Test TV LG 55UH7709
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Bildqualität

Klarer Favorit unter den Bildmodi

Obwohl die Namen der Bildmodi etwas anderes suggerieren, ist „isf Experte (Dunkler Raum)“ selbst im lichtdurchfluteten Wohnzimmer dem Preset „isf Experte (Heller Raum)“ und natürlich allen anderen vorzuziehen. Die erstgenannte Variante liefert im Vergleich nämlich die besten Farben, wobei die ab Werk ziemlich niedrig eingestellte Leuchtkraft durch Hochregeln der Hintergrundbeleuchtung mühelos kompensiert werden kann. Doch leider schafft keiner der isf-Modi viel mehr als 280 Candela. Erst im HDR-Betrieb stellt das LED-Backlight zusätzliche Lichtreserven zur Verfügung, worauf wir unter dem nächsten Punkt näher eingehen. Angesichts der dunklen Gamma-Charakteristik empfehlen wir die hellste Stufe, um dem Detailverlust in finsteren Bildbereichen entgegenzuwirken.

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Favorit: Wir empfehlen den Bildmodus „isf Experte (Dunkler Raum)“. Kontrast, Farben und Detailzeichnung lassen sich über die vorhandenen Regler noch weiter optimieren.

Die dreistufige Local-Dimming-Schaltung sollte man in der Standardeinstellung „Mittel“ belassen, da sich der Kontrast in Stellung „Aus“ verringert und andererseits das Preset „Hoch“ keine nennenswerten Verbesserungen bewirkt. Generell bleiben die Kontrastwerte mit 628:1 (Hellraum) beziehungsweise 876:1 (ANSI-Schachbrett) hinter unseren Erwartungen zurück. Schuld daran trägt nicht zuletzt das mit einem Restlicht von 0,13 Candela etwas flaue, ausgewaschen wirkende Schwarz. Dennoch treten in düsteren Szenen keine störenden Lichthöfe auf, während im großflächigen Weißbild sichtbare Abschattungen am Rand zum Vorschein kommen.

Folgende Bildeinstellungen konnten uns im Test bei einem abgedunkeltem Raum überzeugen

Bildmodus: isf Experte, Kontrast: 99, H/V Schärfe: 10, Farbton: 0, Dyn. Kontrast: aus, Kantenschärfer: aus, Gamma: 2.2, Rauschunterdrückung: aus, TruMotion (Kino): aus, Hintergrundbeleuchtung: 80, Helligkeit: 50, Farbtiefe: 52, Farbumfang: normal, Super Resolution: aus, Farbtemperatur: warm 2, Schwarzwert: niedrig, LED Lok. Dimming: mittel und TruMotion (TV-Betrieb): flüssig.

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Der Bildmodus „isf Experte (Dunkler Raum)“ zeigt sehr ausgewogene, neutrale Farben. Blau und Grün könnten einen Tick stärker gesättigt sein, was sich über die Bildregler aber einfach kompensieren lässt.
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Die meisten Farben behalten ihre Brillanz über den gesamten Helligkeitsbereich bei. Einzig dunkle Rot- und Blautöne wirken leicht entsättigt.
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Schwierige Mischfarben hat der LG 55UH7709 ebenfalls gut im Griff, er kommt aber nicht ganz an die Farbneutralität von Topmodellen heran. Die Graustufen zeigen keine nennenswerten Einfärbungen.
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Keine großen Sprünge: Die Farbtemperatur des LG 55UH7709 verläuft über den gesamten Helligkeitsbereich gleichmäßig entlang der 6500-Kelvin-Linie.

In der Disziplin Blickwinkelstabilität schneidet der 55UH7709 mittelmäßig ab: Der Bildschirm dunkelt aus seitlicher Perspektive sichtbar ab (52 Prozent), während sich der Kontrast über den gesamten Betrachtungsbereich von 10 bis 60 Grad mit 17 Prozent kaum verschlechtert. Darüber hinaus bleiben die Farben weitgehend stabil.

Von der TruMotion-Bewegungsglättung profitieren ausschließlich TV-Inhalte: Zwar erlaubt sie eine zehnstufige Anpassung der Effektstärke und wirkt so verschmierten Konturen effektiv entgegen, Kinofilme werden allerdings nur in Einstellung „Aus“ im originalen 24p-Look wiedergegeben.

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Während die Helligkeit (rot) über den Blickwinkelbereich von 10 bis 60 Grad sichtbar eingeschränkt wird (um 52 Prozent), fällt der Kontrastverlust (gelb) mit 17 Prozent deutlich geringer aus.

HDR-Wiedergabe optimieren

Wie bereits erwähnt, schafft der 55UH7709 im SDR-Betrieb maximal 280 Candela pro Quadratmeter, womit er in etwa auf Augenhöhe mit dem Flaggschiff 55UF9509 der vorangegangenen Modellgeneration liegt. Der Weißanteil beziehungsweise das „Average Picture Level“ wirken sich übrigens nicht auf die Helligkeit aus – der Wert gilt sowohl für Spitzlichter (APL von 10 Prozent) als auch für das Vollbild (APL von 100 Prozent). Im SDR-Bildmodus „HDR-Effekt“ sind immerhin zwischen 340 und 375 Candela möglich, wenn auch auf Kosten der Farbneutralität.

Echtes HDR-Material hingegen bringt es auf bis zu 458 Candela, was aber immer noch weit von den Mindestanforderungen der Ultra-HD-Premium-Norm entfernt ist – die UHD-Alliance (UHDA) fordert dafür bekanntlich ganze 1000 Candela bei einem Schwarzwert von unter 0,05 Candela. Ebenso wenig kommt der 55UH7709 an die Farbenpracht von OLED-Fernsehern oder den Top-LCD-Modellen der Konkurrenz heran. Nichtsdestoweniger macht er in vielen HDR-Szenen oder Dolby-Vision-Clips wie „Jupiter Escape“ eine gute Figur; speziell das Gelb und Rot der Raumschiffexplosion wirken sehr satt. Blaugrüne Nuancen leuchten im Vergleich dezenter, behalten dafür aber stets ihre Natürlichkeit bei, ohne zu verwaschen.

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Farben werden im HDR-Betrieb nur minimal erweitert. So bewegt sich der Bildmodus „HDR Standard“ in der Nähe des für normale Blu-rays und HDTV-Inhalte maßgeblichen Farbraums BT.709.

Die Presets „HDR Hell“ und „HDR Lebhaft“ bieten zwar noch größere Lichtreserven, disqualifizieren sich allerdings wegen zu plakativer Farben: Der zu starke Blauanteil erhöht die Delta-E-Abweichungen und die Farbtemperatur ist mit 10 000 bis 11 000 Kelvin deutlich zu kühl eingestellt. Darüber hinaus verschmieren die übersättigten Farben schnell. Unsere Empfehlung bleibt daher der Modus „HDR Standard“, zumal er das gesamte Spektrum sauber abdeckt und den D65-Punkt präzise trifft. Dennoch begrenzt der relativ schwache Kontrastumfang den HDR-Effekt.

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LG gehört auf dem TV-Markt zu den Dolby-Vision-Pionieren. Der 55UH7709 verfügt über eigene Bildmodi für klassische HDR- und Dolby-Vision-Inhalte. Die Wiedergabe wird vorbildlich zurückgemeldet.

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