Latenzzeit
Die Latenzzeit (auch Input-Lag genannt) eines Monitors ist insbesondere beim Spielen ein wichtiger Faktor, da sie beeinflusst, wie schnell Eingaben (z. B. Mausbewegungen oder Tastenklicks) auf dem Bildschirm angezeigt werden. Ein Wert von unter 5 ms kann als sehr gut angesehen werden und ist ideal für professionelles Gaming und E-Sport, da sie schnelle Reaktionen erfordern. 5 und 10 ms eignen sich noch für ambitionierte Spieler und Videobearbeiter. Als durchschnittlich sind 10 bis 25 ms anzusehen, was für die meisten Nutzer ausreichend für alltägliche Aufgaben ist. Ab 25 ms können bei schnellen Bewegungen Verzögerungen auftreten, wodurch solche Zeiten für anspruchsvolle Anwendungen nicht mehr empfehlenswert sind.
Die Lag-Messungen wurden in der nativen Auflösung (5120 × 2160) bei 60, 100 und 165 Hz sowie im Dual-Modus bei 330 Hz am DisplayPort durchgeführt.
Gaming
Der LG 39GX950B ist eine exzellente Wahl fürs Gaming. Er spielt seine volle Stärke bei Titeln aus, die das 21:9-Ultrawide-Format unterstützen. Das sorgt für ein extrem immersives Mittendrin-Gefühl auf der großen Bildfläche. Werden dem Monitor hingegen klassische 16:9-Inhalte zugespielt, wie es bei den meisten Spielekonsolen der Fall ist, passt er das Bild sauber an. Nach einer kurzen Einstellung im Menü werden an den Seiten einfach schwarze Ränder dargestellt. Ein echtes Plus ist, dass 4K-Inhalte dank nativem 1:1-Pixel-Mapping absolut scharf und unverfälscht abgebildet werden.
Das OLED-Panel liefert die gewohnt extrem schnellen Reaktionszeiten. In Kombination mit der nativen Bildwiederholfrequenz von 165 Hz und der enormen Detailschärfe des hochauflösenden Panels sorgt es für eine hervorragende Bewegungsdarstellung.
Natürlich bieten kleinere OLED-Monitore heute oft deutlich höhere Bildwiederholraten. Allerdings ist die Kombination aus 5K2K-Auflösung und hohen Bildwiederholraten technisch extrem anspruchsvoll – und genau hier liegt das Limit der aktuellen Panel-Generation. Wer im E-Sport aktiv ist oder die maximale fps-Zahl sucht, greift ohnehin eher zu kleineren Monitoren, wo der Markt deutlich mehr Auswahl bietet.
Für besonders schnelle Spiele, bei denen eine maximale Geschwindigkeit und hohe Bildwiederholraten wichtiger sind als die höchste Auflösung, verfügt der LG 39GX950B über eine praktische Dual-Mode-Funktion. Wenn die niedrigere UWFHD‑Auflösung (2560 × 1080) eingestellt ist, erhöht das Feature die Bildrate auf 330 Hz. Den Dual-Modus kann man entweder ganz bequem über das OSD des Monitors oder direkt über die Schnellstart-Taste an der Unterseite des Bildschirms aktivieren. Zusätzlich stehen verschiedene Anzeigemodi und Emulationen für kleinere Bildschirmgrößen zur Verfügung.
Als Sync-Technologie kommt AMD FreeSync Premium Pro zum Einsatz. Das Display besitzt zudem eine offizielle G-Sync-Kompatibilität und wird entsprechend erkannt, was wir mit der G-Sync-Pendulum-Demo getestet haben. In unserem Test konnten wir keinerlei Tearing ausmachen.

Um Aussagen über das Auftreten von Ghosting oder Korona-Effekten treffen zu können, haben wir unter Blur Busters einige Tests durchgeführt. Die Bewegungsschärfe ist bei 330 Hz beeindruckend. Bei 165 Hz ist sie als gut zu bewerten. Bei 60 Hz ist das Ergebnis wie erwartet sehr unscharf, und bei 100 Hz ist noch immer Unschärfe auszumachen, jedoch deutlich geringer als bei 60 Hz. In der Praxis sind Ghosting-Effekte mit keiner der genannten Bildwiederholraten wahrnehmbar. Ghosting ist ein Artefakt der Nachlaufbewegung. Es wird durch asymmetrische Pixelübergänge verursacht: Übergänge zwischen zwei Farben können in einer Richtung schneller sein als in der anderen.
Auch Korona-Effekte konnten wir bei keiner der vier getesteten Bildwiederholfrequenzen erkennen. Koronas sind Nachzieheffekte, die durch die Beschleunigung der Reaktionszeit (Overdrive) verursacht werden. Dabei können die Pixel über ihren endgültigen Farbwert hinausschießen, bevor sie zurückspringen. Dies führt zu einem hellen, inversen Geisterbild.
Für Gamer ist der LG 39GX950B, egal für welches Genre, eine hervorragende Wahl.
Gaming-Zusatz-Features
Die Gaming-Einstellungen sind in einem eigenen Menüpunkt mit der Bezeichnung „Spieleinstellung“ zu finden. Dazu zählen verschiedene Modi wie Ego-Shooter (FPS) und Echtzeitstrategie (RTS) – allerdings sind nicht alle auf Gaming abgestimmt –, Dual-Mode, VRR (HDMI), Adaptive Sync (DisplayPort und USB-C), Schwarz-Stabilisator, Fadenkreuz und fps-Bildratenzähler. Insgesamt fallen die Features etwas mager aus. Da bieten andere Hersteller deutlich mehr. Die Option „Fadenkreuz“ weist beispielsweise lediglich zwei Versionen auf: einmal in Rot und einmal in Grün.
Adaptive Sync ist ein von der VESA entwickelter Standard für DisplayPort und USB-C (über den DisplayPort-Alternate-Mode). In der Praxis bildet diese Technologie das Fundament für AMD FreeSync und „G-Sync Compatible“ von NVIDIA, wodurch sie am PC zum absoluten Standard für eine flüssige Bildwiedergabe ohne Tearing geworden ist.
VRR ist dagegen die offizielle Bezeichnung für die variable Bildwiederholrate innerhalb des HDMI-Standards (ab Version 2.1 festgelegt). Dieses spezifische Protokoll wurde von der HDMI-Group entwickelt, um vor allem die Kompatibilität mit modernen Konsolen wie der PS5 und der Xbox Series X an Fernsehern und Monitoren sicherzustellen.
Die Funktion „Schwarz Stabilisator“ ist primär in dunklen Spielszenen von Vorteil. Das Besondere daran: Man kann den Regler bis zum Maximum von 100 hochdrehen, um Details in den Schatten sichtbar zu machen, ohne dass das tiefe Schwarz des Monitors darunter leidet oder unschön ausbleicht.









