Test BenQ BL2581T – sehr gutes Bild und energiesparsam
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Zusatzfunktionen

Eye Care

Unter dem Reiter „Eye Care“ im OSD sind drei Funktionen zusammengefasst. Vorhanden sind dort eine intelligente Helligkeitssteuerung, ein Blaufilter und ein Rot-Grün-Filter. Am interessantesten ist die erste Variante, die wir daher auch genauer unter die Lupe genommen haben.

Eye-Care-Optionen im OSD (Quelle: Handbuch)
Eye-Care-Optionen im OSD (Quelle: Handbuch)

Die intelligente Helligkeitseinstellung kann nicht im Bildmodus „Benutzer“ angewandt werden, wodurch mit Einschränkungen der anderen Modi gelebt werden muss, wenn diese Funktion genutzt werden soll. Im Standardmodus ist diese aber aktivierbar, hier stehen auch fast alle anderen Funktionen zur Verfügung.

Bei der intelligenten Steuerung übernimmt der Monitor die Einstellung der Helligkeit, die im OSD entsprechend nicht mehr verstellt werden kann. Es kann also auch keine Zielhelligkeit vorgegeben werden. Zudem sind viele anderen Optionen nicht mehr einstellbar, etwa der Kontrast oder die Farbtemperatur.

Im Monitor wurde unter dem unteren Frontrahmen ein Sensor verbaut, der auf das einfallende Licht reagiert und die Bildschirmhelligkeit entsprechend anpasst. Die Sensorsensitivität kann dabei in zehn Schritten reguliert werden. Wir empfanden die mittlere Einstellung, die auch voreingestellt wurde, als am angenehmsten.

Helligkeitssensor unter dem Frontrahmen des BenQ BL2581T
Helligkeitssensor unter dem Frontrahmen

Wird die Helligkeit vom Monitor verstellt, wird in der unteren Ecke kurz ein Auge mit einem Balken eingeblendet, über den grob ablesbar ist, wie hoch die Helligkeit eingestellt wird. Die eigentliche Veränderung erfolgt langsam, sodass der Nutzer die Umstellung im Idealfall nicht bemerkt, sich aber über eine der Umgebung angepassten Helligkeit freuen kann. In unserem Test funktionierte der Sensor tadellos. Er stellte die Helligkeit ans jeweilige Umgebungslicht angepasst dar. Die Grundhelligkeit fanden wir insgesamt etwas zu hoch, daher ist es schade, dass keine Zielhelligkeit vorgegeben werden konnte. Für eine Umgebung mit wechselnden Lichtsituationen ist die Funktion aber ein klarer Mehrwert.

Bildqualität

Einen Rahmen, in dem Spiegelungen vom Bildschirm auftreten könnten, besitzt der Monitor nicht. Das Display sowie alle Bereiche des Gehäuses und des Standfußes sind zudem matt, wodurch keinerlei Spiegelungen im Betrieb auftreten können.

Beim Reset stellt der Monitor folgende Werte ein:

Bildmodus: Standard
Helligkeit: 100
Kontrast: 50
Gamma: 3
Farbtemperatur: Normal
RGB: bei „normal“ nicht einsehbar
Color-Gamut: k. A.
DUE Priority: nicht vorhanden
Schärfe: 5
Reaktionszeit: Hoch

Diese Werte wurden für die nachfolgende Beurteilung bei Werkseinstellung verwendet.

Graustufen

Wie üblich ist die Helligkeit viel zu hoch voreingestellt. Von den hellen Balken konnten trotzdem nur die beiden äußeren Exemplare nicht mehr vom Hintergrund differenziert werden, bei dem dunklen Bereich waren es jeweils die letzten drei Balken.

Graustufen und -verlauf des BenQ BL2581T
Graustufen und -verlauf

Ein leichter Banding-Effekt konnte beobachtet werden, ansonsten wirkte das Bild nach Reduzierung der Helligkeit angenehm. In einem Büro mit typischen Tätigkeiten kann das Gerät daher ohne große Veränderungen der Voreinstellungen in Betrieb genommen werden.

Ausleuchtung

Das linke Foto zeigt ein komplett schwarzes Bild ungefähr so, wie man es mit bloßem Auge sieht; hier werden die auffälligen Schwächen sichtbar. Das rechte Foto mit längerer Belichtungszeit hebt dagegen die Problemzonen hervor und dient nur der deutlicheren Darstellung.

Ausleuchtung bei normaler Belichtung
Ausleuchtung bei normaler Belichtung
Ausleuchtung bei verlängerter Belichtung
Ausleuchtung bei verlängerter Belichtung

Das dargestellte Bild bei normaler Belichtung ist in der Realität nur in stark abgedunkelten Räumen bei einem dunklen Hintergrund zu erkennen. Also zum Beispiel beim Abspielen von einem Film, der schwarze Balken im oberen und unteren Bereich anzeigt. Diese werden durch das 16:10-Format zudem auch bei Filmen im 16:9-Format angezeigt. Im alltäglichen Gebrauch, also bei typischen Bürotätigkeiten in einem halbwegs gut ausgeleuchteten Raum, waren die Lichthöfe dagegen nicht erkennbar. Wir vergeben in diesem Bereich daher noch eine knappe gute Note.

Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast

Die Messungen werden nach einer Kalibration auf D65 als Weißpunkt durchgeführt. Sofern möglich, werden alle dynamischen Regelungen deaktiviert. Das Messfenster wird nicht von einem schwarzen Rand umgeben. Die Werte können daher eher mit dem ANSI-Kontrast verglichen werden und geben Realweltsituationen deutlich besser wieder, als Messungen von flächigem Weiß- und Schwarzbild.

Diagramm des Helligkeits- und Kontrastverlauf vom BenQ BL2581T
Helligkeits- und Kontrastverlauf des BenQ BL2581T

Der Hersteller gibt den für ein IPS-Panel typischen Kontrast von 1000:1 sowie eine maximale Helligkeit von 300 cd/m² an. Beide Werte konnten bei unseren Messungen übertroffen werden.

Ein Kontrast von fast durchgängig 1200:1 ist ein sehr gutes Ergebnis und braucht sich auch vor deutlich teureren Modellen nicht zu verstecken. Die maximale Helligkeit lag bei 312 cd/m² und der geringste messbare Wert bei 29 cd/m². In sehr stark abgedunkelten Räumen kann der Monitor daher ebenfalls betrieben werden. Der Höchstwert ist zudem selbst bei starker Sonneneinstrahlung ausreichend, um ein angenehmes Bild darzustellen.

Bildhomogenität

Wir untersuchen die Bildhomogenität anhand von vier Testbildern (Weiß, Neutraltöne mit 75 %, 50 %, 25 % Helligkeit), die wir an 15 Punkten vermessen. Daraus resultieren die gemittelte Helligkeitsabweichung in % und das ebenfalls gemittelte Delta C (d. h. die Buntheitsdifferenz) in Bezug auf den jeweils zentral gemessenen Wert. Die Wahrnehmungsschwelle für Helligkeitsunterschiede liegt bei etwa 10 %.

Diagramm: Gemittelte Helligkeitsverteilung
Gemittelte Helligkeitsverteilung
Daigramm: Gemittelte Farbreinheit
Gemittelte Farbreinheit

Die durchschnittliche Helligkeitsverteilung liegt knapp über 5 %, was gerade noch eine gute Wertung ermöglicht. Die maximale Abweichung von etwa 10 % in einem unserer Messfelder ist ebenfalls ein guter Wert. Mit dem bloßen Auge sichtbar waren die Abweichungen zudem nicht – außer die bereits erwähnten Lichthöfe im oberen Bereich, die aber keine Auswirkungen auf unsere Messergebnisse haben.

Bei der Farbreinheit betrug die maximale Abweichung Delta C 3 und der Durchschnitt gute 1,3. Wir können in diesem Bereich daher eine gute Note vergeben.

2 KOMMENTARE

  1. Ich denke für die Bildbearbeitung wäre ein Monitor mit geringeren Abweichungen sicherlich besser geeignet, denn selbst nach einer Kalibrierung bessern sich die Werte ja nicht.

  2. Guten Tag
    „bei den Grauwerten beträgt der Durchschnitt der Abweichungen aber leider mehr als 1 Delta“: wie macht sich das beim Scannen von Schwarzweiss-Negativen und deren Bearbeitung bemerkbar?
    Da mein maximales budget EUR 300 beträgt, wäre dieser Monitor noch preislich akzeptabel, aber ich frage mich, ob die Graustufen in den Negativen selbst mit einem Colorimeter X-Rite ColorMunki Smile nach dem Scannen überhaupt gut bearbeitbar wären

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