Test Acer Predator XN253QP – Monitor für flüssiges Gameplay
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Farbwiedergabe

Bei Monitoren für den Consumer- und Office-Bereich testen wir zunächst die Farbwiedergabe in der Werkseinstellung nach dem Reset sowie – falls vorhanden – in einem sRGB-Modus. Anschließend wird der Monitor mit Quato iColor Display kalibriert. Für die Messungen verwenden wir eine eigene Software, als Messgeräte werden das Kolorimeter X-Rite i1DisplayPro und das Spektrofotometer X-Rite i1Pro eingesetzt.

Farbraumabdeckung

Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2

Bei der Farbraumuntersuchung ermitteln wir zunächst die Abdeckung des sRGB-Farbraums. Vor der Kalibrierung erreicht der Acer 90 % und kann die Abdeckung in kalibriertem Zustand auf 91 % erhöhen. Hier wird in beiden Fällen eine gute Bewertung erzielt.

Die Erläuterungen zu den folgenden Charts haben wir für Sie zusammengefasst: Delta-E-Abweichung für Farbwerte und Weißpunkt, Delta-C-Abweichung für Grauwerte, und Gradation.

Modus: Standard (Werkseinstellung)

Beim Reset stellt der Monitor folgende Werte ein: Helligkeit 65, Kontrast 50, Farbtemperatur „Warm“, Gamma 2,2 und Modus „Standard“.

Diagramm: Graubalance in der Werkseinstellung
Graubalance in der Werkseinstellung

Mit einem durchschnittlichen Delta C von 1,41 und einer Range von 1,59 zeigt der Acer Predator XN253QP insgesamt eine befriedigende Graubalance in den Werkseinstellungen. Die Farbtemperatur ist mit 6570 K nur minimal von D65 entfernt. Das gemessene Gamma mit einem Mittel von 1,98 weicht allerdings von dem eingestellten Gamma 2,2 im OSD-Menü stark ab.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich Modus „Standard“ mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Diagramm: Farbwiedergabe in der Werkseinstellung
Farbwiedergabe in der Werkseinstellung

Der Acer Predator XN253QP bietet keinen dedizierten sRGB-Modus, daher haben wir die Einstellungen ab Werk belassen. Die Grauwerte zeigen hier natürlich nur marginale Abweichungen zur Vormessung. Die bunten Farben erreichen mit einem durchschnittlichen Delta E94 von 2,96 gerade noch eine befriedigende Bewertung.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Messungen nach Kalibration und Profilierung

Für die nachfolgenden Messungen wurde der Acer Predator XN253QP aus Quato iColor Display heraus kalibriert (Modus „Anwender“, Gamma 2,2) und profiliert. Die angestrebte Helligkeit lag bei 140 cd/m². Als Weißpunkt wurde D65 gewählt.

Beides stellt keine allgemeingültige Empfehlung dar. Das gilt auch für die Wahl der Gradation, zumal die aktuelle Charakteristik im Rahmen des Farbmanagements ohnehin berücksichtigt wird.

Profilvalidierung

Diagramm: Validierung der Monitorkalibration
Validierung der Monitorkalibration

Der Acer Predator XN253QP zeigt keine auffälligen Drifts oder unschönen Nichtlinearitäten. Das Matrix-Profil beschreibt seinen Zustand sehr exakt. Eine Wiederholung der Profilvalidierung nach 24 Stunden ergab keine signifikant erhöhten Abweichungen. Alle Kalibrationsziele wurden erreicht. Die Grauwerte erreichen eine gute Bewertung, während die bunten Farben befriedigend abschneiden.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Diagramm: Monitor kalibriert (sRGB)
Monitor kalibriert (sRGB)

Unser CMM berücksichtigt Arbeitsfarbraum- und Bildschirmprofil und führt auf dieser Basis die notwendigen Farbraumtransformationen mit farbmetrischem Rendering-Intent durch. Mit einem durchschnittlichen Delta C von 0,41 und einer Range von 1,66 erreichen wir hier eine gute Bewertung, die mit einem Delta E94 von 1,25 auch bei den bunten Farben erzielt wird. Insgesamt ist das eine gute Leistung nach der Kalibrierung. Da es sich hier aber um ein TN-Panel handelt, werden farbkritische Arbeiten an diesem Display nicht empfohlen.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Reaktionsverhalten

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Der Messwert CtC (Color to Color) geht über die herkömmlichen Messungen von reinen Helligkeitssprüngen hinaus – schließlich sieht man am Bildschirm in aller Regel ein farbiges Bild. Bei dieser Messung wird deshalb die längste Zeitspanne gemessen, die der Monitor benötigt, um von einer Mischfarbe auf die andere zu wechseln und seine Helligkeit zu stabilisieren. Verwendet werden die Mischfarben Cyan, Magenta und Gelb – jeweils mit 50 % Signalhelligkeit. Beim CtC-Farbwechsel schalten also nicht alle drei Subpixel eines Bildpunktes gleich, sondern es werden unterschiedliche Anstiegs- und Ausschwingzeiten miteinander kombiniert.

Im Datenblatt wird eine Reaktionszeit von 1 ms (GtG) genannt. Eine Beschleunigungsoption (Overdrive) ist vorhanden und unter „Spiel -> Overdrive“ zu finden. Hier gibt es die Stellungen „Aus“, „Normal“ und „Extrem“. Als Standardwert ist „Normal“ voreingestellt.

Overdrive 60 Hz

60 Hz, Overdrive „Aus“

Diagramm: Lange Schaltzeiten bei 60 Hz und ohne Overdrive
Lange Schaltzeiten bei 60 Hz und ohne Overdrive
Diagramm: Helligkeitsverlauf ohne Auffälligkeiten
Helligkeitsverlauf ohne Auffälligkeiten

Bei deaktiviertem Overdrive und 60 Hz zeigt der Acer Predator XN253QP zwei Gesichter. Beim Schwarz-Weiß-Wechsel und beim schnellsten Grauwechsel werden mit jeweils 8,4 ms bereits sehr ordentliche Schaltzeiten erreicht. Anders sieht es beim Durchschnittswert an 15 Messpunkten mit 25 ms und beim sehr viel wichtigeren CtC-Wert mit 22,4 ms aus, bei denen nur unterdurchschnittliche Schaltzeiten erzielt werden. Der Helligkeitsverlauf zeigt hier keine Auffälligkeiten.

60 Hz, Overdrive „Normal“

Diagramm: Effektive Kürzung der Schaltzeiten
Effektive Kürzung der Schaltzeiten
Diagramm: Sauberes Signal
Sauberes Signal

Bei mittlerem Overdrive werden nun sämtliche Schaltzeiten effektiv gekürzt und können im Vergleich zu anderen Displays, die wir bis jetzt getestet haben, überzeugen. Mit 5,6 ms für den Schwarz-Weiß-Wechsel, 3,9 ms für den schnellsten Grauwechsel, 6 ms als Durchschnittswert an 15 Messpunkten und 5,2 ms für den CtC-Wert werden durchweg sehr ordentliche Werte erreicht. Auch der Helligkeitsverlauf zeigt ein sehr sauberes Signal. Einzig die Verzögerung ist mit 23,2 ms zu hoch für ein Gaming-Display.

60 Hz, Overdrive „Extrem“

Diagramm: Erneute Reduzierung der Schaltzeiten
Erneute Reduzierung der Schaltzeiten
Diagramm: Geschwindigkeit wird durch die Bildqualität erkauft
Geschwindigkeit wird durch die Bildqualität erkauft

Bei maximalem Overdrive kann das Display erneut zulegen und bei allen Messungen die Ergebnisse verkürzen. Dieser Zeitgewinn geht allerdings zulasten der Bildqualität und sprengt die Grafik unseres Helligkeitsverlaufs. Hier wollten die Ingenieure einfach zu viel aus dem Display herausholen. Wie sich die Bildfehler visuell darstellen und wie stark sie das Gameplay einschränken, erläutern wir im Teil „Subjektive Beurteilung“.

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