMMENTARE

  1. This review should’ve mentioned that this panel exhibits a „vignette effect“, darkening happens around the edges, most noticeable on white/light images. Its fairly uniform and appears to be at least partially the quirk of viewing angle toward edge/backlight anisotropy.

    It would have shown clearly if you’ve did the photograph of the white screen (but you did only the black screen).
    This „pro display“ actually has visibly worse white uniformity than many non-pro screens.

    On the other hand the black uniformity is perfect. This is rare screen where you don’t see black brightening around the edges – I wonder if its done by artificial darkening there? So black becomes uniform, but white is not anymore.

    Note that uniformity compensation tries to correct it but can’t entirely – it only „shrinks“ darkening to narrow strip, but this arguably makes it even more noticeable.

    • Also worth noting that „calibration report“ included in the box deliberately avoid problematic area – its clearly states that ~10% around edge is excluded from measurement.
      This makes it appear that display is perfect, while in fact only 64% of total area is (100%-10%-10%)^2

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