Test LG 49WL95C-W – erstklassige Blickwinkelneutralität
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Overdrive

60 Hz, Overdrive „Aus“

Selbst mit abgeschaltetem Overdrive sind die Reaktionszeiten – bis auf den CtC-Wert – bereits recht ordentlich. Die Abstimmung ist erwartungsgemäß völlig neutral.

Bei ausgeschaltetem Overdrive messen wir den Schwarz-Weiß-Wechsel mit 14,8 ms und den schnellsten Grauwechsel mit 11,8 ms. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte beträgt 18,2 ms. Der CtC-Wert wird mit 18,8 ms ermittelt.

Das Schaltzeitendiagramm zeigt unter anderem, wie sich verschiedene Helligkeitssprünge addieren, wie schnell der Monitor in der Werkseinstellung im besten Fall reagiert und von welcher mittleren Reaktionszeit ausgegangen werden kann.

Diagramm: 60 Hz (Overdrive „Aus“): ordentliche Schaltzeiten
60 Hz (Overdrive „Aus“): ordentliche Schaltzeiten
Diagramm: 60 Hz (Overdrive „Aus“): keine Überschwinger
60 Hz (Overdrive „Aus“): keine Überschwinger

60 Hz, Overdrive „Schnell“

In der Werkseinstellung „Schnell“ bei 60 Hz werden die Schaltzeiten noch mal effektiv verkürzt. Wir messen den Schwarz-Weiß-Wechsel mit 13,2 ms und den schnellsten Grauwechsel mit 8 ms. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte beträgt 13,3 ms. Der CtC-Wert ist jetzt mit 8 ms ebenfalls gut.

In der Overdrive-Stellung „Schnell“ sind trotzdem kaum Überschwinger auszumachen und die Bildaufbauzeiten schnell. Der vom Hersteller als Standard aktivierte Wert „Schnell“ ist somit optimal gewählt.

Diagramm: 60 Hz (Overdrive „Schnell“): flotte Schaltzeiten
60 Hz (Overdrive „Schnell“): flotte Schaltzeiten
Diagramm: 60 Hz (Overdrive „Schnell“): minimale Überschwinger
60 Hz (Overdrive „Schnell“): minimale Überschwinger

60 Hz, Overdrive „Schneller“

In der höchsten Stellung „Schneller“ lassen sich die Reaktionszeiten nochmals leicht verbessern. Dadurch entstehen stärkere, aber immer noch akzeptable Überschwinger.

Wir messen den Schwarz-Weiß-Wechsel mit 14,4 ms und den schnellsten Grauwechsel mit 5,6 ms. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte beträgt 11,6 ms. Ein CtC-Wert von 4,8 ms ist ebenfalls sehr kurz.

Kritische Farbübergänge stellen in der Werkseinstellung „Reaktionszeit: Schnell“ keine Hürde dar (8 ms bei 60 Hz). Dabei treten nur leichte Überschwinger auf. In Stellung „Reaktionszeit: Schneller“ halbiert sich die CtC-Schaltzeit zwar annähernd auf 4,8 ms, die Überschwinger nehmen aber deutlich zu.

Zum Spielen ist die höchste Overdrive-Stellung daher in den meisten Fällen ein guter Kompromiss. Für alle anderen Anwendungen empfehlen wir, in der Werkseinstellung zu bleiben.

Diagramm: 60 Hz (Overdrive „Schneller“): nochmals leicht verbesserte Schaltzeiten
60 Hz (Overdrive „Schneller“): nochmals leicht verbesserte Schaltzeiten
Diagramm: 60 Hz (Overdrive „Schneller“): merkliche, aber noch akzeptable Überschwinger
60 Hz (Overdrive „Schneller“): merkliche, aber noch akzeptable Überschwinger

Netzdiagramme

In den folgenden Netzdiagrammen sehen Sie alle Messwerte zu den unterschiedlichen Helligkeitssprüngen unserer Messungen im Überblick. Im Idealfall würden sich die grünen und die roten Linien eng am Zentrum befinden. Jede Achse repräsentiert einen im Pegel und in der Dynamik definierten Helligkeitssprung des Monitors, gemessen über Lichtsensor und Oszilloskop.

Diagramm: 60 Hz, Overdrive "Aus"
60 Hz, Overdrive „Aus“
Diagramm: 60 Hz, Overdrive "Schnell"
60 Hz, Overdrive „Schnell“
Diagramm: 60 Hz, Overdrive "Schneller"
60 Hz, Overdrive „Schneller“

Latenzzeit

Die Latenz ist ein wichtiger Wert für Spieler, wir ermitteln sie als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit. Beim LG 49WL95C-W fällt die Signalverzögerung mit 11 ms für einen 60-Hz-Monitor glücklicherweise recht kurz aus. Da auch die Reaktionszeiten sehr flott sind, beträgt die halbe mittlere Bildwechselzeit im günstigsten Fall (Overdrive: „Schneller“) nur 5,8 ms. Insgesamt macht das 16,8 ms.

Backlight

Die Hintergrundbeleuchtung des LG 49WL95C-W arbeitet mit W-LED und leuchtet kontinuierlich. Der Vergleich im Diagramm zeigt: Sowohl bei voller als auch bei reduzierter Einstellung der Helligkeit wird der Lichtstrom nicht unterbrochen, wie das bei PWM-Backlights der Fall wäre. Somit ist der Monitor auch bei reduzierter Helligkeit für längeres Arbeiten geeignet.

Diagramm: LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung
LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung

Subjektive Beurteilung

Die Fläche von zwei 27 Zoll großen WQHD-Monitoren in einem Display und ohne Unterbrechung in der Mitte – das hört sich schon verführerisch an. Während man das gleichzeitige Arbeiten mit vielen Fenstern auch gut auf einen Haupt- und einen Nebenmonitor aufteilen kann, eignet sich ein extrabreites Display vor allem dann, wenn man in einer einzelnen Anwendung möglichst viele Informationen gleichzeitig darstellen will.

Damit man dann noch wirklich alles sinnvoll und ohne extreme Kopfbewegungen im Blick behält, ist eine Wölbung des Displays ab einer gewissen Breite zwingend erforderlich. Und genau hier liegt der Knackpunkt beim LG 49WL95C-W: Die Krümmung ist mit einem Radius von 3,8 m nur sehr schwach ausgeprägt.

Das bei Geräten mit einem Wölbungsradius von 1,8 m so gelobte Gefühl der „Rundumsicht“ wollte sich beim LG 49WL95C-W einfach nicht einstellen. Will man in der Bibliotheksansicht von Lightroom schnell aus einer Vielzahl von Bildern die richtigen auswählen, hat man eher das Gefühl, dicht an einer Autobahn zu stehen und die vorbeifahrenden Autos zu beobachten.

Durch die schon sehr flachen Blickwinkel zu den Bildrändern sind die erforderlichen Kopfbewegungen entsprechend groß, die Übersicht geht verloren, und Bilder an den Rändern werden leicht übersehen.

Im Unterhaltungsbereich ist das 32:9-Format auch nicht gerade gängig. Für Spiele und Videos fährt man mit einem 21:9-Display wie dem LG 38UC99 grundsätzlich besser. Bei Spielen kann man natürlich auf den zusätzlichen Platz seitlich einfach verzichten und nur den 21:9-Bereich für die Bildanzeige nutzen. Die Reaktionszeiten des LG 49WL95C-W sind dann sehr überzeugend. Ungewöhnliche Bewegungsartefakte oder Nachzieheffekte sind uns im subjektiven Test nicht aufgefallen.

Sound

Der LG 49WL95C-W hat zwei Stereo-Lautsprecher mit je 10 Watt verbaut. Die Ausgangsleistung und der zur Verfügung stehende Resonanzraum sind damit zwar sicher überdurchschnittlich, der Klang aber nicht unbedingt. Während uns Filmszenen teils ganz gut gefallen haben und regelrecht räumlich wirkende Effekte hörbar wurden, war das bei reinen Musikstücken nicht der Fall. Die Musikwiedergabe von modernen Top-10-Titeln wirkte klanglich nicht immer optimal.

Im unteren Monitorrahmen eingebaute Stereo-Lautsprecher mit 2 x 10 Watt
Stereo-Lautsprecher mit 2 x 10 Watt

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