Test BenQ TK850i: Echter 4K-Beamer mit Android TV?
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Projektor mit brandneuem 0,74"-DLP-Chip-Design liefert eine 4K-Auflösung mit einer Lichtleistung von 3000 ANSI-Lumen

Helligkeitsverteilung und Homogenität

Wir untersuchen die Helligkeitsverteilung und die farbliche Homogenität mit einem weißen Testbild, das an neun Punkten vermessen wird. Daraus berechnen wir zunächst die Helligkeitsabweichungen von der Bildmitte. Die Wahrnehmungsschwelle für Helligkeitsunterschiede liegt bei etwa 10 %.

-24 % -16 % -15 %
-13 % 0 % -6 %
-8 % 10 % 3 %

Die ungewichtete mittlere Helligkeit liegt je nach Modus zwischen 92 und 94 %. Nennenswerte Abweichungen sind vor allem im oberen Bilddrittel zu messen. Subjektiv hatten wir beim Weißbild den Eindruck, dass es nach unten, vor allem im Bereich der Ecke rechts unten, heller ist. Das kommt aufs Gleiche hinaus.

Da die Unterschiede in der Helligkeitsverteilung aber sehr fließend ausfallen und nicht so deutlich abgegrenzt sind wie bei manch anderem Projektor, muss man schon genau hinsehen, damit es auffällt. Schwankungen bei der Farbtemperatur sind ferner so gut wie keine auszumachen. Im Vergleich zu anderen Beamern kann sich der BenQ TK850i hier sehr gut behaupten und zeigt keinerlei Schwächen, die im Filmbetrieb tatsächlich auffällig werden.

Weißbild: Ordentliche Helligkeitsverteilung und Farbhomogenität
Weißbild: Ordentliche Helligkeitsverteilung und Farbhomogenität

Unten links ist das schwarze Testbild zu sehen, wie man es auch mit freiem Auge sieht. Das Foto unten rechts zeigt das Schwarzbild mit verlängerter Belichtung, um die Problembereiche stärker sichtbar zu machen.

Ausleuchtung bei normaler Belichtung
Ausleuchtung bei normaler Belichtung
Ausleuchtung bei verlängerter Belichtung
Ausleuchtung bei verlängerter Belichtung

Der Schwarzwert ist generell keine besondere Stärke des BenQ TK850i. Auch bei einem schwarzen Testbild kommt noch deutlich sichtbares Restlicht durch. Es sieht daher eher nach einem dunklen Grau als nach Schwarz aus. Auch die Darstellung des Schwarzbildes ist ansonsten relativ gleichmäßig, allerdings mit einem leicht rötlichen Einschlag.

Schaltet man die Dynamic-Iris-Funktion ein, wird das Bild zwar sichtbar dunkler, richtig schwarz aber nicht. Für den Im-Bild-Kontrast hilft das ohnehin herzlich wenig. Aber auch beim Wechsel zwischen dunklen und hellen Szenen haben wir die ständigen und deutlich sichtbaren Anpassungen der Gesamthelligkeit durch die Iris beim Anschauen von Filmen schlicht als störend empfunden und daher komplett abgeschaltet.

Etwas Streulicht außerhalb der eigentlichen Projektionsfläche wirft auch der BenQ TK850i an die Wand. Es hat eine eher rechteckige Form um die Leinwand herum. Am stärksten ist es uns in einem schmalen, vertikalen Streifen ca. 50 cm rechts neben der Leinwand aufgefallen. Im Vergleich zum TK800 hat sich der TK850i hier aber erheblich verbessert. Gestört hat es uns im Praxistest überhaupt nicht mehr.

Graustufen und Farbverläufe

Im ersten Testbild zu den Graustufen liegt der Schwerpunkt auf der Betrachtung der hellsten und dunkelsten Stufen. Die Abstufungen nahe Weiß sind bis auf die hellste Stufe vollständig zu erkennen. Bei den dunkelsten Stufen gelingt die Differenzierung bis einschließlich Stufe 6. Für einen Projektor ist das tatsächlich ziemlich gut.

Graustufendarstellung des BenQ TK850i
Graustufen

Die Graustufen wirken zunächst recht neutral, auch wenn sie anstelle der vorgegebenen 6500 K bei der Farbtemperatur offensichtlich eher auf der kühlen Seite liegen. Deutliche Schwächen sind aber in den Grauverläufen und auch in den Graustufen über die gesamte Helligkeitspalette (Testbild 2 und 3) zu erkennen. Während der dritte Balken von links im Testbild 2 eher grünlich wirkt, tendiert der vierte Balken eher in Richtung Rot. Dadurch wirkt die Darstellung hier insgesamt nicht sonderlich konsistent.

Graustufen, Testbild 2
Graustufen, Testbild 2
Graustufen, Testbild 3
Graustufen, Testbild 3

Feine Grauverläufe wirken zwar in der Vertikalen recht gleichmäßig, in der Horizontalen sind aber deutliche Abstufungsprobleme mit Banding-Effekten bzw. Farbschimmern sichtbar. Das ist auch aus einem der Leinwand-Größe entsprechenden, typischen Heimkino-Abstand noch deutlich zu sehen. Dass der BenQ TK850i mit den hier verwendeten 256 Grauschattierungen solche Probleme hat, überrascht doch sehr, da er laut Datenblatt sogar die Darstellung von 1,07 Mrd. Farben bzw. Farbabstufungen für sich in Anspruch nimmt (entspricht 10 Bit).

Grauverlauf 8 bbc
Grauverlauf 8 bbc
Grauverlauf 8 bbc, Ausschnitt
Grauverlauf 8 bbc, Ausschnitt

Der Wechsel auf 24p und eine Farbübertragung mit 12 Bit pro Farbkanal bringt da leider auch keine Verbesserung – eher noch eine Verschlechterung. Für die Anzeige von monochromatischen Grafiken und Fotovorführungen – insbesondere in Schwarz-Weiß – ist der BenQ TK850i daher nicht sonderlich gut geeignet. Das hier an statischen Testbildern gezeigte Problem dürfte aber zumindest teilweise auch für unseren subjektiven Eindruck bei der Wiedergabe von Spielfilmen verantwortlich sein.

Grauverlauf 12 bbc
Grauverlauf 12 bbc
Grauverlauf 12 bbc, Ausschnitt
Grauverlauf 12 bbc, Ausschnitt

Farbwiedergabe

Das oben gezeigte Abstufungsproblem betrifft teilweise auch die Farbverläufe. Während die Differenzierung bei Rot noch einigermaßen vollständig gelingt, zeigen sich bei Grün und vor allem bei Blau deutliche Defizite. Nähert man sich stark gesättigten Bereichen (Bildmitte), dann ist eine Differenzierung ab einem gewissen Punkt nicht mehr möglich. In der Praxis führt das in diesen Bereichen zu einer platt wirkenden Darstellung, in der Details verloren gehen.

Details können in stark gesättigten Farbbereichen verloren gehen. Keine Moiré-Probleme trotz Pixel-Shifting
Details können in stark gesättigten Farbbereichen verloren gehen. Keine Moiré-Probleme trotz Pixel-Shifting

Positiv zu erwähnen ist bei diesem Testbild, dass auch bei den nahe beieinander liegenden vertikalen Linien keinerlei Moiré-Effekte auftreten. Bei einem „Pixelshifter“ wäre das mit Sicherheit der Fall.

Manuel Findeis

... beschäftigt sich beruflich wie privat seit über 20 Jahren intensiv mit den Themen und Entwicklungen in der IT-Branche. Als freiberuflicher Autor, Testredakteur und Fotograf, kennt er die Anforderungen an ein gutes Display. Für PRAD ist er seit 2013 tätig.

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