Test Projektoren & Beamer BenQ W1060
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Bildqualität

Für den Test am PC haben wir den Projektor am HDMI-Anschluss in der nativen Auflösung betrieben. Zudem wurde der Projektor mit einem Reset auf die Werkseinstellung zurückgesetzt. Die Farbmessungen haben wir mit einem i1 Pro und einem i1 DisplayPro von X-Rite durchgeführt.

Auflösung

Der DMD-Chip des W1060 bietet mit nativen 1.920 x 1.080 Bildpunkten die volle FullHD Auflösung. Die eingebaute Skalierungseinheit verarbeitet natürlich auch zahlreiche andere PC- und AV-Formate bis hinab zu VGA mit 640 x 480. Die möglichen Auflösungen sind in einer langen Liste am Schluss des Handbuchs aufgeführt. Wegen der Skalierungsverluste müssen dann allerdings Einbußen bei der Bildqualität akzeptiert werden. Am PC sollte man daher immer die native Auflösung einstellen.

Das Pixelgitter ist sehr fein und unauffällig, erst bei sehr großen Bilddiagonalen erkennt man die Gitterlinien (Screen Door). Pixelfehler traten bei unserem Testgerät nicht auf.

Bildschärfe und Konvergenz

Benq W1060 Beamer Gitter
Benq W1060 Beamer Text
Gute Bildschärfe, keinerlei Konvergenzprobleme.

Einen elektronischen Bildschärferegler gibt es an den digitalen Eingängen nicht. Grafiken und Schriften werden scharf und klar wiedergegeben, selbst sehr kleine Schriften laufen nicht wenig zu. Die Darstellung entspricht den hohen Erwartungen, die man die FullHD Auflösung stellen darf.

Der optische Fokuseinsteller am Objektiv arbeitet gleichmäßig und spielfrei. Vor allem bei kürzeren Distanzen ist aber der Drehwinkel zu knapp bemessen, es ist daher oft schwierig den exakten Schärfepunkt zu treffen. Wenn dies gelingt, ist die Schärfeverteilung innerhalb der Bildfläche sehr gleichmäßig.

Die Farbdeckung der drei Grundfarben ist tatsächlich perfekt: im gesamten Bildbereich sind keinerlei Konvergenzprobleme zu finden, horizontale wie vertikale Kanten im Testbild sind überall frei von Farbsäumen.

Benq W1060 Beamer Arte
Unübersehbare Schärfungsartefakte am HDMI-Eingang.

Wenn es dem Bild trotz der guten Schärfe an Klarheit mangelt, so liegt das an einem ebenso auffälligen wie vermeidbaren Fehler: im oberen Teil des Fotos sieht man den gestörten Schriftzug im Bild, der eigentlich so klar vor seinem homogenen Hintergrund stehen sollte wie die Schrift im OSD darunter. Deutliche Corona-Effekte (weiße Kränze um dunkle Pixel) deuten auf einen übertriebenen Schärfungsalgorithmus am HMDI-Eingang hin, genau das sollte aber bei digitaler Bildverarbeitung gerade nicht passieren.

Zum Glück verschwindet dieser Effekt – nicht ganz, aber größtenteils – in den Einstellungen Spiele und Kino.

Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast

Für diese Untersuchung messen wir die mittlere Helligkeit bei einem weißen und einem schwarzen Testbild. Das statische Kontrastverhältnis (full on/off) ergibt sich als Quotient der beiden Werte. Zusätzlich berechnen wir die Effizienz der Lichtausbeute in Lumen/Watt.

BenQ nennt einen Lichtstrom von 2000 Lumen im Normalmodus, für den Ecomodus gibt es keine Angabe. Wir haben die vier Voreinstellungen durchgemessen.

Benq W1060 Beamer Hsk
Helligkeit, Kontrast und Effizienz, weiß: Normal; grün: Eco.

Die Einstellung Hell bringt mit 1800 gemessenen Lumen den höchsten Lichtstrom, das sind sehr gute 90 Prozent der Herstellerangabe. Die Effizienz ist mit 7,7 Lumen/Watt auch beinahe sehr gut. Im Wohnzimmer- und Spielemodus erhalten wir jeweils knapp 1400 Lumen, der Kinomodus fällt mit 1100 Lumen dann schon deutlich zurück. Alle Einstellungen liefern für das typische Home Entertainment mehr als genug Licht.

Schwarze Flächen erscheinen subjektiv sehr schön dunkel. Die gemessenen Schwarzwerte liegen unter 1,0 Lumen, mit üblichen Leinwandgrößen ergibt dies sehr niedrige Leuchtdichten wie man sie von guten LCD-Monitoren her kennt. Das statische Kontrastverhältnis erreicht damit sehr gute Werte zwischen 1600 (Kino) und 2250:1 (Hell). In normalen Wohnräumen wird man dies wegen des unvermeidlichen Fremd- und Streulichtes nur selten ausschöpfen können.

Im Eco-Modus sinkt die Helligkeit um 19 Prozent, daraus ergeben sich immer noch sehr gut nutzbare Werte zwischen 1700 und 1000 Lumen. Der Schwarzwert sinkt gleichlaufend mit, daher bleibt das Kontrastverhältnis unverändert gut. Auch die Effizienz lässt im Eco-Modus ein ganz klein wenig nach.

Helligkeitsverteilung und Homogenität

Wir untersuchen die Helligkeitsverteilung und die farbliche Homogenität mit einem weißen Testbild, das im Normalmodus an 15 Punkten vermessen wird. Daraus berechnen wir zunächst die Helligkeitsabweichungen von der Bildmitte. Zusätzlich ermitteln wir die häufig verwendeten Ausleuchtungswerte nach ANSI und JBMA, die etwas andere Gewichtungsverfahren anwenden. Die Wahrnehmungsschwelle für Helligkeitsunterschiede liegt bei etwa 20 Prozent.

Die Farbabweichungen beurteilen wir anhand der Buntheitsdifferenz DeltaC zur Bildmitte. Hier wird die Wahrnehmungsschwelle bei etwa 0,5 erreicht, bei Werten oberhalb von 4,0 ist mit größeren Farbstichen zu rechnen.

Benq W1060 Beamer Ausleucht
Benq W1060 Beamer Homogen
Zufriedenstellende Helligkeitsverteilung, gute Homogenität.

Die ungewichtete mittlere Helligkeit liegt bei zufriedenstellenden 87 Prozent. Rechts und links in den Randbereichen und auch zum oberen Rand hin lässt die Helligkeit ziemlich stark nach, an mehreren Stellen wird die Sichtbarkeitsgrenze erreicht oder überschritten. Mit der ANSI-Bewertung ergeben sich die größten Abweichungen zu -21 und +19 Prozent, beide Werte liegen ebenfalls an der Wahrnehmungsschwelle. Nach JBMA erreicht die Ausleuchtung nur 82 Prozent. BenQ selbst macht keine Aussagen zur Ausleuchtung.

Die farbliche Homogenität ist wesentlich besser verteilt. Bei einem mittleren DeltaC von nur 1,2 sind in der Fläche keine auffälligen Farbabweichungen zu erwarten, auch das Maximum von 2,3 fällt noch recht niedrig aus.

Schon bei etwas genauerem Hinsehen erkennt man den dunkleren Eckbereich oben links. Ansonsten wirkt das weiße Testbild gleichmäßig ohne auffällige Besonderheiten.

Das schwarze Testbild untersuchen wir nur mit dem bloßen Auge. Es zeigt ein gleichmäßiges Dunkelgrau ohne Wolken oder Farbschimmer. Auch hier ist wieder das obere linke Viertel der Bildfläche erkennbar dunkler.

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