Test Monitor BenQ EW2420
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Overdrive

Jeder Helligkeitsstufe eines Bildpunktes ist eine ganz bestimmte Steuerspannung zugeordnet. Leider folgen die Pixel den Spannungsänderungen bei Helligkeitswechseln nur zögerlich, was bei schnell bewegten Bildern zu sichtbaren Qualitätseinbußen führen kann. Zur Beschleunigung der Wechsel kann man nun zunächst eine höhere Spannungsdifferenz anlegen als es dem Helligkeitsunterschied eigentlich entsprechen würde. Anschließend wird die Spannung korrigiert, um die Helligkeit auf den korrekten Zielwert zu bringen. Dieses Verfahren wird als Overdrive bezeichnet.

Benq Ew2420 Monitor Benq Ew2420 Over 90 60 Off
Benq Ew2420 Monitor Benq Ew2420 Over 90 60 On
Beschleunigungsverhalten beim Grauwechsel 90-60, links: AMA off; rechts: AMA on

Wir untersuchen das Beschleunigungsverhalten mit einer Folge von je vier Frames, die zwischen 90 und 60 Prozent Grauwert wechseln. Die beiden Charts zeigen den gemessenen (grün) und den idealen (grau) Helligkeitsverlauf.

Mit AMA off ist kein Beschleunigungseffekt zu erkennen, das Panel reagiert neutral und sehr langsam. Sobald die AMA-Option aktiviert wird, stellt sich ein aktiver Overdrive bei den hellen Graustufenwechseln ein. Hier treten sehr starke Überschwinger auf, und das Panel benötigt zwei bis drei Frames, um einen Helligkeitswechsel abzuschließen. Bei den dunkleren Bildwechseln ist der Overdrive dagegen kaum aktiv.

Latenzzeit

Neben kurzen Schaltzeiten, die für den schnellen Bildaufbau notwendig sind, ist vor allem die Latenzzeit (Verzögerung) eines Monitors von Bedeutung für das Reaktionsempfinden. Dies gilt besonders für Spiele mit schnellen Bewegungen, wie sie bei Rennsimulationen oder Shootern vorkommen. Wenn zwischen der Eingabe und der Bildausgabe zu viel Zeit vergeht, wird die Steuerung zu indirekt und der Spielspaß wird beeinträchtigt. Dieser Effekt wird als Input Lag bezeichnet.

Eine Normvorgabe für die Bestimmung der Latenzzeit bei Monitoren gibt es nicht (siehe hierzu auch unser Special „Untersuchung des Input Lag Testverfahrens“). Wir messen zunächst die Verzögerungszeit bis zum eindeutigen Beginn des Aufleuchtens (10 Prozent der Endhelligkeit). Zu diesem Wert addieren wir noch die Hälfte der mittleren Bildaufbauzeit (hin und zurück).
Erläuterung der Darstellung: Die Verzögerungszeit des LCD ergibt sich als die Zeitdifferenz zwischen dem Steuersignal (rot) und dem Aufleuchten des Pixels (10%-Schwelle, grüne Kurve).

Benq Ew2420 Monitor Benq Ew2420 Latenz
Der EW2420 verzögert nur sehr wenig

Wir messen beim EW2420 eine Verzögerungszeit von nur 2,0 Millisekunden. Hinzu kommt aber noch die halbe mittlere Bildaufbauzeit von 11,3 Millisekunden (AMA on), die mittlere Gesamtlatenz beträgt somit akzeptable 13,3 Millisekunden. Es wird kein Frame zwischengespeichert.

Subjektive Bewertung

Auch in der Praxis zeigen sich die Flüssigkeitskristalle des EW2420 äußerst träge. Mit deaktiviertem AMA offenbaren sich schon im Windowsbetrieb gravierende Schwächen: Beim Verschieben von Fenstern beispielsweise tritt eine extreme Schlierenbildung auf, die an den Stand der Technik vor 10 Jahren erinnert. Zudem kann bei einem Wechsel von starken Grau-Kontrasten (Verschieben eines schwarzen Inhalts auf weißem Hintergrund) ein Abdriften in eine starke grüne Tönung beobachtet werden.

Benq Ew2420 Monitor Benq Ew2420 Spiel 1
Bild aus dem Aufbauspiel „Anno 1701“

Mit aktivierter AMA-Funktion werden diese Effekte sichtbar gedämmt, bleiben aber immer noch im Vergleich zu aktuellen TN- und IPS-Panels ausgeprägt. Hinzu gesellt sich außerdem ein leichter Koronaeffekt, der bei Bewegung von harten Kontrasten diese nachleuchten lässt. Dies ist zum Beispiel bei sich bewegender schwarzer Schrift auf weißem Grund gut zu beobachten.

Benq Ew2420 Monitor Benq Ew2420 Spiel 2
Bild aus der Multiplayer-Demo des neuen Shooters „Crysis 2“

Mit dem Inputlag des EW2420 kann man sich dagegen gut anfreunden: Der ist nämlich in der Tat absolut nicht spürbar. Somit ist eine sehr direkte Steuerung der Maus im Windowsbetrieb oder in Spielen möglich. Die hohe Reaktionszeit trübt die Spielerfahrung aber sehr: Bei Strategiespielen schliert das Bild schon extrem wenn man über die Karte scrollt. Bei Shootern kommt ebenfalls keine Freude auf, denn das träge Bild macht es unmöglich, einen Gegner schnell genug anvisieren zu können.

DVD und Video

In diesem Abschnitt geht es allein um die Bildqualität von Film-Material. Auf die Videosignalverarbeitung werden wir im folgenden Abschnitt noch ausführlich eingehen.

Benq Ew2420 Monitor Benq Ew2420 Film 1
Bild aus dem Bluray-Film „Bolt – ein Hund für alle Fälle“

Die native FullHD-Auflösung von 1.920 x 1.080 und die beiden HDMI-Anschlüsse machen den EW2420 multimediatauglich. Durch die Unterstützung von HDCP eignet er sich perfekt für die Wiedergabe von Blurays oder für die Verwendung von modernen Spielekonsolen wie die PlayStation 3 oder die Xbox 360. Das Seitenverhältnis von 16:9 entspricht auch dem heutigen Multimedia-Standard, wodurch sich der Anwender nicht mit einer schlechten Skalierung abzuplagen hat.

Benq Ew2420 Monitor Benq Ew2420 Film 2
Bild aus dem DVD-Film: „Sieben“

Die Bildqualität ist an sich hervorragend, hier treffen eine natürliche Farbwiedergabe auf ein hervorragendes Kontrastverhältnis. Details sind auch in hellen und dunklen Szenen gut zu erkennen. Allerdings haben wir bei schnellen Kameraschwenks die Trägheit des Panels zu bemängeln, welche sich besonders bei Sportübertragen oder Actionfilmen bemerkbar macht. Mit aktivierter AMA-Funktion kann man diesem Umstand jedoch etwas entgegenwirken. Gegenüber einem TN-Panel macht sich der große Blickwinkel bezahlt, der nicht zu Farbverfälschungen führt, sondern nur bei hohen Winkeln zu Kontrasteinbußen führt. Auch wenn der EW2420 in diesem Punkt nicht mit einem IPS oder PVA-Panel mithalten kann, für einen gemeinsamen DVD-Abend ist er absolut geeignet.

Videosignalverarbeitung

In einem Datenblatt von BenQ wird beschrieben, dass der EW2420 Frequenzen von 50 bis 76 Hertz unterstützt. Bei welchen Auflösungen diese Unterstützung gewährleistet ist, wurde jedoch nicht genannt.

Im folgenden Procedere haben wir getestet, inwiefern sich der BenQ EW2420 für die Wiedergabe von externen Quellen abseits des PCs als Videoprozessor eignet.

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