KI-Hochskalierung
Das Highlight der neuen UltraGear-evo-Monitore soll die integrierte KI-Upscaling-Technologie sein. Sie rechnet niedrig auflösende Inhalte hoch, wodurch mehr Details und Schärfe entstehen, ohne die Grafikkarte des PCs zu belasten. So zumindest die Theorie.
Im Menü stehen die Optionen „Niedrig“ und „Hoch“ zur Auswahl. Während die niedrige Stufe faktisch keinen Unterschied zum ausgeschalteten Zustand zeigt, holt die Einstellung „Hoch“ das Maximum aus der Funktion heraus. Unser Tipp: Wer die Funktion nutzen will, lässt die KI-Skalierung einfach dauerhaft auf „Hoch“ aktiviert. So muss der Anwender sie nicht ständig manuell ein- oder ausschalten. Wenn der Monitor in seiner nativen Auflösung genutzt wird, bleibt die Funktion im Hintergrund inaktiv. Sie springt erst dann an, wenn ein Signal mit geringerer Auflösung zugespielt wird.
Der Nutzen der KI-Hochskalierung ist aber kompliziert und funktioniert nicht bei jeder Auflösung. Es klappt nämlich nur, wenn der LG 39GX950B ein Signal mit einer niedrigeren Auflösung als seiner nativen empfängt. Ob das gerade der Fall ist, lässt sich entweder in den erweiterten Anzeigeeinstellungen von Windows oder im Informationsbereich des Monitor-Menüs überprüfen.
Wir haben verschiedene niedrigere Auflösungen und Bildwiederholraten getestet. Die Ergebnisse sind nicht einheitlich. So funktionieren einige Auflösungen gar nicht – und selbst wenn, dann nicht mit allen Bildwiederholfrequenzen. Im Dual-Modus, wo es eigentlich sinnvoll wäre, klappt es überhaupt nicht.
Wie haben wir getestet? Zur Beurteilung zogen wir ein YouTube-Video der australischen TV-Show „The Voice of Australia“ heran. Als Motiv diente ein Standbild von Boy George, der auf einem roten Ledersessel sitzt. Zur Überprüfung haben wir die Auflösung überprüft, die der Monitor unter „Information“ anzeigt.
* 1920 × 1080 @ 165 Hz wird als 5120 × 2160 erkannt, Upscaling funktioniert nicht.
* 1920 × 1080 @ 120 Hz wird als 1920 × 1080 erkannt, Upscaling funktioniert.
* 1920 × 1080 @ 100 Hz wird als 3440 × 1440 erkannt, Upscaling funktioniert nicht.
* 1920 × 1080 @ 60 Hz wird als 1920 × 1080 erkannt, Upscaling funktioniert.
Die Einstellung „Niedrig“ konnte keine sichtbare Verbesserung erzielen. „Hoch“ erreichte eine sichtbare Verbesserung, wenn auch ohne Aha-Effekt. Insbesondere das Gesicht von Boy George, seine Augen und sein Bart sowie die Struktur des roten Leders wurden schärfer dargestellt.
Insgesamt konnte uns die viel angepriesene Funktion „KI-Hochskalierung” nicht überzeugen. Dass die Upscaling-Funktion im Dual-Modus nicht funktioniert, ist besonders ärgerlich.
Farbwiedergabe
Zunächst wird die Farbwiedergabe in der Werkseinstellung nach dem Reset und – falls vorhanden – in einem vordefinierten Modus (sRGB, Adobe RGB oder DCI-P3) getestet. Anschließend wird das Testgerät mit DisplayCAL kalibriert. Falls eine Hardwarekalibrierung möglich ist, wird der Monitor zusätzlich mit der Software des Herstellers kalibriert. Für die Messungen wird eine eigene Software verwendet, als Messgerät kommt das Kolorimeter Calibrite Display Plus HL zum Einsatz.
Hinsichtlich Farbraumvolumen verspricht der Proband eine DCI-P3-Farbraumabdeckung von 99,5 %. Die Grafiken zeigen die Abdeckung in den Farbräumen sRGB und DCI-P3 – einmal im jeweiligen Modus des Monitors und nach der Softwarekalibrierung. Der jeweilige Modus sollte das größere Farbraumvolumen idealerweise entsprechend einschränken, was auch ordentlich gelingt. Die Farbraumabdeckung nach der Kalibrierung beträgt 99 % sRGB und 99 % DCI-P3.
Ein fehlender Farbumfang wird durch ein schwarzes Gitter gekennzeichnet, eine größere Abdeckung durch ein hellgraues.
Farbraumvergleich in CIELAB (D50)
Die folgenden Darstellungen basieren auf den farbmetrischen Daten nach einer Kalibrierung auf D65 als Weißpunkt. Das Bezugsweiß für die Aufbereitung in CIELAB ist D50 (adaptiert mit Bradford).
| Farbraum | Abdeckung im Werks-Preset | Abdeckung nach Kalibrierung |
| sRGB | 91 % | 99 % |
| Adobe RGB | – | 90 % |
| ECI-RGB v2 | – | 82 % |
| DCI-P3 RGB | 92 % | 99 % |
| ISO Coated v2 (FOGRA39L) | – | 97 % |
Messungen vor Kalibrierung und Profilierung
Farbmodus: „Spieler 1“ (Werkseinstellung)
Die Erläuterungen zu den folgenden Charts haben wir für Sie zusammengefasst: Delta-E-Abweichung für Farbwerte und Weißpunkt, Delta-C-Abweichung für Grauwerte, und Gradation.

Das Ergebnis fällt insgesamt sehr gut aus. Die Graubalance (Delta-C-Average: 0,18) und die Range (Delta-C-Range: 0,49) sind ausgezeichnet.
Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.
Vergleich sRGB-Modus mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Die Ergebnisse bei der Graubalance (Delta-C-Average: 0,51; Delta-C-Range: 1,87) sind gut bis sehr gut. Die Farbwerte (Delta-E-2000-Durchschnitt: 1,21) erzielen ein gutes Ergebnis. Die Maximalabweichung liegt bei 4,93 Delta E 2000 (RGB: 0, 0, 63). Der Gammaverlauf beträgt im Durchschnitt 2,21, und die Gammakurve verläuft nahezu entlang der Ideallinie.
Vorbildlich ist, dass die Helligkeit in allen Modi angepasst werden kann. Um eine Leuchtdichte von 140 cd/m² zu erreichen, sollte ein Wert von 30 % gewählt werden. Viele Hersteller sperren die Helligkeitsanpassung in den vordefinierten Farbmodi.
Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.
Vergleich DCI-P3-Modus mit dem DCI-P3-Arbeitsfarbraum

Bei der Graubalance (Delta-C-Average: 0,42; Delta-C-Range: 1,47) sind die Ergebnisse sehr gut und gut. Die Farbwerte (Delta-E-2000-Average: 1,30) erzielen ein gutes Resultat. Die Maximalabweichung liegt bei 3,99 Delta E 2000 (RGB: 0 63 63). Der Gammaverlauf beträgt im Schnitt 2,45 und ist nicht normgerecht.
Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.
















