Test ViewSonic XG350R-C: 100 Hz Curved-Gaming-Monitor
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Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast

Die Messungen werden nach einer Kalibration auf D65 als Weißpunkt durchgeführt. Sofern möglich, werden alle dynamischen Regelungen deaktiviert. Das Messfenster wird nicht von einem schwarzen Rand umgeben. Die Werte können daher eher mit dem ANSI-Kontrast verglichen werden und geben Realweltsituationen deutlich besser wieder, als Messungen von flächigem Weiß- und Schwarzbild.

Helligkeits- und Kontrastverlauf des ViewSonic XG350R-C
Helligkeits- und Kontrastverlauf des ViewSonic XG350R-C

Der Hersteller weist einen Kontrast von 2500:1 sowie eine maximale Helligkeit von 300 cd/m² aus. Verbaut wurde ein MVA-Panel, für das häufig höhere Kontrastwerte angegeben werden. Zudem ist die Helligkeit bei Konkurrenzprodukten, die mit HDR werben, ebenfalls höher.

Beim Kontrast lag unser Modell eher bei 2000:1, wodurch selbst die Herstellerangaben deutlich unterboten werden konnten. Es sollte allerdings im Hinterkopf behalten werden, dass Geräte mit TN- oder IPS-Panel in der Regel bei 1000:1 oder weniger liegen und gegenüber diesen Produkten daher weiterhin ein großer Vorteil besteht.

Die maximale Helligkeit lag bei 333 cd/m² und der geringste messbare Wert bei 54 cd/m². Dies bedeutet einen großen Einstellspielraum sowie einen problemlosen Betrieb in stark abgedunkelten Räumen. Die kleinste Spezifizierung nach DisplayHDR würde allerdings eine Mindesthelligkeit von 400 cd/m² voraussetzen, die der Bildschirm nicht erreichen kann. Mit dieser Spezifikation hat der Hersteller allerdings auch nicht geworben.

Bildhomogenität

Wir untersuchen die Bildhomogenität anhand von vier Testbildern (Weiß, Neutraltöne mit 75 %, 50 %, 25 % Helligkeit), die wir an 15 Punkten vermessen. Daraus resultieren die gemittelte Helligkeitsabweichung in % und das ebenfalls gemittelte Delta C (d. h. die Buntheitsdifferenz) in Bezug auf den jeweils zentral gemessenen Wert. Die Wahrnehmungsschwelle für Helligkeitsunterschiede liegt bei etwa 10 %.

Diagramm zeigt die gemittelte Helligkeitsverteilung
Gemittelte Helligkeitsverteilung
Diagramm zeigt die gemittelte Farbreinheit
Gemittelte Farbreinheit

Bei einer großen Bildschirmfläche ist es wahrscheinlicher, dass es stärkere Abweichungen vom Mittelpunkt des Displays gibt, was der ViewSonic leider bestätigt. Die durchschnittliche Abweichung bei der Helligkeit liegt über 11 %, und in der oberen linken Ecke konnten sogar zwei Werte mit einer Abweichung von über 20 % gemessen werden.

Bei der Farbreinheit fallen die Ergebnisse noch schlechter aus. Eine durchschnittliche Abweichung von einem Delta C von 2,6 disqualifiziert das Display für eine professionelle Bildbearbeitung, für die das Gerät jedoch auch nicht entwickelt wurde. Die beiden maximalen Abweichungen in der oberen rechten Ecke übersteigen ein Delta C von 4.

Coating

Die Oberflächenbeschichtung des Panels (Coating) hat auf die visuelle Beurteilung von Bildschärfe, Kontrast und Fremdlichtempfindlichkeit einen großen Einfluss. Wir untersuchen das Coating mit dem Mikroskop und zeigen die Oberfläche des Panels (vorderste Folie) in extremer Vergrößerung.

Coating des ViewSonic XG350R-C
Coating des ViewSonic XG350R-C
Coating-Referenzbild
Coating-Referenzbild

Mikroskopischer Blick auf die Subpixel, mit Fokus auf die Bildschirmoberfläche: Der XG350R-C besitzt eine stumpf-matte Oberfläche mit mikroskopisch sichtbaren Vertiefungen zur Diffusion.

Blickwinkel

Der hohe Kontrast des Displays ist nur bei frontaler Sicht genießbar. Vor allem bei seitlicher Betrachtung fällt er deutlich ab. Hinzu kommt die Biegung des Displays, die bei einer seitlichen Betrachtung zusätzlich stören kann. Von oben und unten betrachtet fällt der Effekt nicht ganz so stark auf, und selbst mit geringerem sichtbaren Kontrast wird die Bilddarstellung nicht unabsehbar, wodurch ein Film auch aus einer niedrigeren Position angeschaut werden kann.

Horizontale und vertikale Blickwinkel vom Panel des ViewSonic XG350R-C
Horizontale und vertikale Blickwinkel

Interpolation

In diesem Bereich bietet der Monitor sehr viele Einstelloptionen an, besitzt aber auch zwei merkwürdige Eigenschaften. Die erste ist eine Sperre im OSD, sobald FreeSync aktiviert wurde. Dann können bei der Bilddarstellung keine Einstellungen mehr vorgenommen werden. Vorhanden sind ansonsten die Darstellung als Vollbild, eine seitengerechte vergrößerte Darstellung sowie ein 1:1-Modus.

Unter Windows 10 werden diese Einstellungen häufig ignoriert und alle Auflösungsvarianten seitengerecht vergrößert dargestellt, was beim XG350R-C ebenfalls der Fall war. In der Praxis stellen wir das Gerät daher gern auf eine seitengerechte Vergrößerung ein, damit bei einem Wechsel der Eingangsquelle auf zum Beispiel einen Blu-ray-Player bei diesem eine unverzerrte Bilddarstellung erreicht wird. Dies ist beim Probanden allerdings nicht zu empfehlen, da dann selbst bei nativer Auflösung unter Windows ein kleiner schwarzen Balken an der linken und rechten Seite eingeblendet wird. Unter Windows muss daher zwingend auf die Darstellung als Vollbild gewechselt werden, um von diesem Effekt verschont zu bleiben.

Interpolation: Schwarzer Balken bei seitengerechter Vergrößerung und nativer Auflösung
Schwarzer Balken bei seitengerechter Vergrößerung und nativer Auflösung

Der nativen Auflösung von 3440 x 1440 Pixeln haben wir die kleinere 16:9-Auflösung mit 1920 x 1080 Pixeln bildlich gegenübergestellt. Der Monitor zeigte dabei zwar eine leichte Unschärfe, doch war die Interpolationsleistung grundsätzlich gut, und wir konnten auch eine längere Zeit damit spielen, ohne mit stark sichtbaren Bildschwächen leben zu müssen.

Testgrafik nativ, Vollbild
Testgrafik nativ, Vollbild
Testgrafik 1920 x 1080, Vollbild
Testgrafik 1920 x 1080, Vollbild
Textwiedergabe nativ, Vollbild
Textwiedergabe nativ, Vollbild
Textwiedergabe 1920 x 1080, Vollbild
Textwiedergabe 1920 x 1080, Vollbild

Für Turnierspieler mit gestellten Monitoren lassen sich übliche Modelle mit deren Auflösungen zudem in einem 1:1-Modus auf dem Gerät simulieren. Getestet haben wir dies mit der 24-Zoll-Variante, die ohne Einschränkungen einstellbar war und mit der problemlos gespielt werden konnte.

Weitere Skalierungsmöglichkeiten des ViewSonic XG350R-C
Weitere Skalierungsmöglichkeiten des ViewSonic XG350R-C

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