Test ASUS H1: Enorme Lichtleistung und angenehm leise
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Stromverbrauch, Kühlung und Wartung

Stromverbrauch

Die Stromversorgung ist beim ASUS H1 direkt im Gehäuse untergebracht. Daher braucht man bei der Aufstellung nicht noch auf ein zusätzliches Netzteil achten und kann gegebenenfalls auch leicht ein anderes Kaltgeräte-Kabel verwenden.

Die Leistungsaufnahme im Betrieb wird vom Hersteller mit maximal 360 Watt angegeben. Der Verbrauch im Standby soll weniger als 0,5 Watt betragen.

Unsere Messungen bleiben hier erfreulicherweise noch deutlich unter der Herstellerangabe. Im Betrieb messen wir 288 Watt im Lampenmodus „Normal“ und 272 Watt im Sparmodus. Im Standby ermitteln wir den Strombedarf sogar mit unter 0,3 Watt.

Modus Stromverbrauch in Watt/h
Lampenleistung: Normal 287,7
Lampenleistung: Sparmodus 171,9
Standby <0,3

Kühlung und Wartung

Schaut man beim ASUS H1 von vorn durch die Lufteinlässe, wird ein mächtiger Kühlkörper sichtbar, der auch als CPU-Kühler herhalten könnte. Soweit von außen ersichtlich, sind rechts und links davon zwei Lüfter angebracht, die auch von vorn frische Luft ansaugen und über den Kühlkörper leiten.

Mächtiger Kühlkörper beim Lufteinlass vorn
Mächtiger Kühlkörper beim Lufteinlass vorn

Im hinteren Bereich des Gehäuses wird zusätzliche Kühlluft mit zwei Lüftern auf der rechten Seite angesaugt und auf der linken Seite wieder ausgeblasen. Durch diese Konstruktion sind die Zuschauer zwar nicht in Gefahr, geföhnt zu werden, bei normaler Lichtleistung bekommt man die Erwärmung der Umgebung aber trotzdem aufgrund der Nähe des Projektors durchaus mit. Auf jeden Fall sollte man das bei der Aufstellung entsprechend berücksichtigen und dem Projektor vor allem an den Seiten entsprechend Freiraum lassen.

Die LED-Technik ist eigentlich bekannt dafür, dass wesentlich weniger Abwärme entsteht. Wenn sie bei der Lichtleistung auf kleinstem Raum entsprechend gefordert wird wie beim ASUS H1, ist man aber auch in Sachen Kühlbedarf nicht mehr allzu weit von einem Projektor mit UHP-Lampe (aber geringerer Lichtleistung) entfernt.

Frischluftzufuhr rechts hinten
Frischluftzufuhr rechts hinten
Warme Abluft links hinten
Warme Abluft links hinten

Im Abluftbereich ist schon eine recht deutliche Erwärmung spürbar. Das sollte bei der Aufstellung berücksichtigt werden.

Bei Projektoren mit Hochdrucklampe muss die Lampe regelmäßig ausgetauscht werden. Zudem nimmt bis zum Ende der Lebensdauer die Lichtleistung merklich ab und beträgt dann nur noch etwa die Hälfte. Bei regelmäßiger Nutzung muss man alle zwei bis drei Jahre die Lampe und den Lüftungsfilter erneuern, und das ist durchaus kostspielig.

Bei LED-Projektoren dagegen ist ein Austausch von Filtern oder Lampe in der Regel gar nicht vorgesehen. Die Lebensdauer der Lampe gibt ASUS mit 30 000 Stunden an. Das entspricht dann aber auch zugleich der maximalen Lebensdauer des gesamten Gerätes. Denn ein Austausch scheint beim H1 ebenfalls nicht vorgesehen zu sein. Bei einem täglichen Einsatz von 4 Stunden reicht das aber ohnehin für 20 Jahre.

Wie lange die LED-Technik tatsächlich hält, kann heute aber niemand sagen. Dazu ist die Technik viel zu jung. Langzeiterfahrungen, die den Herstellerangaben entsprechen, kann es daher nicht geben. Informationen zu einer über den gesetzlichen Umfang hinausgehenden Herstellergarantie konnten wir nicht finden.

Bedienung und OSD

Die wichtigsten Tasten findet man auch auf der Geräte-Oberseite. Die Power-Taste wie auch die Tasten des Menü-Bedienfeldes haben nicht nur eine angenehme Größe, sondern machen in der Haptik ebenfalls einen sehr wertigen Eindruck.

In der Praxis erfolgt die Bedienung aber meist ausschließlich über die Fernbedienung. Die Fernbedienung wirkt vergleichsweise einfach. Eine Tastenbeleuchtung wäre im Dunkeln schon hilfreich. Andererseits erfolgt die Bedienung primär über das runde Steuerkreuz im oberen Bereich und die Menü-Taste rechts darunter. Das lässt sich auch problemlos im Dunkeln blind erfühlen.

Bedienfeld am Projektor
Bedienfeld am Projektor
Fernbedienung des ASUS H1
Fernbedienung

Was den Bedienkomfort etwas trübt, ist vermutlich eher das Zusammenspiel mit dem OSD. Es wirkt etwas lieblos und erweckt den Eindruck einer farblosen Kopie des von ASUS-Monitoren bekannten OSDs.

Dementsprechend mag die Schrift aus der Entfernung etwas klein sein. Dafür muss man nicht scrollen, und das ganze OSD ist sehr übersichtlich. Mit der Größe des OSDs und der daraus resultierenden Lesbarkeit hatten wir im Test keine Probleme.

OSD: Bildmodi
OSD: Bildmodi
OSD: Bildeinrichtung
OSD: Bildeinrichtung

Die Bedienung könnte allerdings etwas Feinschliff vertragen. Es ist nicht ganz nachvollziehbar, wieso man immer erst die OK-Taste drücken muss, um in ein Untermenü bzw. zu einem Einstellregler zu gelangen. Mit der Taste nach rechts wäre das viel einfacher und intuitiver.

Das OSD reagiert teilweise verzögert oder erst beim zweiten Anlauf. Wir haben dabei weniger die Tasten im Verdacht als die Elektronik hinter dem OSD. Denkbar wäre aber auch ein ungünstig positionierter Infrarotsensor.

OSD: Anzeige-Einstellungen
OSD: Anzeige-Einstellungen
OSD: Audio-Einstellungen
OSD: Audio-Einstellungen

Das OSD verteilt sich auf sechs vertikal angebrachte Hauptebenen und lässt beim Funktionsumfang eigentlich keine großen Wünsche offen. In dieser Preisklasse ist der Wunsch nach einer Kalibrierung eher selten anzutreffen. Das Gamma lässt sich aber als Zahlenwert einstellen, und unter dem Punkt „Farbeinstellung“ (Menü „Bildeinrichtung“) kann man unter anderem das RGB-Gain entsprechend justieren.

OSD: Wahl der Eingangsquelle
OSD: Wahl der Eingangsquelle
OSD: Systemeinstellungen
OSD: Systemeinstellungen

In Sachen Kalibrierung sind wir beim ASUS H1 zwar nicht sonderlich in die Tiefe gegangen. Wir hatten allerdings auch nicht den Eindruck, dass dadurch eine nennenswerte Verbesserung zu erzielen wäre.

Der Regler „Wandfarbe“ im Menü „Bildeinrichtung“ weist im Grunde auch schon darauf hin, wozu der ASUS H1 primär gedacht ist: als Einsteiger-Projektor, bei dem man das Bild einfach an eine freie (möglichst glatte) Wand wirft. Mit diesem Regler könnte man dann sogar die Wandfarbe ausgleichen. Darunter sollte man allerdings eine Notlösung verstehen. Mit einer weißen Wand oder idealerweise einer echten Leinwand fährt man immer besser.

Insgesamt bewerten wir die Bedienung des ASUS H1 als gut mit Verbesserungspotenzial.
Was ihm trotz LAN-Anschluss auf jeden Fall fehlt, sind Zusatzfunktionen wie Streaming-Apps, Mediaplayer und Apple AirPlay. Hier muss sich heute jeder Beamer einer sehr starken Konkurrenz aus dem Smart-TV-Lager mit hochintegrierten All-in-One-Lösungen stellen. Ein großes Bild ist eben heute nicht mehr alles. Einfach einschalten und TV, Netflix oder Spielfilme aus dem Heimnetzwerk anschauen? Das geht beim ASUS H1 so leider nicht.

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