Test BenQ SW321C – Grafik-Monitor mit 16-Bit-3D-LUT
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Messungen nach Kalibration und Profilierung

Für die nachfolgenden Messungen wurde der BenQ SW321C aus Palette Master Element heraus hardwarekalibriert und profiliert. Die angestrebte Helligkeit lag bei 140 cd/m². Als Weißpunkt wurde D65 gewählt. Beides stellt keine allgemeingültige Empfehlung dar. Das gilt auch für die Wahl der Tonwertkurve, zumal die aktuelle Charakteristik im Rahmen des Farbmanagements ohnehin berücksichtigt wird.

Profilvalidierung

Diagramm: Profilvalidierung (Schwarzpunkt: "Absolut Null")
Profilvalidierung (Schwarzpunkt: „Absolut Null“)

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Der BenQ SW321C zeigt keine auffälligen Drifts oder unschönen Nichtlinearitäten. Das Shaper-Matrix Profil beschreibt seinen Zustand präzise. Eine Wiederholung der Profilvalidierung nach 24 Stunden ergab keine signifikant erhöhten Abweichungen. Alle Kalibrationsziele wurden erreicht. Die Graubalance ist gut.

Leider kommt es in den absoluten Tiefen zu sichtbaren Tonwertabrissen. Die Kalibration wird offenbar ohne Berücksichtigung des real erreichten Schwarzpunktes durchgeführt. Aufgrund des Profilaufbaus hilft später auch die meist mögliche Tiefenkompensation durch ein CMM in einem Farbmanagement-Workflow nicht weiter.

Palette Master Element sieht allerdings eine Option vor, die dieses Verhalten steuert. Mit der Auswahl „Schwarzpunkt: Relativ“ statt „Schwarzpunkt: Absolut Null“ fließt der Schwarzpunkt des Monitors in die Kalibration ein. Eine entsprechende Skalierung verhindert dann Tonwertabrisse. Die Präzision der Tonwertkurve leidet in den Tiefen jedoch deutlicher als nötig (der Knick beim korrespondierenden Gamma in den Lichtern ist dagegen völlig unproblematisch). Hier sollte BenQ nachbessern.

Diagramm: Profilvalidierung (Schwarzpunkt: "Relativ")
Profilvalidierung (Schwarzpunkt: „Relativ“)

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Diagramm: Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)
Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich mit Adobe RGB (farbtransformiert)

Diagramm: Vergleich mit Adobe RGB (farbtransformiert)
Vergleich mit Adobe RGB (farbtransformiert)

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich mit ECI-RGB v2 (farbtransformiert)

Diagramm: Vergleich mit ECI-RGB v2 (farbtransformiert)
Vergleich mit ECI-RGB v2 (farbtransformiert)

Unser CMM berücksichtigt Arbeitsfarbraum- und Monitorprofil und führt auf dieser Basis die notwendigen Farbraumtransformationen mit farbmetrischem Rendering-Intent durch. Das gelingt für den BenQ SW321C gut. In den absoluten Tiefen ergibt sich die bereits im vorigen Abschnitt angesprochene Problematik.

In sRGB und Adobe RGB treten aufgrund des großen Farbumfangs keine Out-of-Gamut-Farben auf. Selbst in ECI-RGB v2 sind die Ergebnisse sehr achtbar. Nur wenige, stark gesättigte Tonwerte können lediglich näherungsweise durch eine Abbildung auf die Farbraumgrenze reproduziert werden. Die Gefahr von Tonwertabrissen ist im Vergleich zu vielen anderen Monitoren mit erweitertem Farbraum so nochmals reduziert.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

UDACT („Ugra-Test“)

Vor dem Test haben wir den Bildschirm auf folgende Zielwerte kalibriert, die den Empfehlungen der Ugra für Softproofing-Aufgaben entsprechen (alternativ: L*-Gradation).

Helligkeit Weißpunkt (CCT) Weißpunkt (XYZ, norm.) Gradation
Ziel 160 cd/m² 5800 K 95.37 100.00 97.39 Gamma 1.8

Im Rahmen des Zertifizierungsprozesses wird unter anderem der Ugra-/Fogra-Medienkeil CMYK auf Basis der ausgewählten Druckbedingung vermessen. Wir definieren hier die durch die FOGRA39-Charakterisierungsdaten beschriebene Offset-Druckbedingung (glänzend bzw. matt gestrichenes Bilderdruckpapier). Die Zertifizierung stellt für den BenQ SW321C keine Hürde dar.

Diagramm: UDACT-Ergebnis
UDACT-Ergebnis

Die ausführlichen Testergebnisse des Ugra-UDACT können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Palette Master Element

Hardware-Kalibration

Mittels Palette Master Element kann der BenQ SW321C kalibriert werden. Da dabei direkt auf den Scaler bzw. dessen LUTs zugegriffen wird, handelt es sich um eine sogenannte Hardware-Kalibration. Als Messgeräte können i1Display Pro (Plus), i1Pro (2/ 3/ 3 Plus), i1 Studio sowie ColorMunki Photo von X-Rite und die Spyder-Reihe (4/5/X) von Datacolor zum Einsatz kommen. Die Software lag zum Testzeitpunkt in der Version 1.3.10 vor und kann von der Website des Herstellers kostenlos für Windows und macOS heruntergeladen werden.

Das Kalibrationsziel kann im erweiterten Modus nach einem Klick auf „Profilieren“ angepasst werden. In einer Farbmanagement-fähigen Umgebung wird man in der Regel den vollen Farbumfang des Monitors nutzen wollen. Das maximiert die Flexibilität. Alternativ können die farbmetrischen Daten der Primärfarben durch Voreinstellungen oder Eingabe ihrer xy-Normfarbwertanteile definiert werden. Anschließend muss der Benutzer nur noch Weißpunkt, Leuchtdichte und Tonwertkurve (Gamma-Gradationen und sRGB sowie die im OSD fehlende L*-Charakteristik) festlegen.

Die Einstellung „Schwarzpunkt“ wird im Handbuch nur rudimentär beschrieben. Im Unterschied zum tatsächlichen Verhalten (siehe Abschnitt „Messungen nach Kalibration und Profilierung“) wäre eine farbmetrische Optimierung des Schwarzpunktes sinnvoll: Mit der Einstellung „Relativ“ könnte dann eine Anpassung relativ zum gewählten Weißpunkt erfolgen – die aber den ohnehin mäßigen Kontrastumfang natürlich weiter schmälern würde.

Nach den Zielvorgaben werden wichtige Profilparameter spezifiziert. Palette Master Element kann Matrix- und LUT-Profile in den Versionen 2 und 4 erzeugen. Leider ist es beim Matrix-Typ nicht möglich, die tatsächlich erreichte Tonwertkurve in Tabellenform zu erfassen. Die entsprechenden Tags für jeden Farbkanal enthalten stets den Ziel-Gammawert (bis auf L* und sRGB, die nicht durch einen einzelnen Wert charakterisiert werden können).

Die erzeugten Profile enthalten ein VCGT-Tag, das normalerweise die Kalibrationstabellen für die LUTs der Grafikkarte enthält. Tatsächlich werden hier aber keine verlustbehafteten Korrekturen gespeichert. Die Kalibration wird vollständig über die LUTs des Monitors realisiert.

Abhängig vom Messgerät sollte der Anwender für die Kalibration Geduld mitbringen. Vereinzelt kam es im Prozess auch zu Abstürzen, nach denen wir den Monitor in die Werkseinstellung zurücksetzen und den Prozess wiederholen mussten. Die Einbindung der LUT-Korrekturen in die Scaler-Pipeline scheint hier noch nicht völlig stabil umgesetzt. Das hat sich seit dem Test des SW270C vor fast einem Jahr leider nicht geändert.

Palette Master Element: Erweiterter Modus
Erweiterter Modus
Palette Master Element: Farbraum-Emulation
Farbraum-Emulation
Palette Master Element: Profil-Optionen
Profil-Optionen
Palette Master Element: Validierung
Validierung

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