Test AOC AG273QX – ein Traum für Zocker
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Interpolation

Der AOC AG273QX besitzt sehr viele Einstelloptionen, um kleinere Auflösungen darzustellen. Neben den üblichen Einstellungen wie einer 4:3-, 1:1- oder Vollbilddarstellung können viele vordefinierte Darstellungen genutzt werden. Dies sind zum Beispiel „24“W (16:9)“ oder „22“W (16:10)“. Nützlich sind diese Optionen, wenn auf Turnieren ein Monitor gestellt wird, der nicht den Abmessungen und der Auflösung des Probanden entspricht, und die Darstellung entsprechend simuliert werden kann. Da heutzutage fast ausschließlich mit Full-HD-Auflösung auf einem 24- oder 27-Zoll-Monitor gespielt wird, bringen diese zusätzlichen Optionen keinen großen Mehrwert.

Testgrafik nativ, Vollbild
Testgrafik nativ, Vollbild
Testgrafik 1280 x 720, Vollbild
Testgrafik 1280 x 720, Vollbild
Textwiedergabe nativ, Vollbild
Textwiedergabe nativ, Vollbild
Textwiedergabe 1280 x 720, Vollbild
Textwiedergabe 1280 x 720, Vollbild

Unter Windows 10 hat unsere Grafikkarte die Einstellungen wie üblich zudem überschrieben, sodass jede zugespielte Auflösung seitengerecht vergrößert ausgegeben wurde. Bei einem angeschlossenen BD-Player waren die Optionen dagegen nutzbar. Über die Grafikkarte kann unter Windows jede gewünschte Darstellungsoption gewählt werden, sodass die Flexibilität unabhängig vom Monitor besteht.

Die kleinere 16:9-Auflösung mit 1280 x 720 Pixeln wurde im Vollbild dargestellt und einige Zeit von uns sowohl in Spielen als auch bei Desktop-Anwendungen überprüft. Eine leichte Unschärfe konnte am Anfang wahrgenommen werden. Ein Schärferegler besitzt der Monitor nicht, sodass nicht entgegengesteuert werden konnte. Dies hilft in der Praxis bei anderen Modellen allerdings selten, wodurch dies kaum einen Nachteil bedeutet. Nach wenigen Minuten war die Unschärfe zudem nicht mehr wahrnehmbar, und wir konnten eine längere Zeit spielen oder arbeiten, ohne dass wir das Bild negativ wahrgenommen haben. Die Interpolationsleistung ist daher insgesamt als gut zu bezeichnen.

Farbwiedergabe

Bei Monitoren für den Consumer- und Office-Bereich testen wir zunächst die Farbwiedergabe in der Werkseinstellung nach dem Reset sowie – falls vorhanden – in einem sRGB-Modus. Anschließend wird der Monitor mit Quato iColor Display kalibriert. Für die Messungen verwenden wir eine eigene Software, als Messgeräte werden das Kolorimeter X-Rite i1Display Pro und das Spektrofotometer X-Rite i1Pro eingesetzt.

Farbraumabdeckung

Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2

Eine sRGB-Farbraumabdeckung von 99 % führt zu einer sehr guten Benotung. Die folgende Tabelle fasst die Ergebnisse nach der Software-Kalibration mit Quato iColor Display zusammen.

Farbraum Abdeckung nach Kalibrierung
sRGB 99 %
Adobe RGB 79 %
ECI-RGB v2 72 %
DCI-P3 RGB 83 %
ISO Coated v2 (FOGRA39L) 94 %

Bildmodus „Aus“, Farbtemperatur „Warm“ (Werkseinstellung)

Die Erläuterungen zu den folgenden Charts haben wir für Sie zusammengefasst: Delta-E-Abweichung für Farbwerte und Weißpunkt, Delta-C-Abweichung für Grauwerte, und Gradation.

Diagramm: Graubalance in der Werkseinstellung
Graubalance in der Werkseinstellung

Der Vorgänger schnitt in diesem Bereich nicht so gut ab, umso überraschter waren wir über die nun gemessenen sehr guten Ergebnisse. Sowohl bei der Range als auch bei den durchschnittlichen Abweichungen konnten nur geringe Werte gemessen werden. Der Weißpunkt lag zudem nicht weit entfernt von 6500 Kelvin, und der Kontrast war sehr hoch. Die Gammakurve verlief gleichmäßig, aber noch nicht ganz optimal. Für einen Gaming-Monitor sind dies insgesamt sehr gute Messergebnisse.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich des sRGB-Modus mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Diagramm: Farbwiedergabe im sRGB-Modus
Farbwiedergabe im sRGB-Modus

Einen sRGB-Bildmodus gibt es nicht, wir haben daher die Farbtemperatur von der Werkseinstellung „Warm“ auf „sRGB“ geändert und damit die Messungen durchgeführt. Verändert wurde dabei zum Beispiel auch die Helligkeit, und diese war ebenfalls nicht mehr anpassbar. Es kann also von einem sRGB-Modus gesprochen werden, obwohl der Hersteller diesen selber nicht so nennt.

Die Gammakurve liegt in diesem Betrieb konstant leicht über der Ideallinie. Die Abweichungen der Grauwerte bleiben auf einem sehr guten Niveau, und auch bei den Farbwerten können gute Ergebnisse erzielt werden. Der Durchschnitt der Abweichungen liegt deutlich unter einem Delta von 2, und die Spitzenabweichungen sind ebenfalls noch in einem akzeptablen Bereich. Die Helligkeit ist mit über 300 cd/m² dagegen viel zu hoch. Ohne Anpassungsmöglichkeit der Leuchtdichte ist diese Einstellung also nicht nutzbar, und es ist auch unverständlich, warum viele Hersteller die Helligkeitsanpassung sperren.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Messungen nach Kalibration und Profilierung

Für die nachfolgenden Messungen wurde das Gerät aus Quato iColor Display heraus kalibriert und profiliert. Die angestrebte Helligkeit lag bei 140 cd/m². Als Weißpunkt wurde D65 gewählt.

Beides stellt keine allgemeingültige Empfehlung dar. Das gilt auch für die Wahl der Gradation, zumal die aktuelle Charakteristik im Rahmen des Farbmanagements ohnehin berücksichtigt wird.

Für die Kalibrierung im OSD wurden folgende Werte eingestellt:

Bildmodus: Aus
Helligkeit: 12
Kontrast: 50
Gamma eingestellt: Gamma 2
Gamma gemessen: 2.20
Farbtemperatur: Benutzerdefiniert
RGB: 50/46/48
Color-Gamut: k. A.
DUE Priority: nicht vorhanden
Schärfe: nicht vorhanden
Reaktionszeit: Aus

Profilvalidierung

Diagramm: Validierung des Profils
Validierung des Profils

Bei der Profilvalidierung treten keine unschönen Nichtlinearitäten auf. Die Messwerte liegen zudem auf einem guten Niveau. Nicht bildlich dargestellt ist allerdings ein Messbereich bei den Farbwerten, der eine Abweichung von 3 Delta leicht übersteigt. Dennoch haben wir noch eine knappe gute Note in diesem Bereich vergeben.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Diagramm: Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)
Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Unser CMM berücksichtigt Arbeitsfarbraum- und Bildschirmprofil und führt auf dieser Basis die notwendigen Farbraumtransformationen mit farbmetrischem Rendering-Intent durch.

Auch in diesem Modus gibt es eine Spitze bei den Farbwerten. Der Durchschnitt aller Farbabweichungen liegt dafür auf einem sehr guten Niveau. Die Abweichungen bei den Schwarzwerten haben sich gegenüber der Werkseinstellung leicht erhöht, sind aber weiterhin in einem guten Bereich. Der Monitor kann daher durchaus für die Bildbearbeitung im Amateurbereich genutzt werden – idealerweise nach einer Kalibrierung. Aber auch der Einsatz ohne Kalibrierung sollte vernünftige Ergebnisse ermöglichen.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

11 KOMMENTARE

  1. Ich würde mich auf einen Testbericht mit dem AOC Agon AG273QXP im vergleich zu dem hier vorgestellten AOC Agon AG273QX freuen.

  2. Hallo, ich habe hier nochmal eine Frage, ich habe folgende Anforderungen:
    Gelegenheits-Gamer, dann hauptsächlich Rollenspiele, aber auch ab und zu Adventure oder Shooter.
    Dann wäre es gut, wenn der sRGB-Farbraum gut abgedeckt wäre, so dass man „semi-professionell“ ein wenig mit Photoshop arbeiten kann.

    Ich tendiere gerade zwischen 3 verschiedenen Monitoren und würde gerne eure Empfehlungen hören:
    AOC AG273QX
    BenQ EX2780Q
    HP X27i
    Dell S3220DGF

    Habe mir hierzu Tests hier auf Prad aber auch auf Rtings.com angeschaut und bin um ehrlich zu sein sehr verwirrt, habe aber auch nicht das nötige Know-how um diese gut vergleichen zu können.
    Stimmt es, dass der BenQ hardwarekalibrierbar ist?

    • Bitte stelle solche Fragen in unserem Forum. Hier eine Art Kaufberatung zu machen ist nicht vorgesehen. Es geht hier um Kommentare oder kurze Fragen zum Test. Danke.

  3. Ich habe es jetzt ausprobiert. Zum Vergleich hatte ich mir einen LG 27GL83A-B (144Hz IPS, 430€), einen HP x27i (144Hz IPS, 350€) und den hier vorgestellten AOC AGON AG273QX für 480€ geholt. Auch wenn man es theoretisch aus den technischen Daten herauslesen könnte, war ich doch überascht über den im Vergleich sehr schlechten Kontrast des LG, vermutlich verstärkt durch sehr starkes Backlight bleeding. Auch über die sehr starken Schlieren die dieser Gamer-Traum von AOC im Ufo Ghosting Test zeigte war ich überrascht. Die beiden IPS Monitor ware hier deutlich besser, der HP war hier nicht erkennbar schlechter als der LG, allerdings hat er einen erkennbar besseren Kontrast (evtl. war es auch Glück, dass er weniger Backlight bleeding hat, ist bei IPS ja immer auch Glückssache).Vor allem dunkle Szenen z.B. in Alien:Isolation waren mit dem HP deutlich schöner bei ansonsten vergleichbarer Helligkeit.

    Speziell bei Alien:Isolation hat der AOC allerdings total versagt, zumindest mit meiner GTX1080. Alle paar Sekunden hat sich der Monitor komplett abgeschaltet und neu eingeschaltet sofern das Adaptive Sync aktiviert war (ohne war das Problem verschwunden). Das Spiel hatte durchgehend über 165 FPS, ich weiß nicht ob es damit etwas zu hatte, aber die beiden anderen Monitore hatten keine Probleme damit.

    Auch ließen sich die beiden Monitore von LG und HP im Desktop Betrieb klonen und gleichzeitig für einen direkten Vergleich bei 144Hz betreiben, was der AOC Monitor nicht erlaubte.

    Ich weiß nicht ob ich da ein Montagsmodell erwischt hatte, jedenfalls hat der AOC Monitor abgesehen von den VA-Panel-bedingten Schlieren auch sonst leider keinen guten Eindruck bei mir hinterlassen.

    • Ich hatte auch kurze Zeit den AOC AG273QX Monitor, das Problem das sich der Monitor bei aktivierten „gsync compatible“ abschaltet hatte ich leider auch. Daraufhin hab ich ein Ticket aufgemacht und der Monitor sollte getauscht werden, da der Monitor aktuell nicht lieferbar ist wurde mir nun Geld angeboten oder Tausch gegen die curved Variante. Hab mich fürs Geld entschieden. Der Kontrast hat mir schon sehr gefallen, hatte kurz zuvor den ViewSonic XG270QG zuhause und war absolut nicht begeistert, wahrscheinlich bin ich durch den Eizo FG2421 verwöhnt. Dann werd ich wohl Abstand davon nehmen noch einen 273QX zu bestellen. Den HP x27i hab ich auch auf dem Schirm, vielleicht geb ich dem mal eine Chance, ansonsten fällt mir in der 27″ non curved Klass, mit gutem Kontrast, nix guten ein.

      • Hallo, ich bin in der selben Situation. Es gibt neben dem x27i mit gutem Kontrast nur noch den BenQ EX2780Q, wenn man die Modelle von Acer (VG270UP oder XV272UP) wegen dem extrem häufigen starken Bleeding und Lichthöfen außen vor lässt. Der BenQ soll anständigen Kontrast haben und sehr wenig Bleeding, dafür in der Ausleuchtung nicht ganz so gleichmäßig sein. Bessere CtC Werte als diese AOC-Modelle mit VA-Panel. Der HP Omen 27i kommt für mich leider nicht infrage wegen des schlechten Kontrastes des LG-Panels, sonst wäre der ein guter Kandidat. Der BenQ soll am problemlosesten sein, dabei aber nicht kompromisslos schnell.

  4. Also ich habe mir diesen Bildschirm neulich bei bei Amazon gebraucht gekauft für 350€ (<5 Pixelfehler) mit der bloßen Absicht diesen mal mit einem anderen IPS Monitor zu vergleichen. Der Kontrast ist schon deutlich besser, und Pixelfehler hat der Bildschirm auch keine.

    Zu den Reaktionszeiten, beim Gaming (Modern Warfare, Anno 1800 z.B.) merkt man keine Schlieren oder Bildfehler auf dem höchsten Overdrive Setting.

    Wo man es deutlich merkt ist bei weißem Text auf schwarzen Hintergrund, schlimmer wird es wenn man den Windows Night Mode noch an hat. Es kommt denke ich stark darauf an welche Farbverläufe abgespielt werden. Bei Spielen merkt man eigtl nix.

    Bei Anno hatte das Bild teilweise geflackert, dies hatte aber mit der Minimum Refresh Rate von FreeSync zu tun und kann man relativ easy beheben: https://www.reddit.com/r/nvidia/comments/agcj4a/how_to_eliminate_flickering_on_gsyncfreesync/

    Fazit, hab den Bildschirm behalten.

    • Das mit dem flackern hat scheinbar so ziemlich jeder Freesync Monitor. Das hat sowohl mein BenQ (Zowie) XL2730 als auch der AOC AG327QX. Allerdings von Spiel zu Spiel unterschiedlich. Mal garnicht, mal wenig und mal viel…. daher habe ich den Bildschirm auch behalten. Und ich stimme zu, dass man das schlieren selten merkt. In speziellen Szenen kann das passieren. Aber es ist niemals so, dass ich mich extrem davon gestört fühlen würde.

    • Was haben sie genau eingestellt damit der Monitor nicht mehr flackert? Ich teste es gerade mit den CRU Tool aber bekommen es nicht gebacken das es nicht mehr flackert 🙁

  5. Auf die Antwort bin ich auch gespannt, ich war bisher recht sicher, dass VA und „Traum für Gamer“ eher nicht zusammen passt.

  6. Hallo Herr Kraft, danke für den Test. Der Monitor könnte mein nächster werden, da mein jetziger starkes Backlight Bleeding aufweist.
    Allerdings frage ich mich wie ein Monitor mit so langen CtC Schaltzeiten ein „Traum für Gamer“sein kann? Ist da nicht das Bewegtbild total unscharf im Vergleich selbst zu anderen VA Monitoren?
    MfG

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