Acer H6815BD im Test: Günstiger 4K-Beamer mit HDR und viel Licht
4/5

Graustufen und Helligkeitsverteilung

Wir untersuchen die Helligkeitsverteilung und die farbliche Homogenität mit einem 100-Prozent-Weißbild, das an neun Punkten vermessen wird. Daraus berechnen wir zunächst die Helligkeitsabweichungen von der Mitte. Die Wahrnehmungsschwelle für Helligkeitsunterschiede liegt bei etwa 10 Prozent.

– 20 % – 5 % – 17 %
– 17 % 0 % – 13 %
– 13 % 2 % – 12 %

Ungewichtete mittlere Helligkeitsverteilung: 89 %

Die ungewichtete mittlere Helligkeit liegt bei guten 89 %. Leichte Abweichungen sind zum Randbereich vorhanden. Schwankungen der Farbtemperatur hingegen nicht auszumachen.

Weißbild: Gute Helligkeitsverteilung und perfekte Farbhomogenität
Weißbild: gute Helligkeitsverteilung und perfekte Farbhomogenität

Alle 256 Graustufen eines jpg-Testbildes werden dargestellt. Der für HDTV‑Filme relevante Wertebereich 16 (Schwarz) bis 235 (Weiß) wird von unserem Testgerät vollständig reproduziert. Es laufen keine Inhalte im Schwarz zu, und es überstrahlt nichts ins Weiß. Allerdings haben wir das Schwarz schon deutlich dunkler gesehen.

Graustufen
Graustufen

Die Farbtemperatur macht mit 6500 K nach der Kalibrierung eine Punktlandung über alle 256 Abstufungen des JPG-Testbildes. In der Werkseinstellung weicht dieser Wert um rund 400 K vom Target ab. Das sind gut 6 %, was sich spielend leicht korrigieren lässt.

Beste Monitore für Mac & MacBook
Nahtlose Konnektivität (Anzeige)

Beste Monitore für Mac & MacBook

Mit einem Multi-Monitor-Setup behalten Sie den Überblick
MSI OLED-Monitore optimieren mit G.I.
MSI Gaming Intelligence Software

MSI OLED-Monitore optimieren mit G.I.

Empfohlene Einstellungen

Für ein stimmiges Grund-Setup haben wir folgende Einstellungsempfehlungen für Sie. Diese sind eine gute Grundlage, um eine Kalibrierung darauf aufzubauen.

SDR

Farbmodus Benutzer 1
Helligkeit 40
Kontrast 52
Farbsättigung 54
Schärfe 7
Gamma 2,4
Brilliant Color 10
Superauflösung 0

HDR

Farbmodus Benutzer-HDR
Helligkeit 47
Kontrast 52
Farbsättigung 70
Schärfe 8
EOTF Hoch
Brilliant Color 10
Superauflösung 0

Subjektive Beurteilung

Der Acer H6815BD erzielt eine in dieser Preisklasse ansprechende Farbtreue. Helligkeitsverläufe entsprechen exakt der Vorlage. Unterschiede sind auf der Leinwand nicht vorhanden. Die Hautfarben der Frauen erscheinen eine Spur blasser, das schwarze Shirt etwas aufgehellt. Der blaue Himmel mit den farbneutralen Wolken wird originalgetreu reproduziert. Das gelbe Rapsfeld leuchtet dank der hohen Maximalhelligkeit des Projektors herrlich. Der Farbkasten offenbart das limitierte Grün und Cyan.

Dank der hervorragenden Schärfedarstellung gibt es weder Säume noch Aliasing-Effekte.

Sichtbare Unterschiede zwischen Original und Screenshot entsprechen dem realen Bildeindruck.

Original-Farbraumabdeckung
Original-Farbraumabdeckung
Acer H6815BD: Screenshot des Testbildes der Farbraumabdeckung
Acer H6815BD: Screenshot des Testbildes der Farbraumabdeckung

Gaming

Der Acer H6815BD ist ideal zum Zocken. Wird der Spiele-Modus aktiviert, beträgt die Eingangsverzögerung lediglich 8,4 ms mit 4K60-Signalen. Mit 1080p-Inhalten (Full HD) erzielt er eine Bildwiederholungsrate von 240 Hz, was zu gestochen scharfen Bewegungsaufnahmen führt. Hierbei sind dunkle Bereiche sehr gut durchgezeichnet, ohne dass Elemente im Schwarz absaufen. Helle Szenen überstrahlen nicht ins Weiß. Wer regelmäßig F1 und FIFA spielt, wird voll auf seine Kosten kommen, weil das Erlebnis auf der großen Leinwand noch wirkungsvoller ist als auf einem kleinen Gaming-Monitor.

SDR

Fotografen profitieren von der hohen Lichtausbeute des Acer H6815BD. In einer Umgebung mit Restlicht bleibt er souverän, sofern es mit der Bildgröße nicht übertrieben wird. Schwarz-Weiß-Aufnahmen wirft der Proband vollkommen farbneutral auf die Leinwand. Hierbei werden kleinste Elemente detailliert herausgeschält. Im Vergleich mit einem Full-HD-Projektor liefert das Testmodell das sichtbar feiner aufgelöste Ergebnis.

Während Blau, Magenta, Rot und Gelb überzeugen, sind Cyan und Grün ein wenig untersättigt.

Auf unserer Fotoaufnahme von Hamburg sind die Defizite erkennbar. Der Himmel ist nicht so strahlend blau wie gewohnt, und auch die Gebäude hinter dem Doppeldecker haben wir schon natürlicher gesehen. Der Bus mit dem gelben Schriftzug „Stadtrundfahrt“ weist alle vorhandenen Elemente auf. Das gefaltete Verdeck gefällt ebenso wie die zahlreichen kleinen Applikationen auf der rechten Seite des Fahrzeugs. Die Streben des Geländers sind vollzählig, und die Barke grenzt rote und weiße Felder perfekt voneinander ab.

Screenshot: Hamburg-Panorama im Original
Screenshot: Hamburg-Panorama im Original
Detailausschnitt
Detailausschnitt

Spielfilme werden exzellent mit 24, 50 und 60 Hz abgebildet. Die Bewegungsschärfe ist herausragend. Da die Zwischenbildkompensation dem Rotstift zum Opfer gefallen ist, sind wir schon ein wenig verblüfft, wie glatt und ruckelfrei „Tom & Jerry“ reproduziert wird. Die Aufnahmen am Anfang des Films bieten ein sattes blaues Wasser und einen prachtvollen Himmel.

Der Regenbogen-Effekt fällt relativ gering aus und ist in der Praxis nur selten erkennbar. Wir nehmen ihn gelegentlich an kontrastreichen Übergängen wahr. Die Farben in „Inferno“ gefallen. Auf Schattenbereichen liegt aber ein Grauschleier, der sich selbst mit der dynamischen Helligkeitsregelung nicht ganz lichtet. Dadurch erscheint der Boden immer etwas grau; das ist gut zu sehen an Letterbox-Balken.

Während der Fußballübertragung sind die weißen Linien perfekt vom Rasen abgesetzt. Letztgenannter könnte aber noch eine Spur saftiger sein, was aufgrund des limitierten Farbspektrums nicht möglich ist. Die Spieler sind hingegen perfekt abgebildet. Die Rückennummern sind klar und deutlich zu lesen. Dank der XPR-Shift-Technologie sind sogar einzelne Zuschauer auf der Tribüne auszumachen. Der Ball erscheint natürlich und „zerfleddert“ nicht, wenn er aufs Tor geschossen wird. Ebenso behält er seine Form, wenn er von Spieler zu Spieler gepasst wird.

Screenshot: Tom & Jerry
Screenshot: Tom & Jerry
Screenshot: Inferno
Screenshot: Inferno
Michael B. Rehders

… arbeitet seit 1996 als freiberuflicher Journalist, Fotograf und Autor mit Schwerpunkt Projektoren. Als Color-Management-Experte hält er Vorträge auf Hochschulen, Universitäten, Messen und schult Grafiker sowie Fotografen im Umgang mit Messequipment und Farbmanagement. Für PRAD ist er seit 2023 tätig.

Interessante Themen

Schreibe einen Kommentar

* Sie müssen das Kästchen aktivieren, ansonsten können Sie keinen Kommentar erstellen. Sollten Sie dennoch versuchen Ihren Kommentar zu posten, ohne akzeptiert zu haben, wird eine neue Seite geöffnet und Sie erhalten einen Hinweis. Alle eingetragenen Daten, inklusive des Kommentars, gehen dabei verloren!

Nichts verpassen mit unserem Newsletter
Noch mehr Informationen über Display-Technologien in deine Mailbox!
  • Die Top-Artikel der Woche als kompakte Zusammenfassung (wöchentlich)
  • Sonderaktionen wie Lesertests, Spezial-Angebote oder PRAD-Gewinnspiele
(unregelmäßig)
Nichts verpassen mit unserem Newsletter
Noch mehr Informationen über Display-Technologien in deine Mailbox!
Sonderaktionen wie Lesertest, Spezial-Angebote oder PRAD-Gewinnspiele (unregelmäßig)
Die Top-Artikel der Woche als kompakte Zusammenfassung (wöchentlich)