Test Projektoren & Beamer NEC M300WSG
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Bildqualität

Für den Test am PC haben wir den Projektor am HDMI-Anschluss in der nativen Auflösung betrieben. Zudem wurde der Projektor mit einem Reset auf die Werkseinstellung zurückgesetzt. Die Farbmessungen haben wir mit einem i1 Pro von X-Rite durchgeführt.

Auflösung

Die LCD-Panels des M300WSG bieten eine native Auflösung von 1.280 x 800 Bildpunkten. Die eingebaute Skalierungseinheit verarbeitet natürlich auch zahlreiche andere PC- und AV-Formate bis hinauf zu Full-HD, die in einer langen Auflösungsliste im Handbuch dokumentiert sind. Wegen der Skalierungsverluste müssen dann allerdings Einbußen bei der Bildqualität akzeptiert werden. Am PC sollte man daher immer die native Auflösung einstellen.

Das Pixelgitter ist deutlich sichtbar, bei einer Bilddiagonalen von 2,50 Meter erkennt man die Gitterlinien noch aus 3 Meter Abstand auf Anhieb. Pixelfehler traten bei unserem Testgerät nicht auf.

Bildschärfe und Konvergenz

Nec M300wsg Beamer Gitter
Nec M300wsg Beamer Text
Befriedigende Bildschärfe, einige Konvergenzprobleme.

Ein Bildschärferegler für den digitalen Eingang ist vorhanden, aber werksseitig bereits optimal eingestellt (Stufe 7). Grafiken und Schriften werden scharf und klar wiedergegeben, sie wirken allerdings etwas zu fett. Schärfungsartefakte wie z.B. helle Halos sind nicht zu sehen.

Der Fokusring arbeitet gleichmäßig und spielfrei, dennoch ist es ziemlich schwierig eine zufriedenstellende Schärfeverteilung zu erzielen: stets arbeitet die Bildschärfe im oberen gegen den unteren Bildteil. Die im ganzen Bild zu findenden Konvergenzprobleme fallen vor allem im oberen Drittel des Bildes auf, horizontale Kanten im Testbild sind rot und grün gesäumt.

Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast

Für diese Untersuchung messen wir die mittlere Helligkeit bei einem weißen und einem schwarzen Testbild. Das statische Kontrastverhältnis (full on/off) ergibt sich als Quotient der beiden Werte. Zusätzlich berechnen wir die Effizienz der Lichtausbeute in Lumen/Watt.

NEC beziffert den Lichtstrom mit 3000 Lumen im Normalmodus und 2250 Lumen im Ecomodus. Wir haben alle sieben Voreinstellungen durchgemessen.

Nec M300wsg Beamer Hsk
Helligkeit, Kontrast und Effizienz, weiß: Normal; grün: Eco.

Mit 2700 Lumen messen wir den höchsten Lichtstrom in der Einstellung „Hell hoch“, das sind sehr gute 90 Prozent der Herstellerangabe. Der Präsentationsmodus bringt mit 2210 Lumen ähnlich viel Licht, und auch die übrigen Einstellungen sind mit Werten zwischen 1540 und 1930 Lumen noch sehr hell. Bei der Effizienz schneidet der M300WSG mit 8,1 Lumen/Watt im Hellmodus sehr gut ab, die übrigen Bildmodi erzielen noch gute Werte um 6 Lumen/Watt.

Schwarze Flächen erscheinen subjektiv etwas hell, und die Messung bestätigt diesen Eindruck. Der Schwarzwert liegt bei allen Bildmodi bei rund 3 Lumen, damit ergibt sich der statische Kontrast zu Werten zwischen befriedigenden 450 (DICOM Sim) und guten 850 (Hell hoch).

Im Eco-Modus sinkt die Helligkeit um 27 Prozent, in der Hell-Einstellung messen wir noch 1950 Lumen. Der Schwarzwert sinkt um den gleichen Anteil, der Kontrast bleibt also gegenüber dem Normal-Modus gleich. Die Effizienz lässt im Eco-Modus um 10 Prozent nach.

Helligkeitsverteilung und Homogenität

Wir untersuchen die Helligkeitsverteilung und die farbliche Homogenität mit einem weißen Testbild, das im Normalmodus an 15 Punkten vermessen wird. Daraus berechnen wir zunächst die Helligkeitsabweichungen von der Bildmitte. Zusätzlich ermitteln wir die häufig verwendeten Ausleuchtungswerte nach ANSI und JBMA, die etwas andere Gewichtungsverfahren anwenden. Die Wahrnehmungsschwelle für Helligkeitsunterschiede liegt bei etwa 20 Prozent.

Die Farbabweichungen beurteilen wir anhand der Buntheitsdifferenz DeltaC zur Bildmitte. Hier wird die Wahrnehmungsschwelle bei etwa 0,5 erreicht, bei Werten oberhalb von 4,0 ist mit größeren Farbstichen zu rechnen.

Nec M300wsg Beamer Ausleucht
Nec M300wsg Beamer Homogen
Befriedigende Helligkeitsverteilung, gute Homogenität.

Die ungewichtete mittlere Helligkeit liegt bei nur 89 Prozent – ein nur befriedigender Wert, der hauptsächlich durch fehlendes Licht im linken Fünftel des Bildes verursacht wird. Mit der ANSI-Bewertung ergeben sich die größten Abweichungen zu -20 und +14 Prozent, beide Werte liegen noch knapp unterhalb der Wahrnehmungsschwelle. Nach JBMA erreicht die Ausleuchtung knapp 85 Prozent.

Die farbliche Homogenität ist gut, hier lässt dann das rechte Fünftel ein wenig zu wünschen übrig. Bei einem mittleren DeltaC von 1,6 sind in der Fläche kaum sichtbare Farbabweichungen zu erwarten. Der Ausreißer mit dem durchaus schon wahrnehmbaren Maximum von 4,7 liegt in der Ecke oben rechts.

Mit dem bloßen Auge erkennt man die dunklere Ecke oben links ganz gut, sie nimmt etwa ein Siebtel der Bildhöhe und Breite ein. Rechts oben zeigt das weiße Testbild dagegen einen leichten Gelbschimmer.

Das schwarze Testbild untersuchen wir nur mit dem bloßen Auge. Es zeigt ein sehr gleichmäßiges Dunkelgrau ohne Wolken oder Farbschimmer, in den Ecken unten links und oben rechts treten aber ausgedehnte und recht deutliche Aufhellungen auf.

Graustufen

Der Grauverlauf ist in allen Bildmodi frei von Stufen (Banding). In den sehr dunklen Bereich wird ein schwacher Grün-Violett-Schimmer erkennbar, der aber auch durch die Konvergenzmängel bedingt sein kann.

Nec M300wsg Beamer Grau
Kein Banding im Grauverlauf, gute Differenzierung der Graustufen.

Bei der Graustufenuntersuchung in der Standardeinstellung „Präsentation“ fehlen am oberen Ende die drei hellsten Stufen, am unteren Ende vermissen wir die 6 dunkelsten. In den anderen Bildeinstellungen zeigen sich sehr ähnliche Resultate, nur der Spezialmodus „DICOM Sim“, der im medizinischen Bereich eingesetzt wird, bringt noch jeweils zwei Abstufungen mehr zum Vorschein.

Auch die Gamma-Option beeinflusst die Graustufendifferenzierung. Am besten gefiel uns die Einstellung „Natürlich“ anstelle von „Schwarz-Detail“, mit der man ebenfalls je ein bis zwei zusätzliche Grauabstufungen erhält.

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