Test LG 49WL95C-W – erstklassige Blickwinkelneutralität
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DVD und Video

HD-Zuspieler wie Blu-ray-Player, HDTV-Empfänger und Spielekonsolen können direkt an die HDMI-Buchse des LG 49WL95C-W angeschlossen werden. Der Ton wird wahlweise an die integrierten Lautsprecher oder an den Kopfhörerausgang weitergeleitet.

Ab Werk geht der LG 49WL95C-W einerseits über die HDTV-Norm hinaus, hinterlässt beim Soll-Farbraum aber immerhin eine Lücke von 8 % und zeigt einen wenig normgerechten Gammaverlauf. In der EBV lässt sich das über eine Kalibrierung lösen. In der Videowiedergabe und -bearbeitung haben wir es allerdings in der Regel nicht mit Farbmanagement-fähigen Anwendungen zu tun. Die Kalibrierung/Profilierung kann das daher hier auch nur sehr eingeschränkt ausgleichen. Trotz seines gigantischen Platzangebots für die Timeline ist der Proband daher für die professionelle Videobearbeitung nicht die erste Wahl.

Bei der Videowiedergabe dagegen legen die Wenigsten übermäßigen Wert auf Norm-Einhaltung – Hauptsache, das Bild gefällt, und das ist natürlich sehr subjektiv. Wir haben uns dazu zunächst ein Video in Werkseinstellungen am PC angeschaut. Es gibt im OSD zwar auch eine Voreinstellung für Filme (Bildmodus „Cinema“), bei der wir aber mit freiem Auge keinen Unterschied zum Standardmodus sehen konnten.

Der LG 49WL95C-W weiß hier mit einer guten Wiedergabe zu gefallen. Das Bild wirkt scharf und detailreich. Die etwas kräftigeren Farben sind uns weder positiv noch negativ aufgefallen. Auch sonst ist die Videowiedergabe guter Durchschnitt.

Ab Werk steht der Helligkeitsregler auf 100 %. Für die Filmwiedergabe bei abgedunkeltem Raum ist das eigentlich zu viel des Guten. Subjektiv gefiel uns der Im-Bild-Kontrast hier aber besser als nach dem Herunterregeln auf 140 cd/m². Selbst in der höchsten Helligkeitsstufe bleibt der Schwarzwert mit 0,30 cd/m² immer noch sehr gut.

Der LG 49WL95C-W unterstützt auch die Wiedergabe von HDR10-Material. Angesichts der technischen Daten (Maximalhelligkeit von 350 cd/m², kein „Local Dimming“, keine echte 10-Bit-Verarbeitung, Standardfarbraum) sollte man von diesem Feature aber nicht allzu viel erwarten. Immerhin ist der Proband aber problemlos in der Lage, HDR-Content wiederzugeben.

Besonderes Augenmerk verlangt zu guter Letzt natürlich das sehr spezielle 32:9-Format des LG 49WL95C-W. Hochwertige Spielfilme werden meist im 21:9-Format aufgenommen, aber dann als 16:9-Format abgespeichert. Dadurch entstehen bei der Wiedergabe auf 16:9-Displays horizontale schwarze Balken oben und unten.

Bei 21:9-Displays kann man die schwarzen Balken in der Regel wegskalieren und dann den eigentlichen Bildinhalt verzerrungsfrei über die gesamte Display-Fläche anzeigen. LG ist einer der wenigen Hersteller, die so eine Skalierungs-Option gekonnt anbieten – beispielsweise beim LG 34WK95U.

Beim LG 49WL95C-W wurde diese Skalierung aber einfach 1:1 auf das 32:9-Format portiert. Die beiden Cinema-Optionen stiften daher wenig Nutzen. Filme in diesem Format sind uns nicht bekannt. Bei dem üblichen Eingangsmaterial (21:9-Cinemascope-Filme, abgespeichert in 16:9) wird das Bild deutlich verzerrt und wirkt nicht mehr scharf. Besser wäre es gewesen, hier nur den 21:9-Teil des Displays zu nutzen.

Bewertung

ab 1.498,99 €
4

(GUT)

Fazit

Mag sich eine 49-Zoll-Diagonale zunächst nach Gigantismus anhören, so handelt es sich beim LG 49WL95C-W im Prinzip um zwei herkömmliche WQHD-Monitore mit 27 Zoll, die randlos in einem einzigen Gehäuse untergebracht sind. Solche Geräte eignen sich besonders gut für das Arbeiten mit Einzelanwendungen, bei denen man sehr viele Informationen gleichzeitig in einem Fenster darstellen will, etwa die Timeline in der Video- und Audiobearbeitung.

Der LG 49WL95C-W kann hier mit einer hochwertig wirkenden Verarbeitung und einem eleganten Standbein aus massivem Aluminium punkten. Alle wichtigen Ergonomie-Funktionen sind vorhanden, allerdings sind die Einstellbereiche teilweise begrenzt. Der Wölbungsradius von 3,8 m fällt im Vergleich zur 49-Zoll-Konkurrenz etwas größer aus.

Bei der Bildqualität überrascht der Proband mit einer bemerkenswert guten Bildhomogenität. Vor allem wenn man berücksichtigt, dass in der Praxis farb- und helligkeitskritische Arbeiten überwiegend in der Bildmitte stattfinden dürften. Auch die Blickwinkelneutralität des IPS-Panels ist erstklassig. Das Gerät zeigt allerdings erst nach der Kalibrierung sein volles Potenzial.

Im Unterhaltungsbereich hat ein extrabreites Display ebenfalls seine Vorzüge. Für einen 60-Hz-Monitor besitzt der LG 49WL95C-W gute Reaktionszeiten und nur eine geringe Signalverzögerung. Damit eignet er sich auch für Spiele. Anstelle des ungewöhnlichen 32:9-Formats empfehlen sich für den reinen Unterhaltungsbereich aber eher Bildschirme mit 21:9 wie den LG 38UC99.

Testlogo LG 49WL95C-W

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