Test LG 49WL95C-W – erstklassige Blickwinkelneutralität
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Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast

Die Messungen werden nach einer Kalibration auf D65 als Weißpunkt durchgeführt. Sofern möglich, werden alle dynamischen Regelungen deaktiviert. Aufgrund der notwendigen Anpassungen fallen die Ergebnisse geringer aus, als bei Durchführung der Testreihe mit nativem Weißpunkt.

Helligkeits- und Kontrastverlauf des LG 49WL95C-W
Helligkeits- und Kontrastverlauf des LG 49WL95C-W

Das Messfenster wird nicht von einem schwarzen Rand umgeben. Die Werte können daher eher mit dem ANSI-Kontrast verglichen werden und geben Realweltsituationen deutlich besser wieder, als Messungen von flächigem Weiß- und Schwarzbild.

Mit nativem Weißpunkt erreichen wir im Maximum rund 349 cd/m². Das ist praktisch eine Punktlandung bei der Herstellerangabe von 350 cd/m². Herunterregeln lässt sich die Helligkeit auf ein Minimum von 39 cd/m².

Nach der Kalibrierung sinkt die Maximalhelligkeit geringfügig auf 327 cd/m² und die Minimalhelligkeit auf 36 cd/m². Damit kann der LG 49WL95C-W problemlos zum Arbeiten in absoluter Dunkelheit eingesetzt werden.

Das Kontrastverhältnis des AH-IPS-Panels (mit W-LED) gibt der Hersteller mit 1000:1 an. Gemäß unseren Messungen liegt es nach der Kalibrierung im Durchschnitt bei sehr guten 1090:1.

Bildhomogenität

Diagramm: Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild
Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild
Diagramm: Farbhomogenität beim weißen Testbild
Farbhomogenität beim weißen Testbild

Wir untersuchen die Bildhomogenität anhand von vier Testbildern (Weiß, Neutraltöne mit 75 %, 50 %, 25 % Helligkeit), die wir an 15 Punkten vermessen. Daraus resultieren die gemittelte Helligkeitsabweichung in % und das ebenfalls gemittelte Delta C (d. h. die Buntheitsdifferenz) in Bezug auf den jeweils zentral gemessenen Wert. Die Wahrnehmungsschwelle für Helligkeitsunterschiede liegt bei etwa 10 bis 20 %.

Die Helligkeitsverteilung ist mit einem Durchschnittswert von 8,04 % und einer Maximalabweichung von 19,42 % jeweils zufriedenstellend. Die Farbabweichung ist aufgrund des Delta-C-Maximums von 3,21 in der Ecke rechts unten ebenfalls zufriedenstellend – im Durchschnitt sogar gut (Delta-C-Average: 1.36).

Subjektiv betrachtet ist die Bildhomogenität deutlich besser. Das Bild wirkt ausgesprochen gleichmäßig und zeigt keine Wölkchenbildung. Der Helligkeitsabfall zum linken Rand verläuft sehr gleichmäßig, sodass er kaum auffällt.

Schaut man bei den Messwerten auf die neun Felder in der Mitte (und das ist schon ein wirklich großer Arbeitsbereich), sind die Ergebnisse bemerkenswert gut. Auch in der EBV würde man bei einem 32:9-Display die Ränder meist nur für Werkzeugleisten nutzen.

In Verbindung mit der subjektiven Beurteilung ist daher beim LG 49WL95C-W eine jeweils gute Gesamtwertung für Helligkeitsverteilung und Farbhomogenität gerechtfertigt.

Coating

Die Oberflächenbeschichtung des Panels (Coating) hat auf die visuelle Beurteilung von Bildschärfe, Kontrast und Fremdlichtempfindlichkeit einen großen Einfluss. Wir untersuchen das Coating mit dem Mikroskop und zeigen die Oberfläche des Panels (vorderste Folie) in extremer Vergrößerung.

Coating des LG 49WL95C-W
Coating des LG 49WL95C-W
Coating-Referenzbild
Coating-Referenzbild

Mikroskopischer Blick auf die Subpixel, mit Fokus auf die Bildschirmoberfläche: Der 49WL95C-W besitzt eine dezent stumpf-matte Oberfläche mit leichten mikroskopisch sichtbaren Vertiefungen zur Diffusion.

Blickwinkel

Das Foto zeigt den Bildschirm 49WL95C-W bei horizontalen Blickwinkeln von +/- 60 Grad und vertikalen von +45 und -30 Grad. Die Werksangabe für den maximalen Blickwinkel liegt bei 178 Grad in der Horizontalen und Vertikalen. Das sind die für moderne IPS- und VA-Panels typischen Werte. LG verwendet bei dem Modell ein IPS-Panel mit W-LED-Hintergrundbeleuchtung.

Horizontale und vertikale Blickwinkel des LG 49WL95C-W
Horizontale und vertikale Blickwinkel

Die Blickwinkelneutralität des LG 49WL95C-W ist auch bei extremeren Blickwinkeln erstklassig. Die Farben und die Farbsättigungen bleiben völlig stabil, und bei der Farbtemperatur sind ebenfalls kaum Änderungen zu sehen. Selbst der übliche Helligkeits- und Kontrastverlust fallen beim Probanden nur sehr gering aus. In der Praxis trägt die Display-Wölbung weiter zur ausgezeichneten Blickwinkelneutralität bei.

Interpolation

Der Bildschärferegler wirkt auch an den digitalen Eingängen. Die Standardeinstellung 50 scheint gut gewählt, wir haben sie so belassen.

Testgrafik nativ, Vollbild
Testgrafik nativ, Vollbild
Testgrafik 1280 x 720, Vollbild
Testgrafik 1280 x 720, Vollbild
Textwiedergabe nativ, Vollbild
Textwiedergabe nativ, Vollbild
Textwiedergabe 1280 x 720, Vollbild
Textwiedergabe 1280 x 720, Vollbild

Die Schärfe bei nativer Auflösung ist erwartungsgemäß sehr gut. Bei 1280 x 720 sieht man, dass die notwendige Pixelvergrößerung hauptsächlich durch zusätzlich eingefügte graue Bildpunkte bewirkt wird. Dies führt zu etwas fetteren Konturen mit leichtem Unschärfe-Eindruck. Farbsäume treten nicht auf.

Zur Skalierung bietet das OSD die Optionen „Original“ (seitengerecht), „Vollbild“ (ggfls. mit Verzerrung) und „Just Scan“ (1:1) für die pixelgenaue Darstellung an. Zusätzlich gibt es zwei Cinema-Modi, auf die wir im Videokapitel eingehen.

In allen interpolierten Auflösungen sind die Lesbarkeit von Texten und die Abbildung der Testgrafik – dem Skalierungsgrad entsprechend – gut bis sehr gut. Die unvermeidlichen Interpolationsartefakte fallen gering aus. Auch Texte mit fetten Buchstaben bleiben gut leserlich.

Farbwiedergabe

Bei Monitoren für den Consumer- und Office-Bereich testen wir zunächst die Farbwiedergabe in der Werkseinstellung nach dem Reset sowie – falls vorhanden – in einem sRGB-Modus. Anschließend wird der Monitor mit Quato iColor Display kalibriert. Für die Messungen verwenden wir eine eigene Software, als Messgeräte werden das Kolorimeter X-Rite i1DisplayPro und das Spektrofotometer X-Rite i1Pro eingesetzt.

Farbraumabdeckung

Die folgenden Grafiken zeigen zunächst die Farbraumabdeckung nach der Software-Kalibrierung. Der sRGB-Farbraum wird fast vollständig abgedeckt und stellenweise sogar deutlich übertroffen. Ohne Kalibrierung bzw. außerhalb von Farbmanagement-fähigen Anwendungen bekommt man daher teils kräftigere Farben zu sehen, als eigentlich im Quellmaterial vorhanden ist.

Abdeckung des sRGB-Farbraums nach der Kalibrierung, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums nach der Kalibrierung, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums nach der Kalibrierung, 3D-Schnitt 2
Abdeckung des sRGB-Farbraums nach der Kalibrierung, 3D-Schnitt 2

Weniger gut sieht es im Werksmodus aus. Der native Farbraum geht zwar auch hier deutlich über sRGB hinaus, deckt den Standardfarbraum aber nur zu 92 % ab. Der Hersteller verspricht eine sRGB-Abdeckung von 99 %.

Abdeckung des sRGB-Farbraums vor der Kalibrierung, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums vor der Kalibrierung, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums vor der Kalibrierung, 3D-Schnitt 2
Abdeckung des sRGB-Farbraums vor der Kalibrierung, 3D-Schnitt 2

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