Test ASUS H1: Enorme Lichtleistung und angenehm leise
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Helligkeitsverteilung und Homogenität

Wir untersuchen die Helligkeitsverteilung und die farbliche Homogenität mit einem weißen Testbild, das an neun Punkten vermessen wird. Daraus berechnen wir zunächst die Helligkeitsabweichungen von der Bildmitte. Die Wahrnehmungsschwelle für Helligkeitsunterschiede liegt bei etwa 10 %.

Gleichmäßige Helligkeitsverteilung und hervorragende Homogenität
Gleichmäßige Helligkeitsverteilung und hervorragende Homogenität

Die ungewichtete mittlere Helligkeit liegt bei 92 % und scheint eigentlich noch ganz ordentlich. Der Helligkeitsabfall vor allem im linken Drittel ist aber bei statischen, homogenen Flächen selbst mit freiem Auge deutlich zu erkennen. Auch die Farbhomogenität ist nicht astrein. In bewegten Szenen fällt das dennoch in der Regel nicht auf.

Abweichungen bei Farbhomogenität und Helligkeit im Weißbild
Abweichungen bei Farbhomogenität und Helligkeit im Weißbild

Unten links ist das schwarze Testbild zu sehen, wie man es auch mit freiem Auge sieht. Das Foto unten rechts zeigt das Schwarzbild mit verlängerter Belichtung, um die Problembereiche stärker sichtbar zu machen.

Ausleuchtung bei normaler Belichtung
Ausleuchtung bei normaler Belichtung
Ausleuchtung bei verlängerter Belichtung
Ausleuchtung bei verlängerter Belichtung

Der Schwarzwert ist generell nicht die Stärke des ASUS H1. Das haben wir bereits oben bei den Messungen zum Kontrast gesehen. Auch subjektiv fällt das sofort auf. Bei einem schwarzen Testbild lässt der H1 ebenfalls so einiges an Restlicht durch. Schwarze Flächen erscheinen somit subjektiv eher wie ein dunkles Grau und sind im Vergleich zum (wirklich) schwarzen Rahmen der Leinwand deutlich aufgehellt.

Zudem zeigt sich im Schwarzbild-Test eine grün-bläuliche Einfärbung, die aber deutlich unauffälliger ist als beispielsweise das rötliche Schwarz beim F1. Die Schwächen bei der Homogenität sind auch beim Schwarzbild zu erkennen.

Ferner erzeugt der H1 Streulicht-Effekte über die eigentliche Projektionsfläche hinaus. Die Abbildung dazu hatten wir bereits bei der Aufstellung gezeigt. Leider macht das den Zoom fast nutzlos. Aber auch in der höchsten Zoomstufe ist der Streulichtkreis in manchen Szenen zu sehen – allerdings so, dass man ganz gut damit leben kann.

Graustufen und Farbverläufe

Die Graubalance macht beim ASUS H1 in der Werkseinstellung einen sehr guten Eindruck. Die Grauwerte wirken sehr neutral. Etwas problematisch sind nur die dunklen Bildbereiche aufgrund des schlechten Schwarzwertes. Während die hellsten Stufen vollständig zu erkennen sind, ist das bei den dunkelsten Stufen gerade so noch bis Stufe 8 der Fall. Das liegt aber nach Augenschein nicht am Gammaverlauf des H1, sondern schlicht an zu viel Restlicht.

Graustufen-Testbild 1
Graustufen-Testbild 1

Bei genauem Hinsehen kann man auch erkennen, dass die rechte und linke Bildhälfte nicht ganz identisch aussehen. Das dürfte hier dem Thema Farbhomogenität geschuldet sein.

Graustufen-Testbild 2
Graustufen-Testbild 2
Graustufen-Testbild 3
Graustufen-Testbild 3

Trotz 12-bbc-Zuspielung können feine Grau- und Farbverläufe nicht sonderlich überzeugen. Banding-Effekte sind hier deutlich zu erkennen, erst recht aus nächster Nähe. Leicht rechts von der Bildmitte macht der Verlauf einen Helligkeitssprung. Das fällt auch bei Farbverläufen auf, zumindest bei helleren Farben.

Feine Grauverläufe
Feine Grauverläufe
Feine Farbverläufe
Feine Farbverläufe

Die Farbschimmer sind vor allem im Grauverlauf zu sehen – wie üblich abwechselnd in Grün und Magenta. Aus Heimkino-Abstand sind sie subtil, aber sichtbar. Wer den ASUS H1 auch zur ambitionierteren Vorführung von Fotos einsetzen will, sollte das beachten.

Farbwiedergabe

Natürliche, aber eher blasse Hauttöne, teilweise Schwierigkeiten bei der Differenzierung von Farbverläufen
Natürliche, aber eher blasse Hauttöne, teilweise Schwierigkeiten bei der Differenzierung von Farbverläufen

LED-Projektoren sind in der Regel sehr gut in der Lage, besonders kräftige Farben und einen erweiterten Farbraum darzustellen. Wenn die Farbraumgrenzen im Vergleich zur HDTV-Norm dementsprechend nach außen verschoben sind, führt das nicht zwangsläufig zum „Villa-Kunterbunt-Eindruck“. Dabei ist ein Blick auf den Verlauf der Farbsättigungen interessant. Wenn die Verschiebung in den schwachen und mittleren Sättigungsbereichen gering ausfällt, kann die Darstellung dennoch sehr natürlich wirken.

Der Blick auf die Primär- und Sekundärfarben zeigt auch beim ASUS H1 sofort, dass das Gerät deutlich über den sRGB-Farbraum hinausgeht. Am stärksten fällt das bei Rot und Magenta auf. Den Unterschied zu einem sRGB-Monitor wird selbst der Laie zum Beispiel beim roten Netflix-Logo sofort sehen.

Im Testbild oben fallen aber auch Schwächen bei der Differenzierung auf. Während die Abstufung bei Blau bis hin zur maximalen Sättigung (Bildmitte) noch recht gut gelingt, ist das bei Rot und vor allem Grün nicht der Fall. In der Praxis bedeutet das, dass es in stark gesättigten Bereichen zu Detailverlusten kommen kann.

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