Test Projektoren & Beamer NEC M300WSG
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USB Anschlüsse

Der M300WSG bietet je einen USB-Anschluss vom Typ A und B an, denen unterschiedliche Funktionen zugeordnet sind: Typ A liest Daten von einem Datenspeicher ein, während Typ B als Computerschnittstelle arbeiten kann. Der B-Anschluss überträgt auch die Mausfunktionen, die mit der Fernbedienung genutzt werden können.

USB Viewer

JPEG-Bilder auf einem USB-Speichergerät können ohne Computer präsentiert werden. Dazu wird der erste USB-Eingang (Typ A) des M300WSG mit einem Stick oder einer Festplatte verbunden. Im Eingangsmenü ist als Bildquelle der Viewer auszuwählen, anschließend zeigt der Projektor den Bildindex an.

Die Präsentation kann wie eine Diaschau manuell oder automatisch ablaufen. Die Bilder können nach mehreren Kriterien sortiert und auch um 90° gedreht werden (Portrait-Format). Die Navigation erfolgt mit der Fernbedienung oder mit den Tasten am Projektor.

Nec M300wsg Beamer Usbview
USB Viewer (aus: Handbuch NEC).

Ein Bildindex kann maximal 200 Dateien enthalten, zulässige Dateisysteme sind FAT16 und FAT32. Als Bildformat wird nur JPEG akzeptiert, Powerpoint-Dateien können nicht wiedergegeben werden. Für die Umwandlung von Powerpoint in JPEG packt NEC die Software Viewer PPT Converter mit auf die CD.

In einem kurzen Test klappte die Diaschau von einem 8GB-Stick auf Anhieb einwandfrei. Die Schriftart für den Index ist recht klein gewählt, aufgrund von grauen Rändern wirken die Buchstaben etwas unscharf.

USB Display

Am zweiten USB-Eingang (Typ B) kann das Bild eines angeschlossenen Computers ohne Grafikkartenanschluss projiziert werden, falls das Gerät über einen freien USB 2.0 Ausgang verfügt. Diese Technik kennt man von den handelsüblichen USB-Grafikkarten.
Sobald der Computer mit dem Projektor verbunden wird, erscheint die Aufforderung zur Installation der Software USB Display, die der Projektor anschließend auf dem PC installiert. Kurz darauf erscheint schon eine 1:1-Kopie des PC-Bildschirms auf der Leinwand.

Nec M300wsg Beamer Usbdisplay
USB Display (aus: Handbuch NEC).

Unser Test mit einem Notebook und Windows 7 verlief ohne Komplikationen, mit zwei Klicks hatten wir in Sekundenschnelle ein Bild. Sofort fiel der Interpolationsverlust bei der Bildqualität auf, denn die Auflösung des Projektorbildes folgt immer 1:1 der Bildschirmauflösung des Notebooks. Durch Umstellung des Notebooks auf die native Projektorauflösung 1280 x 800 war dieses Problem schnell behoben.

Ein kaum zu behebender Nachteil ist dagegen die beschränkte Datenrate über USB 2.0, die bei der Projektion von Videos zu sehr unansehnlichen Rucklern und Nachziehartefakten führt. Bei stehenden Inhalten wie Texten, Charts und Tabellen merkt man davon jedoch nichts. So bietet diese Technik einen einfachen Weg, um ambulante Daten spontan und unkompliziert auf die Leinwand zu bringen.

DVD und Video

Für die Video-Tests benutzen wir dieselbe PC-Konfiguration wie für die Beurteilung der Bildqualität. Außerdem verwenden wir einen Blu-Ray Player am HDMI- und gegebenenfalls auch am Komponenten-Eingang.

Am PC kann aktuelle Videosoftware nahezu jedes andere Bildformat automatisch auf die native Auflösung des Projektors skalieren und mit schwarzen Randstreifen auffüllen. Bildformate aus anderen Quellen kann der Projektor eigenständig skalieren, allerdings mit teilweise deutlich sichtbaren Qualitätseinbußen.

Der M300WSG bietet die beiden Einstellungen Video und Film an, die sich bei der Farbuntersuchung leider als wenig farbtreu erwiesen. Nach einem kurzen Praxisvergleich haben wir uns schließlich für die Einstellung sRGB entschieden, deren 1400 Lumen im Eco-Modus für unseren abgedunkelten Raum völlig ausreichten.

Das HD-Video vom PC lieferte einen guten Schärfeeindruck mit natürlichen Farben, auch Hauttöne waren gut. Das helle Bild wirkte sehr brillant und kontrastreich bei gutem Schwarzwert, in sehr dunklen Szenen geriet die Detailzeichnung jedoch zu schwach.

Signalformate

Mit den Videoformaten 480i/p, 576i/p, 720p und 1080i/p verarbeitet der M300WSG alle gängigen Kombinationen bis hin zu Full-HD. Je nach Bildquelle (HDMI, Komponenten- und Videoeingänge) gelten diverse Einschränkungen.

Halbbilder mit 1080i50 und 1080i60 wurden vom Projektor akzeptiert, aber mit unerträglichem Flimmern und Zittern wiedergegeben. Die Wiedergabe der SD-Formate 480i und 576i am Videoeingang gelang dagegen gut.

Overscan

Das OSD bietet die Option Übertastung an. Beim Wert 0% wird das Bild unbeschnitten wiedergegeben, bei den Werten 5% und 10% wird ein entsprechender Randanteil weggeschnitten. Das verbleibende Bild wird dann mit deutlich sichtbaren Interpolationsverlusten auf Vollbild skaliert.

Farbmodelle und Signallevel

Im OSD kann der Tonwertumfang am HDMI-Eingang automatisch gewählt oder manuell angepasst werden. Für die Wahl des korrekten Farbmodells gibt es keine Option. Ein kurzer Test am PC und an einem BluRay-Player zeigte keine Probleme.

Bewertung

Keine Angaben
3.4

GUT

Technische Spezifikationen: Datenblatt NEC M300WSG

Fazit

Der NEC M300WSG zielt als Short-Throw Projektor auf den Bereich Schulung und Business ab. Abgestimmt auf die gängigen Whiteboards von 60 bis 110 Zoll kann die Nähe zur Leinwand bei Deckenmontage die lästigen Schatten und Blendungen deutlich verringern.

Überzeugend wirkt vor allem die Lichtstärke, die mit maximal 2.700 Lumen auch für sehr helle Räume ausreicht. Die WXGA-Auflösung mit 1.280 x 800 Bildpunkten bietet gegenüber den verbreiteten XGA-Geräten mehr Raum für den Bildinhalt. Zahlreiche Anschlüsse verbinden den Projektor mit nahezu jeder Bildquelle. Und wo die klassischen Videoeingänge nicht ausreichen, hat der M300WSG noch LAN, USB View vom Stick und einen ganz umkomplizierten USB-Bildschirm zu bieten.

Dass ein solches Gerät weder klein noch leicht ist, muss kein Nachteil sein. Auch dass die Ausleuchtung nicht perfekt ist und das Bild kleine Schwächen bei Schärfe und Konvergenz zeigt, ist in vielen Fällen gar nicht tragisch. Wirklich störend aber ist, wenn der Projektor den Vortragenden übertönt: 39 dB im Normalmodus sind einfach zu viel. Zum Glück ist der über 7 dB leisere Eco-Modus sehr viel angenehmer und mit 1.950 Lumen auch noch so lichtstark, dass man die volle Leistung nur selten brauchen wird.

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