Test BenQ TK850i: Echter 4K-Beamer mit Android TV?
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Projektor mit brandneuem 0,74"-DLP-Chip-Design liefert eine 4K-Auflösung mit einer Lichtleistung von 3000 ANSI-Lumen

Inbetriebnahme

Ein- und Ausschalten

Projektoren mit herkömmlicher Hochdrucklampe benötigen typischerweise eine Aufwärm- und Abkühlphase. Dass solche Modelle bis zur Anzeige des ersten Bildes ein bisschen Zeit brauchen, ist also durchaus normal.

Der BenQ TK850i zeigt zwar bereits nach ca. 16 Sekunden das Herstellerlogo an. Bis zur Anzeige des PC-Desktops – also inklusive der Erkennung der HDMI-Quelle – vergeht aber knapp 1 Minute. Auch beim Ausschalten ist der TK850i nicht der Schnellste. Um einen Hitzestau zu vermeiden, drehen die Lüfter noch eine ganze Weile weiter. Erst nach anderthalb Minuten herrscht wieder Ruhe. Nervig ist diese Wartezeit vor allem, wenn man den Projektor versehentlich ausgeschaltet hat bzw. einfach nur kurz noch einmal ein Bild braucht, um den PC herunterzufahren. Während der Abkühlphase lässt sich das Gerät nämlich nicht wieder einschalten.

Betriebsgeräusch

Das Betriebsgeräusch beträgt laut Hersteller 30 dB im Normalmodus und 28 dB im Eco-Modus. Diese Werte sind geringfügig niedriger als beim Vorgänger. Dennoch können solche Messwerte selten den subjektiv empfundenen Lärmpegel richtig wiedergeben.

Soweit für uns ersichtlich, hängt die Lüfterlautstärke primär mit der gewählten Lampenleistung zusammen, die unabhängig vom gewählten Bildmodus in zwei Stufen (Normal/Sparmodus) geregelt werden kann. Im laufenden Betrieb bleibt die Drehzahl dann jeweils konstant, wird vermutlich aber auch noch etwas an die Betriebstemperatur des Gerätes angepasst. Neben den beiden genannten Hauptmodi für die Lichtleistung gibt es einen SmartEco-Modus, der die Lampenleistung an die Helligkeitsstufe des Bildinhaltes anpasst.

Während uns beim Vorgänger BenQ TK800 zusätzlich zum Lüftergeräusch ein eindringliches Brummgeräusch auffiel, ist das beim BenQ TK850i nicht mehr der Fall. Dieses Geräusch wurde beim TK800 offensichtlich nicht durch die Lüfter, sondern durch das hochfrequente Pixelshiften verursacht.

Trotz der Verwendung von recht großen Lüftern ist das Betriebsgeräusch des BenQ TK850i im Normalmodus aber schon recht laut. Bei Actionfilmen und Sportübertragungen mag das von der Klangkulisse des Inhaltes noch ganz gut überdeckt werden. Spätestens bei Filmen mit leiseren Passagen oder bei Fotovorführungen kann das deutlich zu vernehmende Betriebsgeräusch aber schnell unangenehm werden. Dank der großen Lüfter ist es aber nicht hochfrequent. Es handelt sich primär um ein lautes Rauschen. Mit der Lautstärke im Eco-Modus kann man dagegen noch ganz gut leben. Allerdings sinkt dann die Helligkeit deutlich.

Stromverbrauch, Kühlung und Wartung

Stromverbrauch

Der Stromverbrauch des TK850i soll laut Hersteller normalerweise bei 340 Watt und maximal bei 350 Watt liegen. Der Bedarf im Eco-Modus wird mit 280 Watt angegeben. Im Standby soll er 0,5 Watt nicht überschreiten. Nach unseren Messungen bleibt die Leistungsaufnahme unter den Herstellerangaben:

Modus Stromverbrauch in Watt/h
Lampenleistung: Normal 318 W
Lampenleistung: Sparmodus 243 W
Standby < 0,35 W

Kühlung und Wartung

Die warme Abluft wird beim BenQ TK850i mit zwei großen Lüftern auf der rechten Seite aus dem Gerät befördert. Auf der linken Seite unterstützt ein ebenfalls großer Lüfter den Luftstrom durch Ansaugen von frischer Luft. Die Abluft ist dabei schon ordentlich aufgeheizt. Dank dieser Konstruktion sitzen die Zuschauer aber nicht direkt im warmen Luftstrom. Nach längerem Betrieb wird man vor allem im Sommer aber schon eine generelle Erhöhung der Raumtemperatur durch den Projektor feststellen.

Ein großer Lüfter zur Frischluftzufuhr links
Ein großer Lüfter zur Frischluftzufuhr links
Zwei große Lüfter zum Ausblasen rechts
Zwei große Lüfter zum Ausblasen rechts

Bei Projektoren mit Hochdrucklampe muss die Lampe regelmäßig ausgetauscht werden. Zudem nimmt bis zum Ende der Lebensdauer die Lichtleistung merklich ab und beträgt letztlich nur noch etwa die Hälfte. Bei regelmäßiger Nutzung muss man alle zwei bis drei Jahre die Lampe und den Lüftungsfilter erneuern – und das ist durchaus kostspielig.

Die Lebensdauer einer Lampe gibt BenQ mit „bis zu 15 000 Stunden“ an. Das entspräche einer Lebensdauer von zehn Jahren bei einer durchschnittlichen Nutzung von vier Stunden pro Tag. Solche Angaben findet man sonst nur bei LED-Beamern. Der Blick in das Kleingedruckte offenbart allerdings, dass diese Maximalangabe nur bei permanenter Verwendung des SmartEco-Modus zu erreichen ist. Bei normaler Lampenleistung sind es nur bis zu 4000 Stunden – also knapp drei Jahre bei oben angegebener Verwendung.

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Eine Original-Ersatzlampe kostet ca. 267 Euro. Ein Nachbau rund 192 Euro. Der Austausch ist recht einfach. Nach dem Lösen von zwei seitlichen Schrauben kann man die obere Abdeckung etwas nach vorn schieben und dann abnehmen. Darunter verbirgt sich nicht nur der Zugang zum Anschluss des Android-TV-Sticks, sondern auch das Lampenmodul, das dann komplett ersetzt wird.

Lampenwechsel (Screenshot: BenQ-Handbuch)
Lampenwechsel (Screenshot: BenQ-Handbuch)

Das ist insofern gut gelöst, da der Lampentausch so auch bei einer Decken-Installation problemlos möglich ist. Abgesehen von gelegentlichem Abstauben des äußeren Gehäuses hat man beim BenQ TK850i ansonsten keinen Wartungsaufwand. Eine regelmäßige Reinigung bzw. der Austausch eines Luftfilters sind bei DLP-Projektoren im Gegensatz zu LCD-Modellen nicht nötig.

Auf das Gerät selbst gewährt BenQ 24 Monate Garantie. Die Garantie auf die Lichtquelle erlischt jedoch nach 12 Monaten oder 2000 Betriebsstunden – je nachdem welcher Zustand zuerst eintritt.

Manuel Findeis

... beschäftigt sich beruflich wie privat seit über 20 Jahren intensiv mit den Themen und Entwicklungen in der IT-Branche. Als freiberuflicher Autor, Testredakteur und Fotograf, kennt er die Anforderungen an ein gutes Display. Für PRAD ist er seit 2013 tätig.

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