Test Projektoren & Beamer Sanyo PLC-WU3800
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Farbwiedergabe

Für die Farbwiedergabe sorgen beim PLC-WU3800 drei LCD-Panels für die Grundfarben Rot, Grün und Blau, bewegliche Teile gibt es nicht. Ein Regenbogeneffekt wie bei der DLP-Technik ist daher ausgeschlossen.

Sanyo Plc Wu3800 Beamer Profil 1
Bildmodus Dynamik: Gamma, Farbanteile und Farbabweichungen.

Die Einstellung Dynamik liefert viel Licht, um die Farbtreue ist es dagegen weniger gut bestellt. Die Gammakurve verläuft abenteuerlich steil nach unten, das entspricht sicher keiner Normvorgabe. Während die Farbtemperatur beim Weißbild (100%) noch recht gut stimmt, verschiebt sie sich wegen des stark veränderlichen Blauanteils bei den Grauwerten enorm nach oben. Dadurch ergeben sich extrem große Abweichungen bei den Graustufen und Primärfarben, die allesamt außerhalb unseres Chartbereichs liegen.

Die zweite Einstellung Standard liefert fast dasselbe Resultat, zeigt aber in die richtige Richtung. Die Gammakurve hebt sich ein wenig, der Blauanteil sinkt ein wenig, dennoch heißt die Maxime immer noch viel Licht, und nicht viel Farbtreue.

Sanyo Plc Wu3800 Beamer Profil 2
Bildmodus Standard: Gamma, Farbanteile und Farbabweichungen.

Auch die dritte Einstellung Kino geht schließlich noch ein weiteres Stück auf die sRGB- bzw. Rec.709-Vorgaben zu. Dennoch bleiben alle Werte noch weit von einer normgerechten Farbwiedergabe entfernt.

Sanyo Plc Wu3800 Beamer Profil 3
Bildmodus sRGB: Gamma, Farbanteile und Farbabweichungen.

Aus Sicht der Farbtreue schneidet der Kino-Modus noch am besten ab, auch wenn seine Daten nur sehr entfernt an die Vorgaben der Video-Norm erinnern. Im Business- und Schulungsbereich reicht die gebotene Farbqualität dennoch völlig aus, auch für die Präsentation von Fotos und Videos. Heimkinofans und engagierte Fotoliebhaber werden dagegen etwas höhere Anforderungen an die Farbtreue stellen.

Reaktionsverhalten

Das Reaktionsverhalten eines Projektors wird wie beim Monitor durch die Bildaufbauzeit, das Beschleunigungsverhalten und die Latenzzeit bestimmt. Den PLC-WU3800 haben wir in nativer Auflösung bei 60 Hz am HDMI-Anschluss vermessen.

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Wie bei nahezu allen Projektoren findet sich auch bei diesem Gerät keine Herstellerangabe zur Reaktionszeit. Wir haben nachgemessen und den besten Grauwechsel mit 10,1 Millisekunden ermittelt. Die über alles gemittelte Bildaufbauzeit (hin und zurück) für unsere 15 Messwerte ist mit 13,4 Millisekunden nicht viel länger, auch die bei LCD sonst oft langsameren dunklen Helligkeitswechsel bleiben hier kaum hinter der Schwarz-Weiß-Zeit zurück.

Sanyo Plc Wu3800 Beamer Reaktion
Sanyo Plc Wu3800 Beamer Over
Kurze Schaltzeiten, neutrales Beschleunigungsverhalten.

Der Helligkeitsverlauf zeigt eine ausgewogene Beschleunigung ohne Überschwinger. An allen Messpunkten ist der Helligkeitswechsel schon nach einem Frame abgeschlossen.

Latenzzeit

Die Latenz ermitteln wir als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit. Beim PLC-WU3800 messen wir eine moderate Signalverzögerung von 11,7 Millisekunden. Bis zur Soll-Helligkeit vergehen im Durchschnitt weitere 6,7 Millisekunden, die mittlere Gesamtlatenz summiert sich somit zu insgesamt 18,4 Millisekunden.

Subjektive Beurteilung

Im Praxistest waren bei Videos keine auffälligen Nachzieheffekte oder Bewegungsunschärfen zu beobachten. Die Gesamtlatenz ist selbst für ambitionierte Computerspieler noch kurz genug.

Sound

Der winzige Einbaulautsprecher befindet sich hinter dem Luftgitter an der Rückseite. Er kann den Stereo-Ton als gemischtes Mono mit nur 1 Watt Ausgangsleistung wiedergeben. Die Lautstärke wird mit Direkttasten auf der Fernbedienung und am Projektor eingestellt. Die Mute-Taste auf der Fernbedienung schaltet den Ton vorübergehend aus und an.

Der Einbaulautsprecher strahlt nach hinten, in kleinen Räumen mit kurzem Projektionsabstand kann er sich vielleicht etwas nützlich machen. Ansprüche an den Klang sollte man besser nicht haben, dafür ist in jedem Fall ein externer Stereoverstärker nötig.

Picture-in-Picture

PiP (Bild-in-Bild) erlaubt es, in ein laufendes Bild ohne Unterbrechung ein zweites Bild einzublenden. So könnte man zum Beispiel während einer Präsentation zusätzlich das Bild einer laufenden Kamera zeigen. Der Projektor beherrscht zusätzlich die Option Bild-neben-Bild.

Sanyo Plc Wu3800 Beamer Pip
Kombinationsvielfalt bei Picture-in-Picture (aus: Handbuch Sanyo).

Das Handbuch zeigt, dass fast alle Eingangssignale miteinander kombiniert werden können. Allerdings gibt es auch zahlreiche Einschränkungen bei den Signalformaten und Auflösungen, die auf den ersten Blick schwer zu überschauen sind.

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