Test BenQ BL2480T – Überzeugender IPS-Business-Monitor
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Zusatzfunktionen

Blaulichtfilter

Der eingebaute Blaulichtfilter ist nicht so flexibel wie bei anderen Modellen. Auswählbar sind die vier vordefinierten Modi „Multimedia“, „Webbrowsen“, „Büro“ und „Lesen“, eigene Einstellungen der Intensität sind nicht möglich. In den einzelnen Modi wird der Filter unterschiedlich stark angewandt.

Im Ergebnis wird eine weiße Seite eher gelblich dargestellt, was nicht mehr so ansprechend wirkt, aber die Augen schont. Vorbildlich ist zudem, dass der Filter per Schnelltaste abrufbar ist und so spontan genutzt werden kann. Wir empfehlen, diesen nur bei längeren Lesezeiten zu aktivieren, da die Farben in diesem Modus generell verfälscht wiedergegeben werden, was schon beim Webbrowsen störend wirken kann.

Color Weakness-Modus

Der Color Weakness-Modus ermöglicht es dem Anwender, die Lichtmenge roten und grünen Lichts mittels Magenta- und Cyanfiltern auszugleichen. Dieser Modus ist für Farbfehlsichtige mit einer Rot-, Grün- oder Rot-Grün-Sehschwäche konzipiert worden und wird nur von ganz wenigen Herstellern überhaupt angeboten. Der Color Weakness-Modus versichert auf diese Weise eine dauerhaft optimale Seherfahrung für alle User und erleichtert das Differenzieren zwischen einzelnen Farbtönen signifikant, sobald die Rot- und Grünnuancen ausgeglichen sind. Wer hierzu detaillierte Informationen sucht, findet diese im Beitrag „Technologien für ein gesundes, ermüdungsfreies Arbeiten“.

Brightness Intelligence

Unter dieser Option kann der Helligkeitssensor des Monitors mit der intelligenten Helligkeitssteuerung aktiviert werden. Im Modus „Benutzer“ ist dieser leider nicht nutzbar, weshalb Anwender, die das Gerät kalibriert haben, nichts davon haben. Getestet haben wir die Funktion daher im Modus „Standard“, der wahrscheinlich am häufigsten zur Anwendung kommt, da dieser im Auslieferungszustand voreingestellt wird.

Helligkeitssensor mittig unter dem Frontrahmen des BenQ BL2480T
Helligkeitssensor mittig unter dem Frontrahmen

Die Voreinstellung mit einer Intensität von 50 % empfinden wir als sehr angenehm. Sobald der Sensor unter dem mittleren Frontrahmen realisiert, dass sich das Umgebungslicht ändert, wird die Helligkeit angepasst. Eingeblendet wird dazu in der unteren rechten Ecke ein Auge mit einer Anzeige, auf welche Stufe die Helligkeit nun gestellt wird. Der Wechsel der Helligkeit erfolgt dabei fließend und nicht ruckartig, sodass ein Anwender dies kaum merkt, wenn nicht expliziert darauf geachtet wird. Beim Arbeiten ist dies sehr angenehm, da immer ausreichend Licht vorhanden ist und gleichzeitig nicht dauerhaft auf einen zu hellen Monitor geschaut werden muss. Für Büros, in denen kein konstantes Licht herrscht, ist das daher ein absoluter Mehrwert.

Bildqualität

Der Monitor besitzt nur einen sehr schmalen Rahmen und zudem ein mattes Display, wodurch keine störenden Spiegelungen im Betrieb auftreten. Das gesamte Gehäuse des Geräts wurde zudem matt gestaltet, sodass auch hier keine Spiegelungen auszumachen waren.

Beim Reset stellt der Monitor folgende Werte ein:

Bildmodus: Standard
Helligkeit: 100
Kontrast: 50
Gamma: 3
Farbtemperatur: Normal
RGB: bei „Standard“ nicht einstellbar
Color-Gamut: k. A.
DUE Priority: nicht vorhanden
Schärfe: 5
Reaktionszeit: Hoch

Diese Werte wurden für die nachfolgende Beurteilung bei Werkseinstellung verwendet.

Graustufen

Die hellen Balken lassen sich vollständig vom Hintergrund differenzieren. Bei den dunklen Balken ist dies ab der Stufe 3–4 möglich. Dies ist ein guter Wert für die Werkseinstellung eines Büromonitors.

Graustufen und -verlauf des Displays
Graustufen und -verlauf

Feine Grauverläufe werden ohne sichtbare Banding-Effekte dargestellt, und auch einen Farbschimmer konnten wir nicht ausmachen. Ein störendes IPS-Glitzern war ebenfalls nicht zu erkennen.

Ausleuchtung

Das linke Foto zeigt ein komplett schwarzes Bild ungefähr so, wie man es mit bloßem Auge sieht; hier werden die auffälligen Schwächen sichtbar. Das rechte Foto mit längerer Belichtungszeit hebt dagegen die Problemzonen hervor und dient nur der deutlicheren Darstellung.

Ausleuchtung bei normaler Belichtung
Ausleuchtung bei normaler Belichtung
Ausleuchtung bei verlängerter Belichtung
Ausleuchtung bei verlängerter Belichtung

Im allgemeinen Betrieb könnte höchstens einer der Lichthöfe als störend wahrgenommen werden. Bei einem schwarzen Testbild ist dagegen auch schon bei normaler Belichtung die leicht schwammige Ausleuchtung des Gerätes erkennbar. Bei der verlängerten Belichtung ist diese genauer auszumachen, wodurch wir in diesem Bereich keine gute Note mehr vergeben.

Bei einer seitlichen Betrachtung von oben tritt der übliche IPS-Glow-Effekt auf. Das Bild wird also eher in einem hellen Grauton als in einem satten Schwarz dargestellt. Dieser Effekt ist aber bei nahezu allen Geräten mit IPS-Panel vorhanden.

Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast

Die Messungen werden nach einer Kalibration auf D65 als Weißpunkt durchgeführt. Sofern möglich, werden alle dynamischen Regelungen deaktiviert. Das Messfenster wird nicht von einem schwarzen Rand umgeben. Die Werte können daher eher mit dem ANSI-Kontrast verglichen werden und geben Realweltsituationen deutlich besser wieder, als Messungen von flächigem Weiß- und Schwarzbild.

Helligkeits- und Kontrastverlauf des BenQ BL2480T
Helligkeits- und Kontrastverlauf des BenQ BL2480T

Der Hersteller gibt die maximale Helligkeit mit 250 cd/m² und den Kontrast mit 1000:1 an. Ab einer Helligkeit von etwa 30 können wir den Kontrast von 1000:1 bestätigen, darunter ist er geringügig niedriger. Bei einer Helligkeit von 41 haben wir 140 cd/m² gemessen, bei diesem Wert ist der Kontrast daher sehr gut.

Die maximale Helligkeit haben wir mit 253 cd/m² gemessen, auf der niedrigsten Stufe lag der Wert bei 55 cd/m². Bei einem Büromonitor sind niedrigere Werte nicht ganz so wichtig, aber auch für Heimgebrauch oder in einem stark abgedunkelten Raum sollte dieser Wert niedrig genug sein.

Bildhomogenität

Wir untersuchen die Bildhomogenität anhand von vier Testbildern (Weiß, Neutraltöne mit 75 %, 50 %, 25 % Helligkeit), die wir an 15 Punkten vermessen. Daraus resultieren die gemittelte Helligkeitsabweichung in % und das ebenfalls gemittelte Delta C (d. h. die Buntheitsdifferenz) in Bezug auf den jeweils zentral gemessenen Wert. Die Wahrnehmungsschwelle für Helligkeitsunterschiede liegt bei etwa 10 %.

Diagramm: Gemittelte Helligkeitsverteilung in %
Gemittelte Helligkeitsverteilung in %
Diagramm: Gemittelte Farbreinheit Delta C
Gemittelte Farbreinheit Delta C

Mit dem bloßen Auge erkennbar waren bei unserem Gerät nur die beschriebenen Lichthöfe. Die hier gemessenen Helligkeitsunterschiede und Abweichungen bei der Farbreinheit sind vor allem bei farbkritischen Arbeiten interessant. Wird der Monitor als reines Büro-Display verwendet, sind die von uns gemessenen Werte als völlig akzeptabel einzustufen.

Gute Bewertungen werden aber in beiden Bereichen verpasst. Die durchschnittliche Helligkeitsabweichung liegt bei über 7 %, und in einem Messpunkt konnten wir sogar eine Abweichung von fast 17 % messen. Bei der Farbreinheit zeigt sich ein ähnliches Bild. Der Durchschnitt liegt bei einem Delta C von 1,6, und in einem Messfeld wurde sogar ein Wert von 3,7 gemessen.

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