Test EIZO CG279X – Bildqualität in Perfektion
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ColorNavigator 7

Mit Version 7 stehen dagegen sämtliche Farbmodi zur Auswahl. Sie können beliebig umbenannt und sowohl mit Standard- als auch mit erweiterten Kalibrierungszielen versehen werden. Ob man über die Software oder das OSD umschaltet, spielt keine Rolle. Wenn CN im Hintergrund aktiv ist, wird in jedem Fall auch das Profil in der Farbverwaltung des OS gewechselt. Der Nutzen dieser Farbmodi bzw. Speicherplätze steigt damit enorm.

CN V7: Umschalten am Desktop
CN V7: Umschalten am Desktop

Allerdings gibt es auch einen Haken. Man kann zwar in CN wie gehabt beliebig viele Ziele definieren und kalibrieren, beim schnellen Umschalten über die Taskleiste ist man aber auf die Anzahl der im jeweiligen Monitor verfügbaren Farbmodi beschränkt. Im Vergleich zu seinen Geschwistern ist der EIZO CG279X hier klar im Vorteil, da er ganze zehn Farbmodi zur Verfügung stellt.

Die Zuordnung der Zielvorgabe zu einem Farbmodus kann man zwar ändern, muss dazu aber die Hauptanwendung des CN starten. Das dauert dann schon etwas länger und ist daher für Ziele, zwischen denen man häufig wechseln will, eher nicht zu empfehlen. Dafür ist die oben genannte potenzielle Quelle für Anwenderfehler jetzt eliminiert.
Dazu gehört auch folgender feiner Zug: Wechselt man mit dem EIZO CG279X an einen anderen PC (auf dem CN 7 installiert ist), fragt einen die Software artig, ob man die Kalibrierungs-Einstellungen aus dem Monitor in die lokale Installation übernehmen will. Bejaht man dies, stehen sofort auch alle Einstellungen und Kalibrierungsziele wieder an dem neuen Rechner zur Verfügung.

Eine wesentliche Neuerung ist in diesem Zusammenhang noch die Einführung von Standard- und erweiterter Kalibrierung. Die Einstellmöglichkeiten der erweiterten Kalibrierung sind kaum zu toppen. Doch auch die verfügbaren Möglichkeiten bei Standardkalibrierung haben bereits einen Umfang, von dem andere Hersteller noch träumen. Der große Vorteil der Standardziele ist, dass ein einziger Durchlauf genügt, um alle Ziele auf einen Schlag zu kalibrieren – ein erheblicher Geschwindigkeitsvorteil. Außer dem Cal-Modus sind ab Werk alle Farbmodi mit Standardzielen belegt.

Zum Vergleich: Die Lösungen anderer Hersteller kennen in der Regel nur einen einzigen Modus, der kalibriert werden kann. Will man das Ziel ändern, ist eine komplette (und im Zeitvergleich sehr langwierige) Neukalibrierung erforderlich. Bei einem Farbmoduswechsel bleibt das Profil in der Farbverwaltung des OS grundsätzlich unberücksichtigt. Die Fehleranfälligkeit ist entsprechend hoch.

Ablauf und Funktionsumfang ColorNavigator V7

In der Einstiegsmaske findet man jetzt links sämtliche Farbmodi. An den Kürzeln „STD“ und „ADV“ erkennt man, ob es sich um eine erweiterte oder eine Standardkalibrierung handelt. Rechts kann man im Dropdown-Menü ein Ziel zuordnen. Passend dazu werden dann die Zieldetails und ggfls. das Ergebnis der letzten Kalibrierung angezeigt.

Im weiteren Verlauf sind bei einer frischen Installation zunächst nur Basisfunktionalitäten vorhanden. Über die Einstellungen kann man nach Bedarf weitere Funktionen modular als Extensions dazuschalten.

CN V7: Einstiegsmaske (Screenshot)
CN V7: Einstiegsmaske (Screenshot)
CN V7: Einstellungen mit Modul-Optionen (Screenshot)
CN V7: Einstellungen mit Modul-Optionen (Screenshot)

Wir beschreiben nachfolgend kurz den Ablauf für das Anlegen eines neuen Ziels mit manueller Eingabe der Daten. Alternativ können bereits vorhandene Ziele verändert sowie farbmetrische Zieldaten aus ICC-Profilen ausgelesen oder durch verschiedene Messungen ermittelt werden.

Zur Definition bzw. Änderung von Kalibrierungszielen gibt es unter „Monitor-Einstellungen“ eine eigene Verwaltung. Dort kann man in Ruhe beliebig viele unterschiedliche Ziele definieren und sie dann später kalibrieren und einem Farbmodus zuordnen.

Was in Version 6 noch auf mehrere Unterseiten verteilt war, ist jetzt alles in einem Fenster verfügbar. Das Fenster erscheint zunächst recht klein, weshalb man vertikal scrollen muss. Die folgenden Abbildungen zeigen jeweils einzelne Ausschnitte. Das Fenster ist aber skalierbar und lässt sich zum Vollbild erweitern. Somit hat man jetzt alle Einstellungen auf einmal im Blick.

CN V7: Einstieg Zielerstellung (Screenshot)
CN V7: Einstieg Zielerstellung (Screenshot)
CN V7: Helligkeit (Screenshot)
CN V7: Helligkeit (Screenshot)

Das Ziel kann frei benannt und auf Wunsch auch gleich mit einem Farbmodus verknüpft werden. Etwas versteckt ist ganz oben noch die Unterscheidung zwischen erweitertem und Standardmodus möglich.

1. Helligkeit, Schwarzwert und Weißpunkt

Der Einstellbereich des Schiebereglers für die Helligkeit lässt sich über die manuelle Eingabe erhöhen (30–200 cd/m²). Die maximale Helligkeit scheint also nach wie vor auf 200 cd/m² begrenzt zu sein. Das reicht aber immer noch völlig aus, um beispielsweise die in ISO 3664 definierte „praktische Abmusterung“ (ISO-Viewing-Condition P2) in Verbindung mit einer Proof-Simulation umzusetzen. Die geforderte Beleuchtungsstärke von 500 Lux für die gedruckte Referenz entspricht einer Leuchtdichte von rund 160 cd/m².

Beim Weißpunkt kann zwischen verschiedenen Voreinstellungen in Kelvin (Referenz: Tageslichtstrahler, Lichtart D) und der individuellen Definition in xy-Normfarbwert-Anteilen gewählt werden. Der Schwarzpegel lässt sich auf Wunsch definiert anheben.

2. Tonwertkurve

Der Einstellbereich des Schiebereglers für den Gammawert lässt sich über die manuelle Eingabe erhöhen. Für die Kalibration stehen somit zunächst Gamma-Tonwertkurven (1.0–2.7) und die L*-Charakteristik zur Verfügung. Neu in CN V7 ist die Möglichkeit, Standard-Gammaverläufe wie die sRGB-Tonwertkurve auszuwählen.

Individuelle Tonwertkurven können ferner durch die Vorgabe eines geeigneten ICC-Profils – alle notwendigen Parameter sind dennoch flexibel anpassbar – oder das Laden einer Textdatei (CSV) mit entsprechenden Zuordnungen definiert werden.

CN V7: Schwarzwert, Weißpunkt (Screenshot)
CN V7: Schwarzwert, Weißpunkt (Screenshot)
CN V7: Gamma (Screenshot)
CN V7: Gamma (Screenshot)

10 KOMMENTARE

  1. Für einen selten so präzisen Monitor in puncto „Farbleistung und Homogenität“ zahle ich gerne diesen Preis.
    Gerade als Profi, will ich meinen Kunden im ColorGrading nur verlässliche Filme und Trailer abliefern.
    Eine Tagesgage jenseits von 500€ erlaubt und berechtigt gerade zu nur das beste zu kaufen, da sehe ich neben EIZO wohl nur noch NEC Monitore.

    Klar, für den Anfang langt auch ein „farbtreuer“ Monitor anderer Hersteller, aber irgendwann macht man richtige Jobs mit Grading Panels und entsprechende Software.
    Klickt man nur in Premiere in Colorista rum und regt sich über den Preis hier auf, wird man nicht das Klientel für diese Sparte sein.

  2. Sorry
    Der Anschaffungspreis sollte immer abhängig der absoluten Leistung stehen und in Bezug zur Nutzung in Jahren. Persönlichen Einschätzung haben bei einem objektivem Test nichts zu suchen oder sind explizit als solche zu erwähnen.
    Danke.

    • Natürlich fließen in einen Test auch subjektive Beurteilungen ein. Das machen wir seit 17 Jahren so und werden das sicherlich nicht ändern! Alles ist nicht messbar!

  3. die reaktion von herrn Findeis ist schon seltsam, imho fast schon überheblich!

    „dann wird vielleicht auch dem anonymen Kommentarschreiber noch ein Licht aufgehen.“
    wäre der kommentar von „L.H.“ besser, wenn ein name dabei stände?
    scheinbar denkt herr Findeis so, was ich aber nicht nachvollziehen kann.
    der kommentar is doch berechtigt, nüchternere einschätzungen ohne werbetexte wären m.m.n. begrüßenswert! da brauch sich keiner auf den schlips getreten fühlen, oder?
    wo soll den dem scheinbar unterbelichteten kommentar-schreiberIn ein licht aufgehen?

    btw: vielleich ist das im test unglücklich formululiert, aber wenn man (wie der artikelautor) den preis ignoriert kann man keine preis-leistungs-einschätzung machen. das sehe ich genauso wie „L.H.“, oder liege ich da falsch?

    zum monitor: interessant+bestimmt toll, aber außerhalb von meinem bedarf (nicht nur preislich). danke für den test!

    • Es steht dort „vermeintlich hohen Anschaffungspreis“. Das vermeintlich soll zum Ausdruck bringen, dass der Monitor zwar teuer ist, aber der Preis aufgrund der gezeigten Leistung absolut gerechtfertigt ist. Auch ein Redakteur gerät mal ins Schwärmen, wenn der Monitor so restlos überzeugt.

  4. Leider vergessen viele, dass ein Preis-/Leistungsverhältnis eben zwei Seiten hat. Allzu oft wird zuallererst nur auf den Preis geschaut. Geht der über das hinaus, was man im Kopf als „richtig und vernünftig“ empfindet, fällt das Gerät schon durch das Raster. Unterschiede auf der Leistungsseite sind auch nicht immer sofort transparent und werden durch das Marketing der Hersteller nur allzu gerne verschleiert.

    Wir schreiben unsere Tests ferner nicht nur für Leser, die gerne stundenlang nüchterne Zahlenkolonnen miteinander vergleichen oder ihren Monitor sowieso von der Firma bezahlt bekommen.

    Wer als Selbständiger sein Budget genau im Auge haben muss, für den ist die Frage nach dem Preis-/Leistungsverhältnis schon mehr als berechtigt. Wieso sollte man für einen Monitor knapp 2.000 EUR ausgeben, wenn man einen 27-Zoll-WQHD-Monitor auch für 450 EUR kaufen kann? Oder zumindest für knapp 1.000 EUR in Verbindung mit den Schlagworten: Grafikmonitor, Hardware-Kalibrierung, erweiterter Farbraum und 3D-LUT? Bei einem Anschaffungspreis von 1.000 EUR und mehr lohnt es sich, sich erst einmal mit den Unterschieden auf der Leistungsseite auseinanderzusetzen. Und darauf geben unsere Tests mehr als ausführlich Antwort. Hardware-Kalibration ist eben nicht gleich Hardware-Kalibration und 1.000 EUR mit Minimal-Garantie können richtig teuer sein, wenn das Gerät nicht hält, was es verspricht.

    Schaut man also über den Anschaffungspreis des EIZO CG279X von knapp 2.000 EUR erst mal hinweg, dann wird vielleicht auch dem anonymen Kommentarschreiber noch ein Licht aufgehen.

    Wir haben schon seit geraumer Zeit mit zunehmender Tendenz Konsumer-Monitore im Test, die einerseits in immer schwindelerregende Preisregionen aufstrebenden und andererseits eine teils schwer erträgliche Diskrepanz zwischen Marketing-Aussagen und Realität bei uns im Testlabor zeigen. Das kritisieren wir auch regelmäßig in den entsprechenden Test-Berichten.

    Das eher zurückhaltende Marketing von EIZO ist da schon alleine eine Wohltat. Schaut man auf die Leistung des EIZO CG279X kann man sich auch als Redakteur einer gewissen Begeisterung nicht erwehren. Wer unsere Tests tatsächlich liest, der weiß auch, dass wir derart uneingeschränkte PRAD-Empfehlungen höchst selten aussprechen.

  5. „Schaut man über den vermeintlich hohen Anschaffungspreis hinweg auf die Leistung, ist das Preis-Leistungs-Verhältnis bei allen drei Modellen kaum zu schlagen.“

    Entschuldigung? Was soll mir dieser Satz sagen? Schaut über den Preis hinweg und betrachtet die absolute, sehr gute Leistung, ist auch die P/L herausragend?!?
    Bitte weniger von diesen Werbesätzen. Allgemein muss ich feststellen, dass ich die sachliche Seriösität und fachliche Distanziert in vielen Artikeln der prad der letzten Jahre zunehmend vermisse.
    Viele grüße

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