Test Monitor BenQ G2400WT
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Bildqualität

Auf den ersten Blick ist die Bildqualität für ein TN-Panel gut bis sehr gut. Die Farben wirken subjektiv echt und authentisch, jedoch nicht so farbenfroh wie auf einem VA-Panel. Die Ausleuchtung und die Homogenität gefallen bis auf die geringen Lichthöfe an den Seiten gut. Farbverläufe werden aufgrund der 6-Bit LUT mit leichten Stufen wiedergegeben. Bei Grau- und Weißwerten liefert der BenQ G2400WT in der Werkseinstellung gute Ergebnisse.

Benq G2400wt Monitor Benq G2400wt Testbild
In diesem Testbild sind bis auf die schwärzeste Graustufe alle Werte zu erkennen.

Mittels ausgewählter Testbilder ergibt sich, dass der Monitor die vier dunkelsten Graustufen nicht vom kompletten Schwarz und die zwei hellsten Graustufen nicht vom hellsten Weiß differenziert wiedergeben kann.

Bei 50 Prozent liefert die Kontraststandardeinstellung das beste Bild und sollte nicht verändert werden. Wie schon angesprochen, kann der dynamische Kontrast nur aktiviert werden, wenn ein monitorinternes Bildprofil aktiviert ist. Jedoch haben diese Bildprofile allesamt einen extremen Blaustich. Wenn nun dazu noch der dynamische Kontrast aktiviert wird, ergibt sich ein stark überstrahltes und kaltes Bild. Daher würden wir von einer Aktivierung des dynamischen Kontrastes abraten.

Mit einem Helligkeitssetting von 50 Prozent und dem Bildmodus „Standard“ erreichen wir vor der Kalibrierung einen statischen Kontrast von 744:1. Der Bildmodus „Film“ dagegen bietet einen Kontrast von 899:1. Dieser Modus hat aber den Nachteil, dass die Helligkeit nicht mehr geregelt werden kann. Dazu kommen ein auffälliger Blaustich und eine hohe Abweichung bei anderen Farbtönen. Nach der Kalibrierung beträgt der Kontrast 748:1 und erreicht auch hier die Herstellerangabe von 1.000:1 nicht.

Helligkeit Hersteller Gemessen
250 cd/m² 205 cd/m²
k.A. 140 cd/m²
k.A. 85 cd/m²
k.A. 40 cd/m²
k.A. 234 cd/m²

Die maximale Helligkeit gibt BenQ mit 250 cd/m² an. Leider wird dieser Wert bei unserem Testgerät mit maximalen 234 cd/m² nicht ganz erreicht und ist auch nur im Modus „Film“ erzielbar. Anzumerken ist, dass das Gerät erst 5 Minuten nach Veränderung des Helligkeitswertes eine konstant messbare Helligkeit liefert. Im Auslieferungszustand hat der BenQ G2400WT eine Helligkeit von nur 85 cd/m² bei einem eingestellten Wert von 50 Prozent.

Helligkeitsverteilung

Die Helligkeitsverteilung haben wir an 15 Messpunkten ermittelt, nachdem wir die Helligkeit auf 80 Prozent erhöht und somit knapp 140 cd/m² in der Mitte des Displays als Optimalwert erreicht haben.

Benq G2400wt Monitor Benq G2400wt Helligkeitsverteilung
Die Helligkeitsverteilung wurde an 15 Messpunkten ermittelt.

Die größte Abweichung zur angestrebten Helligkeit befindet sich mittig unten mit 19 Prozent. Besonders das untere Drittel hat generell mit einer reduzierten Helligkeit zu kämpfen. In Bezug auf die Messdaten ist dieses Ergebnis noch befriedigend. Wird jedoch die Ähnlichkeit der Helligkeit in jedem horizontalen Drittel und der subjektive Eindruck bedacht, ist das Ergebnis als noch gut zu bewerten.

Blickwinkel

Laut Hersteller beträgt der Blickwinkel vertikal und horizontal 160 Grad bei einem Kontrastverhältnis von 10:1. Das ist für ein TN-Panel weder ein besonders guter noch besonders schlechter Wert. Diese Angaben beziehen sich aber nur auf den Restkontrast und nicht darauf, ob das Bild bei bestimmten Blickwinkeln Farbverfälschungen unterliegt.

Benq G2400wt Monitor Benq G2400wt Blickwinkel
Das Bild zeigt die frontale Sicht in der Bildmitte und die horizontalen (links/rechts) sowie die vertikalen Blickwinkel (oben/unten).

Das Bild zeigt die typischen Schwächen des TN-Panels. Während seitlich der Kontrast stark abnimmt, sich die Farben dabei aber nur wenig verändern, zeigt sich von unten der bekannte Negativeffekt, der die Farben invertiert. Subjektiv verändern sich die Farben in der Vertikalen bis hin zu einem Betrachtungswinkel von 100 Grad überhaupt nicht. Erst dann beginnt Weiß in einen Gelbton überzugehen und der Kontrast stark abzunehmen. Die Blickwinkelstabilität ist also groß genug um auch mehreren Benutzern ein ähnliches Bild mit nur leichten Kontrastunterschieden zu zeigen.

Kandidaten mit VA- oder IPS-Panel schneiden hier technikbedingt deutlich besser ab. Die gebotene Leistung des BenQ G2400WT kann insgesamt als befriedigend angesehen werden.

Ausmessung und Kalibration

Wir haben im Folgenden den BenQ G2400WT bezüglich seiner Farbechtheit überprüft und getestet, wie gut sich der TFT-Monitor kalibrieren lässt. Die Ergebnisse sind hauptsächlich für die Grafik- und Fotobearbeitung interessant. Für den Office-Betrieb und Spiele sind sie größtenteils vernachlässigbar, da bei diesen Anwendungen der subjektive Eindruck überwiegt.

Zunächst haben wir den maximalen Farbraum des TFTs ermittelt und einerseits mit dem Druckfarbraum Isocoated und andererseits mit dem sRGB-Farbraum verglichen.

Farbraumvergleich

sRGB ist gewissermaßen der kleinste gemeinsame Nenner für das Zusammenspiel verschiedener Eingabe- und Ausgabegeräte im Consumerbereich. Zudem geht Windows von sRGB aus, wenn zu einem Gerät oder einer Grafikdatei kein Farbprofil vorliegt.

Viele Farbdrucker arbeiten auf Normalpapier mit dem sRGB-Profil. Auch deshalb ist der sRGB-Farbraum im Gegensatz zum ISOcoated-Druckfarbraum für „Normalanwender“ von Bedeutung. Durch die starke Verbreitung der digitalen Spiegelreflexkameras und der zunehmenden Amateurfotografie, haben auch Bilderdienste viele ihrer Belichtungsmaschinen auf den sRGB-Farbraum umgestellt, um dem Kunden die Auseinandersetzung mit speziellen Farbräumen zu ersparen.

Interessant ist der Vergleich zum ISOcoated-Farbraum des Offset-Drucks, da dieser in der Regel dem Mindesten entspricht, was aktuelle Tintenstrahldrucker bewältigen können. Viele moderne Tintenstrahldrucker und Druckverfahren decken darüber hinaus einen noch größeren Bereich ab.

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