Test LG 32UL950-W – Nano IPS und Hardwarekalibrierung
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Interpolation

Der Bildschärferegler wirkt auch an den digitalen Eingängen. Die Standardeinstellung 50 scheint gut gewählt, wir haben sie so belassen.

Zur Skalierung bietet das OSD die Optionen „Original“ (seitengerecht) und „Vollbild“ (ggfls. mit Verzerrung) an. Eine pixelgenaue 1:1-Darstellung ist generell nicht möglich.

Die Schärfe bei nativer Auflösung ist erwartungsgemäß sehr gut. Bei 1280 x 720 sieht man, dass die notwendige Pixelvergrößerung hauptsächlich durch zusätzlich eingefügte graue Bildpunkte bewirkt wird. Dies führt wie üblich zu etwas fetteren Konturen mit leichtem Unschärfe-Eindruck. Farbsäume treten nicht auf.

Testgrafik nativ, Vollbild
Testgrafik nativ, Vollbild
Testgrafik 1280 x 720, Vollbild
Testgrafik 1280 x 720, Vollbild
Textwiedergabe nativ, Vollbild
Textwiedergabe nativ, Vollbild
Textwiedergabe 1280 x 720, Vollbild
Textwiedergabe 1280 x 720, Vollbild

Die seitengerechte Skalierung konnte in allen getesteten Auflösungen überwiegend überzeugen. Bei PC-Auflösungen hat sie aber nicht immer zu einer maximal flächenfüllenden Wiedergabe geführt.

In allen interpolierten Auflösungen sind die Lesbarkeit von Texten und die Abbildung der Testgrafik – dem Skalierungsgrad entsprechend – gut bis sehr gut. Die unvermeidlichen Interpolationsartefakte fallen gering aus. Auch Texte mit fetten Buchstaben bleiben gut leserlich.

 Signal Verzerrungsfreie, maximal
flächenfüllende Wiedregabe
Unskalierte Wiedergabe
SD 576p Am PC im Treiber nicht verfügbar nein
SD 480p ja nein
HD (720p) ja nein
HD (1080p) ja nein
PC (5:4) ja nein
PC (4:3) nein, verzerrungsfrei, aber nicht flächenfüllend nein
PC (16:10) nein, verzerrungsfrei, aber nicht flächenfüllend nein
PC (16:9) ja nein

Farbwiedergabe

Bei Monitoren für den Grafikbereich testen wir zunächst die Farbwiedergabe in der Werkseinstellung nach dem Reset sowie – falls vorhanden – in einem sRGB- und Adobe-RGB-Modus. Anschließend wird der Monitor mit Quato iColor Display kalibriert. Sofern der Monitor eine vollwertige Hardware-Kalibration besitzt, wird stattdessen diese in Verbindung mit der Hersteller-Software verwendet.

Farbraumvergleich in CIELAB (D50)

Die folgenden Darstellungen basieren auf den farbmetrischen Daten nach einer Kalibration auf D65 als Weißpunkt. Das Bezugsweiß für die Aufbereitung in CIELAB ist D50 (adaptiert mit Bradford).

Weißes Volumen: Bildschirmfarbraum
Schwarzes Volumen: Referenzfarbraum
Buntes Volumen: Schnittmenge
Vergleichsziele: sRGB und DCI-P3

Die nachfolgenden Grafiken zeigen die Farbraumabdeckung nach der Hardware-Kalibration:

Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2
Abdeckung des DCI-P3-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des DCI-P3-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des DCI-P3-Farbraums, 3D-Schnitt 2
Abdeckung des DCI-P3-Farbraums, 3D-Schnitt 2

Die folgende Tabelle fasst die Ergebnisse jeweils für das Werks-Preset und nach Hardware-Kalibration mit ColorNavigator zusammen:

Farbraum Abdeckung im Werks-Preset Abdeckung nach Kalibrierung
sRGB 93 % 99 %
Adobe RGB 85 %
ECI-RGB v2 78 %
DCI P3 RGB 91 % 95 %
ISO Coated v2 (FOGRA39L) 96 %

Farbmodus: Custom (Werkseinstellung)

Nach dem Reset im OSD sind folgende Werte vorgegeben:

Bildmodus: Anwender
Helligkeit: 100
Kontrast: 70
Gamma: Modus 2
Farbtemperatur: Benutzer
RGB: 50/50/50
Color-Gamut: k. A.
DUE Priority: aus
Schärfe: 50
Reaktionszeit: schnell

Die Erläuterungen zu den folgenden Charts haben wir für Sie zusammengefasst: Delta-E-Abweichung für Farbwerte und Weißpunkt, Delta-C-Abweichung für Grauwerte, und Gradation.

Diagramm: Graubalance in der Werks-Einstellung, Bildmodus „Anwender“
Graubalance in der Werks-Einstellung, Bildmodus „Anwender“

Die Graubalance ist beim LG 32UL950-W ab Werk gut bis sehr gut. Die Farbtemperatur liegt bei 6900 K und das Gamma im Durchschnitt bei 2,15. Der Verlauf ist allerdings sehr eigen. Bei der Range könnte man ein Auge zudrücken und ein „Sehr gut“ geben. Der Gammaverlauf und die subjektive Einschätzung reichen aber nur für eine gute Gesamtwertung.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich sRGB-Modus mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Der LG 32UL950-W verfügt über zahlreiche Werks-Presets. Mit den sRGB- und DCI-P3-Modi haben wir uns die spannendsten näher angeschaut.

Diagramm: Farbwiedergabe in der Werks-Einstellung, Bildmodus „sRGB“
Farbwiedergabe in der Werks-Einstellung, Bildmodus „sRGB“

Im sRGB-Modus ist die Graubalance ohne Wenn und Aber sehr gut (Delta-C-Average: 0.32, Delta-C-Range: 0.64). Die Farbtemperatur liegt mit 5700 K allerdings deutlich wärmer als das D65-Soll. Das Gamma ist im Durchschnitt mit 2,3 schon merklich zu hoch. Auch der Kurvenverlauf ist nur recht halbherzig an die Vorgabe angepasst.

Enttäuschend ist hier aber vor allem die Farbraumabdeckung von nur 93 %. Eine annähernd vollständige Abdeckung des sRGB-Farbraums schafft heute schon fast jeder Büromonitor im Test. Die Farbabweichungen fallen aber zumindest gut aus.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich DCI-P3-Modus mit dem DCI-P3-Arbeitsfarbraum

Diagramm: Farbwiedergabe in der Werks-Einstellung, Bildmodus „DCI-P3“
Farbwiedergabe in der Werks-Einstellung, Bildmodus „DCI-P3“

Im DCI-P3-Modus trifft das leider so gar nicht mehr zu. Die Graubalance ist zwar nach wie vor sehr gut, das Soll beim Gamma von 2,6 wird aber nicht annähernd erreicht. Es liegt auch hier im Durchschnitt bei nur 2,15, und der Kurvenverlauf ist alles andere als linear.

Viel störender sind aber die Farbraumabdeckung von nur 91 % und vor allem die hohen Abweichungen bei den Buntfarben. Die Grafik spricht für sich. Ein durchschnittliches Delta E94 von 4,27 % ist schon ein sehr unbefriedigendes Ergebnis.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

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