Test BenQ BL2480T – Überzeugender IPS-Business-Monitor
4/5

1
33619

Reaktionsverhalten

Den BenQ BL2480T haben wir in nativer Auflösung bei 60 Hz am DisplayPort untersucht. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Der Messwert CtC (Color to Color) geht über die herkömmlichen Messungen von reinen Helligkeitssprüngen hinaus – schließlich sieht man am Bildschirm auch in aller Regel ein farbiges Bild. Bei dieser Messung wird deshalb die längste Zeitspanne gemessen, die der Monitor benötigt, um von einer Mischfarbe auf die andere zu wechseln und seine Helligkeit zu stabilisieren. Verwendet werden die Mischfarben Cyan, Magenta und Gelb – jeweils mit 50 % Signalhelligkeit. Beim CtC-Farbwechsel schalten also nicht alle drei Subpixel eines Bildpunktes gleich, sondern es werden unterschiedliche Anstiegs- und Ausschwingzeiten miteinander kombiniert.

Im Datenblatt wird eine Reaktionszeit von 5 ms für GtG genannt. Eine Beschleunigungsoption (Overdrive) ist vorhanden. Der BenQ besitzt drei Stufen für die Overdrive-Funktion („Aus“, „Hoch“, „Premium“). In der Werkseinstellung ist die Option „Hoch“ aktiviert.

60 Hz, Overdrive „Aus“

Bei ausgeschaltetem Overdrive liegt der Schwarz-Weiß-Wechsel bei 18,6 ms und der schnellste Grauwechsel bei 16,6 ms. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte beträgt sogar satte 23,5 ms. Der CtC-Wert ist mit einem Wert von über 20 ebenfalls weit von einem guten Wert entfernt. Überschwinger werden erwartungsgemäß nicht produziert.
Das Schaltzeitendiagramm zeigt unter anderem, wie sich verschiedene Helligkeitssprünge addieren, wie schnell der Monitor in der Werkseinstellung im besten Fall reagiert und von welcher mittleren Reaktionszeit ausgegangen werden kann.

Diagramm: 60 Hz („Aus“): langsame Schaltzeiten
60 Hz („Aus“): langsame Schaltzeiten
Diagramm: 60 Hz („Aus“): keine Überschwinger
60 Hz („Aus“): keine Überschwinger

60 Hz, Overdrive „Hoch“

In der Werkseinstellung ist die Overdrive-Schaltung „Hoch“ aktiviert. Damit erzielt der BenQ recht gute Schaltzeiten. Der schnellste Grauwechsel sinkt auf gute 10 ms. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte ändert sich auf 17,4 ms. Der CtC-Wert hat sich mit 12 ms zudem fast halbiert. Die Änderungen zur Werkseinstellung sind damit deutlich messbar. Der Helligkeitsverlauf bleibt weiterhin neutral. Für einen klassischen Office-Monitor ist die Einstellung „Hoch“ optimal.

Diagramm: 60 Hz („Hoch“): gute Schaltzeiten
60 Hz („Hoch“): gute Schaltzeiten
Diagramm: 60 Hz („Hoch“): moderate Überschwinger
60 Hz („Hoch“): moderate Überschwinger

60 Hz, Overdrive „Premium“

In der höchsten Overdrive-Einstellung kann der Monitor die versprochenen 5 ms bei einem Grauwechsel fast erreichen. Die restlichen Werte haben sich ebenfalls stark verbessert. So beträgt der CtC-Wert zum Beispiel nur noch sehr geringe 6 ms, was eine erneute Halbierung gegenüber dem mittleren Modus bedeutet.

Diese schnellen Schaltzeiten werden aber durch starke Überschwinger erkauft, die ein Betreiben in der Praxis nur bei sehr eingegrenzten Anwendungsfällen sinnvoll erscheinen lässt.

Diagramm: 60 Hz („Premium“): sehr gute Schaltzeiten
60 Hz („Premium“): sehr gute Schaltzeiten
Diagramm: 60 Hz („Premium“): starke Überschwinger
60 Hz („Premium“): starke Überschwinger

Netzdiagramme

In den folgenden Netzdiagrammen sehen Sie alle Messwerte zu den unterschiedlichen Helligkeitssprüngen unserer Messungen im Überblick. Im Idealfall würden sich die grünen und die roten Linien eng am Zentrum befinden. Jede Achse repräsentiert einen in dem Pegel und der Dynamik definierten Helligkeitssprung des Monitors, gemessen über Lichtsensor und Oszilloskop.

 60 Hz, Overdrive „Aus“
60 Hz, Overdrive „Aus“
60 Hz, Overdrive „Hoch“
60 Hz, Overdrive „Hoch“
60 Hz, Overdrive „Premium“
60 Hz, Overdrive „Premium“

Latenzzeit

Die Latenz ist ein wichtiger Wert für Spieler, wir ermitteln sie als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit. Mit 15,5 ms im Modus „Premium“ bzw. 18,9 ms im Modus „Hoch“ kann dieser Wert keinen Profispieler überzeugen. Gelegenheitsspieler dürften dagegen keine negativen Effekte spüren und für einen Büro-Monitor ist der Wert sowieso unerheblich.

Backlight

Das Hintergrundlicht des Monitors wird nicht durch Pulsbreitenmodulation (PWM) reduziert, deshalb entstehen auch keine Unterbrechungen im Lichtstrom (Flackern). Somit ist das Display auch bei reduzierter Helligkeit für längeres ermüdungsfreies Arbeiten geeignet.

Diagramm: LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung
LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung

Subjektive Beurteilung

Bei ausgeschaltetem Overdrive erscheinen subjektiv stärkere Schlieren als im Modus „Hoch“, sodass wir ein Ausschalten nicht empfehlen – das gilt vor allem, zumal die Reaktionszeiten hier nicht überzeugen können. Schlieren treten in dem mittleren Modus ebenfalls auf, sind aber bei allen Geräten vorhanden, die nicht auf wenigstens 120 oder sogar 144 Hz setzen. Im Premium-Modus werden leichte Doppelbilder (Corona-Effekt) erzeugt, die wie Schlieren und daher ebenfalls störend wirken. Der Nutzer trifft damit die beste Entscheidung, wenn er den Modus nicht ändert, da er im Auslieferungszustand bereits auf „Hoch“ voreingestellt ist.

Für ein kleines Spielchen zwischendurch kann das Gerät durchaus genutzt werden. Anwender, die häufiger zu einem Spiel greifen, sollten sich dagegen nach einem Display umschauen, das eher für Spieler geeignet ist. Diese bietet BenQ ebenfalls an, aber verständlicherweise in anderen Preisbereichen.

Sound

Die beiden vorhandenen 1-Watt-Lautsprecher wurden sowohl per DisplayPort unter Windows 10 als auch per HDMI-Kabel an einem Blu-ray-Player automatisch erkannt. Die Lautstärke konnte jeweils ausreichend hoch eingestellt werden, um auch in etwas lauterer Umgebung noch genug zu hören.

Die Wiedergabequalität war klar und deutlich und daher für den Büroalltag völlig ausreichend. Eine Videoansprache eines Vorgesetzten oder auch Schulungsvideos lassen sich problemlos wiedergeben. Bei der Wiedergabe von Filmen und Musik muss dagegen mit Abstrichen gelebt werden. Die Lautsprecher besitzen weder ein Volumen, um Stimmungen richtig wiederzugeben, noch werden notwendige Bässen erzeugt.

1 KOMMENTAR

Diskussion: Neuen Beitrag verfassen

* Sie müssen das Kästchen aktivieren, ansonsten können Sie keinen Kommentar erstellen. Sollten Sie dennoch versuchen Ihren Kommentar zu posten, ohne akzeptiert zu haben, wird eine neue Seite geöffnet und Sie erhalten einen Hinweis. Alle eingetragenen Daten, inklusive des Kommentars, gehen dabei verloren!