Test BenQ BL2581T – sehr gutes Bild und energiesparsam
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Reaktionsverhalten

Den BenQ BL2581T haben wir in nativer Auflösung am DisplayPort untersucht. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Der Messwert CtC (Color to Color) geht über die herkömmlichen Messungen von reinen Helligkeitssprüngen hinaus – schließlich sieht man am Bildschirm in aller Regel ein farbiges Bild. Bei dieser Messung wird deshalb die längste Zeitspanne gemessen, die der Monitor benötigt, um von einer Mischfarbe auf die andere zu wechseln und seine Helligkeit zu stabilisieren. Verwendet werden die Mischfarben Cyan, Magenta und Gelb – jeweils mit 50 % Signalhelligkeit. Beim CtC-Farbwechsel schalten also nicht alle drei Subpixel eines Bildpunktes gleich, sondern es werden unterschiedliche Anstiegs- und Ausschwingzeiten miteinander kombiniert.

Im Datenblatt wird eine bestmögliche Reaktionszeit von 5 ms genannt. Der BenQ BL2581T bietet drei Overdrive-Einstellungen (AMA „Aus“, „Hoch“ und „Premium“). In der Werkseinstellung ist die Option „Hoch“ aktiviert.

60 Hz, Overdrive „Aus“

Das Schaltzeitendiagramm zeigt unter anderem, wie sich verschiedene Helligkeitssprünge addieren, wie schnell der Monitor in der Werkseinstellung im besten Fall reagiert und von welcher mittleren Reaktionszeit ausgegangen werden kann.

Ohne die Aktivierung des Overdrives fallen die Reaktionszeiten entsprechend lang aus. Der Grau-zu-Grau-Wechsel liegt bei 17 ms und der Durchschnittswert unserer Messpunkte sogar bei 27,1 ms. Bei den Farbwechseln zeigt sich mit 23,6 ms ein ähnliches Bild. Überschwinger sind in diesem Modus dafür aber nicht messbar.

Diagramm 60 Hz ("Aus"): sehr langsame Schaltzeiten
60 Hz („Aus“): sehr langsame Schaltzeiten
Diagramm 60 Hz ("Aus"): keine Überschwinger
60 Hz („Aus“): keine Überschwinger

60 Hz, Overdrive „Hoch“

Nach der Aktivierung der ersten Overdrive-Stufe kann beim Grau-zu-Grau-Wechsel schon ein Wert von unter 10 ms gemessen werden. Der Durchschnitt der Messpunkte fällt mit 16,9 ms allerdings noch etwas zu hoch aus. Der Farbwechsel liegt mit 11,2 ms dagegen ebenfalls auf einem guten Niveau. In diesem Modus treten allerdings bereits minimale Überschwinger auf.

Diagramm 60 Hz ("Hoch"): gute Schaltzeiten
60 Hz („Hoch“): gute Schaltzeiten
Diagramm 60 Hz ("Hoch"): leichte Überschwinge
60 Hz („Hoch“): leichte Überschwinge

60 Hz, Overdrive „Premium“

Auf der schnellsten Overdrive-Stufe verbessern sich die Reaktionszeiten erneut. Beim schnellsten Wechsel messen wir noch 6,8 ms, was etwas über den versprochenen 5 ms liegt. Der Durchschnittswert ist mit 13,9 ms zudem noch recht deutlich über 10 ms, unter diese Marke fällt erfreulicherweise aber der Farbwechsel. Die Überschwinger nehmen in dieser Einstellung allerdings auch deutlich zu.

Diagramm 60 Hz ("Premium"): gute Schaltzeiten
60 Hz („Premium“): gute Schaltzeiten
Diagramm 60 Hz ("Premium"): erhöhte Übersch
60 Hz („Premium“): erhöhte Übersch

Netzdiagramme

In den folgenden Netzdiagrammen sehen Sie alle Messwerte zu den unterschiedlichen Helligkeitssprüngen unserer Messungen im Überblick. Im Idealfall würden sich die grünen und die roten Linien eng am Zentrum befinden. Jede Achse repräsentiert einen in dem Pegel und der Dynamik definierten Helligkeitssprung des Monitors, gemessen über Lichtsensor und Oszilloskop.

Diagramm: 60 Hz, Overdrive "Aus"
60 Hz, Overdrive „Aus“
Diagramm: 60 Hz, Overdrive "Hoch"
60 Hz, Overdrive „Hoch“
Diagramm: 60 Hz, Overdrive "Premium"
60 Hz, Overdrive „Premium“

Latenzzeit

Die Latenzzeit erreicht mit 26 ms einen mäßigen Wert für einen Monitor, der lediglich mit maximal 60 Hz Bildrate angesteuert werden kann (kürzester Messwert aus mehreren Versuchen). Wird bei der höchsten Overdrive-Einstellung die halbe mittlere Bildwechselzeit hinzugerechnet, werden sehr hohe 33 ms erreicht. Für Profispieler ist der Monitor daher nicht zu empfehlen. Für die Nutzergruppe wurde der Monitor aber auch nicht konzipiert.

Backlight

Das Hintergrundlicht des Monitors wird nicht durch Pulsbreitenmodulation (PWM) reduziert, deshalb entstehen auch keine Unterbrechungen im Lichtstrom (Flackern). Somit ist der Bildschirm auch bei reduzierter Helligkeit für längere Sessions geeignet.

Diagramm: LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung
LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung

Subjektive Beurteilung

Der Monitor wurde nicht für Spieler entwickelt, was im OSD deutlich auffällt. Es gibt einen Spielemodus, der das Bild deutlich bläulicher zeigt, aber sonst keine auffälligen Eigenschaften besitzt, wodurch wir diesen nicht für Gamer empfehlen. Weitere Optionen gibt es nicht, außer die Overdrive-Einstellungen. In der höchsten Einstellung waren leichte Doppelbilder erkennbar, die bei „Hoch“ kaum noch auszumachen sind. Die Reaktionszeit verbessert sich auf der höchsten Stufe zudem nicht signifikant, sodass wir „Hoch“ für Spieler empfehlen. Mit leichten Schlieren muss dagegen immer gelebt werden, was auch an der Zuspielung von maximal 60 Hz liegt.

Hardcore-Spieler werden neben Einstelloptionen einen 120- oder 144-Hz-Betrieb sowie FreeSync oder G-Sync vermissen. Eine Latenzzeit von über 30 ms wird diese Gruppe ebenfalls nicht tolerieren, weshalb wir den Monitor nur für Gelegenheitsspieler empfehlen, die in diesen Bereichen nicht so empfindlich reagieren.

Sound

Der BenQ BL2581T besitzt zwei 1-Watt-Lautsprecher, die über HDMI, DisplayPort oder Klinkenbuchse angesprochen werden können. Im OSD lässt sich zudem wählen, ob der Eingang vom PC verwendet werden oder der Monitor automatisch eine Quelle suchen soll.

Sound-Einstellungen im OSD
Sound-Einstellungen im OSD

Der Sound lässt sich ansonsten in 100 Stufen in der Lautstärke regulieren oder vollständig stummschalten und ist ausreichend laut. Der Klang ist hingegen nicht sehr voluminös. Für kurze Schulungsvideos oder ähnliche Anwendungen reicht er aus, für den Video- oder Filmgenuss ist er dagegen nicht zu empfehlen. Stimmen klingen leicht blechern, und es sind weder vernünftige Höhen noch Bässe auszumachen. Für Büro-Anwendungen sind die Lautsprecher daher gerade noch in Ordnung, aber auch für diesen Bereich empfehlen wir, Kopfhörer oder externe Lautsprecher zu verwenden, wenn häufiger eine Sound-Ausgabe benötigt wird.

2 KOMMENTARE

  1. Ich denke für die Bildbearbeitung wäre ein Monitor mit geringeren Abweichungen sicherlich besser geeignet, denn selbst nach einer Kalibrierung bessern sich die Werte ja nicht.

  2. Guten Tag
    „bei den Grauwerten beträgt der Durchschnitt der Abweichungen aber leider mehr als 1 Delta“: wie macht sich das beim Scannen von Schwarzweiss-Negativen und deren Bearbeitung bemerkbar?
    Da mein maximales budget EUR 300 beträgt, wäre dieser Monitor noch preislich akzeptabel, aber ich frage mich, ob die Graustufen in den Negativen selbst mit einem Colorimeter X-Rite ColorMunki Smile nach dem Scannen überhaupt gut bearbeitbar wären

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