Messungen nach Softwarekalibrierung und Profilierung
Für die nachfolgenden Messungen wurde das Gerät aus DisplayCAL heraus kalibriert und profiliert. Die angestrebte Helligkeit lag bei 140 cd/m². Als Weißpunkt wurde D65 gewählt.
Beides stellt keine allgemeingültige Empfehlung dar. Das gilt auch für die Wahl der Gradation, zumal die aktuelle Charakteristik im Rahmen des Farbmanagements ohnehin berücksichtigt wird.
Das Einstellen des Weißpunktes war beim LG 39GX950B schwierig. Selbst eine minimale Korrektur von 50 auf 49, unabhängig vom RGB-Wert, führte zu großen Veränderungen. Deshalb haben wir beschlossen, die RGB-Werte bei 50 | 50 | 50 zu belassen, wie sie ab Werk voreingestellt sind.
Für die Kalibrierung wurden im OSD folgende Werte eingestellt:
| Bildmodus: | Spieler 1 |
| Helligkeit: | 30 |
| Kontrast: | 70 |
| Gamma: | Modus 2 |
| Farbtemperatur: | Benutzer |
| RGB: | 50/50/50 |
| Schärfe: | 50 |
Profilvalidierung

Der LG 39GX950B zeigt keine auffälligen Drifts oder unschöne Nichtlinearitäten. Das Matrix-Profil beschreibt seinen Zustand sehr exakt. Alle Kalibrierungsziele wurden erreicht. Die Graubalance (Delta-C-Average: 0,51) ist sehr gut, die Range (1,21 Delta C) gut. Auch die Farbwerte erzielen ein gutes Ergebnis (Delta-E-2000-Average: 0,91; Delta-E-2000-Maximum: 2,79).
Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.
Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Unser CMM berücksichtigt Arbeitsfarbraum und Bildschirmprofil und führt auf dieser Basis die notwendigen Farbraumtransformationen mit farbmetrischem Rendering-Intent durch.
Die Graubalance (Delta-C-Average: 0,56; Delta-C-Range: 1,70) ist als gut zu werten. Die Farbwerte sind ebenfalls gut (Delta-E-2000-Average: 0,79). Der Gammawert beträgt im Schnitt 2,20, und die Gammakurve verläuft korrekt. Die maximale Farbabweichung beläuft sich auf ein Delta-C-Average von 2,57 (RGB: 0 0 63).
Die „Range“ bei Delta C (ΔC) bezieht sich auf den Bereich oder die Spanne der Farbunterschiede zwischen zwei Farben oder Farbwerten. Delta C ist eine Metrik, die in der Farbmessung und -analyse verwendet wird, um den Farbunterschied zwischen zwei Farbproben zu quantifizieren. Es misst, wie stark die Farben voneinander abweichen.
Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.
Vergleich mit DCI-P3 (farbtransformiert)

Die Graubalance (Delta-C-Average: 0,52; Delta-C-Range: 1,46) ist als gut bis sehr gut zu werten. Die Farbwerte sind gut (Delta-E-2000-Average: 1,09). Der Gammawert beträgt im Schnitt 2,60. Die maximale Farbabweichung beläuft sich auf ein Delta-C-Average von 4,31 (RGB: 0 0 63).
Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.
Hardwarekalibrierung mit LG Calibration Studio
Mithilfe der LG-eigenen Software Calibration Studio ist auch eine Hardwarekalibrierung des 39GX950B möglich. Sie kann auf zwei dafür vorgesehenen Plätzen im OSD (Kalibrierung 1 und 2) gespeichert werden. Für die Kalibrierung ist ein kompatibles Kolorimeter erforderlich. Der Kalibrierungsprozess ist einfach und dürfte niemanden vor ernsthafte Probleme stellen. Allerdings sollte man etwas Zeit einplanen, da die Kalibrierung recht lange dauert.

Nach Abschluss der Kalibrierung haben wir eine Validierung mit LG Calibration Studio durchführen lassen. Das Ergebnis zeigen wir Ihnen sowohl als Screenshot als auch in einem PDF-Dokument.

Messungen nach Hardwarekalibrierung
Vergleich mit sRGB (farbtransformiert) nach der Hardwarekalibrierung

Die Graubalance (Delta-C-Average: 1,24; Delta-C-Range: 12,19) ist als befriedigend zu werten. Die Farbwerte sind gut (Delta-E-2000-Average: 0,87). Der Gammawert beträgt im Schnitt 2,10, und die Gammakurve verläuft bis etwa 75 % Helligkeit korrekt und fällt danach ab. Die maximale Farbabweichung beläuft sich auf ein Delta-C-Average von 2,87 (RGB: 0 0 63).
Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.
Vergleich mit DCI-P3 (farbtransformiert)

Die Graubalance (Delta-C-Average: 1,17; Delta-C-Range: 2,18) ist als befriedigend zu werten. Die Farbwerte sind gut (Delta-E-2000-Average: 0,92). Der Gammawert beträgt im Schnitt 2,49, und die Gammakurve verläuft bis etwa 75 % Helligkeit korrekt und fällt danach ab. Die maximale Farbabweichung beläuft sich auf ein Delta-C-Average von 4,11 (RGB: 0 0 63).
Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.
Flimmerfreiheit
Die Helligkeitsreduzierung des LG 39GX950B wird nicht durch Pulsweitenmodulation (PWM) gedimmt, sodass keine Unterbrechungen im Lichtstrom (Flicker) auftreten. Wir gehen davon aus, dass der Monitor DC-Dimming (Gleichstrom-Dimmung) verwendet, bei dem die Spannung direkt angepasst wird, um die Helligkeit zu verändern.
Getestet wurde bei einer Helligkeit von 100 %, 30 % (140 cd/m²) und 0 %. Damit ist der Bildschirm selbst bei reduzierter Helligkeit für ein längeres, ermüdungsfreies Arbeiten davor geeignet.
Reaktionsverhalten
Das Reaktionsverhalten haben wir in nativer Auflösung bei 165 Hz am DisplayPort untersucht. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt. Die Ergebnisse bei 330 Hz im Dual-Modus unterscheiden sich nicht.
Im Datenblatt wird eine Reaktionszeit von 0,03 ms für GtG genannt. Eine Beschleunigungsoption ist bei einem OLED-Monitor unüblich und auch nicht vorhanden, weil sie schlichtweg unnötig ist.
Messverfahren: Anfängliche Reaktionszeit („initial response time“), Gamma-Korrektur (RGB-5-Toleranz) und RGB-Überschwinger.
165 Hz
Wie nicht anders zu erwarten, sind die Reaktionszeiten bei einem OLED-Panel phänomenal schnell. Obwohl wir die 0,03 ms mit unserem Mess-Equipment nicht erreichen, gibt es an der Schnelligkeit nichts auszusetzen. Wir messen den Schwarz-Weiß-Wechsel (0–255) mit 0,4 ms und den schnellsten Grauwechsel mit 0,2 ms. Der Mittelwert über alle Messpunkte liegt bei 0,7 ms.
Insgesamt können die Messwerte als ausgezeichnet gewertet werden. Obwohl wir bei den Überschwingern ganz minimale Ausschläge bei einigen Werten ermitteln, ist das zu vernachlässigen. Das Ergebnis ist auch hier überzeugend.











