HDR
Spielfilme in HDR werden von 0 bis 1000 cd/m² reproduziert. Das statische Tonemapping zeigt „West Side Story“ vollständig, weil dieser Film mit deutlich unter 1000 cd/m² gemastert wurde. Demzufolge fehlen keine Details im Bild. Die Nachtaufnahme vor dem „Gimbels“ besitzt eine ordentliche Zeichnung in dunklen Bereichen. In das Restaurant „Frankfurters“ können wir sogar hineinschauen.
„Sully“ ist hingegen mit 10 000 cd/m² gemastert. Hier kommt das Tonemapping unseres Testgerätes erwartungsgemäß an seine Grenzen. Auf den Displays am Times Square, auf dem der Flugzeugkapitän nachts joggt, fehlen deutlich sichtbar Inhalte, die von anderen Projektoren nicht unterschlagen werden. Überdies haben wir die Seinfeld-Werbung schon klarer gesehen. Das Cyan ist deutlich limitiert, was mit unseren Messungen einhergeht, und der Schriftzug ist etwas zu blass. Letztendlich haben wir die roten Streifen der US-Flagge schon gesättigter gesehen. Auch diese Beobachtung geht mit unseren Messergebnissen einher. Ein leichter Grauschleier stört uns überdies. Wer „Sully“ nicht in- und auswendig kennt, so wie wir aus zahllosen Vergleichen, dem werden die Mankos allerdings kaum auffallen, wenn überhaupt.
„Elvis“ in HDR10 bietet satte Farben, die von unserem Probanden weitgehend natürlich wiedergegeben werden. Als der junge King an einem Nachwuchswettbewerb teilnimmt, sind die Zuschauer bis in die letzte Reihe klar auszumachen. Die leicht aufgehellten Letterbox-Balken fallen in dieser Szene nicht negativ auf.
Als Elvis auf der Bühne steht, sind seine Haare und dieselben Letterbox-Balken hingegen etwas auffälliger, weil sie nicht perfekt schwarz auf der Leinwand abgebildet werden. Sein rosa Jackett erscheint originalgetreu. Ebenso sind die beiden Musiker im Hintergrund klar erkennbar.
Um die Performance ins richtige Verhältnis zu rücken: Wer bezüglich der HDR-Performance höhere Ansprüche an einen Projektor hat, muss schon mindestens das Doppelte investieren. Von daher ist es aller Ehren wert, was der Acer H6815BD in dieser Disziplin abliefert.
Sound
Der im Acer H6815BD verbaute 3-Watt-Lautsprecher erzeugt einen Maximalpegel, der weit unter Zimmerlautstärke bleibt. Die Klangqualität ist auf dem Niveau einer Smartphone-Freisprechanlage. Höhen werden ordentlich reproduziert, an Grundton und Bass fehlt es komplett. Mehr als eine Notlösung für unterwegs ist der Sound nicht. Sowohl die Musik als auch die Dialoge in „Tom & Jerry“ sind in unserem Screening-Room kaum zu verstehen, weil alles viel zu leise ausgegeben wird – trotz maximaler Lautstärke. Daher empfehlen wir, einen externen Bluetooth-Lautsprecher zu verbinden oder besser noch ein komplettes 5.1-Lautsprechersystem zu verwenden. Denn das passt perfekt zum großen Bild und steigert das Film- und Sporterlebnis beträchtlich.
Bewertung
| Lieferumfang: | |
| Anschlüsse und Konnektivität: | |
| Optik, Mechanik und Verarbeitung: | |
| Aufstellungsflexibilität: | |
| Betriebsgeräusch: | |
| Stromverbrauch und Folgekosten (Lampenwechsel): | |
| Bedienung/OSD: | |
| Farbdarstellung: | |
| Bildschärfe: | |
| Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast: | |
| Helligkeitsverteilung/Farbhomogenität: | |
| Skalierung und Interpolation: | |
| Eignung für Präsentationen: | |
| Eignung für Unterhaltung: | |
| Eignung für Heimkino: | |
| Preis-Leistungs-Verhältnis: | |
| Preis (inkl. MwSt. in Euro): |
ab 736,89 € *
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| Gesamtwertung: |
4.1 (GUT) |
Fazit
Der Acer H6815BD ist ein DLP-Projektor mit 4K-Shift-Technik, der mit einem Gewicht von 2,9 kg wie geschaffen ist für den mobilen Einsatz. Eine Transporttasche nimmt nicht nur den Beamer auf, sondern auch sämtliches Zubehör.
Das Objektiv mit manuellem 1,1-fachem Zoom ermöglicht, eine 2,50 m breite 16:9-Leinwand aus einer Entfernung von 3,75 bis 4,13 m vollständig auszuleuchten. Da kein Lens-Shift implementiert ist, muss der Beamer auf Höhe der Leinwandunterkante oder überkopf unter der Zimmerdecke präzise ausgerichtet werden. Die Fernbedienung besitzt ein nicht hintergrundbeleuchtetes Tastaturfeld, sodass in dunkler Umgebung immer etwas Licht vonnöten ist, um die Tasten richtig zu treffen. Einmal eingerichtet, schaltet der Proband zuverlässig in den kalibrierten Bildmodus.
Gamer profitieren einmal mehr vom geringen Input-Lag, um mit FIFA und F1 jede Menge Großbildspaß zu haben.
Die High-Dynamic-Range-Formate HDR10 und HLG werden unterstützt. Das statische Tonemapping ist mittlerweile ein wenig antiquiert, stellt aber Bildsignale bis 1000 cd/m² zuverlässig dar. Die Farbdarstellung kann nicht ganz überzeugen, weil der DCI-P3-Farbraum zugunsten einer hohen Lichtausbeute stark beschnitten ist. Vor allem Grün und Cyan erscheinen zu blass. Der Kontrast ist preisklassengerecht, trotzdem darf das Schwarz gern etwas dunkler sein. Dafür gefallen der Fokus und die originalgetreue Bewegungsdarstellung. Feinste Elemente werden gestochen scharf bis in die Ecken projiziert.
Dem Acer H6815BD gelingt der preiswerte Einstieg in das 4K-Segment. Er bietet eine bessere Auflösung als jeder Full-HD-Projektor unter 800 Euro. Dank seiner sehr hohen Lichtausbeute ist der Beamer für Gamer, Fußballfans und Cineasten gleichermaßen gut geeignet.
Plus
- Hohe Lichtausbeute
- HDR10
- 3D-fähig
- Geringer Input-Lag
- Gute Bedienbarkeit
- Sehr gute Schärfe
- Leise
Minus
- Limitierter Farbraum
- Verbesserungswürdiges Schwarz
- Keine Smart-TV-Funktionen
Hinweis in eigener Sache: PRAD erhielt den H6815BD leihweise von Acer zu Testzwecken. Herstellerseitig gab es weder eine Einflussnahme auf den Testbericht noch eine Verpflichtung zur Veröffentlichung oder eine Verschwiegenheitsvereinbarung.
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