Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast
Die Messungen werden nach einer Kalibrierung auf D65 als Weißpunkt durchgeführt. Sofern möglich, werden alle dynamischen Regelungen deaktiviert. Aufgrund der notwendigen Anpassungen fallen die Ergebnisse geringer aus als bei Durchführung der Testreihe mit nativem Weißpunkt.
Das Messfenster wird nicht von einem schwarzen Rand umgeben. Die Werte können daher eher mit dem ANSI-Kontrast verglichen werden und geben Realweltsituationen deutlich besser wieder als Messungen von flächigem Weiß- und Schwarzbild.

Wir ermitteln eine maximale Helligkeit von 336 cd/m², was knapp unter der vom Hersteller angegebenen Marke von 350 cd/m² liegt. Die Leuchtdichte kann so stark reduziert werden, dass auf dem Monitor faktisch nichts mehr zu erkennen ist und die ermittelten Kontrastwerte wenig aussagekräftig sind. Die sinnvolle Nutzung des Helligkeitsreglers beginnt in der Regel erst ab einem Wert von 40 % (32 cd/m²), wobei selbst dieser Wert ein sehr dunkles Bild beinhaltet. Die Grafik zeigt den gesamten Helligkeitsbereich. Bei der Durchschnittsberechnung haben wir nur die Kontrastwerte ab 40 % berücksichtigt.
Wie praktisch bei allen Geräten in der EV-Serie erfolgt der Helligkeitsanstieg auch beim EIZO EV2400R nicht wie sonst üblich linear, sondern progressiv. Die Maximalhelligkeit ist auf jeden Fall völlig ausreichend und auch für helle Arbeitsumgebungen geeignet. Übliche Arbeitshelligkeiten werden allerdings erst ab Einstellungen oberhalb der 70-Prozent-Marke erreicht.
Das Kontrastverhältnis des IPS-Panels gibt der Hersteller mit 1500:1 an. Gemäß unseren Messungen liegt es nach der Kalibrierung bei sehr guten 1404:1. Der Durchschnittswert unserer Messungen beträgt 1411:1 und der Höchstwert 1620:1 (40 %).
Die Helligkeitsabstimmung sollte EIZO überdenken, da man faktisch nur einen Regelbereich von 70 bis 100 % nutzen kann und die darunterliegenden Werte größtenteils nicht nutzbar sind, weil sie schlicht zu dunkel sind. Welchen Sinn eine Helligkeit von weniger als 5 cd/m² haben soll, erschließt sich uns nicht.
Bildhomogenität
Wir untersuchen die Bildhomogenität anhand von vier Testbildern (Weiß, Neutraltöne mit 75 %, 50 %, 25 % Helligkeit), die wir an 15 Punkten vermessen. Daraus resultieren die gemittelte Helligkeitsabweichung in % und das ebenfalls gemittelte Delta C (d. h. die Buntheitsdifferenz) in Bezug auf den jeweils zentral gemessenen Wert. Die Wahrnehmungsschwelle für Helligkeitsunterschiede liegt bei etwa 10 %.

Die Helligkeitsverteilung zeigt als maximale Abweichung 14,34 % und als Mittelwert 4,25 %, was insgesamt ein gutes Ergebnis darstellt. Hinsichtlich Farbhomogenität schneidet der EIZO EV2400R sehr gut ab (Delta-C-Average: 0,92; Delta-C-Maximum: 1,81). Für einen Business-Monitor ist das ein bemerkenswertes Ergebnis.
Coating
Die Oberflächenbeschichtung des Panels (Coating) hat auf die visuelle Beurteilung von Bildschärfe, Kontrast und Fremdlichtempfindlichkeit einen großen Einfluss. Wir untersuchen das Coating mit dem Mikroskop und zeigen die Oberfläche des Panels (vorderste Folie) in extremer Vergrößerung.
Mikroskopischer Blick auf die Subpixel mit Fokus auf die Bildschirmoberfläche: Der EIZO EV2400R besitzt eine matte Oberfläche mit dezenten, mikroskopisch sichtbaren Vertiefungen zur Diffusion.
Blickwinkel
Die Herstellerangabe für den maximalen Blickwinkel liegt bei 178 Grad in der Horizontalen und Vertikalen. Das sind die für moderne IPS- und VA-Panels typischen Werte. Das Foto zeigt den Bildschirm des EIZO EV2400R bei horizontalen Blickwinkeln von etwa ±60 Grad.

IPS-Panels zeichnen sich im Allgemeinen durch eine hervorragende Blickwinkelstabilität aus. Der EIZO EV2400R zeigt eine sehr gute Performance. Selbst der nicht ganz vermeidbare Helligkeits- und Kontrastverlust fällt bei extremeren Blickwinkeln nur minimal aus. Auch die Farbtemperatur bleibt aus jedem Blickwinkel nahezu unverändert. Gleiches gilt für die Farben und die Farbsättigung.
Interpolation
Ein Schärferegler steht im OSD unter „Signal -> Schärfe“ zur Verfügung und wirkt auch in der nativen Auflösung. Werkseitig ist er auf den Wert „Aus“ eingestellt und kann von 1 bis 2 angepasst werden. In der nativen Auflösung ergibt das Schärfen keinen Sinn. Wer unter 1920 × 1080 die Schriftstärke anpassen möchte, sollte besser das Windows-Bordmittel ClearType verwenden. Bei Auflösungen, die von der nativ genutzten abweichen, kann ein Wert von 1 bis 2 verwendet werden, wobei Veränderungen nur sehr dezent ausfallen, sodass diese Option einen echten Mehrwert bietet.
Wir testen die Interpolation am DisplayPort-Anschluss. Die Schärfe in der nativen Auflösung ist erwartungsgemäß gut. Bei 1280 × 720 sieht man, dass die notwendige Pixelvergrößerung hauptsächlich durch zusätzlich eingefügte graue Bildpunkte erreicht wird. Dies führt zu etwas fetteren Konturen mit leichtem Unschärfe-Eindruck. Farbsäume treten nicht auf. Insgesamt ist das Ergebnis als gut zu bezeichnen.
Für von der nativen Auflösung abweichende Eingangssignale bietet das Gerät unter „Signal -> Bilderweiterung“ die Optionen „Automatik“, „Vollbild“, und „Seitenverhältnis“. Für unseren Test haben wir die Einstellung „Seitenverhältnis“ verwendet, die optimale Ergebnisse liefert. „Automatik“ steht nur unter HDMI zur Verfügung.
Im PC-Betrieb sollte die Skalierung der Grafikkarte überlassen werden, die das Bildsignal als Vollbild, Seitenverhältnis oder 1:1 wiedergeben kann. Da wir aber die Möglichkeiten des EIZO EV2400R testen wollen, haben wir in den Einstellungen der Grafikkarte festgelegt, dass das Anzeigegerät die Skalierung übernehmen soll und ein 1:1-Bild von der Grafikkarte ausgegeben wird. Beim Test der 1:1-Darstellung wird ein Vollbild zugespielt, was im Fall des Probanden keine Rolle spielt, weil er keine Option für eine 1:1-Darstellung besitzt.
Die Skalierungsoptionen des EIZO EV2400R sind durchwachsen, nicht alle Auflösungen können korrekt angezeigt werden. Bequemer ist es, wie bereits erwähnt, die Interpolation der Grafikkarte zu überlassen. Lediglich bei einer externen Zuspielung, wie beispielsweise per Chromecast über HDMI, muss der Monitor diese Aufgabe zwingend übernehmen.
| Signal | Verzerrungsfreie, maximal flächenfüllende Wiedergabe | Unskalierte Wiedergabe |
| SD (480p) | Ja | Nein |
| SD (576p) | Nein | Nein |
| HD (720p) | Ja | Nein |
| HD (1080p) | Ja (nativ) | Nein |
| UHD (4K) | Nein | Nein |
| PC (5:4) | Ja (nicht ganz flächenfüllend) | Nein |
| PC (4:3) | Nein | Nein |
| PC (16:10) | Ja (nicht ganz flächenfüllend) | Nein |
| PC (16:9) | Ja | Nein (nur nativ) |











