Test ASUS H1: Enorme Lichtleistung und angenehm leise
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Keystone-Ausgleich

Wie bei fotografischen Objektiven auch, lässt bei jedem Objektiv die Abbildungsleistung zu den Rändern nach. Am stärksten tritt dieser Effekt in den extremen Ecken zutage (schließlich ist ein Objektiv rund).

Bei einer optimalen, waagerechten Ausrichtung fällt der Abfall der Schärfe beim ASUS H1 dennoch auch in den extremen Ecken nur sehr gering aus. Verzerrungen in der Geometrie sind ebenfalls kaum festzustellen.

Letzteres gilt auch dann, wenn man den Projektor mit den Standbeinen nach oben neigt und die elektronische Perspektivkorrektur bemüht. Hier muss man aber wie bereits gezeigt gewisse Detaileinbußen hinnehmen. Bei bewegten Szenen kann es auch zu Moiré-Effekten kommen. Das betrifft jedoch primär künstliche Grafiken mit dicht aneinander liegenden Linienpaaren bzw. feinen Mustern.

Testbild komplett mit 6°-Neigung und 100-Prozent-Ausschnitt
Testbild komplett mit 6°-Neigung und 100-Prozent-Ausschnitt
Mittemit 6°-Neigung und Keystone-Ausgleich
Mittemit 6°-Neigung und Keystone-Ausgleich
100-Prozent-Ausschnitt links oben mit 6°-Neigung und Keystone-Ausgleich
100-Prozent-Ausschnitt links oben mit 6°-Neigung und Keystone-Ausgleich
00-Prozent-Ausschnitt rechts oben mit 6°-Neigung und Keystone-Ausgleich
00-Prozent-Ausschnitt rechts oben mit 6°-Neigung und Keystone-Ausgleich
100-Prozent-Ausschnitt links unten mit 6°-Neigung und Keystone-Ausgleich
100-Prozent-Ausschnitt links unten mit 6°-Neigung und Keystone-Ausgleich
100-Prozent-Ausschnitt rechts unten mit 6°-Neigung und Keystone-Ausgleich
100-Prozent-Ausschnitt rechts unten mit 6°-Neigung und Keystone-Ausgleich

Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast

Für diese Untersuchung messen wir die mittlere Helligkeit bei einem weißen und einem schwarzen Testbild. Das statische Kontrastverhältnis (full on/off) ergibt sich als Quotient der beiden Werte. Zusätzlich berechnen wir die Effizienz der Lichtausbeute in Lumen/Watt.

Die Helligkeit gibt ASUS mit 3000 Lumen an. Das ist nicht nur für einen LED-Beamer schon fast ein Rekord. Auch Projektoren mit herkömmlicher UHP-Lampe erreichen selten eine so hohe Lichtleistung. Bei den Angaben zum Kontrast gibt sich ASUS dagegen bescheiden. Das Kontrastverhältnis soll 800:1 betragen.

Die Lichtleistung kann man beim H1 etwas versteckt in den Systemeinstellungen mit der Option „Lichtmodus“ beeinflussen. Die höchste Leistung erreicht man im Modus „Normal“, der ab Werk voreingestellt ist. Ferner gibt es die Optionen „Sparmodus“ und „Dynamic Black“.

Den höchsten Lichtstrom messen wir überraschenderweise deutlich unterhalb der Bildmitte mit 1192 Lumen. Wirklich relevant für die Beurteilung ist aber die Verteilung über die gesamte Bildfläche. Gemittelt über die gesamte Bildfläche messen wir 1049 ANSI-Lumen.

Im Sparmodus wird der ASUS H1 angenehm leise. Wir ermitteln 845 ANSI-Lumen. Im Gegensatz zu vielen anderen Projektoren ist der Sparmodus keinesfalls ein „Feigenblatt“, sondern vielmehr der eigentliche Normalmodus. Die subjektiv wahrgenommene Helligkeit ist immer noch enorm und in abgedunkelten Wohnräumen völlig ausreichend.

Im Vergleich zum ASUS F1 verspricht ASUS beim H1 die 2,5-fache Lichtleistung. Nach unseren Messungen kommt das mit dem Faktor 2,44 auch sehr gut hin. Selbst im Sparmodus ist sie immer noch doppelt so hoch.

Die Lumen-Angaben bei LED-Projektoren sind mit denen bei UHP-Projektoren nicht direkt vergleichbar. Manche Hersteller sprechen deshalb bei ihren Angaben von „LED-Lumen“. Das liegt daran, dass für unsere Wahrnehmung die Farbhelligkeit ebenfalls eine große Rolle spielt. Hier sind LED-Modelle technisch bedingt in der Regel erheblich im Vorteil.

Wirklich aussagekräftig sind Herstellerangaben zur Lichtleistung nur dann, wenn neben der Weißhelligkeit auch die Farbhelligkeit angegeben wird – beides nach ANSI gemittelt über die tatsächliche Projektionsfläche. Auch wir können hier aktuell nur die Weißhelligkeit messen. Da bei LED-Projektoren in realen Szenen die Farben in der Regel viel leuchtkräftiger dargestellt werden, erklärt das, wieso die Lichtleistung subjektiv noch viel besser ausfällt, als die Zahlen hier vermuten lassen.

Weniger rekordverdächtig sieht es beim Kontrast aus. ASUS gibt sich bereits bei den Herstellerangaben mit einem Kontrastverhältnis von 800:1 recht bescheiden. Das von uns ermittelte Kontrastverhältnis berücksichtigt ebenfalls die gesamte Projektionsfläche und liegt bei rund 630:1. Die Lichtleistung spielt dabei keine Rolle, da sich mit höherer Lichtleistung auch der Schwarzwert im gleichen Verhältnis verschlechtert.

Trotz dieser Leistungen ist der H1 für Projektionen bei Tageslicht natürlich noch nicht geeignet. Für Präsentationen und Filme mit eher hellen Szenen muss man den Raum aber auf keinen Fall vollständig abdunkeln. Wenn man das Licht im Bereich der Leinwand so gut wie möglich dimmt, reicht das bereits. Abhängig ist das natürlich auch von der Größe der Leinwand.

Helligkeit in Lumen Schwarzwert in Lumen Statisches Kontrastverhältnis Lichtausbeute in Lumen/Watt
Modus Standard,
„Normal“
1049,81 1,68 623:1 3,6
Modus Standard,
„Spar“
844,73 1,34 629:1 4,9

Messwerte zu Helligkeit, Schwarzwerten und Kontrastverhältnis

Die Energieeffizienz ist beim ASUS H1 nicht ganz so ausgezeichnet wie beim F1. Die Lichtausbeute ist im Sparbetrieb mit 4,9 Lumen/Watt dennoch vor allem im Vergleich zu herkömmlichen Projektoren sehr gut.

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