Betriebsgeräusch, Kühlung und Wartung
Der Hersteller macht keine Angaben zum Betriebsgeräusch. Im höchsten Lichtmodus ermitteln wir 28 dB(A) und im Eco-Modus 24 dB(A). Unsere Messungen stammen aus 2 m Entfernung frontal vor dem Projektor.
Die Kühlung erfolgt, wie bei Beamern üblich, über mehrere Lüfter, welche die Abwärme seitlich aus dem Gehäuse abtransportieren. Die Lüfter entwickeln einen angenehm sonoren Ton, ohne zu fiepen, sodass der Acer H6815BD im hohen Lichtmodus bereits flüsterleise ist. Dialoge in Spielfilmen lassen das Betriebsgeräusch vollständig in den Hintergrund treten. Im Eco-Modus ist der Proband im Raum kaum noch zu hören.
Acer macht keine Angaben zur Lebensdauer der UHP-Lampe. Aufgrund unserer eigenen Erfahrungen über zwei Jahrzehnte können wir aber festhalten, dass Beamer mit quecksilberhaltigen Hochdrucklampen innerhalb von 2000 Stunden in aller Regel etwa 50 % ihrer Lichtausbeute verlieren.
Übertragen wir die Zahlen in die Praxis: Wird mit dem Acer H6815BD jeden Tag ein Zwei-Stunden-Film geschaut, beträgt die Lebensdauer im hohen Lichtmodus über 2,7 Jahre. Damit ist das Gerät aber nicht defekt, sondern lediglich halb so hell wie im Neuzustand und kann natürlich weiterverwendet werden.
Der Tausch der Lampe ist unkompliziert. Dafür wird das Lampenmodul aus dem Beamer herausgenommen und gegen ein neues Modul ersetzt. Mit rund 250 Euro ist die Lampe im Verhältnis zum Kaufpreis des Projektors aber relativ teuer.
Eine klassische Wartung durch den Nutzer ist unnötig, weil im Acer H6815BD die Lightengine komplett gekapselt ist. Luftfilter braucht es daher nicht. Das Objektiv sollte gelegentlich abgestaubt werden, damit Kontrast und Farbdarstellung erhalten bleiben.
Bedienung und OSD
Für die Bedienung gehört ein Controller zum Lieferumfang. Die Tastatur ist nicht hintergrundbeleuchtet, sodass in dunkler Umgebung eine Nutzung erschwert wird. Es sollte immer etwas Licht im Raum vorhanden sein, um die einzelnen Tasten zu sehen. Direktwahltasten für die Signaleingänge sind ebenso vorhanden, auch an einen Hauptmenü-Button wurde gedacht. Ein Steuerkreuz und ein Zahlenfeld komplettieren die Fernbedienung.
Das OSD (On-Screen-Display) ist übersichtlich und klar strukturiert, aber wenig modern gestaltet. Dafür geht die Navigation zügig von der Hand, weil die einzelnen Menüs logisch bezeichnet sind.
Sind die Einstellungen für HDR, SDR und 3D abgeschlossen, braucht sich der Nutzer um nichts weiter zu kümmern. Sobald ein korrespondierendes Signal anliegt, schaltet der Proband automatisch in den konfigurierten Bildmodus.
Mit dem OSD von Acer sind wir gut vertraut, weil es schon vor über fünf Jahren in die Projektoren eingezogen ist. Die einzelnen Menüs sind selbsterklärend benannt: Farbe, Bild, Einstellung, Verwaltung, Audio, 3D und Sprache. Die Untermenüs sind ebenfalls übersichtlich, sodass sich auch Einsteiger darin schnell zurechtfinden sollten.

Für Projektor-Profis gibt es ein ISF-Feature. Hier können zertifizierte Experten den Beamer kalibrieren, nötig ist lediglich ein Passwort zum Freischalten. Wirklich notwendig ist es aber nicht, denn der Proband besitzt alle notwendigen Tools, um Farbraum, Weißpunkt, Graustufenverlauf und Gamma einzustellen – und zwar für alle zugespielten Bildsignale separat.
Augenfällig ist hingegen sofort, dass die vorinstallierten Bildmodi wie „Standard“ und „Fußball“ kaum Anpassungen gestatten. Die wichtigen Reiter sind allesamt nicht verfügbar.
Wer den Acer H6815BD kalibrieren möchte, muss daher einen der drei „Benutzer“-Modi verwenden. Allein hier werden die vorgenommenen Einstellungen gespeichert.
Dazu gehören: Helligkeit, Kontrast, Farbsättigung und Gamma.
Für die Farbkalibrierung steht ein Sechs-Achsen-Farbmanagement für Rot, Grün, Blau, Cyan, Magenta, Gelb und Weißpunkt zur Verfügung. Es ist unter „Farbe“ und „Erweitert“ zugänglich.
Unter „Farbtemperatur“ können Weißpunkt und Graustufenverlauf getrimmt werden. Die passenden Regler heißen „Verstärkung“ für Gain und „Tendenz“ für Offset.
Gut gefällt uns die Möglichkeit, die „Benutzer“-Modi umzubenennen. Damit ist später eine leichtere Zuordnung möglich. Wir haben „Benutzer 1“ in „KAL D65“ umbenannt. Hierbei handelt es sich um die Kalibrierung für SDR-Signale, die exakt auf eine Farbtemperatur von 6500 K eingestellt sind.
Tonemapping
Im Acer H6815BD ist ein statisches Tonemapping vorhanden, nicht aber ein dynamisches. Demzufolge müssen für HDR-Filme gelegentlich Änderungen vorgenommen werden, damit die Inhalte mit optimaler Helligkeit projiziert werden. Allerdings zeigen unsere Messungen, dass HDR-Signale nur bis 1000 cd/m² reproduziert werden. Sollten Filme sogenannte Highlights besitzen, die darüber liegen (bis 10 000 cd/m² sind möglich), werden sie schlicht und ergreifend nicht dargestellt. Das Bildsignal clippt dann ins Weiß.
Für die Anpassung der Helligkeit stellt der Proband eine EOTF („Electro-Optical Transfer Function“) zur Verfügung. Vereinfacht formuliert: ein HDR-Gamma. Hier kann der Bereich zwischen den Maximalpegeln angepasst werden. Dafür ist eine rudimentäre Regelung vorhanden, die drei Werte besitzt: „Niedrig“, „Mittel“ und „Hoch“.
Wir empfehlen die Einstellung „Hoch“, weil damit alle unsere Testsequenzen bestmöglich aussehen.





























Hallo liebes Prad-Team,
vielen Dank für Eure aufschlussreichen Testberichte.
Hier ein etwas verspäteter Kommentar zum Test des Acer H6815BD.
Diesen Projektor würde ich mir niemals kaufen, auch wenn er noch so billig ist.
Die schwache HDR Performence, laut Eurem Testbericht, wäre für mich völlig inakzeptabel.
Eure Aussage in dem Testbericht, dass bei UHP-Lampenprojektoren sich die Helligkeit bei 2000 h
bereits um 50% verringert kann ich nicht bestätigen. Meine Erfahrungen sind andere.
Mein erster Projektor war ein Acer H7531D, welchen Ihr auch vor geraumer Zeit getestet habt:
https://www.prad.de/testberichte/test-projektoren-beamer-acer-h7531d/
Ich habe den Beamer im Normalmodus betrieben, weil mir die Helligkeit im Ökomodus zu gering war.
Statt der angegebenen 2500 h im Normalmodus hielt die Projektorlampe ganze 3100 h, also 600 h mehr als angegeben.
(Bei Acer kann man die Lampen länger laufen lassen)
Dass der Beamer dunkler wurde habe ich überhaupt erst bei ca. 2500 h bemerkt.
Erst kurz vor Ende der Gesamtlaufzeit von bei mir 3100 h wurde der Projektor innerhalb von nur wenigen Wochen so dunkel,
dass man kaum noch etwas erkennen konnte und die Lampe dann schließlich nicht mehr zündete. Die Lampe ist nicht etwa geplatzt, sondern ging einfach nicht mehr an.
Ich habe jetzt den dritten und letzten UHD-Lampenprojektor, einen Acer Predator gm 712 mit recht guter HDR-Performence
für einen UHP-Lampenprojektor. Meine Erfahrungen sind dort ähnlich. Allerdings lief er erst knapp 2000 von 5000 angegebenen Stunden im Normalmodus.
Ich wollte das nur mal loswerden.
Vielen Dank! Ich hoffe mein Kommentar ist nicht zu lang.
Gruß
Mario
Macht weiter so!