Sound
Der Philips Brilliance 27E3U7903 verfügt über zwei integrierte Stereo-Lautsprecher mit einer Ausgangsleistung von 2 × 5 Watt. Ihre genaue Position ist von außen nicht erkennbar, vermutlich strahlen sie seitlich über Öffnungen an den Gehäuserändern ab. Für Monitor-Lautsprecher liefern sie einen erstaunlich räumlichen Klang und wirken zudem spürbar kräftiger als die in dieser Geräteklasse üblichen Lösungen.

Ab Werk sind die Lautsprecher auf 30 % Lautstärke eingestellt. Eine Nutzung der maximalen Einstellung empfiehlt sich nicht, da es ab etwa 70 % zu deutlich hörbarem Dröhnen kommen kann. In diesem Bereich bewegt man sich allerdings ohnehin bereits auf einem sehr hohen Lautstärkeniveau.
Audio-Signale kann der Philips Brilliance 27E3U7903 über alle Video-Eingänge entgegennehmen. Die Wiedergabe erfolgt wahlweise über die integrierten Lautsprecher oder über den 3,5-mm-Kopfhörerausgang.
Audiovisuelle Medienwiedergabe
SDR-Videowiedergabe
Grundsätzlich ist der Philips Brilliance 27E3U7903 durch sein 16:9-Format gut für die Wiedergabe von Videoinhalten geeignet. Die native Auflösung von 5120 × 2880 Pixeln (5K) entspricht jedoch keinem gängigen Videoformat. Für den Anschluss externer Zuspieler aus dem klassischen Videobereich – etwa Blu-ray-Player, Streaming-Boxen oder Kameras – ist der Monitor daher nur eingeschränkt geeignet, da praktisch immer skaliert werden muss. Das gilt sowohl für 4K- als auch für 1080p-Zuspielung und relativiert den Nutzen der hohen Panel-Auflösung in diesem Einsatzbereich deutlich.
Hinzu kommt, dass der Proband kein echtes 24p unterstützt – weder bei nativer Auflösung noch bei 4K- oder 1080p-Zuspielung. Für klassische Kinofilme bedeutet das, dass stets eine Bildratenanpassung durch Zuspieler oder Betriebssystem erfolgt, was je nach Konfiguration zu leichtem Ruckeln führen kann.
Am PC selbst fällt die SDR-Videowiedergabe dennoch insgesamt positiv aus – und zwar vor allem aufgrund der hohen Bildqualität des Panels. Der große Farbumfang, der gute Schwarzwert und der hohe native Kontrast sorgen zusammen mit kräftigen Spitzlichtern für ein sehr lebendiges und dynamisches Bild. Gerade farbintensive Inhalte profitieren sichtbar von der breiten Farbraumabdeckung.
Ein zusätzlicher Vorteil für die reine Medienwiedergabe ist die stark spiegelnde Glasoberfläche. Im abgedunkelten Raum wirken Bildinhalte dadurch subjektiv besonders kontrastreich und brillant, fast wie hinter einer Glasvitrine oder bei einem „Aquarium-Effekt“. Für Filmwiedergabe kann dieser Eindruck durchaus attraktiv sein, solange störende Reflexionen kontrolliert werden.
Ab Werk zeigt der Philips 27E3U7903 in dunklen Szenen allerdings einen gewissen Zeichnungsverlust. Nach der Kalibrierung lässt er sich durch entsprechende Eingriffe auf Grafikkarten- bzw. Profilseite jedoch deutlich reduzieren, ohne dass der Gesamtkontrast darunter leidet. Feine Details in Schattenbereichen werden so sichtbar besser differenziert dargestellt.
Im reinen Schwarzbild-Test fällt die Ausleuchtung insgesamt noch recht ordentlich aus. Beim Ansehen von 16:9-Videoinhalten macht sich in dunklen Szenen allerdings die bereits bekannte Aufhellung in den Ecken bemerkbar, die hier deutlich störender wirkt als bei statischen Testbildern.
UHD-Filme profitieren auf dem 5K-Panel zudem nicht von zusätzlicher wahrgenommener Schärfe. Im Gegenteil: Durch die notwendige Skalierung wirken sie eher leicht softer als auf guten 4K- oder QHD-Monitoren. Ein echter Schärfegewinn gegenüber nativen 4K-Displays ist bei SDR-Videomaterial in der Praxis nicht zu beobachten.
HDR-Videowiedergabe
Schon im SDR-Betrieb erreicht der Philips Brilliance 27E3U7903 eine ungewöhnlich hohe Maximalhelligkeit von rund 639 cd/m². Im HDR-Modus legt das Panel nochmals zu: Unsere Messungen ergeben eine HDR-Spitzenhelligkeit von rund 707 cd/m² bei etwa 6700 K, also ohne den Umweg über eine unnatürlich kalte Farbtemperatur. Zusammen mit der DisplayHDR-600-Zertifizierung unterstreicht das, dass der Monitor die dafür relevanten Mindestanforderungen nicht nur formal erfüllt, sondern in der Praxis auch sichtbar umsetzt. Für ein Display ohne Local Dimming ist das ein sehr ordentlicher Wert und sorgt für klar wahrnehmbare HDR-Highlights.
Subjektiv hinterlässt die HDR-Wiedergabe einen ausgezeichneten Eindruck für Unterhaltungszwecke. Helle Spitzlichter wirken deutlich intensiver als in SDR, und in Kombination mit dem hohen nativen Kontrast und dem großen Farbraum ergibt sich ein insgesamt sehr dynamisches und eindrucksvolles Bild. Für die reine Medienwiedergabe kann der Philips 27E3U7903 hier klar punkten.
Im HDR-Modus lässt sich als Zielfarbraum wahlweise DCI-P3 oder Rec. 2020 auswählen. In der Praxis hat uns Rec. 2020 deutlich besser gefallen, da hier die Farbsättigungen sichtbar kräftiger ausfallen. Gerade bei HDR-Inhalten ist dieser Aspekt nicht zu unterschätzen, da die Wahrnehmung von „HDR-Wirkung“ nicht nur von der Spitzenhelligkeit, sondern in hohem Maße auch von gesättigten, leuchtenden Farben lebt.
Trotz der überzeugenden HDR-Darstellung ist der Philips Brilliance 27E3U7903 kein Referenzmonitor für HDR-Bearbeitung. Im Unterschied zu spezialisierten Geräten fehlen die dafür notwendigen Kontrollmechanismen, die konsequent lineare Signalverarbeitung und eine auf Postproduktion ausgelegte HDR-Implementierung. Der Proband ist klar auf Konsum-HDR und nicht auf Mastering oder Grading ausgelegt.
Im Vergleich zu HDR-Monitoren mit Local Dimming wie dem ASUS PA32UC oder PA32UCXR zeigt sich zudem ein grundsätzlich anderes Charakterprofil. Diese Modelle erreichen zwar nominell deutlich höhere Spitzenhelligkeiten (bis hin zu 1000 bzw. 1600 cd/m²), arbeiten in der Praxis aber häufig mit einem effektiven Kontrastniveau um etwa 1000:1, sobald Local Dimming deaktiviert oder durch Szeneninhalt relativiert wird. Zudem können Local-Dimming-Systeme in vielen Szenen zu Blooming, Halo-Effekten und einer unruhigen Hintergrunddarstellung führen.
Hinzu kommt, dass insbesondere beim ASUS PA32UCXR die sehr hohe Dauerhelligkeit mit einer erheblichen thermischen Belastung einhergeht, was sich in der Praxis durch spürbare Farbtemperatur- und Helligkeitsdrifts im Zeitverlauf bemerkbar machen kann. In solchen Fällen ist der nominelle Vorteil bei der Spitzenhelligkeit zwar messbar, erkauft sich aber eine geringere Stabilität.
Der Philips 27E3U7903 kann zwar nicht mit extremen cd/m²-Werten aufwarten, liefert dafür aber ein ruhiger und gleichmäßiger wirkendes Bild mit hohem nativen Kontrast und ohne die typischen Nebenwirkungen aggressiver Local-Dimming-Systeme. Subjektiv wirkt das in vielen Filmszenen konsistenter und angenehmer, auch wenn der maximale HDR-Effekt geringer ausfällt.
Schlussendlich bietet der Philips Brilliance 27E3U7903 eine sehr überzeugende HDR-Wiedergabe für den Medienkonsum, bleibt allerdings klar unterhalb dessen, was echte HDR-Referenzmonitore für die professionelle Bearbeitung leisten.
Bewertung
| Gehäuseverarbeitung und Mechanik: | |
| Ergonomie: | |
| Bedienung/OSD: | |
| Energieverbrauch: | |
| Geräuschentwicklung: | |
| Subjektiver Bildeindruck: | |
| Blickwinkelabhängigkeit: | |
| Kontrast: | |
| Ausleuchtung (Schwarzbild): | |
| Bildhomogenität (Helligkeitsverteilung): | |
| Bildhomogenität (Farbreinheit): | |
| Farbraumvolumen (sRGB; Adobe RGB; DCI-P3): | |
| Vor der Kalibrierung (Graust. Werksmodus): | |
| Vor der Kalibrierung (sRGB; Adobe RGB; DCI-P3): | |
| Nach der Kalibrierung (sRGB; Adobe RGB; DCI-P3): | |
| Nach der Kalibrierung (Profilvalidierung): | |
| Interpoliertes Bild: | |
| Gaming: | |
| Medienwiedergabe (PC): | |
| Medienwiedergabe (externe Zuspielung): | |
| Preis-Leistungs-Verhältnis: | |
| Preis (inkl. MwSt. in Euro): |
ab 947,47 € *
|
| Gesamtwertung: |
4.2 (GUT) |
Fazit
Der Philips Brilliance 27E3U7903 ist ein ungewöhnlich positionierter Monitor, der bewusst den Spagat zwischen Docking-Display, 5K-Arbeitsgerät und Multimedia-Monitor sucht – und in vielen Punkten auch überzeugend meistert.
Die Verarbeitungsqualität erreicht zwar nicht ganz das Niveau eines Apple Studio Display, wirkt insgesamt aber solide und praxisgerecht. Positiv hervorzuheben sind das ergonomisch sehr flexible Standbein und der ab Werk mitgelieferte VESA-Adapter, der die Montage an Monitorarmen oder Wandhalterungen ohne Zusatzkosten ermöglicht.
Das OSD zeigt sich in seiner Struktur zwar nicht völlig frei von konzeptionellen Schwächen, reagiert dafür aber sehr schnell und lässt sich über die gut erreichbaren Tasten insgesamt angenehm und präzise bedienen. Trotz der etwas verschachtelten Menüstruktur macht die Arbeit mit dem OSD in der Praxis Spaß und wirkt insgesamt hochwertig.
In der Farbwiedergabe spielt der Philips 27E3U7903 – von der leicht schwächeren Graubalance abgesehen – klar auf Referenzniveau. Besonders bemerkenswert sind die sehr präzisen Werkspresets für verschiedene Zielfarbräume wie sRGB, Adobe RGB und DCI-P3, die man in dieser Genauigkeit sonst fast ausschließlich von hardwarekalibrierbaren Grafikmonitoren kennt. Die größten Schwächen liegen dagegen in der Bildhomogenität und in der stark spiegelnden Panel-Oberfläche. Für eine farbkritische, homogene Bildbeurteilung auf Referenzniveau ist der Proband damit trotz exzellenter Messwerte daher nur eingeschränkt geeignet.
Stark präsentiert sich der Philips 27E3U7903 hingegen bei der Videowiedergabe, insbesondere im HDR-Betrieb, wo er mit hoher Helligkeit, großem Farbraum und überzeugender Bildwirkung punktet. Wäre da nicht die spezielle 5K-Auflösung, die weder einer gängigen Videonorm entspricht, noch bei externer Zuspielung oder in vielen Anwendungen wirklich ideal ist. Seine größten Stärken spielt der Testkandidat daher vor allem in der Apple-Welt aus – oder unter Windows bei Anwendern, die hauptsächlich mit Text, Layouts, Vektorgrafiken oder hochauflösenden Fotos arbeiten und die enorme Schärfe zu schätzen wissen.
Bei Lautsprechern und Webcam kann der Philips 27E3U7903 nicht ganz mit dem Apple Studio Display mithalten. Dafür bietet er deutlich mehr Flexibilität und Konnektivität, inklusive Thunderbolt-Docking, USB-Hub und schnellem Ethernet-Anschluss mit sehr guter Praxis-Performance – und das zu einem ausgesprochen attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis.
Mit einem Preis von zum Testzeitpunkt rund 1.000 Euro ist der Philips Brilliance 27E3U7903 damit eine klare PRAD-Budget-Empfehlung für alle, die eine leistungsfähige, vielseitige und plattformoffene Alternative zum deutlich teureren Apple Studio Display suchen.
Hinweis in eigener Sache: PRAD erhielt den 27E3U7903 leihweise von Philips zu Testzwecken. Herstellerseitig gab es weder eine Einflussnahme auf den Testbericht noch eine Verpflichtung zur Veröffentlichung oder eine Verschwiegenheitsvereinbarung.
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