Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast
Messungen zum Kontrast eines OLED-Panels sind augenscheinlich nicht sinnvoll, insbesondere nicht für Geräte im Consumer-Bereich. Interessanter ist die maximale Luminanz oder wie der Monitor auf bestimmte Bildsituationen (z. B. ein flächiges Weißbild) reagiert und wie stark in solchen Situationen ABL („Auto Brightness Limiter“) greift.

Im Test ließ sich der automatische Helligkeitsbegrenzer (ABL) in der Standardeinstellung „Gleichmäßig“ zwar messtechnisch nachweisen, da die maximale Leuchtdichte bei vollflächigem Weiß mit der Zeit geringfügig abfällt. Im Alltag fiel dies jedoch subjektiv kaum auf. Die SDR-Helligkeitswerte wurden bei einem 100-prozentigen Weißfenster ermittelt. Mit maximal 331 cd/m² wird die Herstellerangabe von 335 cd/m² nahezu punktgenau erreicht. Für die Arbeit im Dunkeln lässt sich der Bildschirm auf angenehme 56 cd/m² herunterregeln.
Dank der modernen Tandem-WOLED-Technologie ist die SDR-Leuchtdichte im Vergleich zu älteren Ultrawide-WOLED-Modellen spürbar besser. Wer noch mehr Helligkeit im SDR-Betrieb herausholen möchte, kann den Modus „Gleichmäßig“ verlassen und auf „Niedrig“ oder „Hoch“ wechseln. Bis zu einem APL („Average Picture Level“) von 50 % macht sich das kaum bemerkbar. Bei einem APL von 10 % springt die Helligkeit im Modus „Hoch“ jedoch auf 540 cd/m². Der Haken: Bei diesen aggressiveren Einstellungen greift das ABL-Dimming bei Bildwechseln deutlich sichtbarer ein. Für dynamische SDR-Inhalte wie Spiele oder Filme sind diese Modi dennoch eine gute Option, wenn man ein helleres Bild bevorzugt.
Das Display ist nach VESA DisplayHDR True Black 500 zertifiziert. Bei einem APL von 10 % messen wir im HDR-Betrieb maximal 521 cd/m². LG nennt für HDR eine Peak-Helligkeit von 1500 cd/m², was aber in der Regel bei einem APL von 3 % oder weniger ermittelt wird. Wir können dies mit unserem Mess-Equipment leider nicht nachprüfen.
Bildhomogenität
Wir untersuchen die Bildhomogenität anhand von vier Testbildern (Weiß, Neutraltöne mit 75 %, 50 %, 25 % Helligkeit), die wir an 15 Punkten vermessen. Daraus resultieren die gemittelte Helligkeitsabweichung in % und das ebenfalls gemittelte Delta C (d. h. die Buntheitsdifferenz) in Bezug auf den jeweils zentral gemessenen Wert. Die Wahrnehmungsschwelle für Helligkeitsunterschiede liegt bei etwa 10 bis 20 %.
Mit einer durchschnittlichen Helligkeitsabweichung von 5,87 % und einer maximalen Helligkeitsabweichung von 11,16 % wird insgesamt ein knapp gutes Ergebnis erzielt. Auch die Farbreinheit erreicht ein gutes Resultat. Das maximale Delta C liegt bei 2,46, das durchschnittliche Delta C bei 1,07.
Coating
Mikroskopischer Blick auf die Subpixel mit Fokus auf die Bildschirmoberfläche: Der LG 39GX950B besitzt eine matte Oberfläche mit mikroskopisch sichtbaren Vertiefungen zur Diffusion. Im weißen Testbild zeigt der OLED-Monitor ein weißes und rotes Subpixel (Grün und Blau sind dunkel). Aufgrund des RGWB-Subpixel-Layouts sind nie alle vier Pixel gleichzeitig eingeschaltet.

Blickwinkel
Die Herstellerangabe für den maximalen Blickwinkel liegt bei 178 Grad in der Horizontalen und Vertikalen. Das sind die für moderne Monitore typischen Werte. Das Foto zeigt den Bildschirm des LG 39GX950B bei horizontalem Blickwinkel von ±60 Grad.

Aufgrund der selbstleuchtenden Pixel gibt es faktisch keine Einschränkungen bezüglich des Blickwinkels. Bei sämtlichen Blickrichtungen bleiben sowohl die Farben als auch der Kontrast stabil.
Interpolation
Im OSD steht unter „Bildanpassung → Schärfe“ ein Schärferegler zur Verfügung, der auch in der nativen Auflösung wirkt. Werkseitig ist er auf den Wert 50 eingestellt und kann in 5er-Schritten von 0 bis 100 angepasst werden. Leider ist die Interpolation über DisplayPort nicht funktionstüchtig. Deshalb haben wir die Ergebnisse über HDMI ermittelt. Die Schärfe in der nativen Auflösung ist wie erwartet sehr gut. Bei 1920 × 1080 sieht man, dass die notwendige Pixelvergrößerung hauptsächlich durch zusätzlich eingefügte graue Bildpunkte erreicht wird. Dies führt zu etwas stärkeren Konturen mit leichtem Unschärfe-Eindruck. Farbsäume treten nicht auf. Insgesamt ist das Ergebnis als ausgesprochen gut zu bezeichnen. Die Schärfe kann je nach Geschmack auch moderat erhöht werden. Schriftsäume konnten wir nicht ausmachen.
Im PC-Betrieb sollte die Skalierung der Grafikkarte überlassen werden, da sie das Bildsignal als Vollbild, im Seitenverhältnis oder im 1:1-Modus wiedergeben kann. Da wir jedoch die Möglichkeiten des LG 39GX950B testen möchten, haben wir in den Einstellungen der Grafikkarte festgelegt, dass das Anzeigegerät die Skalierung übernehmen soll und ein 1:1-Bild ausgegeben wird. Beim Test der 1:1-Darstellung wird ein Vollbild zugespielt.
Bei von der nativen Auflösung abweichenden Eingangssignalen bietet das Gerät im OSD-Menü unter „Eingang -> Seitenverhältnis“ die Einstellmöglichkeiten „Vollbild“, „Original“ und „Just Scan“. „Original“ zeigt ein seitengerechtes Bild an und ist daher die sinnvollste Einstellung. „Just Scan” sorgt für ein 1:1-Bild.
In der Regel spielt die Skalierung des Monitors nur bei der externen Zuspielung über einen Blu-ray-Player, eine Streaming-Box oder einen DVD-Player eine Rolle. Diese werden über HDMI angeschlossen, sodass das Bild korrekt dargestellt wird.










