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Test NEC PA311D: Grafik-Monitor mit DCI-4K-Auflösung
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31 Zoll Grafik-Monitor mit einer Auflösung von 4096 x 2160 Bildpunkten bietet HDR-Unterstützung und einen erweiterten Farbraum mit 99 % Abdeckung des Adobe-RGB-Farbraums

Reaktionsverhalten

Den NEC PA311D haben wir in nativer Auflösung bei 60 Hz am DisplayPort untersucht. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Der Messwert CtC (Color to Color) geht über die herkömmlichen Messungen von reinen Helligkeitssprüngen hinaus – schließlich sieht man am Bildschirm in aller Regel ein farbiges Bild. Bei dieser Messung wird deshalb die längste Zeitspanne gemessen, die der Monitor benötigt, um von einer Mischfarbe auf die andere zu wechseln und seine Helligkeit zu stabilisieren. Verwendet werden die Mischfarben Cyan, Magenta und Gelb – jeweils mit 50 % Signalhelligkeit. Beim CtC-Farbwechsel schalten also nicht alle drei Subpixel eines Bildpunktes gleich, sondern es werden unterschiedliche Anstiegs- und Ausschwingzeiten miteinander kombiniert.

Im Datenblatt wird eine Reaktionszeit von 8 ms für GtG genannt. Eine Beschleunigungsoption (Overdrive) ist nicht vorhanden.

60 Hz ohne Overdrive

Bei 60 Hz und ohne Overdrive messen wir den Schwarz-Weiß-Wechsel mit 14,8 ms und den schnellsten Grauwechsel mit 13,6 ms. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte beträgt 17,6 ms, und der CtC-Wert wird mit 12 ms ermittelt.

Kritische Farbübergänge bauen sich in der Werkseinstellung damit ausreichend schnell auf, wobei sich nur leichte Überschwinger zeigen. Auch die GtG-Überschwinger sind in der Praxis völlig unkritisch. Die Abstimmung ist sehr neutral.

Das Schaltzeitendiagramm zeigt unter anderem, wie sich verschiedene Helligkeitssprünge addieren, wie schnell der Monitor in der Werkseinstellung im besten Fall reagiert und von welcher mittleren Reaktionszeit ausgegangen werden kann.

Diagramm: 60 Hz (ohne Overdrive): langsame Schaltzeiten
60 Hz (ohne Overdrive): langsame Schaltzeiten
Diagramm: 60 Hz (ohne Overdrive): keine Überschwinger
60 Hz (ohne Overdrive): keine Überschwinger

Netzdiagramme

In den folgenden Netzdiagrammen sehen Sie alle Messwerte zu den unterschiedlichen Helligkeitssprüngen unserer Messungen im Überblick. Im Idealfall würden sich die grünen und die roten Linien eng am Zentrum befinden. Jede Achse repräsentiert einen im Pegel und in der Dynamik definierten Helligkeitssprung des Monitors, gemessen über Lichtsensor und Oszilloskop.

Diagramm: 60 Hz ohne Overdrive
60 Hz ohne Overdrive

Latenzzeit

Die Latenz ist ein wichtiger Wert für Spieler, wir ermitteln sie als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit.

Der professionelle Grafikmonitor von NEC bietet keine umschaltbare Overdrive-Einstellung. In der Werkseinstellung werden dennoch zufriedenstellende Reaktionszeiten erreicht. Die halbe mittlere Bildwechselzeit liegt bei 8,8 ms. Auch der Input-Lag von 11,6 ms ist für einen 60-Hz-Monitor ordentlich. Die Latenz ermitteln wir demnach insgesamt mit 20,4 ms.

Backlight

Das Hintergrundlicht des Monitors wird durch Pulsbreitenmodulation (PWM) reduziert, dabei entstehen minimal kurze Unterbrechungen im Lichtstrom. Trotz der hohen PWM-Frequenz, die bei rund 2 kHz liegt, sind für empfindliche Augen je nach Helligkeitsstufe leichte Flackerstörungen in hellen Bildbereichen nicht ganz auszuschließen. Selbst bei maximaler Helligkeit leuchtet das Backlight des Probanden nicht durchgängig.

Diagramm: LED-Backlight mit PWM
LED-Backlight mit PWM

Subjektive Beurteilung

Der NEC PA311D ist als professioneller Grafikmonitor und für den Büroeinsatz konzipiert. Bei den diesbezüglichen Aufgabenstellungen (Zoomen in Photoshop, Zoomen und Verschieben von Fenstern etc.) sind die Reaktionszeiten völlig ausreichend. Im subjektiven Praxistest konnten wir hier keine Auffälligkeiten feststellen. Auch beim Speedtest schneidet der Proband gut ab. Erst bei 800 pix/sek wird eine Verformung des schnell bewegten Rechtecks deutlich sichtbar.

Obwohl der NEC PA311D eigentlich auf professionelle Anwender aus dem Grafikbereich abzielt und keine umschaltbare Overdrive-Einstellung besitzt, schlägt sich der Monitor auch beim Spielen erstaunlich gut und kann mit so manchem Allrounder mithalten.

Sound

Der Vollständigkeit halber hat der NEC PA311D auch zwei Stereo-Lautsprecher mit je 1 Watt Ausgangsleistung integriert. Soweit ersichtlich, befinden sie sich oben hinter den Lüftungsschlitzen.

Ab Werk ist die Lautstärke auf nur 30 % eingestellt. Damit sind die Klanggeber sehr leise, aber die Tonqualität ganz ordentlich. Regelt man sie deutlich nach oben, wird es jedoch schnell unschön. Kurzum: Sie erfüllen ihren Zweck zur Wiedergabe von Systemklängen, aber nicht mehr.

DVD und Video

HD-Zuspieler wie Blu-ray-Player, HDTV-Empfänger und Spielekonsolen können direkt an die HDMI-Buchse des PA311D angeschlossen werden. Der Ton wird an den Kopfhörerausgang (oder die integrierten Lautsprecher) weitergeleitet. Beim Anschluss eines PCs werden Tonsignale auch am DP und USB-C-Eingang entgegengenommen.

Der NEC PA311D verarbeitet digitale RGB- und YCbCr-Signale (Rec. 601, Rec. 709, Rec. 2020). Eine Anpassung des Dynamikbereichs ist über die Option „Eingangsbereich“ möglich. Je nachdem, ob das Signal in 8 Bit oder 10 Bit zugespielt wird, wird auch der Wertebereich richtig angezeigt (0–255 oder 0–1023). Die Anpassung ist ebenso am DP möglich. Eine Overscan-Funktion ist bei Bedarf vorhanden.

Die Videowiedergabe zu Unterhaltungszwecken ist angesichts der bereits ausführlich beschriebenen Bildqualität sehr gut. Auch der Im-Bild-Kontrast ist ausgezeichnet, und durch den guten Schwarzwert entsteht Tiefe im Bild. Aufgrund der exzellenten Bildhomogenität und Ausleuchtung wird man in Cinemascope-Filmen auch nicht durch Aufhellungen in den schwarzen Balken gestört.

Einen „Consumer-Movie-Bildmodus“ gibt es für die Videowiedergabe nicht. Stattdessen kann man den NEC PA311D auf verschiedene Videonormen kalibrieren und dabei auch den enorm großen Farbraum exakt darauf begrenzen. Zu Unterhaltungszwecken stellen die kräftigeren Farben des nativen Farbraums in der Regel einen Mehrwert dar. Aber das ist natürlich Geschmackssache. Eine 24p-Wiedergabe zur Vermeidung von Mikrorucklern ist auch in der nativen Auflösung möglich.

Zu erwähnen sind hier natürlich noch die etwas höhere Auflösung und das ungewöhnliche 17:9-Format. Damit ist auch der NEC PA311D in der Lage, die im Digitalkino übliche DCI-4K-Auflösung nativ darzustellen. Interessant ist das natürlich vor allem für Profis in der Videoverarbeitung.

Im Gegensatz zum EIZO CG319X ist der NEC PA311D auch für die Wiedergabe von HDR-Content geeignet. In Windows 10 wurde der Monitor auf Anhieb richtig erkannt, und der entsprechende Schalter zum Anschauen von HDR-Filmen konnte aktiviert werden. Angesichts der maximal möglichen Helligkeit sind die Möglichkeiten aber dennoch naturgegeben begrenzt.

Manuel Findeis

... beschäftigt sich beruflich wie privat seit über 20 Jahren intensiv mit den Themen und Entwicklungen in der IT-Branche. Als freiberuflicher Autor, Testredakteur und Fotograf, kennt er die Anforderungen an ein gutes Display. Für PRAD ist er seit 2013 tätig.

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2 Gedanken zu „Test NEC PA311D: Grafik-Monitor mit DCI-4K-Auflösung“

  1. This review should’ve mentioned that this panel exhibits a „vignette effect“, darkening happens around the edges, most noticeable on white/light images. Its fairly uniform and appears to be at least partially the quirk of viewing angle toward edge/backlight anisotropy.

    It would have shown clearly if you’ve did the photograph of the white screen (but you did only the black screen).
    This „pro display“ actually has visibly worse white uniformity than many non-pro screens.

    On the other hand the black uniformity is perfect. This is rare screen where you don’t see black brightening around the edges – I wonder if its done by artificial darkening there? So black becomes uniform, but white is not anymore.

    Note that uniformity compensation tries to correct it but can’t entirely – it only „shrinks“ darkening to narrow strip, but this arguably makes it even more noticeable.

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    • Also worth noting that „calibration report“ included in the box deliberately avoid problematic area – its clearly states that ~10% around edge is excluded from measurement.
      This makes it appear that display is perfect, while in fact only 64% of total area is (100%-10%-10%)^2

      Antworten

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