Test ViewSonic XG350R-C: 100 Hz Curved-Gaming-Monitor
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Overdrive 60 Hz

60 Hz, Overdrive „Standard“

Der Wert „Standard“ ist mit einem ausgeschalteten Overdrive gleichzusetzen. Die Werte fallen dabei erschreckend hoch aus, sodass damit gerechnet werden kann, dass stark eingegriffen werden muss, um gute Resultate für Spieler zu erreichen. Einen Durchschnittswert unserer Messungen von sehr hohen 37,7 ms messen wir nicht häufig. Das Schaltzeitendiagramm zeigt unter anderem, wie sich verschiedene Helligkeitssprünge addieren, wie schnell der Monitor in der Werkseinstellung im besten Fall reagiert und von welcher mittleren Reaktionszeit ausgegangen werden kann.

Diagramm 60 Hz ("Standard"): sehr langsame Schaltzeiten
60 Hz („Standard“): sehr langsame Schaltzeiten
Diagramm 60 Hz ("Standard"): keine Überschwinger
60 Hz („Standard“): keine Überschwinger

60 Hz, Overdrive „Ultraschnell“

In der zweithöchsten Overdrive-Einstellung ist das erste Mal ersichtlich, dass es sich um einen Gaming-Monitor handelt. Der Durchschnittswert unserer 15 Messpunkte liegt mit 12,7 ms noch etwas hoch.

Die Schaltzeiten der GtG-Werte betragen aber nur 5,2 ms, und auch beim CtC-Wert können 10 ms unterschritten werden. Der Helligkeitsverlauf ist weiterhin weitgehend neutral.

Diagramm 60 Hz ("Ultraschnell"): gute Schaltzeiten
60 Hz („Ultraschnell“): gute Schaltzeiten
Diagramm 60 Hz ("Ultraschnell"): leichte Überschwinger
60 Hz („Ultraschnell“): leichte Überschwinger

60 Hz, Overdrive „Am schnellsten“

Bei der schnellsten Overdrive-Einstellung verbessern sich die Schaltzeiten kaum noch, aber auch die Überschwinger nehmen kaum zu, sodass kein großer Unterschied feststellbar war. Subjektiv traten aber etwas stärkere Doppelbilder als im Ultraschnell-Modus auf, sodass wir die zweitschnellste Overdrive-Einstellung bei 60 Hz empfehlen.

Diagramm 60 Hz ("Am schnellsten"): gute Schaltzeiten
60 Hz („Am schnellsten“): gute Schaltzeiten
Diagramm 60 Hz ("Am schnellsten"): leichte Überschwinger
60 Hz („Am schnellsten“): leichte Überschwinger

Overdrive 100 Hz

100 Hz, Overdrive „Standard“

Bei einer Wiederholungsrate von 100 Hz sehen die Ergebnisse dagegen deutlich besser aus. Der Durchschnittswert verbessert sich auf 24,2 ms. Dies ist immer noch langsam, bietet aber eine deutlich bessere Basis für unsere weiteren Messungen. Die Latenzzeit fällt wie üblich ebenfalls kürzer aus.

Diagramm 100 Hz ("Standard"): langsame Schaltzeiten
100 Hz („Standard“): langsame Schaltzeiten
Diagramm 100 Hz ("Standard"): keine Überschwiner
100 Hz („Standard“): keine Überschwiner

100 Hz, Overdrive „Ultraschnell“

Im 100-Hz-Betrieb fällt die Reaktionszeit bei „Ultraschnell“ überraschenderweise schlechter aus, als bei 60 Hz. Nur der Latenzwert ist deutlich besser. Der Durchschnittswert unserer Messpunkte liegt bei 15,3 ms, und vor allem der CtC-Wert ist mit 18,4 ms deutlich über den gewünschten Werten. Überschwinger konnten in diesem Modus dagegen nur minimal gemessen werden.

Diagramm 100 Hz ("Ultraschnell"): mäßige Schaltzeiten
100 Hz („Ultraschnell“): mäßige Schaltzeiten
Diagramm 100 Hz ("Ultraschnell"): minimale Überschwinger
100 Hz („Ultraschnell“): minimale Überschwinger

100 Hz, Overdrive „Am schnellsten“

Bei 100 Hz ist die letzte Overdrive-Einstellung auch die beste. Der Durchschnittswert unserer 15 Messpunkte beträgt allerdings noch 11,5 ms, und der schnellste GtG-Wechsel liegt über 5,6 ms. Die versprochenen 3 ms des Herstellers konnten wir daher auf keiner Overdrive-Einstellung messen. Im Modus „Am schnellsten“ wurden zudem leichte Doppelbilder produziert, sodass wir ihn nur Schnelligkeitsfanatikern empfehlen können. Alle anderen Anwender sollten die vorherige Stufe wählen und müssen mit etwas längeren Schaltzeiten leben, werden dafür aber mit einer angenehmen Bilddarstellung belohnt.

Diagramm 100 Hz ("Am schnellsten"): gute Schaltzeiten
100 Hz („Am schnellsten“): gute Schaltzeiten
Diagramm 100 Hz ("Am schnellsten"): leichte Überschwinger
100 Hz („Am schnellsten“): leichte Überschwinger

Netzdiagramme

In den folgenden Netzdiagrammen sehen Sie alle Messwerte zu den unterschiedlichen Helligkeitssprüngen unserer Messungen im Überblick. Im Idealfall würden sich die grünen und die roten Linien eng am Zentrum befinden. Jede Achse repräsentiert einen in dem Pegel und der Dynamik definierten Helligkeitssprung des Monitors, gemessen über Lichtsensor und Oszilloskop.

Diagramm: 60 Hz, Overdrive "Standard"
60 Hz, Overdrive „Standard“
Diagramm: 144 Hz, Overdrive "Standard
144 Hz, Overdrive „Standard
Diagramm: 60 Hz, Overdrive "Ultraschnell"
60 Hz, Overdrive „Ultraschnell“
Diagramm: 144 Hz, Overdrive "Ultraschnell"
144 Hz, Overdrive „Ultraschnell“
Diagramm: 60 Hz, Overdrive "Am schnellsten"
60 Hz, Overdrive „Am schnellsten“
Diagramm: 144 Hz, Overdrive "Am schnellsten"
144 Hz, Overdrive „Am schnellsten“

Latenzzeit

Die Latenzzeit fällt bei 60 Hz mit 14,5 ms deutlich höher aus, als bei der Ansteuerung mit einer 100-Hz-Bildrate. Hier geht sie auf einen guten Wert von 4,8 ms zurück (kürzester Messwert aus mehreren Versuchen).

Wird bei der höchsten Overdrive-Einstellung die halbe mittlere Bildwechselzeit hinzugerechnet, werden bei 60 Hz vergleichsweise hohe 20,7 ms und bei 100 Hz spieletaugliche 10,6 ms erreicht.

Backlight

Das Hintergrundlicht des Monitors wird nicht durch Pulsbreitenmodulation (PWM) reduziert, deshalb entstehen auch keine Unterbrechungen im Lichtstrom (Flackern). Somit ist der Bildschirm auch bei reduzierter Helligkeit für längere Sessions geeignet.

Diagramm: LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung
LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung

Subjektive Beurteilung

Überschwinger konnten nur minimal gemessen werden, subjektiv waren aber leichte Doppelbilder erkennbar, und deswegen empfehlen wir, nicht den schnellsten Overdrive-Modus zu nutzen. Leider sind die Reaktions- und Latenzzeiten schon bei diesem nicht die besten, und es muss mit noch leicht schlechteren Werten gelebt werden, wenn eine flüssige Bilddarstellung im Vordergrund steht. Für Gamer, bei denen es auf die letzte Millisekunde ankommt, kann der Monitor daher nicht empfohlen werden. Zudem würden diese sich auch einen 144- und nicht nur einen 100-Hz-Modus wünschen.

Der Monitor bietet für Spieler verschiedene Modi an, die für Ego-Shooter-, MOBA- oder Battle-Royale-Titel bestimmte Eigenschaften in den Vordergrund stellen sollen. Möglich sind auch Farbdarstellungsvarianten, allerdings konnten wir bei allen vorhandenen Modi entweder keine großen Unterschiede zu den Standard-Einstellungen erkennen, oder der konkrete Mehrwert wurde nicht deutlich genug. Wir empfehlen daher, die beiden individuellen Modi zu verwenden, die zudem umbenannt werden können, um für zwei Spielarten eigene Einstellungsoptionen festzuhalten.

Spielmodus-Auswahl im OSD
Spielmodus-Auswahl im OSD

Eine interessante Option ist die Schwarzstabilisierung, die schwarze Bereiche aufhellen soll, um dort zum Beispiel versteckte Gegner schneller ausfindig machen zu können. Einstellbar sind 22 Stufen, wobei die Stufe 11 voreingestellt wurde und damit eine neutrale Position einnimmt. Bei dem Wert 0 wurde der Schwarzwert dunkler und der Kontrast schwächer dargestellt, bei der Stufe 22 war es entsprechend andersherum. Anhand der abgelichteten Farbpalette ist aber deutlich erkennbar, wie stark die Einstellung auf die gesamte Farbdarstellung einwirkt. Selbst wenn Gegner in einer dunklen Ecke dadurch besser gesehen werden können, muss berücksichtigt werden, dass die gesamte Farbdarstellung völlig verzerrt und keine angenehme Bilddarstellung mehr ermöglicht wird. Wirklich empfehlenswert ist dieser Modus daher nur für absolute Extremsituationen und nicht für einen Dauerbetrieb.

Schwarzstabilisierung 0
Schwarzstabilisierung 0
Schwarzstabilisierung 11
Schwarzstabilisierung 11
Schwarzstabilisierung 22
Schwarzstabilisierung 22

FreeSync kann aktiviert werden und funktioniert zwischen 48 und 100 Hz. Nach der Aktivierung konnten Ruckeleffekte und Tearing etwas eliminiert werden, und die Bilddarstellung wirkte etwas flüssiger. Allerdings nicht so deutlich, wie wir das bei Konkurrenzprodukten schon erleben konnten. Dies ist natürlich ein subjektives Empfinden, aber ideal scheint die Technik beim XG350R-C nicht implementiert worden zu sein.

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