Test BenQ SW270C – Grafik-Monitor mit 16-Bit-3D-LUT
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Farbraum-Emulation

Im Rahmen der Zieldefinition kann der zu simulierende Farbumfang über die xy-Normfarbwert-Anteile der Primärfarben festgelegt werden. Die notwendige Farbraumtransformation wird vom Scaler auf Basis von Panel- und Zielcharakteristik berechnet und in die LUTs geschrieben. Die farbmetrische Umsetzung sorgt dabei für eine Verschiebung von Out-of-Gamut-Farben auf die Farbraumgrenze.

Entgegen einer oft kolportierten Annahme, ist zu diesem Zweck keine 3D-LUT nötig. Der BenQ SW270C verfügt zwar über einen solchen Funktionsblock – in welcher Form er wirksam wird, können wir aus unserer Außensicht aber nicht bestimmen.

Nachfolgend haben wir die Farbraum-Emulation aus Palette Master Element heraus für die Simulation von sRGB, Adobe RGB und ECI-RGB v2 genutzt. Die Messungen gegen den jeweiligen Arbeitsfarbraum werden ohne Farbmanagement durchgeführt. Ein CMM kommt also nicht zum Einsatz.

Vergleich der sRGB-Emulation mit sRGB

Diagramm: Vergleich der sRGB-Emulation mit sRGB
Vergleich der sRGB-Emulation mit sRGB

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich der Adobe-RGB-Emulation mit Adobe RGB

Diagramm: Vergleich der Adobe-RGB-Emulation mit Adobe RGB
Vergleich der Adobe-RGB-Emulation mit Adobe RGB

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich der ECI-RGB-v2-Emulation mit ECI-RGB v2

Diagramm: Vergleich der ECI-RGB-v2-Emulation mit ECI-RGB v2
Vergleich der ECI-RGB-v2-Emulation mit ECI-RGB v2

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Die Farbraumtransformationen werden präzise umgesetzt. Die Emulation von sRGB leidet dabei unter dem Umstand, dass die sRGB-Tonwertkurve nicht ausgewählt werden kann. Grundsätzlich ist aber eine definierte Darstellung auch abseits von Abläufen auf Basis von ICC-Profilen möglich.

Die Emulation von ECI-RGB v2 zeigt die Auswirkungen des Gamut-Clippings: Tonwerte innerhalb des Monitorfarbraums werden ideal umgerechnet. Alle anderen Tonwerte werden auf der Farbraumgrenze abgebildet.

Korrektur für Kolorimeter

Kolorimeter sollten aufgrund ihrer Eigenschaften – die Spektralwertkurven des Normalbeobachters werden über die Kombination aus realen Filtern und Empfänger(n) nur in Annäherung nachgestellt – im Hinblick auf das vom konkreten Bildschirm emittierte Spektrum korrigiert werden. Palette Master Element greift für das i1Display Pro auf die spektralen Bildschirmcharakterisierungen (EDR) von X-Rite zurück. Im Falle des BenQ SW270C wird der Datensatz für Bildschirme mit GB-r-LED-Hintergrundbeleuchtung gewählt.

Die Weißpunkt-Abweichung in Bezug auf das von uns eingesetzte i1Pro liegt bei dE = 2.1. In Anbetracht der Tatsachen, dass auch diese Sonde keine ideale absolute Referenz ist und dass die Charakterisierungsdaten generischer Natur sind, liegt das völlig im Rahmen.

Palette Master Element im Detail

Monitoroptionen: Erweiterter Modus
Monitoroptionen: Erweiterter Modus
Monitoroptionen: Erweiterter Modus (Benutzerdefiniert)
Monitoroptionen: Erweiterter Modus (Benutzerdefiniert)
Messung: Kalibrierung 1
Messung: Kalibrierung 1
Überprüfung der Kalibrierung
Überprüfung der Kalibrierung

Reaktionsverhalten

Den BenQ SW270C haben wir in der nativen Auflösung bei 60 Hz am DisplayPort untersucht. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Im Datenblatt wird die Reaktionszeit mit 5 ms (GtG) angegeben. Der BenQ SW270C implementiert eine Overdrive-Funktion („AMA“), die ein- und ausgeschaltet werden kann.

Das Schaltzeitendiagramm zeigt unter anderem, wie sich verschiedene Helligkeitssprünge addieren, wie schnell der Monitor in der Werkseinstellung im besten Fall reagiert und von welcher mittleren Reaktionszeit ausgegangen werden kann.

Der Messwert Color to Color (CtC) geht über die herkömmlichen Messungen von einfarbigen Helligkeitssprüngen hinaus, schließlich sieht man am Bildschirm in aller Regel ein farbiges Bild. Bei dieser Messung wird deshalb die längste Zeitspanne gemessen, die der Monitor benötigt, um von einer Mischfarbe auf die andere zu wechseln und seine Helligkeit zu stabilisieren.

Verwendet werden die Mischfarben Cyan, Magenta und Gelb – jeweils mit 50 % Signalhelligkeit. Beim CtC-Farbwechsel schalten also nicht alle drei Subpixel eines Bildpunktes gleich, sondern es werden unterschiedliche Anstiegs- und Ausschwingzeiten miteinander kombiniert.

AMA „Off“

Wir ermitteln den Schwarz-Weiß-Wechsel mit 17,2 ms und den schnellsten Grauwechsel mit 5,8 ms. Der Durchschnittswert für alle unsere 15 Messpunkte beträgt 9,2 ms. Der CtC-Wert ist mit 13,6 ms ebenfalls eher hoch, liegt aber angesichts der deaktivierten Pixelbeschleunigung noch im Rahmen. Der Helligkeitsverlauf (GtG 80–50 %) ist völlig neutral.

Diagramm AMA "Off": Sehr gemächliche Schaltzeiten
AMA „Off“: Sehr gemächliche Schaltzeiten
Diagramm AMA "Off": Völlig neutrale Abstimmung
AMA „Off“: Völlig neutrale Abstimmung

AMA „On“

Nach Aktivierung der Pixelbeschleunigung verbessern sich die Reaktionszeiten erheblich. Das gilt selbst für den Schwarz-Weiß-Wechsel, der sich auf ansehnliche 10,4 ms verkürzt. Die Grauwechsel profitieren ebenfalls umfänglich. Wir ermitteln im Durchschnitt 5,7 ms und liegen damit im Bereich der Werksangabe. Der CtC-Wert sinkt bis auf 8 ms. Die messtechnisch nun nachweisbaren leichten Überschwinger machen sich im Bild kaum bemerkbar.

Diagramm AMA "On": Deutlich schnellere Schaltzeiten
AMA „On“: Deutlich schnellere Schaltzeiten
Diagramm AMA "On": Leichte Überschwinger
AMA „On“: Leichte Überschwinger

Netzdiagramme

In den folgenden Netzdiagrammen sehen Sie alle Messwerte zu den unterschiedlichen Helligkeitssprüngen unserer Messungen im Überblick. Im Idealfall befinden sich die grünen und die roten Linien eng am Zentrum. Jede Achse repräsentiert einen in dem Pegel und der Dynamik definierten Helligkeitssprung des Monitors, gemessen über Lichtsensor und Oszilloskop.

AMA "Off": Netzdiagramm
AMA „Off“: Netzdiagramm
AMA "On": Netzdiagramm
AMA „On“: Netzdiagramm

Latenzzeit

Die Latenz oder auch Signalverzögerungszeit ist ein wichtiger Wert für Spieler, garantieren niedrige Werte doch ein direktes Feedback. Beim BenQ SW270C messen wir mit rund 31 ms eine recht hohe Signalverzögerung. Der Bedienbarkeit tut dies jedoch keinen Abbruch – und an ambitionierte Spieler richtet sich der Monitor ohnehin nicht.

12 KOMMENTARE

  1. Immer nach der Kalibrierung mit Palette Master Element ist das Bild kühler als es im Vor kalibrierten zustand ist (Srgb). Auch der Bildschirm den ich vorher hatte (Software kalibriert) kam näher an die Werkseinstellungen des Benq ran. Ist das Normal? Kalibriert wird mit dem Spyder5 Pro.

    • kam mir beim sw 320 immer auch so vor. Vor allem wenn ich parallel dazu ein NEC PA242 SV simultant kalibrierte und daneben stellte. Der Benq wies dann auf eine zwar feine, aber doch wahrnehmbare violet- rötliche Anmutung.

  2. hello, what kind of monitor can you recommend more for occasional photo editing. BenQ SW270C or EIZO EV2785? Thank you Olda

  3. Hello Santokki,

    unfortunately in this case, due to an error, no spectral data was saved. What I can say from here is that it should be quite similar to GB-r-LED spectrum which also manifests in obtaining a very good matching between i1 Display Pro measurement with GB-r-LED edr and reference measurement.

    • Palette Master Elements is not able to use GB-LED correction for i1displaypro… it is not available. Benq, LG and Samsungs use a *wrong* correction for all their widegamuts and their HW calibration solutions: RGB LED, with a distinctive signature in red channel. So PME is not able to measure properly that SW270C GB-LED, or other SW like SW2700PT and its QLED or SW240 and its PFS phosphor.
      It’s easy to test, look in PME folder and see the missing EDRs.
      Viewsonic & Dell have GB-LED corrections in their software. Dell has a P3 version of PFS phosphor displays so that can match red channel in those PFS displays but fail at green by a little in their UP displays that cover a very big amount of AdobeRGB and P3, something about 97% or more.

      If you can get a good match in witepoint using PME and then validating with an i1displaypro and prad’s testing software using a GB-LED reference it is caused by colorimeter data stored in firmware (spectral sensivities). They should be close to standard observer in spectral regions where PME’s reference and actual reference dift apart *for that unit*.
      Other units of the same model can behave worse and they shouldn’t if benq used a proper spectral correction in their software. I mean, i1displaypro instrument variability is solved by each colorimeter storing its own spectral sensivities in firmware, so they can „auto-correct“ using spectral correction references, without an spectrophotometer to compute a correction taylor made for them. But this huge advantage of that colorimeters needs that manufacturers suppli a set of spectral corrections suitable for their displays… and Benq does not provide them in a proper way.

      • > If you can get a good match in witepoint using PME and then validating with an >
        > i1displaypro and prad’s testing software using a GB-LED reference
        There was a misunderstanding: My comment refers to using a generic GB-r LED spectral characterization and remeasurement with i1 Pro – not using the characterization actually used by Palette Master.

        However, with its 10nm optical bandpass, the i1 Pro is of course limited too when it comes to narrowband spectra. The aggregation will always lead to significant averaging effects. Using the native sampling (e.g. with the Argyll driver) does not resolve this.

        Another thing to keep in mind is the enormous impact of observer metamerism. E.g. in a typical environment of matching softproofs to the actual prints, a visual match between paper white and proof simulation has to be carried out to determine calibration whitepoint – not a measurement based match (see also the comments in ISO 14861). Remeasuring this condition with a reference instrument will lead to a dE *well* beyond 10. An error of this magnitude will already occur when visually matching a non WCG to a WCG screen. Using the 10 degree oberserver only slightly lessens this. The 2 degree standard observer has some systemic erros, but is mostly limited (like every other CMF) by the person-to-person deviation. The relexion spectrum of surface colors is unproblematic, but a small difference between normative CMFs and individual CMFs in the area of a spike will sum up to big deviations in the evaluation.

        Considering this (+ the color constancy of the human eye) an absolute error (too a certain degree) gets less horrifying.

        • After looking at the report again, I have to correct my previous post. Indeed a calibration with PME + i1 Display Pro and remeasurement out of our software and the GB-r-LED edr was carried out, with target whitepoint D65 (colorimetric).

          Result (target whitepoint vs. remeasurement):
          i1 Pro: dE = 2.1
          i1 Display Pro (Retail; GB-r-LED edr): dE = 0.2
          i1 Display Pro (OEM; GB-r-LED edr): dE = 0.8

          There is no technical difference between OEM and retail probe, just to distinguish between the two probes used during this test.

          For reference here the result with default channel correction:
          i1 Display Pro (Retail): dE = 3.3
          i1 Display Pro (OEM): dE = 4.4

          Back to the probe: While its CMF tracking is not bad overall (especially for a 3 filter device in this price-class), measuring narrowband emissive spectra can still lead to considerable errors in disadvantageous constellations (see also previous post). The mechanism of using known individual filter characteristics of the actual probe in combination with the spectrum to be measured (to build up correction coefficients) is a solid countermeasure. Therefore I can understand your reservations when BenQ is using data that is not an absolute precise match for the backlight used. And certainly only two probes is no valid mass test.

          However, uncertainties are generally present. The more generic character of the edr files, fluctuations in SPD, precision of filter characterization. Each factor alone is capable of producing a quite big error even in an appropriate use case – in theory. In practice it works overall very well; and in this case even the default channel correction is not too bad.

          I once accomplished a small mass test of all i1 DisplayPro at our disposal (6 devices), averaging over different displays (CCFL, WCG-CCFL, W-LED, GB-r-LED, RGB-LED; edr chosen accordingly) and ended with an inter-instrument-agreement of dE ~ 0.7, with a maximum deviation of dE ~ 1.3 (max. dE not averaged over the displays ~ 2.3).

          Using only the default channel correction, the inter-instrument-agreement still was acceptable for 5 probes. One was off by dE~6 in maximum (WCG spectra). A proof for the individual characterization but it underlines that unfavourable conditions can occur.

          Long text, short summary: Yes, of course BenQ should use the edr which is closest to the SPD of the screen – and in best case even integrate an edr for the actual panel used. But in the end it’s more an academic question. General constraints of CMF based colorimetry (measuring like seeing – that’s a noble goal) should not be underestimated. If constructing a scenario with multiple monitor matching or matching to other external stimuli, these will kick in mercilessly and one will end up with visual matching the target anyways (like the softproof example). That’s why I thank you for pointing out the missing gb-led edr – but still see most of the optimization potential for these screens in other areas.

      • What if one takes an „RG_Phosphor_Family_25Jul12.edr“ and copies it into the PalleteMaster directory? Would PME use it or maybe use it if renamed to „RGBLEDFamily_07Feb11.edr“ (as this is the one normally used)? Would PME therefore use the correct „GB-LED.edr“?

  4. Hello, can you offer color spectrum (Spektrale) picture of SW270C?
    Very curios about it. review contents only mention it, but no pic.
    Always thanks for such good monitor review.

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