Auflösung
Der Acer H6815BD ist ein Ein-Chip-DLP-Projektor und besitzt den 0,65-Zoll großen Chip von Texas Instruments mit Full-HD-Auflösung. Wie derzeit alle bezahlbaren 4K-fähigen DLP‑Beamer, erzeugt er eine Auflösung von 3840 × 2160 Pixeln mittels XPR-Shift-Technologie.
Praktisch alle Bildsignale bis 2160p skaliert der Proband auf seine native Auflösung. Ausgenommen sind 3D-Inhalte, die er mit 1920 × 1080 Pixeln projiziert, weil hierfür das XPR-Shift deaktiviert ist.
Bildschärfe und Konvergenz
Der Vorteil von Ein-Chip-DLP-Projektoren besteht gegenüber LCD- und LCOS-Lichtwerfern mit drei Chips darin, dass keine drei Panels penibel aufeinander abgestimmt werden müssen. Aus diesem Grund besitzt der Acer H6815BD, wie alle seine DLP-Marktbegleiter, keine Konvergenzfehler.
Bezüglich der Schärfe gibt sich der Proband ebenfalls keine Blöße. Er stellt bis in die Ecken ein messerscharfes Bild dar, das in diesem Preissegment seinesgleichen sucht.

Der Acer H6815BD weist in der Mitte eine sehr gute Abbildungsqualität auf. Er ist sehr scharf und offenbart fast alle Details, die im Original vorhanden sind. Einzelne Zeilen in Pixelauflösung werden reproduziert und klar voneinander getrennt projiziert. Hierbei schöpft der Proband die Maximalhelligkeit voll aus.


Der gute Eindruck aus der Mitte setzt sich zum Rand überwiegend fort, ohne aber oben links Perfektion zu erzielen. Oben rechts verzeichnen wir eine sehr gute Schärfe, wodurch Feindetails vollständig vorhanden sind. Farbsäume und Farbtemperaturabweichungen sind nicht zu erkennen. Allenfalls einen leichten Helligkeitsverlust gibt es zu bekritteln.
An den unteren Rändern bleibt die hohe Abbildungsqualität erhalten, sodass wir auch hier eine sehr gute Schärfe verzeichnen. Die Color-Uniformity ist nicht ganz perfekt, weil ein minimaler Helligkeitsabfall vorhanden ist. Verfärbungen glänzen demgegenüber mit Abwesenheit.
Farbwiedergabe
Der H6815BD wurde vor Auslieferung von Acer nicht kalibriert. Im Werkspreset „Benutzer“ wird der Farbraum Rec. 709 lediglich mit 91 % abgedeckt. Nach der Kalibrierung liegen Primär- und Sekundärfarben eine Spur besser, und der Weißpunkt macht eine Punktlandung mit 6500 K und D65. Allerdings sind Grün und Cyan untersättigt – und an der prozentualen Abdeckung des Gamut ändert sich nichts.
Im Film ist das Defizit von Grün und Cyan durchaus sichtbar, daran ändert die Kalibrierung nur wenig. Wälder, Seen und Himmel erscheinen ungewöhnlich blass gegenüber Projektoren, die den vollen Farbraum abdecken.
Diese Art der Farbraumdarstellung ist typisch für Beamer mit UHP-Lampen, die vorrangig auf Helligkeit getrimmt sind.
Der Acer H6815BD deckt den Farbraum DCI-P3 nur mit 76 % ab. Auch hier verzeichnen wir vor allem bei Grün und Cyan eine massive Untersättigung. Außerdem erreicht Rot seinen Zielwert im CIE nicht.
Im Rahmen der Kalibrierung macht der Weißpunkt eine Punktlandung bei exakt 6500 K. Blau, Magenta und Gelb treffen annähernd ihre Sollwerte. Rot und vor allem Cyan sowie Grün sind weiterhin untersättigt.
Dies führt in HDR-Filmen zu ungewohnt blassen Farben.
Der Graustufenverlauf ist in der Werkseinstellung bereits ordentlich. Mit 6100 K fällt die Farbtemperatur bei 100 % aber etwas niedrig aus und verleiht den Inhalten einen leicht wärmeren Look. Mit wenigen Anpassungen ergibt sich ein mustergültiger Graustufenverlauf von 0 bis 100 %, sodass keinerlei Einfärbungen zu verzeichnen sind.
Die prozentualen Farbabweichungen ab Werk betragen im Durchschnitt 7,0 Delta E und maximal 9,7 Delta E. Im Rahmen der Kalibrierung gelingt eine deutliche Verbesserung, sodass durchschnittlich 2,4 Delta E und maximal 3,2 Delta E erzielt werden. Hiermit befinden wir uns im Soll.
Die prozentualen Farbabweichungen ab Werk betragen im Durchschnitt 7,0 Delta E und maximal 9,7 Delta E. Im Rahmen der Kalibrierung gelingt eine deutliche Verbesserung, sodass durchschnittlich 2,4 Delta E und maximal 3,2 Delta E erzielt werden. Hiermit befinden wir uns im Soll.
Das Gamma beschreibt den Helligkeitsanstieg von Schwarz zu Weiß. Der Acer H6815BD stellt das Gamma 2,2 in der Werkseinstellung sehr gut dar. Die minimalen Abweichungen sind in der Praxis nicht relevant. Sowohl in dunklen als auch in hellen Szenen sind alle Details vorhanden und werden auf der Leinwand abgebildet.
Im Rahmen der Kalibrierung auf Gamma 2,4 erzielen wir einen optimalen Verlauf.
Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast
Die UHP-Lampe soll eine Maximalhelligkeit von 4000 Lumen erzielen. Diesen Wert verfehlt unser Proband um gut 11 %, wodurch wir 3550 Lumen ermitteln. Wie üblich erscheint das Bild zu kühl, weil alles an verfügbarer Lichtleistung herausgehauen wird, ungeachtet der Farbpräzision.
Nach der Kalibrierung erhalten wir netto 2030 Lumen für SDR und 2360 Lumen für HDR. Diese Werte reichen aus, um Bildbreiten bis 4,10 m (SDR) mit 20 Footlambert zu befeuern (HDR: 3,50 m, für die wir 32 Footlambert ansetzen).
Der statische Kontrast beträgt nach der Kalibrierung 700:1 (On/Off), 698:1 (Im Bild) und 430:1 (ANSI), was der Performance von DLP-Projektoren in dieser Preisklasse entspricht. Dynamisch lässt sich der Kontrast noch auf 1690:1 steigern, ohne dass es zu sichtbarem Helligkeitspumpen kommt. Das Schwarz erscheint mit nativen 3,37 Lumen eher grau. Mit der dynamischen Regelung verbessert sich das Schwarz auf 1,40 Lumen.
| Bildmodus | Lumen |
| Film (D65-kalibriert) | 2030 |
| HDR-Benutzer (D65-kalibriert) | 2360 |
| Benutzer 1 – 3 | 2120 |
| Hell | 3550 |
| Standard | 1950 |
| Film | 1640 |
| Film dunkel | 1640 |
| Fußball | 1885 |
| Spiel | 1885 |
| Eco Pro | 2080 |
























