Test EIZO CG279X – Bildqualität in Perfektion
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Bildhomogenität

Wir untersuchen die Bildhomogenität anhand von vier Testbildern (Weiß, Neutraltöne mit 75 %, 50 %, 25 % Helligkeit), die wir an 15 Punkten vermessen. Daraus resultieren die gemittelte Helligkeitsabweichung in % und das ebenfalls gemittelte Delta C (d. h. die Buntheitsdifferenz) in Bezug auf den jeweils zentral gemessenen Wert. Die Wahrnehmungsschwelle für Helligkeitsunterschiede liegt bei etwa 10 %.

Hinter Funktionen zur Verbesserung der Gleichförmigkeit verbergen sich bei anderen Herstellern leider allzu oft eher Pseudo-Funktionen, die teils mehr Schaden anrichten, als Nutzen zu stiften.

Der DUE (Digital-Uniformity-Equalizer) von EIZO spielt auch hier in einer ganz anderen Liga und leistet beim CG279X wie gewohnt ganze Arbeit. Die Darstellung ist über die gesamte Panel-Fläche ausgesprochen gleichmäßig. Helligkeits- und Farbabweichungen sind weder mit dem bloßen Auge noch durch Messungen auszumachen. Das fällt übrigens bereits beim alltäglichen Arbeiten mit Office-Dokumenten angenehm auf, auch wenn diese Präzision hier natürlich nicht zwingend erforderlich ist.

Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild
Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild
Farbhomogenität beim weißen Testbild
Farbhomogenität beim weißen Testbild

Die Helligkeitsverteilung ist mit einem Durchschnittswert von 2,18 % erstklassig, die maximale Abweichung mit 4,96 % ebenfalls exzellent. Auch bei der Farbhomogenität schneidet der EIZO CG279X mit fantastischen Ergebnissen ab. Die Maximalabweichung beträgt unten links 1,11 Delta C. Der Durchschnittswert liegt bei lediglich 0,57 Delta C.

Möchte man den Schwerpunkt lieber auf einen möglichst hohen Wert für Kontrast und Maximalhelligkeit legen, dann stellt man den DUE auf „Brightness“. Die dadurch bedingten Verbesserungen haben wir bereits weiter oben gezeigt. Erstaunlicherweise kann der EIZO CG279X aber selbst jetzt noch mit einer erstklassigen Flächenhomogenität überzeugen. An der astreinen Farbreinheit ändert sich überhaupt nichts. Lediglich der Durchschnittswert bei der Helligkeitsabweichung ist jetzt „nur“ noch gut bis sehr gut.

Für die EBV liegt unsere Empfehlung trotzdem klar auf dem Modus „Uniformity“. Für die Präsentation der Ergebnisse kann man aber mit dem Modus „Brightness“ einen Helligkeits- und Kontrastgewinn mit kaum zu spürenden Einbußen bei der Helligkeitsverteilung erzielen.

Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild
Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild
Farbhomogenität beim weißen Testbild
Farbhomogenität beim weißen Testbild

Messungen – auch wenn wir sie an überdurchschnittlich vielen Punkten durchführen – sind immer das eine, das subjektiv Sichtbare manchmal etwas anderes. Bei unserer subjektiven Begutachtung schauen wir auch auf die extremen Ränder, wo keine Messungen stattfinden können. Der subjektive Eindruck kann beim EIZO CG279X die hervorragenden Messergebnisse voll und ganz bestätigen. Weißbild und Farbflächen wirken besonders homogen – sowohl hinsichtlich Helligkeit als auch Farbtemperatur.

Coating

Die Oberflächenbeschichtung des Panels (Coating) hat auf die visuelle Beurteilung von Bildschärfe, Kontrast und Fremdlichtempfindlichkeit einen großen Einfluss. Wir untersuchen das Coating mit dem Mikroskop und zeigen die Oberfläche des Panels (vorderste Folie) in extremer Vergrößerung.

Coating des EIZO CG279X
Coating des EIZO CG279X
Coating-Referenzbild
Coating-Referenzbild

Mikroskopischer Blick auf die Subpixel, mit Fokus auf die Bildschirmoberfläche: Der EIZO CG279X besitzt eine stumpf-matte Oberfläche mit mikroskopisch sichtbaren Vertiefungen zur Diffusion.

Blickwinkel

Im CG279X wird ein Wide-Gamut-IPS-Panel verwendet. Die Werksangabe für den maximalen Blickwinkel liegt bei 178 Grad in der Horizontalen und Vertikalen. Das sind die für moderne IPS- und VA-Panels typischen Werte.

IPS-Panels sind generell für ihre gute Blickwinkelneutralität bekannt. Vor allem die Farbdarstellung bleibt auch bei extremerem Blickwinkel völlig stabil. Bei den Geräten mit IPS-Panel haben wir schon gelegentlich welche, die etwas überdurchschnittlich (oder unterdurchschnittlich) wirken. Diese Unterschiede sind aber in der Regel nur gering und schwer zu greifen.

Ein Nachteil der IPS-Technologie ist allerdings üblicherweise die Aufhellung von dunklen Bereichen bei von der mittigen Sitzposition abweichenden Blickwinkeln. Abhängig von der Display-Größe können dann teilweise schon Aufhellungen in den Ecken sichtbar werden, die durch den Blickwinkel und nicht durch Randeinstrahlungen verursacht werden. Auch ein besonders satter Schwarzwert gehört nicht generell zu den Stärken von IPS-Panels.
Beim CG279X (wie auch generell in der CG-Serie) verwendet EIZO aber ein True-Black-Panel, das mit einem speziellen Retardationsfilm beschichtet ist, der tiefe, satte Schwarztöne ermöglicht – und zwar auch bei großen Blickwinkeln.

Das Foto zeigt den Bildschirm des CG279X bei horizontalen Blickwinkeln von +/- 60 Grad und vertikalen von +45 und -30 Grad.

Horizontale und vertikale Blickwinkel des Eizo CG279X
Horizontale und vertikale Blickwinkel

Wie wir bereits bei den Graustufen angedeutet haben, ist der EIZO CG279X – trotz des generell hohen Niveaus von IPS-Panels – auch hier eine Klasse für sich. Die Farbstabilität ist perfekt. Besonders bemerkenswert sind aber Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast.

Die Reduzierung der Helligkeit fällt auch bei extremeren Blickwinkeln vergleichsweise gering aus, Schwarz bleibt Schwarz, und der Kontrasteindruck mindert sich somit ebenfalls kaum. Dadurch bleibt beispielsweise die nur schwache Zeichnung in den schwarzen Rippen-Shirts der beiden Damen auch bei extremen Blickwinkeln praktisch unverändert sichtbar.

Bei horizontalen Blickwinkeln mag ab ca. 60 Grad die Farbtemperatur etwas kühler und weiße Bereiche etwas „reiner“ bzw. „strahlender“ wirken. Dafür ändert sich gefühlt an Helligkeit und Kontrast praktisch nichts. Einen merklichen Helligkeitsabfall bekommt man eigentlich nur bei vertikalen Blickwinkeln von oben. Die Farbtemperatur wirkt hier auch etwas wärmer.

Summa summarum ist die Blickwinkelneutralität des EIZO CG279X auf jeden Fall erstklassig und sichtbar besser als bei herkömmlichen IPS-Panels.

10 KOMMENTARE

  1. Für einen selten so präzisen Monitor in puncto „Farbleistung und Homogenität“ zahle ich gerne diesen Preis.
    Gerade als Profi, will ich meinen Kunden im ColorGrading nur verlässliche Filme und Trailer abliefern.
    Eine Tagesgage jenseits von 500€ erlaubt und berechtigt gerade zu nur das beste zu kaufen, da sehe ich neben EIZO wohl nur noch NEC Monitore.

    Klar, für den Anfang langt auch ein „farbtreuer“ Monitor anderer Hersteller, aber irgendwann macht man richtige Jobs mit Grading Panels und entsprechende Software.
    Klickt man nur in Premiere in Colorista rum und regt sich über den Preis hier auf, wird man nicht das Klientel für diese Sparte sein.

  2. Sorry
    Der Anschaffungspreis sollte immer abhängig der absoluten Leistung stehen und in Bezug zur Nutzung in Jahren. Persönlichen Einschätzung haben bei einem objektivem Test nichts zu suchen oder sind explizit als solche zu erwähnen.
    Danke.

    • Natürlich fließen in einen Test auch subjektive Beurteilungen ein. Das machen wir seit 17 Jahren so und werden das sicherlich nicht ändern! Alles ist nicht messbar!

  3. die reaktion von herrn Findeis ist schon seltsam, imho fast schon überheblich!

    „dann wird vielleicht auch dem anonymen Kommentarschreiber noch ein Licht aufgehen.“
    wäre der kommentar von „L.H.“ besser, wenn ein name dabei stände?
    scheinbar denkt herr Findeis so, was ich aber nicht nachvollziehen kann.
    der kommentar is doch berechtigt, nüchternere einschätzungen ohne werbetexte wären m.m.n. begrüßenswert! da brauch sich keiner auf den schlips getreten fühlen, oder?
    wo soll den dem scheinbar unterbelichteten kommentar-schreiberIn ein licht aufgehen?

    btw: vielleich ist das im test unglücklich formululiert, aber wenn man (wie der artikelautor) den preis ignoriert kann man keine preis-leistungs-einschätzung machen. das sehe ich genauso wie „L.H.“, oder liege ich da falsch?

    zum monitor: interessant+bestimmt toll, aber außerhalb von meinem bedarf (nicht nur preislich). danke für den test!

    • Es steht dort „vermeintlich hohen Anschaffungspreis“. Das vermeintlich soll zum Ausdruck bringen, dass der Monitor zwar teuer ist, aber der Preis aufgrund der gezeigten Leistung absolut gerechtfertigt ist. Auch ein Redakteur gerät mal ins Schwärmen, wenn der Monitor so restlos überzeugt.

  4. Leider vergessen viele, dass ein Preis-/Leistungsverhältnis eben zwei Seiten hat. Allzu oft wird zuallererst nur auf den Preis geschaut. Geht der über das hinaus, was man im Kopf als „richtig und vernünftig“ empfindet, fällt das Gerät schon durch das Raster. Unterschiede auf der Leistungsseite sind auch nicht immer sofort transparent und werden durch das Marketing der Hersteller nur allzu gerne verschleiert.

    Wir schreiben unsere Tests ferner nicht nur für Leser, die gerne stundenlang nüchterne Zahlenkolonnen miteinander vergleichen oder ihren Monitor sowieso von der Firma bezahlt bekommen.

    Wer als Selbständiger sein Budget genau im Auge haben muss, für den ist die Frage nach dem Preis-/Leistungsverhältnis schon mehr als berechtigt. Wieso sollte man für einen Monitor knapp 2.000 EUR ausgeben, wenn man einen 27-Zoll-WQHD-Monitor auch für 450 EUR kaufen kann? Oder zumindest für knapp 1.000 EUR in Verbindung mit den Schlagworten: Grafikmonitor, Hardware-Kalibrierung, erweiterter Farbraum und 3D-LUT? Bei einem Anschaffungspreis von 1.000 EUR und mehr lohnt es sich, sich erst einmal mit den Unterschieden auf der Leistungsseite auseinanderzusetzen. Und darauf geben unsere Tests mehr als ausführlich Antwort. Hardware-Kalibration ist eben nicht gleich Hardware-Kalibration und 1.000 EUR mit Minimal-Garantie können richtig teuer sein, wenn das Gerät nicht hält, was es verspricht.

    Schaut man also über den Anschaffungspreis des EIZO CG279X von knapp 2.000 EUR erst mal hinweg, dann wird vielleicht auch dem anonymen Kommentarschreiber noch ein Licht aufgehen.

    Wir haben schon seit geraumer Zeit mit zunehmender Tendenz Konsumer-Monitore im Test, die einerseits in immer schwindelerregende Preisregionen aufstrebenden und andererseits eine teils schwer erträgliche Diskrepanz zwischen Marketing-Aussagen und Realität bei uns im Testlabor zeigen. Das kritisieren wir auch regelmäßig in den entsprechenden Test-Berichten.

    Das eher zurückhaltende Marketing von EIZO ist da schon alleine eine Wohltat. Schaut man auf die Leistung des EIZO CG279X kann man sich auch als Redakteur einer gewissen Begeisterung nicht erwehren. Wer unsere Tests tatsächlich liest, der weiß auch, dass wir derart uneingeschränkte PRAD-Empfehlungen höchst selten aussprechen.

  5. „Schaut man über den vermeintlich hohen Anschaffungspreis hinweg auf die Leistung, ist das Preis-Leistungs-Verhältnis bei allen drei Modellen kaum zu schlagen.“

    Entschuldigung? Was soll mir dieser Satz sagen? Schaut über den Preis hinweg und betrachtet die absolute, sehr gute Leistung, ist auch die P/L herausragend?!?
    Bitte weniger von diesen Werbesätzen. Allgemein muss ich feststellen, dass ich die sachliche Seriösität und fachliche Distanziert in vielen Artikeln der prad der letzten Jahre zunehmend vermisse.
    Viele grüße

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