Test BenQ TK850i: Echter 4K-Beamer mit Android TV?
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Projektor mit brandneuem 0,74"-DLP-Chip-Design liefert eine 4K-Auflösung mit einer Lichtleistung von 3000 ANSI-Lumen

Bedienung und OSD

Die Projektor-Funktionen (nicht Android TV!) lassen sich auch komplett über die Tasten an der Geräte-Oberseite bedienen. Die Tasten fühlen sich gut an und haben einen klaren Druckpunkt. Dennoch wird man sie in der Praxis höchst selten benutzen.

Da ist die Fernbedienung viel bequemer. Davon bekommt man dann auch gleich zwei, was leider kein Vorteil ist. Die Hauptfernbedienung für den Projektor dürfte mit dem Modell ohne Android TV identisch sein. Sie liegt mit ca. 17 cm Länge gut in der Hand. Die verschiedenen Funktionsbereiche sind klar abgegrenzt und sinnvoll strukturiert.

Die hervorgehobenen und gummierten Tasten lassen sich auch ohne Sichtkontakt leicht finden und haben einen klaren Druckpunkt. Die vielen Direkttasten helfen dabei, wichtige Einstellungen auch ohne Umweg über die Menü-Navigation schneller anzusteuern. Aufgrund der Tasten-Vielzahl braucht man allerdings eine gewisse Anlernzeit, bis man die richtige Taste blind findet. Gerade im Dunkeln ist daher die in der Mitte ganz oben angebrachte Lichttaste, mit der sich die Hintergrundbeleuchtung der Tasten einschalten lässt, sehr hilfreich. Die orange Tastenbeleuchtung wird dabei auch bei einem beliebigen Tastendruck automatisch aktiviert.

Bedienfeld am Projektor
Bedienfeld am Projektor
Fernbedienung(en) des BenQ TK850i
Fernbedienung(en)

Weniger gut hat uns dagegen die fehlende Integration der Android-TV-Funktionen gefallen. Stattdessen gibt es wie bei einem nachträglich zugekauften TV-Stick eine separate Fernbedienung. Mit der Hauptfernbedienung kann man zwar über die Quellenwahl (HDMI 3) zu Android TV wechseln, das Steuerkreuz funktioniert dort aber nicht mehr, sodass man die Fernbedienung wechseln muss.

Die Fernbedienung für Android TV liegt dank der abgerundeten Kanten zwar sehr gut in der Hand, besitzt aber keinerlei Tastenbeleuchtung, und auch auf die Direktwahlfunktionen zur Projektor-Steuerung muss man verzichten. Immerhin kann von hier ebenfalls das Hauptmenü des Beamers aufgerufen werden. Das Steuerkreuz der Android-TV-Fernbedienung funktioniert dann auch dort.

Das OSD von BenQ nutzt den zur Verfügung stehenden Platz zwar nicht sonderlich gut aus, die Darstellung ist dennoch ausreichend groß und noch gut zu lesen. Die Gestaltung ist dabei eher nüchtern und technisch gehalten. Die Verteilung der Funktionsvielfalt auf insgesamt sechs Hauptebenen ist nach wie vor nicht immer ganz logisch, gibt andererseits allerdings keine großen Rätsel auf. Der Funktionsumfang ist auf jeden Fall enorm und lässt in den erweiterten Einstellungen obendrein eine individuelle Kalibrierung zu.

OSD: Bildeinstellungen
OSD: Bildeinstellungen
OSD: Display-Einstellungen
OSD: Display-Einstellungen
OSD: Einstellungen zur Aufstellung
OSD: Einstellungen zur Aufstellung
OSD: Systemeinstellungen „Basic“
OSD: Systemeinstellungen „Basic“
OSD: Systemeinstellungen „Erweitert“
OSD: Systemeinstellungen „Erweitert“
OSD: Informationen
OSD: Informationen

Die Menüs werden grundsätzlich als Überlagerung des bisherigen Bildes eingeblendet. Filme laufen im Hintergrund weiter. Die Auswirkung von Änderungen kann man aber nur bei einfacheren Einstellungen wie Helligkeit und Schärfe unmittelbar im Bild sehen.

Beim Umschalten der Lampenleistung vergehen dagegen 5 Sekunden, bei Änderungen des Bildmodus 6 Sekunden und bei gleichzeitiger Änderung sogar 8 Sekunden, bis man wieder ein Bild zu sehen bekommt. Besser, man hat vorher die Pausentaste gedrückt, denn das Bild bleibt in der Phase komplett schwarz. Der Wechsel von HDMI zu Android TV und zurück genehmigt sich ebenfalls jeweils 8 Sekunden.

Besonders nervig wird es, wenn man am PC die Software PowerDVD zur Filmwiedergabe nutzt. PowerDVD kann in halbwegs aktuellen Versionen unter Windows 10 automatisch die Bildwiederholungsfrequenz an das Quellmaterial anpassen – also zum Beispiel beim Filmstart von 60 Hz auf 24p wechseln und anschließend wieder zurück. Dadurch entstehen dieselben Wartezeiten wie beim Wechsel der Signalquelle. Die Tonwiedergabe des Filmes läuft da schon lange bevor man endlich ein Bild zu sehen bekommt.

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In Verbindung mit den ausgeprägten Bereitschaftszeiten hat die Bedienung des BenQ TK850i daher einen ausgesprochen trägen Eindruck bei uns hinterlassen.

Android TV

Gegenüber Projektoren hatten TV-Geräte schnell den Vorteil des „smarten“ Ansatzes. Wenngleich die ersten Smart-TVs noch ihre Kinderkrankheiten hatten, sind sie heute schon ziemlich ausgereift und bieten den geballten Funktionsumfang eines kompletten, ins Netzwerk integrierten Media-Centers. Live-TV, Netflix oder Spielfilme aus dem Netzwerk starten – dazu braucht man keine Zusatzgeräte mit lästigen Umschaltzeiten mehr.

Das soll auch der BenQ TK850i bieten. Der Hersteller bezeichnet den Projektor folgerichtig als „Smart-Beamer“. Vorgemacht hat das LG schon vor geraumer Zeit mit seinen LED-Projektoren. Während LG aber ein eigenes OS verwendet, das auch auf den Smart-TVs des Unternehmens zum Einsatz kommt, hat BenQ hier keine Eigenentwicklung am Start, sondern setzt auf Android.

Android hat natürlich den Vorteil der größeren Verbreitung und umfangreicheren App-Unterstützung. Bei der Lösung von BenQ handelt es sich aber nicht um einen fest integrierten Ansatz, sondern um einen separaten Stick, der einfach in einen dritten, internen HDMI-Port unter der oberen Abdeckung gesteckt wird. Für die Stromversorgung ist dort ein zusätzliches Kabel vorhanden. Die Bedienung erfolgt dann über eine separate Fernbedienung.

Android TV: Einstiegsseite
Android TV: Einstiegsseite
Android TV: Amazon Prime Video
Android TV: Amazon Prime Video

Der Aufruf von Android TV führt nach 8 Sekunden Wartezeit in eine komplett eigene Oberfläche. Zumindest die Quellenwahl, der Aufruf des Projektor-Hauptmenüs und die Navigation darin sind auch mit der Android-TV-Fernbedienung möglich.

So richtig viel gibt es werkseitig auf der Einstiegsseite noch nicht zu sehen. Vorinstalliert sind primär Amazon Prime Video, YouTube und Google Play Filme. Eine Netflix-App gehört nicht dazu und lässt sich auch nicht ohne Weiteres nachrüsten, da Netflix nur bestimmte Geräte autorisierter Hersteller nativ unterstützt.

Android TV: Apps
Android TV: Apps
Android TV: Drahtlose Projektion
Android TV: Drahtlose Projektion

Den BenQ TK850i gibt es schließlich auch ohne Stick bzw. ohne „i“. Der Preisunterschied auf UVP-Basis beträgt 200 Euro. Das ist im Vergleich zu einem 65 Euro teuren Amazon Fire TV Stick 4K doch recht happig.

Android TV: YouTube
Android TV: YouTube
Android TV: Google Play Filme
Android TV: Google Play Filme

Nachrüsten auf die „i“-Variante kann man den kleineren Bruder BenQ TK850 – soweit für uns ersichtlich – nicht. Das lässt sich über andere nachgekaufte Lösungen aber genauso gut bewerkstelligen.

Manuel Findeis

... beschäftigt sich beruflich wie privat seit über 20 Jahren intensiv mit den Themen und Entwicklungen in der IT-Branche. Als freiberuflicher Autor, Testredakteur und Fotograf, kennt er die Anforderungen an ein gutes Display. Für PRAD ist er seit 2013 tätig.

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