Test BenQ SW321C – Grafik-Monitor mit 16-Bit-3D-LUT
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Farbraum-Emulation

Im Rahmen der Zieldefinition kann der zu simulierende Farbumfang über die xy-Normfarbwertanteile der Primärfarben festgelegt werden. Die notwendige Farbraumtransformation wird vom Scaler auf Basis von Panel- und Zielcharakteristik berechnet und in die LUTs geschrieben. Die farbmetrische Umsetzung sorgt dabei für eine Verschiebung von Out-of-Gamut-Farben auf die Farbraumgrenze. Entgegen einer oft kolportierten Annahme ist zu diesem Zweck keine 3D-LUT nötig, wenngleich der BenQ SW321C über einen solchen Funktionsblock verfügt.

Nachfolgend haben wir die Farbraum-Emulation aus Palette Master Element heraus für die Simulation von sRGB, Adobe RGB und ECI-RGB v2 genutzt. Die Messungen gegen den jeweiligen Arbeitsfarbraum werden ohne Farbmanagement durchgeführt. Ein CMM kommt also nicht zum Einsatz.

Vergleich der sRGB-Emulation mit sRGB

Diagramm: Vergleich der sRGB-Emulation mit sRGB
Vergleich der sRGB-Emulation mit sRGB

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich der Adobe-RGB-Emulation mit Adobe RGB

Diagramm: Vergleich der Adobe-RGB-Emulation mit Adobe RGB
Vergleich der Adobe-RGB-Emulation mit Adobe RGB

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich der ECI-RGB v2-Emulation mit ECI-RGB v2

Diagramm: Vergleich der ECI-RGB v2-Emulation mit ECI-RGB v2
Vergleich der ECI-RGB v2-Emulation mit ECI-RGB v2

Alle Farbraumtransformationen werden präzise umgesetzt. Damit ist eine definierte Darstellung auch jenseits von ICC-Workflows möglich. Die Emulation von ECI-RGB v2 zeigt die Auswirkungen des Gamut-Clippings: Tonwerte innerhalb des Monitorfarbraums werden ideal umgerechnet. Alle anderen Tonwerte werden auf der Farbraumgrenze abgebildet.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Korrektur für Kolorimeter

Kolorimeter sollten aufgrund ihrer Eigenschaften – die Spektralwertkurven des Normalbeobachters werden über die Kombination aus realen Filtern und Empfänger(n) nur in Annäherung nachgestellt – im Hinblick auf das vom konkreten Bildschirm emittierte Spektrum korrigiert werden. Palette Master Element greift für das i1Display Pro auf die spektralen Bildschirmcharakterisierungen (EDR) von X-Rite zurück. Im Falle des BenQ SW321C wird der Datensatz für Bildschirme mit RGB-LED-Hintergrundbeleuchtung gewählt.

Die Weißpunkt-Abweichung in Bezug auf das von uns eingesetzte i1Pro liegt bei dE = 2.1. In Anbetracht der Tatsachen, dass auch diese Sonde keine ideale Referenz ist und dass die Charakterisierungsdaten generischer Natur sind, liegt das völlig im Rahmen. Zudem bleibt Messen nach Augenmaß allenfalls ein hehres Ziel. Vor diesem Hintergrund verlören auch höhere Abweichungen deutlich an Gewicht.

Reaktionsverhalten

Den BenQ SW321C haben wir in der nativen Auflösung bei 60 Hz am DisplayPort-Anschluss untersucht. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Im Datenblatt wird die Reaktionszeit mit 5 ms (GtG) angegeben. Der BenQ SW321C implementiert eine Overdrive-Funktion (AMA), die ein- und ausgeschaltet werden kann.

Das Schaltzeitendiagramm zeigt unter anderem, wie sich verschiedene Helligkeitssprünge addieren, wie schnell der Monitor in der Werkseinstellung im besten Fall reagiert und von welcher mittleren Reaktionszeit ausgegangen werden kann.

Der Messwert Color to Color (CtC) geht über die herkömmlichen Messungen von einfarbigen Helligkeitssprüngen hinaus, schließlich sieht man am Bildschirm in aller Regel ein farbiges Bild. Bei dieser Messung wird deshalb die längste Zeitspanne gemessen, die der Monitor benötigt, um von einer Mischfarbe auf die andere zu wechseln und seine Helligkeit zu stabilisieren.

Verwendet werden die Mischfarben Cyan, Magenta und Gelb – jeweils mit 50 % Signalhelligkeit. Beim CtC-Farbwechsel schalten also nicht alle drei Subpixel eines Bildpunktes gleich, sondern es werden unterschiedliche Anstiegs- und Ausschwingzeiten miteinander kombiniert.

AMA „Off“

Wir ermitteln den Schwarz-Weiß-Wechsel mit 16,6 ms und den schnellsten Grauwechsel mit 12,6 ms. Der Durchschnittswert für alle unsere 15 Messpunkte beträgt 20,8 ms. Der CtC-Wert ist mit 16,4 ms ebenfalls eher hoch. Dafür bleibt der Helligkeitsverlauf (GtG 80–50 %) völlig neutral.

Diagramm AMA "Off": Sehr gemächliche Schaltzeiten
AMA „Off“: Sehr gemächliche Schaltzeiten
Diagramm AMA "Off": Völlig neutrale Abstimmung
AMA „Off“: Völlig neutrale Abstimmung

AMA „On“

Mit Aktivierung der Pixelbeschleunigung kommt es fast zu einer Halbierung der Reaktionszeiten. Der Schwarz-Weiß-Wechsel verkürzt sich auf nun ordentliche 10,4 ms. Die Grauwechsel sinken auf im Durchschnitt 7,2 ms und liegen damit nicht weit von der Werksangabe entfernt. Der CtC-Wert erreicht 8,4 ms. Die messtechnisch nun nachweisbaren leichten Überschwinger machen sich im Bild nicht bemerkbar.

Diagramm AMA "On": Deutlich schnellere Schaltzeiten
AMA „On“: Deutlich schnellere Schaltzeiten
Diagramm: AMA "On": Leichte Überschwinger
AMA „On“: Leichte Überschwinger

Netzdiagramme

In den folgenden Netzdiagrammen sehen Sie alle Messwerte zu den unterschiedlichen Helligkeitssprüngen unserer Messungen im Überblick. Im Idealfall befinden sich die grünen und die roten Linien eng am Zentrum. Jede Achse repräsentiert einen in dem Pegel und der Dynamik definierten Helligkeitssprung des Monitors, gemessen über Lichtsensor und Oszilloskop.

AMA "Off": Netzdiagramm
AMA „Off“: Netzdiagramm
AMA "On": Netzdiagramm
AMA „On“: Netzdiagramm

Latenzzeit

Die Latenz oder auch Signalverzögerungszeit ist ein wichtiger Wert für Spieler, garantieren niedrige Werte doch ein direktes Feedback. Beim BenQ SW321C messen wir mit rund 28 ms eine recht hohe Signalverzögerung. Zusätzlich haben wir die Latenz via HDMI mit dem Leo Bodnar Lag Tester (1080p60) ermittelt. Auch hier liegt die Latenz mit durchschnittlich 29,8 ms (oben 22,3 ms, Mitte 29,6 ms, unten 37,4 ms) auf einem vergleichbaren Niveau. Der Bedienbarkeit tut dies keinen Abbruch – und für den Spielebereich hat BenQ andere Geräte in seinem großen Produktportfolio.

Backlight

Die Hintergrundbeleuchtung des BenQ SW321C basiert auf Leuchtdioden. Ihre Helligkeit wird nicht durch Pulsweitenmodulation (PWM) reguliert. Es kommt in keinem Betriebszustand zu Unterbrechungen im Lichtstrom, die bei hinreichend geringer Frequenz als Flackern wahrgenommen werden könnten. Damit eignet sich der Monitor auch bei empfindlichen Augen für längere Arbeitseinsätze.

Daigramm: LED-Hintergrundbeleuchtung ohne PWM-Helligkeitsregelung
LED-Hintergrundbeleuchtung ohne PWM-Helligkeitsregelung

Subjektive Bewertung

Der BenQ SW321C ist sicher kein Monitor für ambitionierte Spieler. Seine Bewegtbilddarstellung wird dennoch viele Benutzer – den Autor eingeschlossen –zufriedenstellen können.

Wir empfehlen für die Wiedergabe von Spielen eine sRGB-Emulation. Das vermeidet nicht nur eine überzeichnete Farbreproduktion, sondern verbessert auch die Detailzeichnung in den Tiefen gegenüber einer Gamma-2.2-Tonwertkurve.

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