Test ViewSonic XG350R-C: 100 Hz Curved-Gaming-Monitor
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Farbwiedergabe

Bei Monitoren für den Consumer- und Office-Bereich testen wir zunächst die Farbwiedergabe in der Werkseinstellung nach dem Reset sowie – falls vorhanden – in einem sRGB-Modus. Anschließend wird der Monitor mit Quato iColor Display kalibriert.

Für die Messungen verwenden wir eine eigene Software, als Messgeräte werden das Kolorimeter X-Rite i1Display Pro und das Spektrofotometer X-Rite i1 Pro eingesetzt.

Farbraumabdeckung

Diagramm: Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Diagramm: Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2

Die folgende Tabelle fasst die Ergebnisse nach der Software-Kalibration mit dem Quato iColor Display zusammen:

Farbraum Abdeckung nach Kalibrierung
sRGB 99,9 %
Adobe RGB 74,4 %
ECI-RGB v2 67.1 %

Eine sRGB-Farbraumabdeckung von 100 % führt zu einer sehr guten Benotung und ist für einen Gaming-Monitor eher ungewöhnlich, wodurch wir positiv überrascht wurden.

Bildmodus: Standard, Farbtemperatur: Native (Werkseinstellung)

Die Erläuterungen zu den folgenden Charts haben wir für Sie zusammengefasst: Delta-E-Abweichung für Farbwerte und Weißpunkt, Delta-C-Abweichung für Grauwerte, und Gradation.

Diagramm: Graubalance in der Werkseinstellung, Farbtemperatur "Native"
Graubalance in der Werkseinstellung, Farbtemperatur „Native“

Für einen Gaming-Monitor ist die Voreinstellung subjektiv als gut zu bezeichnen, da auf den ersten Blick keine gravierenden Abweichungen erkennbar sind. Der Weißpunkt lag bei 6750 Kelvin und der Kontrast bei 2000:1. Der Gammawert war zwar etwas zu hoch, verlief dafür aber relativ gleichmäßig. Bei Heranziehung unserer üblichen Bewertungskriterien führt der hohe Range-Wert allerdings zu einer schlechten Benotung in diesem Bereich, und auch die durchschnittlichen Abweichungen sind nicht mehr als gut zu bezeichnen.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich des Native-Modus mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Diagramm: Farbwiedergabe in der Werkseinstellung, Farbtemperatur "Native"
Farbwiedergabe in der Werkseinstellung, Farbtemperatur „Native“

Der Monitor besitzt im OSD eine Option für die sRGB-Farbtemperatur, die allerdings leicht schlechtere Messergebnisse produzierte als der voreingestellte Wert ab Werk. Zudem werden durch den Wechsel weitere Werte geändert, darunter die Helligkeit, die aber weiterhin angepasst werden kann. Dies war aber nicht bei allen Parametern der Fall, etwa beim Kontrast, der nicht verändert werden konnte. Wir haben daher nachfolgend auch die Farbwiedergabe mit der Werkseinstellung verglichen.

Die Abweichungen bei den Grauwerten fallen etwas besser als bei der vorherigen Messung (nativ) aus. Leider sind die Ergebnisse nicht bei jeder neuen Messung reproduzierbar gewesen. Da der Range-Wert unter eine Abweichung von 3 gefallen ist und dies einen Notenunterschied bei uns ausmacht, haben wir diese Messung auch für die Benotung der Werkseinstellung verwendet. Die restlichen Werte sind entsprechend ebenfalls fast identisch, da der gleiche Modus vermessen wurde. Die Abweichungen der Farbwerte sind nicht hoch, überschreiten im Durchschnitt aber ein Delta von 2, wodurch auch in diesem Bereich keine gute Note mehr erreicht werden kann. Anwender, die das Gerät hauptsächlich zum Spielen nutzen, erhalten aber ein für diesen Zweck gut eingestelltes Gerät und sollten unseren strengen Kriterien in diesem Bereich keine zu große Beachtung schenken.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Messungen nach Kalibration und Profilierung

Für die nachfolgenden Messungen wurde das Gerät aus Quato iColor Display heraus kalibriert und profiliert. Die angestrebte Helligkeit lag bei 140 cd/m². Als Weißpunkt wurde D65 gewählt.

Beides stellt keine allgemeingültige Empfehlung dar. Das gilt auch für die Wahl der Gradation, zumal die aktuelle Charakteristik im Rahmen des Farbmanagements ohnehin berücksichtigt wird.

Für die Kalibrierung im OSD wurden folgende Werte eingestellt:

Bildmodus: Standard
Helligkeit: 32
Kontrast: 70
Gamma: 2,2
Gamma: 2,22
Farbtemperatur: Vollfarbsteuerung
RGB: 100/100/94
Color-Gamut: k. A.
DUE Priority: nicht vorhanden
Schärfe: nicht einsehbar
Reaktionszeit: Standard

Profilvalidierung

Diagramm: Validierung des Profils
Validierung des Profils

Abweichungen sind bei der Validierung des Profils kaum ablesbar, nur der leicht erhöhte Range-Wert verhindert eine sehr gute Benotung. Auf der Grafik nicht sichtbar ist zudem ein maximales Delta von 2 bei einem Farbwert, das aber zu keinem weiteren Notenabzug führt. Unschöne Nichtlinearitäten konnten wir zudem nicht ausmachen.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Diagramm: Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)
Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Unser CMM berücksichtigt Arbeitsfarbraum- und Bildschirmprofil und führt auf dieser Basis die notwendigen Farbraumtransformationen mit farbmetrischem Rendering-Intent durch. Die bildliche Darstellung ist mit der vorherigen Messung fast identisch, und so wundert es nicht, dass auch in diesem Bereich der etwas höhere Range-Wert eine sehr gute Note verhindert. Zusammen mit der sRGB-Farbraumabdeckung von 100 % wären die Werte grundsätzlich auch eine gute Basis für die Bildbearbeitung. Aufgrund der Wertungen bei der Bildhomogenität relativieren sich die Werte allerdings.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Reaktionsverhalten

Den ViewSonic XG350R-C haben wir in nativer Auflösung am DisplayPort untersucht. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Der Messwert CtC (Color to Color) geht über die herkömmlichen Messungen von reinen Helligkeitssprüngen hinaus – schließlich sieht man am Bildschirm in aller Regel ein farbiges Bild. Bei dieser Messung wird deshalb die längste Zeitspanne gemessen, die der Monitor benötigt, um von einer Mischfarbe auf die andere zu wechseln und seine Helligkeit zu stabilisieren. Verwendet werden die Mischfarben Cyan, Magenta und Gelb – jeweils mit 50 % Signalhelligkeit. Beim CtC-Farbwechsel schalten also nicht alle drei Subpixel eines Bildpunktes gleich, sondern es werden unterschiedliche Anstiegs- und Ausschwingzeiten miteinander kombiniert.

Im Datenblatt wird eine bestmögliche Reaktionszeit von 3 ms genannt. Der ViewSonic XG350R-C bietet fünf Overdrive-Einstellungen an („Standard“, „Schnell“, „Schneller“, „Ultraschnell“, „Am schnellsten“). In der Werkseinstellung ist die Option „Standard“ aktiviert.

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